Hat so stattgefunden: Capilano Suspension Bridge experiment
Trotzdem gibt es diverse berechtigte Kritik, z. B.:Attraction at first fright? What Datton & Aron really demonstrated ...
Man muss bedenken, dass die Autoren solcher TV-Features eine Menge sachlich nicht verfälschender Aufarbeitung und Kürzung vornehmen müssen - kein normaler Zuschauer wird sich mit psychologischen Versuchsreihen und ihren Auswertungen sowie späteren Verifikationen, Falsifikationen und Modifikationen langweilen lassen.
Also muss kondensiert werden und die "Beweislage" geht damit gegen Null. Daher ist extrem wichtig, wo so etwas gesendet und von wem es wissenschaftlich und journalistisch verantwortet wird.
Mir ging's hier aber mehr darum, schlaglichtartig zu beleuchten, dass man die Kontaktaufnahme (das Dating) und die Verliebtheit - also den Anfang einer Beziehung - überhaupt nicht so genau "behirnen" kann (und muss), wie das in der BriCom (oder in irgendwelchen "Rules") hauptsächlich getan wird. Beides hat viel mehr mit Zufall und mit von uns nicht direkt/bewusst beeinflussbaren Dingen zu tun.
Einfluss darauf haben wir ganz woanders...
Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, da die TE nicht danach gefragt hat. Nur noch soviel: Bei mir war es jedesmal "Liebe auf den ersten Blick". Denn selbst, wenn ich die Mädels schon kannte, war es ein plötzlich entscheidender Augen-Blick, meist mit einem umwerfenden Lächeln. Aber ich reagierte auch auf traurige oder verzweifelte Blicke. Da könnte ich mich vermutlich sogar langsamer verlieben...
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Thema: Beziehungen am Anfang/Ende
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08.04.2013, 23:39
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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10.04.2013, 08:24
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Na sowas! Da hab' ich schon mindestens 80% meines Vorgeschriebenen im letzten Posting weggelassen und nun lässt Du mich mit dem kleinen Rest auch noch nachträglich im Regen stehen...

Ich fand's garnicht so OT: Die TE will eine Beziehung neu sortieren - oder vielleicht auch Beziehungen (in spe?) bzw. das Anstreben oder die Notwendigkeit einer Beziehung überhaupt - und fragt dabei nach Erfahrungen und auch nach Vernunftentscheidungen, zudem "grob umrissen".
Hätte ich vor Jahren die "Vernunft" (Erfahrung, Wissen, Selbsterkenntnis usw.) von heute gehabt, hätte ich völlig andere Bewertungsmaßstäbe angelegt und demnach wohl völlig andere Entscheidungen getroffen (aber nicht unbedingt bessere) und würde heute, mit Sicherheit woanders angekommen, trotzdem diesen selben Satz schreiben.
Man kann eben nicht alle Erfahrungen (selbst) machen - nicht nur, weil die Zeit dazu nicht reicht, sondern auch, weil sie einen verändern (und die weiteren Rahmenbedingungen noch dazu) - und, weil man bestimmte Erfahrungen nur mit bestimmten Menschen machen kann, denen man dazu ja erst einmal begegnen und auf die man sich einlassen muss...
Man könnte jetzt fragen "Wozu dann überhaupt die Erfahrungen anderer berücksichtigen?" Geschmackssache: Um besser auf eigene vorbereitet zu sein? Um allzu negative eigene zu vermeiden? Um eine Entwicklung zu beschleunigen? Weil es Erfahrungen mit höherer Wahrscheinlichkeit gibt? Oder doch nur, um weiter zu konfabulieren oder sich bequem zutexten zu lassen?
Das "Problem" liegt in der Ebene der daraus gezogenen Schlüsse - und, sorry, die ist m. E. meistens falsch bzw. zu begrenzt (selbst bei Herrn Freud et. al. - man nennt das dann pragmatisch...) oder so end- und gehaltlos wie lernresistent zusammengereimt. Das nennt man dann...
..."die Wahrheit". Es gibt aber auch viele andere ehrfurchteinflößende Bezeichnungen dafür.
Vielleicht ist das Wichtigste, dass man sich mit einem Portfolio von Möglichkeiten "ausgestattet" immer schneller und öfter traut zu fragen: Cui bono? - Wem nützt es? (Die Antwort ist nicht "42".)
Vielleicht lesen wir ja noch etwas über die Intention zur Eingangsfrage? Dann könnte man gezielter philosophieren...Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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10.04.2013, 10:31Inaktiver User
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Ich wusste das bei den beiden "Richtigen" nicht sofort. Ich war anfangs verliebt und die Beziehung wurde immer schöner. Die erste "super" Beziehung ist an seiner Drogensucht gescheitert. Den zweiten Mann habe ich geheiratet. Hier war es schon klarer: das isser :)
Ich glaube, dass man erst ein gewisses Alter erreicht haben muss, um das zu erkennen. Außerdem entwickelt man sich mit Anfang 20 noch weiter und da können die Ziele und Interessen irgendwann doch auseinander gehen.
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10.04.2013, 14:10
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Diesen Satz habe ich nie gedacht.a) Wie seid ihr darauf gekommen: "Das ist der Richtige/die Richtige für mich."
