Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 30
  1. Inaktiver User

    Nicht wissen was man will

    Hallo,

    ich hab eine Frage an euch, vor allem aber an Leute, die das von sich selber kennen. Ich kenne es leider nicht und kann daher nur schwer nachvollziehen, was in so einem Menschen vorgeht.

    Wie geht man mit Menschen um, die nicht wissen was sie wollen und sich daher ziemlich ambivalent verhalten (um es mal sehr nett auszudrücken).

    Meine Strategie wäre, lieber den kurzen Schmerz in Kauf zu nehmen, als auf Dauer unter der Ambivalenz des Gegenübers zu leiden.

    Was geht in solchen Menschen vor? Wie fühlt sich das an? Hat man Angst vor Verbindlichkeiten? Ist einem bewusst, welchen Eiertanz man mit den Mitmenschen aufführt? Ist einem das manchmal peinlich?

    Wie empfindet man es, wenn sich das Gegenüber dann wirklich und endgültig zurückzieht? Das wäre nämlich meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit. Aber wirklich ohne einen Umkehrgedanken.

    Vielen Dank für eure Antworten

    Jamas

  2. User Info Menu

    AW: Nicht wissen was man will

    Ich kenne das manchmal von mir. Also versuche ich mich mal an einer Erklärung.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was geht in solchen Menschen vor?
    Ich bin mir dann meiner eigenen Gefühle unsicher. Oder ich weiß, daß ich mich in einen Menschen verliebt habe, seine Lebensplanung aber nicht zu meiner paßt. Schlau wäre es, dann sofort die Segel zu streichen, aber da sind ja noch die sehr starken Gefühle und die Angst vor dem Trennungsschmerz.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie fühlt sich das an?
    Absolut elend, meist in Kombination mit Schlaflosigkeit und Tränen.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hat man Angst vor Verbindlichkeiten?
    Nein. Ich jedenfalls nicht.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ist einem bewusst, welchen Eiertanz man mit den Mitmenschen aufführt?
    100%
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ist einem das manchmal peinlich?
    Nein. Nicht wenn man selber ehrlich unter der Situation leidet.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie empfindet man es, wenn sich das Gegenüber dann wirklich und endgültig zurückzieht? Das wäre nämlich meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit. Aber wirklich ohne einen Umkehrgedanken.
    Es tut saumäßig weh. Mich zerreißt es. Aber wenn es ihm hilft, muß ich das akzeptieren und ziemlich sicher hilft es mir nach der ersten Heulphase auch. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die von Verliebtsein auf gute Freunde umschalten können.

    Gespielt habe ich noch nie mit den Gefühlen von jemandem. Aber Unsicherheit aufgrund verschiedener Lebensmodelle kenne ich. Da ist dann Kompromißbereitschaft von beiden Seiten gefragt. Wenn die Verliebtheit groß genug ist, kann man sich bis zu einem gewissen Grad anpassen, dann kann es klappen. Und bis dahin hopst man vielleicht vor und zurück. Aber irgendwann muß mal eine Entscheidung her, wenn man sich nicht das Leben zur Hölle machen will.

    LG
    Polarstern

  3. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen was man will

    @Polarstern


  4. User Info Menu

    smirk AW: Nicht wissen was man will

    Hallo Jamas,

    du siehst hier grad Täter und Opfer in Personalunion :)

    ich zähle mich jetzt mal zur Kategorie "ehemals-bindungsgestört".

    Hatte sehr viele sehr schlechte Beziehungen in früher Jugend hinter mir und taumelte dann zehn Jahre lang, mit Unterbrechungen, nicht wissend was ich eigentlich wollte durch die weltgeschichte und richtete sicher einigen Schaden an.
    Hat auch ein bisserl was mit meiner psychisch schwer gestörten mutter zu tun, aber ich will ihier jetzt auch nicht abschweifen oder Rechtfertigungen suchen.
    war so und punkt.

    Hab daran viel gearbeitet und sehe heut relativ klar was ich will, was nicht, warum ich es will oder nicht und ich denke ich bin mittlerweile bereit und strebe auch danach, mich auf eine ernsthafte Beziehung einzulassen.

    Also theoretisch.

    Praktisch allerdings hapert es derzeit aus verscheidenen Gründen ein wenig an der Umsetzung

    Aber zurück zu deinen Fragen:

    Wie geht man mit Menschen um, die nicht wissen was sie wollen und sich daher ziemlich ambivalent verhalten (um es mal sehr nett auszudrücken).

