@tasseimschrank: Ich bin mir eine ganze Menge wert. In jüngeren Jahren war das nicht der Fall, das gebe ich zu... ist eine längere Geschichte. Es spielen wohl mehrere Faktoren eine Rolle, wieso ich schon lange keinen Partner mehr hatte. In den vergangenen Jahren hatte ich mehrere Phasen, in denen ich längere Zeit gar nicht unter Menschen gegangen bin... aus finanziellen Gründen. Und Partnersuche im Internet geht für mich absolut nicht, das ist für mich ein totales No-Go. Inzwischen habe ich gewisse Baustellen in meinem Leben bereinigt bzw. bin teilweise noch dabei und es geht mir besser.
Ich habe mich in den letzten Jahren nur für Männer interessiert, die ca. 100-200 km von meinem Wohnort entfernt gelebt haben. Natürlich wäre mir ein Partner in der Nähe lieber gewesen, aber ich kann mir halt nicht aussuchen, in wen ich mich verliebe. Dummerweise habe ich noch keinen Mann kennengelernt, der dazu bereit gewesen wäre, die Fahrerei übers Wochenende für mich in Kauf zu nehmen bzw. sich mit mir abzuwechseln. In jüngeren Jahren war ich so dumm und bin immer zu den Männern gefahren. Nachdem ich das 2-3x hintereinander gemacht hatte, ging ich davon aus, sie würden selbstverständlich dasselbe für mich tun – ganz großer Irrtum. Darauf lasse ich mich schon lange nicht mehr ein.
@yaraxy: 5 Treffen in der Kennenlernphase mit demselben Mann... das hatte ich ehrlich gesagt noch nie. Als ich jünger war, habe ich mich recht schnell auf eine Beziehung eingelassen, weil ich Angst hatte keinen mehr abzubekommen. Und seit ich älter bin, gibt es höchstens 1-2 Treffen ohne Freunde, und dann haben die Männer kein Interesse mehr.
@Feenzauber197: Ich habe noch nie mit einem Mann zusammengelebt. Mich würde schon interessieren, was die Männer an mir gestört hat, dass sie sich zurückgezogen haben. Eine Antwort habe ich bisher nur von einem Mann bekommen, an dem ich vor Jahren mal kurz interessiert war und mit dem ich noch locker befreundet bin. Er meinte ihm wäre damals die Entfernung von 500 km zu viel und der Altersunterschied zu groß gewesen. Bei den anderen Männern hielten sich die Entfernung und der Altersunterschied jedoch stark in Grenzen, daran kann es nicht gelegen haben.
@Pacifique: Ja, es heißt öfters, dass die Frau auswählt. Das funktioniert aber nur, wenn sie die Wahl hat. Ich habe nur alle Jahre wieder die Wahl gehabt, ob ich einen Mann als Partner haben wollte oder nicht.
@Cygnus: Ich mag tiefgründige Gespräche sehr gerne und habe das sicher nicht gemacht, um jemanden damit zu beeindrucken. Für mich war es immer wichtig, dass meine Partnerschaft nicht oberflächlich ist. In jüngeren Jahren hatte ich Männer, die mich ausschließlich fürs Bett und zum Angeben vor den Kumpels gebraucht haben. Wenn ich mit ihnen tiefgründige Gespräche führen wollte, waren sie genervt. Wollte ich mit ihnen etwas Schönes (egal ob zu Hause oder auswärts) unternehmen, hatten sie keine Lust bzw. wollten ihre Interessen lieber alleine oder mit Kumpels pflegen. Mein Alltag hat sie kein Stück interessiert. An so einen Menschen möchte ich mich definitiv nicht mehr fest binden.
Für mich war das immer ganz normal, dass man sich z. B. für das Aufgabengebiet des Partners auf der Arbeit interessiert, für seine Familie/Herkunft, seine Vorlieben bezüglich Kleidung, Essen, usw., dass man ihn nach seinem Wohlbefinden fragt, wenn er mal krank ist, dass man wissen möchte, wie seine letzte Prüfung gelaufen ist, etc. Die Männer, mit denen ich zusammen war und auch diejenigen, mit denen es letztendlich nichts geworden ist, waren alle hauptsächlich an meinem Körper interessiert und wollten vor ihren Kumpels mit mir angeben. Ich hatte das Gefühl, dass es ihnen nicht um mich als Mensch ging.
Der einzige Mann, den ich kenne, der sich mir gegenüber genauso verhält, wie ich mir das in einer Beziehung vorstelle, ist ein langjähriger Freund von mir. Wir haben keinen Sex, unser Verhältnis ist rein platonisch, aber sonst läuft es in jedem Punkt genauso, wie ich es mir in einer Partnerschaft vorstelle. Vor einigen Jahren war ich mal in ihn verliebt, aber er stand noch nie auf mich. Das hat unsere Freundschaft aber nie belastet.
