Ich habe einen guten Freund, der sich seit der Trennung von seiner letzten großen Liebe (an der er sehr hing) irgendwie geändert hat. Er spricht fast nur noch über Frauen. Nicht dass er dauernd eine andere im Bett hätte, aber er versucht es ständig, trifft sich teilweise über längere Zeit hinweg abwechselnd mit mehreren Frauen, die teilweise sogar untereinander befreundet sind. Und er spricht nur noch davon: Letzte Woche habe er wieder jene angegraben, neulich habe er im Bus eine gesehen, holla, über die wär er am liebsten gleich hergefallen...
Abgesehen davon, dass seine männlichen Kumpels bei solchen Themen vielleicht bessere Ansprechpartner sind, mach ich mir auch grundsätzliche Gedanken, weil mein Bekannter seine Aussagen gerne verallgemeinert. Zum Beispiel ist er der Meinung, Männer gucken immer, egal ob sie eine Freundin haben oder nicht. Beim Gucken bleibt es aber leider nicht, ein guter Freund von ihm, der in einer festen Beziehung ist, baggert auf Partys Frauen an, lässt sich deren Nummer geben, trifft sich mit ihnen zum Café, probiert eben "was geht". Und mein Bekannter findet das vollkommen ok. Er habe ja mit keiner anderen geschlafen, sei also nicht "untreu" gewesen. Und er "teste eben seine Attraktivität". Männer seien eben einfach so (Argument: die Natur!), und die Frauen bemerkten das nur meist nicht.
Leider kann ich seine schrecklich verallgemeinerten Aussagen auch nicht mit meinen Erfahrungen widerlegen. Wie oft habe ich in meinen letzten Affären nur Sprüche zu meinem Körper oder meinen "Fähigkeiten" im Bett gehört, während ich mich manchmal fragte, wo denn der Rest von mir bleibt? Und ob der Typ nur mit mir schläft, weil keine andere andere mit ihm ins Bett gegangen ist?? Wenn es so egal ist? Oder ob ich wirklich gerade hübscher war als eine andere? -- Gibt es überhaupt noch Kriterien, wenn es nur noch um Sex geht, und Männer (laut meinem Bekannten) eh (fast) alle Frauen toll finden? (Außer dem Kriterium, welche Frau für einen ONS zu haben ist?)
Bin ich zu empfindlich - was meinen Wert als Frau betrifft, der nicht nur von meinem Äußeren abghängt?
Reden Männer einfach untereinander direkter über Sex, und welche Frau sie auf der Strasse begegnet sind, und das bedeutet gar nichts - oder ist nur Angeberei? Für's Selbstbewusstsein - wieviel sie angequatscht haben? So wie für Frauen häufig, wie oft ihnen jemand auf der Strasse hinterhersieht?
Ist es zuviel verlangt, sich einen Freund zu wünschen, der zwar Bock auf Sex hat, aber bitteschön mit mir, und nicht mit einer dahergelaufenen?
Bin ich völlig weltfremd?
Wer kittet mein Weltbild?,
fragt eine verstörte MissScully
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Ergebnis 1 bis 10 von 14
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13.10.2006, 23:01
"Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
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13.10.2006, 23:12Inaktiver User
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
Nein, du bist eine Frau und Frauen können Gefühle und Sex nicht trennen. Geht mir jedenfalls so und das hab ich gelesen, Frauen, die anders sind, mögen sich melden.Bin ich völlig weltfremd?
Ich denke, für Männer sind Sexabendteuer sowas wie Trophäen ihrer Männlichkeit.
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13.10.2006, 23:19Inaktiver User
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
nicht jeder mensch definiert das wort untreue auf die gleiche art. wobei ich schon oft bei mir gedacht habe, dass die unterschiedlichen definitionen entweder geschlechtsbedingt sind oder davon abhängen, wer von beiden (ich selbst oder mein partner) "fremdschaut". vll würde dein guter freund, das wort untreu anders verstehen, wenn seine (momentan nicht vorhandene) partnerin ihre attraktivität woanders testet. wenn man selbst falsch handelt (fast egal wobei), ist es ja immer etwas gaaanz anderes...
Zitat von MissScully
so oder so. eigentlich egal, ob man es als treu, untreu oder grenzwertig einstuft. sobald man sich um einen anderen menschen auf diese art und weise bemüht, hat der partner durchaus grund, sich hintergangen zu fühlen. meine meinung.
das halte ich überhaupt nicht für zuviel verlangt. wenn ein typ meint, sich mit jeder dahergelaufenen einlassen zu müssen, käme bei mir ganz automatisch die frage auf, ob ich für ihn nicht vll auch nur eine dahergelaufene bin. ein mann muss mir schon das gefühl vermitteln können (und es auch tun!), dass ich etwas besonderes für ihn bin. und zwar auch auf emotionaler ebene. passiert mir leider aber nicht gerade oft.
Zitat von MissScully
lg
luci
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13.10.2006, 23:51Inaktiver User
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
Also ich muss mein Posting noch ein wenig revidieren. Natürlich gibt es auch andere Männer. Passiert mir aber auch nicht oft, solche kennezulernen. Und man sieht es ihnen am Anfang nicht an, das geht ja durch alle Schichten. Als ich Teeny war, war es einfach, da waren es die Aufreisser, die waren meistens dumm und man hat sie gemieden. Und jetzt? Wo man nicht mehr in Gruppen eingebunden ist, und jeden irgendwie kennt, ist es schon schwierig.
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13.10.2006, 23:51Inaktiver User
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
screeni: ihihihihich *meld*
doch jede frau angraben ist einfach billig.
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13.10.2006, 23:53Inaktiver User
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
ach? gibts also doch, vertraumich.
Kannst du das so trennen, Nähe und Gefühl mit Distanz? Sobald ich mit jedmanden Sex habe, läuft bei mir ein Verliebt-Programm. Oder ich ekel mich. Wie ist das bei dir?
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14.10.2006, 00:09
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
@ screenie:
Jaja, immer diese Klischees. Wenn das wirklich so wäre, dass alle Männer Sex und gefühle absolut trennen könnten, das fände ich sehr traurig.
Zitat von Inaktiver User
Und auch ich bin ja nicht prinzipiell gegen "Sexabenteuer" (solange ich Single bin), nur dass ich, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dabei weniger körperliche Schlüsselreize (wie anscheinend Männer??) das Spannende finde, sondern diesen fremden Menschen so schnell und so intensiv zu entdecken. Wie ein guter Film, nur intensiver. Du schlüpfst in eine Rolle, für eine Nacht, nämlich die Rolle seiner Freundin / der Frau, die mir ihm Sex hat... Und das hat für mich nicht nur was Körperliches. Verletztend wird für mich die Sache (und das hat nichts mit Verliebtsein oder weitergehenden Hoffnungen zu tun), wenn ich mir vorstelle, dass er am nächsten Abend die nächste abschleppt und ich vor allem eine "Trophäe", wie die sagst, oder, direkter ausgedrückt, eine "Beute" bin.
Belüge ich mich jetzt selbst, wenn ich mir einbilde, mit meiner Sichtweise den anderen Menschen auch im ONS noch eher als Individuum zu sehen, als wenn ich ihn nur auf Busen-Beine-Po und Eine-weitere-ins-Bett-gekriegt beschränke?
Oder ist das jetzt mal wieder typisch "weiblich" gedacht? Argh!!! Wie ich diese Zuweisungen langsam hasse! Denn es läuft ja immer darauf hinaus, das die weiblichen Klischees sie als anhänglicher, emotionaler, selbstunsicherer etc. - also als schwächer darstellen...
@luci: Wie recht du hast. Genau das meinte ich oben, wenngleich ich mich vielleicht ein bisschen undeutlich ausdrückte: Diese Einstellung meines Bekannten vermittelt ein Gefühl der Austauschbarkeit der Frau. Und genau das ist es, was mich persönlich verletzt. Sozusagen indem ich mich mit einer dieser Frauen identifiziere, die er kennt. Oder mir vorstelle, dass Männer generell tendeziell eher so denken.ein mann muss mir schon das gefühl vermitteln können (und es auch tun!), dass ich etwas besonderes für ihn bin. und zwar auch auf emotionaler ebene.
Dabei ist doch auch Sex nicht gleich Sex!! Sex von Gefühlen trennen zu wollen, finde ich sowieso idiotisch - denn stell dir vor, du würdest beim Sex nichts mehr "fühlen"?
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14.10.2006, 00:20Inaktiver User
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
Zitat von screenie
Nein, du bist eine Frau und Frauen können Gefühle und Sex nicht trennen.
Zitat von MissScully
da hast du meine Aussage verdreht. Soetwas habe ich nicht geschrieben, ich habe es sogar später nocheinmal differenziert. Es geht nicht um alle Männer, sondern um einige, die die Sexabendteuer suchen.
Ja, ich denke, du belügst dich selbst.
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14.10.2006, 00:52Inaktiver User
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
@ missScully
das sind interessante aspekte, die du aufführst.
als beute würde ich mich nicht sehen, eher auf gleicher ebene.
gerade dieses unbekannte, einmalige ist doch prickelnd.
In eine Rolle schlüpf ich jedoch nicht; wollte ich eine dauerhafte beziehung, würde ich nicht sofort sex haben wollen.
@screeny
beim therapeuten öffnet man sich doch auch total. es muss schon die chemie stimmen, klar.
gerade, wenn es einmalig ist traut man sich mehr.
verliebt sein ist bei mir weit aus tiefer. ohne verliebt zu sein kann ich mich genauso an einem schönen body freuen, wie mein männliches pendant.
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14.10.2006, 08:41
AW: "Männer wollen immer" oder: Wo beginnt Untreue?
Dieses Testen der Attraktivitat finde ich ok, und es ist sehr weitverbreitet. Wahrscheinlich tut es jeder mal, manche öfter, manche weniger oft, je nach Selbstbewusstsein.
Zitat von MissScully
Und Frauen tun es auch nicht seltener als Männer.


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