    Ich denke, man sollte sich auf jeden Fall selbst nicht aus den Augen verlieren.
    Sich den Kopf darüber zu zerbrechen was der andere möchte, oder auch nicht möchte., warum und weswegen er nicht zeigen kann, was er denkt, fühlt, will... all das dreht sich ab nem gewissen Punkt nur noch im Kreis.
    Es bringt dich und auch die Beziehung zu dem anderen keinen Deut weiter.

    Es ist sicher löblich, sich mit dem anderen, auch gedanklich, auseinanderzusetzen.
    Aber du kannst nicht seine kopfarbeit mit übernehmen.
    das führt zu gar nichts, außer zu Trugschlüssen, Missverständnissen und Enttäuschungen.

    Wer nicht mit sich reden und dich im unklaren lässt, der sollte als potentieller Partner für`s erste ausscheiden.
    denn auch innerhalb einer beziehung wirst du immer wieder an dieser ambivalenz und dieser unentschlossenheit verzweifeln und sie wird dich ganz und gar beanspruchen, beschäftigen und dir den Blick für`s Wesentliche nehmen.

    Darum mein Rat-
    Rückbesinnung auf die eigenen Werte, die eigenen Wünsche, die eigenen Bedürfnisse.

    Mach klare Ansagen, sei wohlwollend aber trotzdem konsequent.

    Meine Strategie wäre, lieber den kurzen Schmerz in Kauf zu nehmen, als auf Dauer unter der Ambivalenz des Gegenübers zu leiden.

    Es gibt Menschen, die brauchen halt etwas Zeit und einen gewissen Freiraum.
    Man muss ja nicht gleich alles über den Haufen schmeißen, nur weil jemand vorsichtig, klug, besonnen, abwartend oder nicht ganz so euphorisch reagiert wie du.
    Kann ja alles seine Gründe und mitunter sogar Vorteile haben.

    Man muss die Grenzen und die Lebenseinstellung des anderen nunmal respektieren.
    Und wenn man sich mag, dann will man das soh´gar - oder sollte es zumindest wollen.

    Erst wenn deine Grenzen dadurch verletzt und überschritten werden bzw eure Lebenseinstellungen wiederholt kollidieren, sollte man beizeiten Schlussstriche ziehen.

    Was geht in solchen Menschen vor?

    Kommt immer auf das Gegenüber an.

    Bei manchen Männern hab ich gewartet, ob sich in mir doch vielleicht noch was regt, das über "er ist eigentlich schon ganz nett, aber..." hinausgeht.
    Nie passiert, übrigens.
    Entweder gleich bautz oder gar nicht.

    Bei manchen hab ich versucht zu taktieren, meine eigenen Grenzen, meinen Wert, meine Macht zu erproben.
    Geschaut ob das alte "willst du was gelten, mach dich selten"- Prinzip funktioniert.
    Funktioniert !
    Allerdings nur, wenn man tatsächlich kein gesteigertes Interesse an einer ernsthaften Beziehung hat, ergo kann man sich den Mist auch sparen.
    Ist man nämlich wirklich verknallt, scheitern solche Strategien an der äußerst mangelhaften schauspielerischen Leistung meinerseits.

    In den allermeisten und mir noch ziemlich schmerzhaft in Erinnerung geblieben Konstellationen waren es eher tiefer liegende Ursachen.

    Schmerzhaft deswegen, weil das Männer waren, die möglicherweise gut zu mir gepasst oder mir zumindest zu dem Zeitpunkt gut getan hätten, für die ich sogar etwas empfand, die ich aber nie wirklich an mich rangelassen habe.

    Ich hatte Angst, die Kontrolle zu verlieren.
    Macht an einen Menschen abzugeben, der tatsächlich in der Lage war, mich zu verletzen.
    Ich hatte Schiss Verantwortung für jemanden übernehmen zu müssen und dem ganzen nicht gewachsen zu sein- im Klartext den Menschen, der mir soviel bedeutete zu enttäuschen.
    Ich wollte mir nicht die Blöße geben mit offenen Karten zu spielen und dann vielleicht verschmäht zu werden.
    Ich wollte mich solange unnahbar geben, bis der Mann zuerst, trotz meiner Koketterie, schwach wird und ich somit auf der sicheren Seite bin.
    Übrigens auch nie passiert.
    Männer sind zwar simpel gestrickt- aber ich glaub für solche Spielchen nicht zu begeistern.