@universe: Genau das war auch mein größter Fehler. Seit meiner frühesten Pubertät habe ich mich nichts sehnlicher gewünscht als einen Partner an meiner Seite. Zwar habe ich mich immer in Männer verliebt, die ich zuvor schon längere Zeit flüchtig kannte (mit Ausnahme dieses engen Freundes, den ich sehr gut kannte), aber ein flüchtiger Bekannter ist eben doch auf gewisse Weise ein Fremder. Das ist mir inzwischen klar. Ich habe den Männern zu schnell mein Vertrauen geschenkt. Wenn ich mich verliebte, war der jeweilige Mann immer eine meiner Vertrauenspersonen. Heute denke ich anders und bin der Meinung, dass ein Mensch sich mein Vertrauen erstmal verdienen muss.
Jetzt möchte ich keine Beziehung mehr. Aber ich merke schon beim Knüpfen von neuen platonischen Kontakten, wie gut es mir tut, mich in der Anfangsphase eher auf Gespräche über Hobbys und ´nen witzigen Schlagabtausch zu beschränken. Das verbreitet gute Laune bei allen Beteiligten, wir bleiben locker, fühlen uns wohl, und niemand zieht ein komisches Gesicht wie früher, als ich tiefgründige Gespräche in die Wege leiten wollte. Ich achte mehr auf mich und spüre, dass auch andere Menschen meinen Wert besser zu schätzen wissen.
Ich habe auch die Frauen etwas genauer beobachtet, die ständig von irgendwelchen Männern als Beziehungskandidatinnen in Betracht gezogen werden. Der Unterschied zwischen diesen Frauen und mir in der Vergangenheit war die Tatsache, dass ich immer unbedingt einen Partner haben wollte. Sie hingegen wollten das entweder gar nicht, weil ein Mann nicht in ihre Lebensplanung passte oder es war ihnen egal, ob sie jemanden hatten. Und die meisten Männer stehen meiner Erfahrung nach auf Frauen, die keinen Partner wollen oder denen es egal ist, ob sie eine Beziehung führen.
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04.05.2013, 09:48
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
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04.05.2013, 09:59
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
@ pistazieneis: bezogen auf den letzten absatz: diese frauen sind emotional unabhängig, sie sind nicht abhängig davon, ob "irgendein" mann sie will. sie haben kein problem damit, wenn ein mann sie nicht will oder sie will. sie abstrahieren genauer, wer sie will. das zieht natürlich an. weil der gegenüber merkt, dass die person nicht so leicht zu bekommen ist. sie sind sich ihrem wert bewusst (sich selbst wert sein, sich selbst bewusst sein).
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04.05.2013, 10:09
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
Volltreffer! Diese Frauen sind emotional unabhängig. Diesen Satz finde ich sehr wichtig, deshalb habe ich ihn fett markiert. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob die Frauen blond oder dunkelhaarig, groß oder klein, dick oder schlank, beruflich erfolgreich oder erfolglos, usw. sind.
Ich wurde nicht seltener von Männern angesprochen und angeflirtet als diese Frauen. Der Unterschied zwischen uns war, dass ich mich immer emotional abhängig gemacht habe. Das war ein ganz großes Problem bei mir. Als ich jünger war, wollte ich immer wissen, wo und mit wem die Männer unterwegs waren und was sie gemacht haben. Ich habe meine Freizeitplanung nach ihnen ausgerichtet und sie zu meinem Lebensmittelpunkt gemacht. Das ist seit ein paar Jahren anders. Ich verschiebe keine Verabredungen mit Familienmitgliedern und Freundinnen mehr für irgendeinen Mann. Meine Freizeit ist ausgefüllt mit Hobbys und Interessen, ich langweile mich ganz bestimmt nicht.
Allerdings habe ich festgestellt, dass das nicht ausreicht. Die letzten paar Jahre war ich nicht mehr abhängig von der gemeinsamen Freizeitgestaltung, aber immer noch in Gedanken zu sehr auf die Männer fixiert. Wenn ich mal keine oder nur eine reservierte Antwort auf eine Nachricht bekam, hatte ich schlechte Laune. Ebenso, wenn ich auf eine Frage nach einem Treffen eine negative Antwort hinnehmen musste. Meine Tagesverfassung war abhängig vom Verhalten der Männer. Das gibt es jetzt nicht mehr. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich realisiert, dass das Blödsinn ist und mir nichts als Kummer bringt. Ich habe es selbst in der Hand dafür zu sorgen, dass es mir gut geht und schiebe diese Verantwortung nicht mehr auf andere Menschen ab.