Aber der Moment, in dem ich wusste, das könnte etwas werden, war der, in dem ich bemerkt habe, wie vertraut wir einander von Beginn an sind. Ich hatte bei allen wichtigen Partnern sehr schnell nach dem Kennenlernen das Gefühl: Den kenn ich schon ewig. Oder: Mit dem fühl ich mich total vertraut. Ein untrügliches Zeichen für mich!
Nie Vernunftsentscheidung! Mein Kopf formulierte meist augenblicklich 1.000 Gegenargumente, wieso der nichts wäre. (Zu arm. Zu reich. Zu groß. Zu klein. Zu schön. Zu hässlich. Zu erfolgreich. Zu erfolglos. Zu anders. Zu ähnlich. Zu alt. Zu jung. Zu introvertiert. zu extravertiert. Zu ...)b) Wie hat es sich für euch angefühlt, war es eher so klassisch mit tausend Schmetterlingen im Bauch oder war es eher so eine "Vernunftentscheidung" oder etwas, in dass ihr quasi reingezogen worden seid, was sich im Nachhinein aber als komplett richtig herausgestellt hat? Oder ganz anders?
Und: Schmetterlinge: ja. Aber zugleich ein Portiönchen Vertrauen / Sicherheit. Wenn ich hypersupermeganervös war, schaute es meist gut aus, dann entpuppte sich der Mann aber als Gefühlsanalphabet. Vermutlich war die Unsicherheit ein inneres Warnsignal.
Es war nicht Liebe auf den 1. Blick, aber "Auffallen auf den 1. Blick". Derjenige betrat den Raum und ich habe ihn sofort im Augenwinkel registriert, oft ohne, dass ich ihn noch angesehen hatte. Ein Gefühl des Gefallens, der Vertrautheit. Im Kopf der Gedanke: Der hat was... Zusammengekommen bin ich oft Jahre später. (Wobei er mir dann auch immer erzählt(e), er dachte sich sofort: Die gefällt mir, eh klar, dass die vergeben ist ...c) Habt ihr euch schon länger gekannt, als ihr dann zusammen gekommen seid oder war der Partner eher "der/die große Unbekannte"?
´)
In dem Moment, als ich merkte, ich vermeide Trennung eher deshalb, weil ich die größte Angst vor dem Trennen selbst habe und nicht den Mann/Menschen selbst, sondern die Beziehung halten will. Es ging mir also vorrangig um Mich-mit-ihm-Uns-in-Partnerschaft, nicht um seine geliebte Persönlichkeit. Ich spür das, wenn ich ehrlich bin, sofort. Es ist die Angst vor dem Liebeskummer, vor der Angst, vorm Alleinsein, vorm Lösen, vorm Schmerz. Meist hat es dann noch einige Monate gedauert, bis ich mir das eingestehen konnte. (Ein Stier weigert sich manchmal sehr hartnäckig, etwas zu verändern... ;-))d) Woher habt ihr oder euer Partner gewusst, dass es nicht mehr geht. Bzw. woran habt ihr gemerkt, dass es sich nicht mehr lohnt, um die Beziehung zu kämpfen?
LG Lil
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12.04.2013, 16:33
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Meine Beziehungen waren nie von langer Dauer. Deshalb will ich jetzt nur auf die letzte Frage eingehen: Ich bin der Meinung, dass die verlassene/stärker liebende Person grundsätzlich nie um die Beziehung kämpfen sollte. Dann weiß der andere nämlich, dass die betreffende Person alles tun würde um ihn nicht zu verlieren und übernimmt das Kommando in der Partnerschaft. Wenn ein Mensch viel stärkere Gefühle hat als sein Partner, dann ist er in der schlechteren Position und wird häufig zum Opfer von Machtspielen. Klinkt euch am Besten so gut es geht aus, wenn euer Partner sich nicht sicher ist ob er euch noch liebt oder wenn er sich trennt.
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12.04.2013, 16:56Inaktiver User
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
das mit den machtspielen ist EINE mögliche interpretation... man kann es aber auch versöhnlicher, liebevoller betrachten.
nämlich so, dass man dem anderen seine FREIHEIT lassen sollte, sich zu sortieren/entscheiden, wenn er zweifelt oder gehen möchte.
ich habe das "kämpfen", wenn ich gehen wollte oder unsicher war, jedenfalls immer als klammern, krallen und festhalten empfunden.
- im ergebnis kommen wir natürlich zu dem gleichen schluss: loslassen! aber nicht im sinne von gleichgültigkeit heucheln. sondern aus respekt.
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12.04.2013, 17:06
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12.04.2013, 17:12Inaktiver User
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12.04.2013, 17:26
AW: Beziehungen am Anfang/Ende
Ich geh´ mal davon aus, du bist eine Frau... kannst mich gerne korrigieren, falls ich mich irre
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Frauen trennen sich in solchen Fällen meistens, einige Männer tun das auch... aber nicht wenige nutzen dieses Gefühl der Überlegenheit gegenüber der Partnerin eine ganze Weile aus, bevor es zur Trennung kommt.



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