    Und ich glaub da gibts noch so einige Gründe mehr, die mir mangels Selbstreflexion jetzt nicht so gegenwärtig sind.


    Wie fühlt sich das an?

    Wenn man es nicht wirklich steuern kann?
    Extrem beschissen.
    Man ist nicht Fisch nicht fleisch.
    Man will, aber man kann nicht.
    man kann, aber man will nicht.

    Mögen hätt ich schon gewollt, bloß dürfen hab ich mich nicht getraut...

    ...so etwa!

    Hat man Angst vor Verbindlichkeiten?

    Na sichi !!!
    Wie der teufel vorm Weihwasser.

    so lange alles hübsch oberflächlich, locker, unverbindlich unverfänglich ist, riskiert man nichts.
    Schon gar nicht, eventuell selbst verletzt zu werden oder sich selbst zu verletzen, weil man sich eingestehen muss, dass etwas mit einem selbst ganz und gar nicht stimmt und man dadurch vielleicht einen Menschen verliert und enttäuscht, den man liebt.
    Oder lieben könnte.

    Darum ergeht man sich lieber in theoriebn und Hypothesen.

    Fast wie das OdB, dass man so hängen lässt, nur auf nem ganz anderen, viel weniger gegenständlichen Niveau.

    Quält einen aber nicht minder.

    ...nur eben auch auf nem anderen Niveau. :(



    Ist einem bewusst, welchen Eiertanz man mit den Mitmenschen aufführt?

    Erst nicht.
    Man hat ja nur sich und seinen blickwinkel, seine eigenen Ängste und Unsicherheiten und Schreckgespenster im Kopf.

    erst wenn das OdB mit dem unaufhaltsamen Rückzug beginnt, wird einem klar was man angerichtet hat.

    Bei den handelsüblichen "Spielchen" wie ganz oben beschrieben haben die Männer nicht die wichtigkeit, dass man sich über sie großartig den Kopf zerbrechen würde.
    Aber da ließ bei mir das Interesse auch immer extrem schnell nach.
    Länger als ne Woche hab ich da meist nicht rumexerziert.
    Von daher hielt sich da der Schaden meist in überschauberen Grenzen, hoffe ich.

    Ist einem das manchmal peinlich?

    Peinlich ist das falsche Wort.

    Peinlich ist einem etwas vor Außenstehenden, und die habens ja nicht so im einzelnen mitbekommen, was in mir vorging.

    Ich empfand es eher als belastend und hab versucht das ganze dann ins lächerliche zu ziehen, bzw Begründungen zu finden, warum der Mann, mit dem ich das tue das... naja.. vielleicht verdient hat... oder hab seine negativen Aspekte angfeführt, die mich zu meinem Zögern veranlassen... oder hab halt auf andere Art versucht das für mich begreifbar und für andere erklärbar zu machen.
    Ja doch, hatte schon manchmal zumindest das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen.
    Vielleicht doch peinlich... ein bisschen.


    Wie empfindet man es, wenn sich das Gegenüber dann wirklich und endgültig zurückzieht?



    Ganz schlimm.

    Hatte das Gefühl, nicht nur ganz arm dran, sondern zu allem Überfluss auch noch selbst schuld zu sein.

    Selbsterfüllende Prophezeihung.

    Und jahrelang nicht den blassesten schimmer wie ich da wieder rauskommen soll aus der qual-Spirale.

    Sobald mich ein Mann wirklich interessierte und ich in die Position hätte geraten können, auf einmal etwas zu verlieren zu haben- Rückzug !!

    Ich hatte phasenweise das Gefühl, ich könne das überhaupt nicht mehr beeinflussen und als hätte sich da schon ein Automatismus quasi selbstinstalliert.

    Überflüssig zu erwähnen, dass sowas verdammt einsam und zynisch macht.

    Mir war irgendwann klar- so kann das nicht weitergehen...
    Das Schicksal hat mir dann ein paar Begnungen mit äußerst wertvollen, geduldigen, hartnäckigen, mich stark nach vorne brindenden und mich zu einigen harten Erkenntnissen zwingenden Menschen auf den Hals gehetzt.