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04.05.2013, 10:19
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
Was mir noch aufgefallen ist: Diese Frauen gaben sich in der Kennenlernphase niemals so verliebt wie ich. Sie lernten irgendwelche Männer kennen, trafen sich mit ihnen, hatten eine tolle Zeit (oft auch schon Sex vor der Beziehung), aber sie haben keinen dieser Männer „auf ein Podest gestellt“ und waren lange nicht sicher, ob sie sich auf eine Beziehung mit einem von ihnen einlassen wollten. Für die Frauen waren das einfach irgendwelche netten Kerle, mit denen man beim Weggehen viel Spaß und evtl. guten Sex haben konnte, aber keine der Frauen sprach schon im Vorfeld von der sog. großen Liebe. Und auch später in den Beziehungen, als die Frauen schon verliebt waren, blieben sie immer ein wenig vorsichtig und zogen sofort die Reißleine, sobald ein Mann ihre Grenzen überschritten hatte.
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04.05.2013, 10:20
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
das alleinig ist jedoch noch keine garantie dafür, dass du von heut auf morgen eine beziehung hast.
das ist nur eine garantie dafür, dass du den richtigen erkennst. und die zeit hast dich auf mehrere treffen mit ihm einzulassen sowie kennenzulernen bzw. sich gegenseitig kennenzulernen. das es gegenseitig funkt gehört aber dann noch etwas glück dazu.
vorallem merkt man nach kurzer zeit sehr gut, wer so tut als ob, oder nicht, egal wer von beiden (ich tu so, als ob ich emotional unabhängig bin)
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04.05.2013, 10:21Inaktiver User
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
Das ist sicher eine gute Haltung und sowohl in der Kennenlernphase, als auch in einer Beziehung wichtig.
Machen wir uns aber nicht alle ein Stück weit verletzlich, wenn wir uns einem Gegenüber öffnen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir Menschen in der Lebensmitte alle nur noch mit Schutzpanzern unterwegs sind, um das Schlimmste von uns fern zu halten
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04.05.2013, 10:24
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
geht ja darum wie man mit dieser verletzlichkeit dann umgeht: na, und wenn ich ihm sag, es hat bei mir gefunkt, und er will mich nicht, dann hat er pech nicht ich.
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04.05.2013, 10:26
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
Das ist klar. Diese Frauen hatten übrigens nicht ausschließlich längere, gut funktionierende Beziehungen. Manchmal leisteten sich die Männer schon nach wenigen Tagen oder Wochen eine Grenzüberschreitung, und schwuppdiwupp, waren die Frauen weg.
Ich bin eh keine gute Schauspielerin. In jüngeren Jahren habe ich versucht, meine emotionale Unabhängigkeit zu demonstrieren und bin damit gewaltig auf die Schnauze gefallen. Damals war mir noch nicht so richtig klar, was das überhaupt bedeutet. Für mich war das ein großer Erfolg, wenn ich mich mal längere Zeit nicht meldete, nicht nach einem Treffen fragte, nicht immer Zeit hatte und meine Planung nicht für andere über den Haufen schmeißen wollte. Das ist zwar alles schön und gut, aber zur emotionalen Unabhängigkeit gehört noch mehr dazu.
Wenn ich ein eigenständiges Leben führe und trotzdem immer mal wieder traurig bin, weil eine gewisse Person keinen Kontakt zu mir sucht, dann bin ich nicht emotional unabhängig. Es muss mir egal sein, ob sich jemand bei mir meldet... erst dann bin ich wirklich unabhängig.
Und bzgl. der Verletzlichkeit: Wenn mich jemand nicht sehen möchte, dann verpasst er was und muss damit leben. Ich habe viel zu oft anderen Menschen die Macht über mein Wohlbefinden gegeben. Dabei kann ich das sehr wohl selbst steuern, ob ich mich verletzen lasse oder nicht.
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04.05.2013, 10:30Inaktiver User
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
Warum sollte denn auch ein Mann auf einem "Podest" stehen, für mich ist eine Beziehung auf Augenhöhe das A und O.
Es kommt auch immer auf die Gefühle an, die man für einander hat. Die können sehr unterschiedlich sein und wenn ich sehr starke Gefühle habe, dann bin ich natürlich auch sehr verletzlich.
Grundsätzlich kann ein gesundes Misstrauen gar nicht verkehrt sein.
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04.05.2013, 10:32
AW: Die größten Irrtümer in der Kennenlernphase
Der entscheidende Satz von dir in diesem Strang.
Und ob diese Aussage von dir eher aus freien Stücken entstanden ist, oder viel mehr aus Enttäuschungen, das sei mal dahingestellt.
Auf jeden Fall wäre dieser Satz die richtige Überschrift für diesen Strang gewesen.
Meine Güte - herbeikonstruiertes Herumgehirne, abenteuerliche 'Theorien' übers kennenlernen und Dutzende angebliche Irrtümer, die man beim verlieben erkennen sollte etc. etc. ... und alles ist doch nur am Ende eines: der Versuch, deine ganzen Enttäuschungen zu verarbeiten.
Was soll man da noch sagen? Da bleibt nur noch: dir und allen anderen zu wünschen, die auf dieser Schiene unterwegs sind, dass endlich mal die richtigen Weichen von dir/euch gestellt werden.
Verlieben ist nämlich im Grunde ne ganz einfache Sache.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman


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