Da ich selber noch Jemand mit viel Grün hinter den Ohren und jugendlichem Leichtsinn bin, möchte ich aus aktuellem Anlass eine kleine Umfrage machen.
Erinnert euch zurück an den Anfang der für euch bedeutsamsten, wichtigsten oder tollsten Beziehung, die ihr je hattet oder noch habt. Wenn ihr das nicht kategorisieren könnt, denkt an irgendeine Beziehung, die zu den wichtigeren oder interessanteren zählt/e.
Grob umrissen möcht' ich gern wissen:
a) Wie seid ihr darauf gekommen: "Das ist der Richtige/die Richtige für mich."
b) Wie hat es sich für euch angefühlt, war es eher so klassisch mit tausend Schmetterlingen im Bauch oder war es eher so eine "Vernunftentscheidung" oder etwas, in dass ihr quasi reingezogen worden seid, was sich im Nachhinein aber als komplett richtig herausgestellt hat? Oder ganz anders?
c) Habt ihr euch schon länger gekannt, als ihr dann zusammen gekommen seid oder war der Partner eher "der/die große Unbekannte"?
Und nun denkt an das Ende dieser Beziehung (wenn es denn je eins gab):
d) Woher habt ihr oder euer Partner gewusst, dass es nicht mehr geht. Bzw. woran habt ihr gemerkt, dass es sich nicht mehr lohnt, um die Beziehung zu kämpfen?
Ich bin grade dabei, Bedürfnisse, Ziele und Werte in einer Beziehung für mich selbst neu zu sortieren. Ich glaube, mir würden ein paar Erfahrungen von anderen Leuten über diese Punkte dabei helfen. Wer interessiert ist, dass ich selber auch was dazu sage, kann das hier gern zum Ausdruck bringen. Vielleicht mach ichs dann auch noch von selber. Danke euch schon mal.
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 19
Thema: Beziehungen am Anfang/Ende
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06.04.2013, 13:46
Beziehungen am Anfang/Ende
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06.04.2013, 16:19
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Es war nie Vernunft. Es war immer Bauchgefühl. Richtig Schmetterlinge im Bauch! Ich habe mich auch noch nie in jemand verliebt, den ich schon länger kannte. Es waren immer Menschen, die ich erst 1 oder 2mal gesehen habe. Man muss nicht lange überlegen, ob es der/die Richtige ist. Man spürt es einfach. Weil es einem die Füße unter dem Boden reißt. So jedenfalls sind meine Erfahrungen. Über das Ende möchte ich lieber nicht sprechen.
Ich freue mich drauf, mit Euch zu kommunizieren und hilfreiche Antworten zu geben
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06.04.2013, 18:15
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Was du schreibst, klingt für mich auch richtig, wenn ich an das klassische verlieben denke. passiert mir aber gar nicht oft und erst recht nicht, wenns irgendwie passen würde. Hat für mich auch irgendwie sowas Teenagermäßiges.
Ich habe mich, als ich mit meiner Ausbildung angefangen habe, in einen Arbeitskollegen verknallt. Also so klassisch. Hat aber nie gepasst, weil er die meiste zeit in ner beziehung war. Und auf seine Arbeitskollegen stürzt man sich ja auch nicht gleich, wenn man noch in der Lehre ist. Irgendwann dachte ich dann, das es zeit wäre, ihn zu vergessen und hab mir- zugegebenermaßen ohne direkt an eine feste beziehung zu denken- einen andern mann genommen. Der wollte dann aber doch mit mir zusammen sein. Und nun ich bin seit zwei jahren mit ihm zusammen, weil ich mir am anfang vorstellen konnte, dass es funktionieren könnte. Ich war dann auch recht glücklich mit ihm. Jetzt sind vor kurzem aber wieder die Gefühle für meinen Kollegen "hochgekommen".
Ich überlege nun die ganze zeit, ob ich mit der falschen motivation in die beziehung gestiegen bin oder ich mir(und damit auch meinem Freund) die ganze zeit nur was vorgemacht habe. ich fühle mich mies.
Ja, jedenfalls ist das auch der grund, weshalb ich gern wissen möchte, wie sich andere Leute so auf eine Beziehung einlassen. Auch wenn das meine Situation nicht verbessert.
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06.04.2013, 18:30
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Ok, aber das bezieht sich jetzt nur auf die Beziehungen die mir wirklich etwas bedeutet haben. Es waren nicht viele aber da will ich wieder hin:
Weil ich mich in seiner Gegenwart wohl, behütet, sicher und geliebt gefühlt habe.a) Wie seid ihr darauf gekommen: "Das ist der Richtige/die Richtige für mich."
Tausend Schmetterlinge im Bauch und das Gefühl, das alles andere unwichtig ist.b) Wie hat es sich für euch angefühlt, war es eher so klassisch mit tausend Schmetterlingen im Bauch oder war es eher so eine "Vernunftentscheidung" oder etwas, in dass ihr quasi reingezogen worden seid, was sich im Nachhinein aber als komplett richtig herausgestellt hat? Oder ganz anders?
Nein, völlig unbekannt bis dahin.c) Habt ihr euch schon länger gekannt, als ihr dann zusammen gekommen seid oder war der Partner eher "der/die große Unbekannte"?
Wenn ich sehe wie du isst, wenn ich sehe wie du trinkst, wenn ich höre wie du atmest...Und nun denkt an das Ende dieser Beziehung (wenn es denn je eins gab):
d) Woher habt ihr oder euer Partner gewusst, dass es nicht mehr geht. Bzw. woran habt ihr gemerkt, dass es sich nicht mehr lohnt, um die Beziehung zu kämpfen?
Lg Mondfisch
Die schöne Dame auf meinem Avatar ist Madame de Montespan und sie war lange Zeit die Mätresse des Sonnenkönigs...
* * * * *
Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.
Friedrich Nietzsche
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06.04.2013, 19:58Inaktiver User
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
vorneweg: diese ganz großen gefühle passieren mir nur sehr, sehr selten.
"der richtige" war nie mein gefühl, weil ich danach nie gesucht habe... diese frage hab ich mir nur gestellt, als es ums kindermachen ging, ob der mann sich für so ein projekt eignet.
bauch, bauch, bauch, eine ungeheure anziehung, wie ein sog oder magnet, das gefühl, angekommen zu sein.b) Wie hat es sich für euch angefühlt, war es eher so klassisch mit tausend Schmetterlingen im Bauch oder war es eher so eine "Vernunftentscheidung" oder etwas, in dass ihr quasi reingezogen worden seid, was sich im Nachhinein aber als komplett richtig herausgestellt hat? Oder ganz anders?
gekannt - ein paar monate flüchtig, und dann plötzlich ein moment, der unheimlich reingehauen hat.c) Habt ihr euch schon länger gekannt, als ihr dann zusammen gekommen seid oder war der Partner eher "der/die große Unbekannte"?
einmal einsamkeit, verzweiflung und die erkenntnis, dass er so ist, wie er ist, und dass ich kaputt gehe, wenn ich bleibe, was wegen meines kindes nicht infrage kam.d) Woher habt ihr oder euer Partner gewusst, dass es nicht mehr geht. Bzw. woran habt ihr gemerkt, dass es sich nicht mehr lohnt, um die Beziehung zu kämpfen?
ein anderes mal waren die gefühle weg, die ich am anfang hatte - wir hatten uns auseinanderentwickelt, da war keine inspiration mehr. aber ich hab mir das nicht wirklich eingestanden, sondern erst gemerkt, als ich mich in jemand anderen verliebt habe (ein ende, für das ich mich heute noch schäme).
ein untrügliches zeichen für mich, dass es nicht DIE ganz große liebe ist: wenn ich mir vorstelle, ein kind von diesem mann zu haben und daran denke, dass es ihm ähneln würde, und ich diese vorstellung schlecht ertragen kann.
wenn ich mir vorstelle, es ähnelt ihm, und das schön finde, sind meine gefühle "richtig" (was natürlich nicht zwangsläufig bedeutet, dass die beziehung perfekt ist).Geändert von Inaktiver User (06.04.2013 um 20:06 Uhr)
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06.04.2013, 21:00
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Hi, Knuspernudel

Ich weiß nicht, ob dir das in deiner konkreten Situation hilft, aber ich befinde mich momentan in meiner 2. "wichtigen" Beziehung, kann also von zwei Anfängen und einem Ende erzählen...
Mann 1: Ich war zarte 16, noch seeehr unerfahren (und unglücklich damit!), und ich muss heute zugeben, es war anfangs eher eine Frage der Gelegenheit, als der ganz großen Liebe. Anziehung, Schmetterlinge, freundschaftliche Basis war schon da, aber ob es "der Richtige" war... darüber denkt man in dem Alter noch nicht so nach, er war der Richtige für diesen Zeitpunkt und blieb es auch für einige Jahre.
Gekannt haben wir uns davor über ein Jahr, waren gut befreundet, daraus wurde dann eben mehr.
Das Ende hatte viele Gründe. Einerseits dieses Gefühl der Leere, ich hatte ihm nichts mehr zu geben und ich wollte auch nichts mehr von ihm annehmen. Ich fühlte mich in seiner Gegenwart einsamer als wenn ich alleine war. Und diese innere Einsamkeit lies zu, dass ich mich am Ende in einen anderen verliebte (siehe Mann 2
) ... für mich auch ein klares Zeichen!
Mann 2: Hier waren (und sind!) die Gefühle noch um ne Hausnummer intensiver... Er ging mir nicht aus dem Kopf, die Momente mit ihm waren für lange Zeit die Lichtblicke meiner Woche, auch wenn es nur Gespräche oder flüchtige Begegnungen waren, ich war bereit, mein ganzes Leben über den Haufen zu werfen, nur um sehen zu können, ob wir gemeinsam eine Chance haben! Also nix mit Vernunft (obwohl ich sonst sehr verkopft bin), total verknallt, purer hormoneller Wahnsinn!!
Die Tatsache, dass dann echt eine Beziehung draus wurde, war insofern trotzdem "vernünftig", weil ich erstmal abgewartet habe, bis er mir eindeutig gesagt hat, dass seine Gefühle für mich ähnlich sind... für den 1. Schritt war ich dann doch zu feige!
Auch diesen Mann kannte ich davor schon lange... 5 Jahre Arbeitskollege, davon über ein Jahr engere Freundschaft (mit zunächst ganz unschuldiger Schwärmerei meinerseits).
Die Sache geht jetzt bald 2 Jahre, Schmetterlinge noch reichlich vorhanden, Ende momentan nicht in Sicht!
glg RadisiDu bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)
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06.04.2013, 22:09
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Liebe Knuspernudel (was für ein süßer Nick!)
Ich tu mir ehrlichgesagt ein bisschen schwer damit, die Fragen zu beantworten, obwohl ich mit 50+ schon mehrere Beziehungen aufweisen kann. Ich probier es trotzdem:
Bei meinem Exmann und Vater meiner Kinder fühlte es sich völlig "richtig" an. Obwohl ich nach einigen Jahren wirklich wusste, dass es von meiner Seite her keine Liebe, sondern eher eine Form der Dankbarkeit war. Dankbarkeit dafür, dass er mein Leben so schön machte, dass ich mich fallenlassen konnte, dass ich authentisch bleiben durfte und trotzdem geliebt wurde. Das war das umwerfendste Gefühl, das ich jemals kennengelernt hatte. Ich fühlte mich so geliebt und "sicher".
Da war kein Zweifel, ich konnte irgendwie nichts falsch machen bei ihm - egal, was ich tat, wie ich war, ich war "richtig" in seinen Augen. Es war alles so selbstverständlich, ist schwer zu beschreiben. Die Beziehung hielt zwar relativ lange, aber eben nicht ewig.
Ich würde es eher in die Kategorie Kopfentscheidung einreihen.b) Wie hat es sich für euch angefühlt, war es eher so klassisch mit tausend Schmetterlingen im Bauch oder war es eher so eine "Vernunftentscheidung" oder etwas, in dass ihr quasi reingezogen worden seid, was sich im Nachhinein aber als komplett richtig herausgestellt hat? Oder ganz anders?
Wir kannten und schon lange, er war auch schon jahrelang an mir interessiert, nur umgekehrt war das nicht der Fall. Ihn schätzen und irgendwie lieben gelernt hatte ich erst später.c) Habt ihr euch schon länger gekannt, als ihr dann zusammen gekommen seid oder war der Partner eher "der/die große Unbekannte"?
Als ich begonnen hatte, ihn nicht mehr riechen zu können. Wortwörtlich. Als er sich sehr verändert hatte, so sehr, dass ich neben ihm immer stummer wurde. Vielleicht ist das auch so bei Beziehungen, die hauptsächlich von der einseitigen Liebe getragen werden - wenn diese dann nachlässt, bleibt nichts.Und nun denkt an das Ende dieser Beziehung (wenn es denn je eins gab):
d) Woher habt ihr oder euer Partner gewusst, dass es nicht mehr geht. Bzw. woran habt ihr gemerkt, dass es sich nicht mehr lohnt, um die Beziehung zu kämpfen?
Ich weiss nicht, ob Dir das wirklich etwas bringt. Denn Beziehungen und vor allem das Thema Liebe sind etwas sehr persönliches.Ich bin grade dabei, Bedürfnisse, Ziele und Werte in einer Beziehung für mich selbst neu zu sortieren. Ich glaube, mir würden ein paar Erfahrungen von anderen Leuten über diese Punkte dabei helfen. Wer interessiert ist, dass ich selber auch was dazu sage, kann das hier gern zum Ausdruck bringen. Vielleicht mach ichs dann auch noch von selber. Danke euch schon mal.
Wenn jemand von Schmetterlingen spricht, kann ich z.B. nicht wirklich mitreden. Ich kenne das Gefühl, zu vertrauen, mich bei jemanden sehr wohl zu fühlen, ich kenne hormonelle Höhenflüge - aber diese "Schmetterlinge" kenne ich nicht. Und trotzdem habe ich schöne Beziehungen gehabt und führe heute noch eine.
Diese oft zitierte große Liebe auf den ersten Blick hatte ich noch nie. Ich verliebe mich in das Gefühl, das ein Mensch bei mir auslöst. Es ist eine Art Reaktion oder Resonanz auf einen Raum, der sich zwischen zwei Menschen entwickelt. Fühlt er sich toll an, so lasse ich mich darauf ein und kann diesen Menschen dann lieben aber es geht nicht über den umgekehrten Weg. Es ist vielleicht eine sehr passive Form des Liebens.
Meine jüngste Tochter hatte mir mal die Frage gestellt, was Liebe ist. Sie hatte eine Beziehung zu einem jungen Mann, der lange um sie geworben hatte - sie war passiv, später hatte sie gemeint, ok - probieren wir es halt. Nach ein oder zwei Jahren meinte sie, sie wüsste nicht, ob das Liebe sei, alle Welt redet ja nur von Schmetterlingen...
Ich erkenne viele Anteile von mir in ihr, ich weiss, was sie meint. Ich habe ihr genauso geantwortet, wie ich es - relativ pragmatisch - sehe: Wenn es DIR gut tut, dann ist es egal, WAS es ist.
Und wenn Du 100 Variationen vom Begriff "Liebe" bekommst, es kann sein, dass "Deine" nicht dabei ist.
Liebe Grüße
Zio
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07.04.2013, 00:26
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Ich hab' hier mal zwei Videos für Dich:
Erklär mir Liebe; Viel Lärm um Nichts? Das nächste ist in einem älteren, durchaus auch hier themennahen Posting versteckt:#54 und vielleicht bringt Dir der ganze Strang auch noch zusätzliche Gedankenanstöße.
Wenn Dir die Musik des ersten Films gefällt: Sie erinnert mich an Soap&Skin - Anja Plaschg, auch in anderen Portalen zu finden.
Möchtest Du mehr über den Freien Willen erfahren (zweites Video), hier ist die PlaylistVa', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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07.04.2013, 01:56
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
....off topic, sorry
Geändert von walkabout (09.04.2013 um 00:31 Uhr)
"Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"
J.P Proudhon
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07.04.2013, 11:46
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
...off topic, sorry
Geändert von walkabout (09.04.2013 um 00:32 Uhr)
"Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"
J.P Proudhon


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