    Irgendwann mit sich selbst ins Gericht zu gehen ist eine der härtesten Prüfungen und der größten Geschenke gleichzietig.
    Schön wenn man dann gleichzeitig auch noch feststellt, dass man niemals am Ende des weges ankommt und das auch jammerschade wär.
    Und das jede intensive Begegnung mit einem anderen Menschen einen ein Stück näher zu sich selbst bringt, egal wie sie verläuft !
    "Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden."

  5. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen was man will

    Sobald mich ein Mann wirklich interessierte und ich in die Position hätte geraten können, auf einmal etwas zu verlieren zu haben- Rückzug !!
    cassiopeia, deine beiträge (schon der im nebenstrang) machen mich schaudern.
    ich bewege mich seit meiner trennung vor zwei jahren in dieser schleife, langsam wird mir klar, was ich da tue und warum ich immer wieder in diesem muster hängen bleibe.
    nur -wie kommt frau aus diesem (gut antrainierten) spiel heraus?
    meine sehnsucht ist, da habe ich erkannt, dem genau entgegengesetzt.
    aber schwierig, das auch zu signalisieren...

  6. User Info Menu

    AW: Nicht wissen was man will

    und was tut frau, wenn sie ihre muster erkannt hat und (endlich) bereit ist es diesmal wirklich zu versuchen. ganz wirklich. und alles ist toll und so ganz anders als bisher und schwupss, dann schmeisst's den mann aus der mann und du hörst genau das, was du selbst immer gesagt oder gedacht hast und du denkst nur noch: verdammte scheiße, warum tut er das jetzt? es ist doch alles prima. warum kann er nicht (genau wie ich) ins kalte wasser springen. mensch, wir zwei gestörte wesen könnten zusammen unsere wunden heilen und endlich, endlich glücklich sein.

    wie soll man damit umgehen?
    klar, der kopf weiß bescheid und im grunde weiß man (frau) es gibt nichts zu tun außer zu warten oder zu gehen. aber die angst bleibt und kämpft mit der hoffnung, dass es beim anderen doch bitte, bitte auch 'klick' machen würde und nicht der befürchtete satz kommt: ich kann gerade keine beziehung führen, es liegt an mir und nicht an dir.......

    es nimmt kein ende

    ti
    Maybe I'm too young to keep good love from going wrong
    But tonight you're on my mind so you never know

    I'm broken down and hungry for your love with no way to feed it
    Where are you tonight, you know how much I need it
    Too young to hold on and too old to break free and run


    __________________________________

    Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis (Woody Allen)

  7. Inaktiver User

    AW: Nicht wissen was man will

    aber die angst bleibt und kämpft mit der hoffnung, dass es beim anderen doch bitte, bitte auch 'klick' machen würde
    tiana, ich fürchte, genau das ist der fehler.
    zu hoffen, dass es beim anderen...
    is nicht bös gemeint, in DIE falle tapp ich auch...

  8. User Info Menu

    AW: Nicht wissen was man will

    Danke Cassiopeia

    Als "Opfer" eines solchen Mannes öffnet mir Dein Beitrag die Tür zur Aussöhnung mit der Situation.

  9. User Info Menu

    AW: Nicht wissen was man will

    @www
    da muß ich dir zustimmen
    und wünsche es dir..sowie mir auch *lächel

  10. User Info Menu

    AW: Nicht wissen was man will

    Ich bin vom Opfer zu Täter gewechselt. Bisher wußte ich es nicht, wie es sich so Etwas anfüllt.

    Was geht in solchen Menschen vor? Wie fühlt sich das an? Hat man Angst vor Verbindlichkeiten? Ist einem bewusst, welchen Eiertanz man mit den Mitmenschen aufführt? Ist einem das manchmal peinlich?

    Bei mir ist es ein echter Eiertanz: mal spüre ich die Zuneigung, mal wieder eine Abneigung. Mir ist bewußt, daß ich nich genug liebe. Ich kann aber meinersiets auf so viel Liebe und Zuneigung, wie ich im Moment bekomme, nicht verzichten. Ich hoffe, daß ich mit der Zeit mehr Gefühle entwickeln kann und die Liebe zurückgeben kann.
    Nicht, weil es so schwer ist, wagen wir es nicht.
    Sondern weil wir es nicht wagen, ist es so schwer ?

Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •