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  1. Inaktiver User

    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Zitat Zitat von Makro Beitrag anzeigen
    Mich würde interessieren, ob andere das nachvollziehen können oder auch so ähnlich erleben.
    Ich erlebe es eigentlich nur von Menschen in meinem privaten und beruflichen Umfeld, die liebend gerne "verbindlich(ere)" Verhältnisse/Beziehungen hätten, aber - weil es bis dato noch nicht geklappt hat - so denken und fühlen wie Du. Sie kompensieren sozusagen durch lockeres Gerede DAS, was sie sich am meisten wünschen - und äußern sich zuweilen sarkastisch über diejenigen, die ihnen vorleben, was ihnen selbst bisher versagt blieb.

    Der Partner/Die Partnerschaft dient irgendwie als Statussymbol, erscheint als etwas, das man als "normaler" Mensch einfach hat - problemlos haben kann.
    In der Regel ist es auch einfach, wenn man nach dem Beziehungs-Motto Geben und Nehmen lebt, zu Kompromissen fähig ist und nicht nur "Kontakte" und den dahinterstehenden Menschen eigennützig konsumiert.

    Als "Statussymbol" erscheint eine funktionierende Partnerschaft insofern, als dass man damit offenbar signalsiert und auch "demonstriert", dass die Beteiligten beziehungsfähig sind. Mit allem was dazugehört.

    Wenn z. B. selbst Leute Anfang/Mitte 20 ohne erkennbare Ironie von mein Schwiegervater/meine Schwiegermutter in spe reden ... dann, ja, find`ich das irgendwie merkwürdig, irritierend.
    Warum sollten diese mit erkennbarer Ironie von ihren Schwiegereltern sprechen? Was soll daran merkwürdig sein?

    Klingt alles in allem sehr neidisch, Dein Post.

    Das Konzept BEZIEHUNG war mir schon immer suspekt. Mir geht`s um Zuneigung, Harmonie ... Wobei selbst ich sagen muss, dass es mit der Definition (bzw. Abgrenzung zum "Konzept Beziehung" nicht so einfach ist).
    Sorry, aber so einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

    Der Punkt ist aber mehr, (immer wieder mal) halt das Gefühl zu haben, es mit einer "Geheimwissenschaft" zu tun zu haben, zu der (fast) alle Zugang haben - irgendwie - und ich komm`nicht weiter. Grüße Makro
    Bei Deiner Einstellung wundert es mich so gar nicht. Denk mal darüber nach.
    Geändert von Inaktiver User (16.03.2013 um 16:42 Uhr) Grund: ERgänzung

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    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Mit Anfang/Mitte zwanzig hatte ich bisweilen ähnliche Gedankengänge wie Du. Ich sah einen Widerspruch zwischen den betont idealistischen Ideen und Ansprüchen, die mein Umfeld doch eigentlich zum Lebensmotto erhoben hatte, und dem tatsächlich pragmatisch gelebten Sicherheits- und Vorteilsdenken, das traditionellen Statusmustern folgte. Als ich das erkannt hatte, entstand, obwohl das offene, freundliche Verhalten der betroffenen Menschen unverändert blieb, in mir eine innere Distanz. Rückblickend würde ich sagen, dass wir alle eben wirklich erwachsen geworden sind und zu Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Lebensauffassungen und Lebenszielen gereift sind.
    Als logische Folge dieser individuellen Entwicklungen ändern sich auch die Spielregeln für Nähe und Distanz und unsichtbare soziale Mauern entstehen, weil die meisten Menschen einen geschützten privaten Rückzugsraum für sich und ihre Partner brauchen, um gesund und zufrieden leben zu können. Auch die damit verbundenen alltäglichen Regelmäßigkeiten, die in ihrer Enge tatsächlich einen "verwaltenden" Charakter haben, schenken ein Gefühl der Sicherheit und der Orientierung.
    Ein Freigeist, der die Sehnsucht nach leidenschaftlicher Beziehung mit einem Seelenverwandeten sucht, fühlt sich in einem solchen gesellschaftlichen System von Beziehungen u.U vermutlich fehl am Platz und wird in der Folge nach weniger funktionell strukturierten Lebensräumen suchen und dafür u.U Einsamkeit und ein
    größeres Lebensrisiko auf sich nehmen.
    Alles Gute
    Geändert von walkabout (16.03.2013 um 18:18 Uhr)
    "Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"

    J.P Proudhon

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    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Wenn man das macht ... hat man als Ergebnis keine Beziehung - können wir uns darauf einigen, SaurerDrops?
    Locker bleiben

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    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Makro, man sollte, bei aller Geisteskraft und so, doch gelegentlich den Mut haben, sich einfach vom Leben geradewegs über den Haufen rennen zu lassen.

    Kann man nicht besser erklären, diese Zeilen, sorry.
    Zitat Zitat von Makro Beitrag anzeigen
    Wenn man das macht ... hat man als Ergebnis keine Beziehung - können wir uns darauf einigen, SaurerDrops?
    doch wenn man den tipp vom sauren drop beherzigt, dann kann durchaus eine beziehung um die ecke springen. und hast du nicht gesehen, hat mans zugelassen.
    also das ist jetzt meine meinung, obwohl ich nicht saurerdrops bin


    Mucke, Freude, Eierkuchen.

  5. Inaktiver User

    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Zitat Zitat von walkabout Beitrag anzeigen
    Mit Anfang/Mitte zwanzig hatte ich bisweilen ähnliche Gedankengänge wie Du. Ich sah einen Widerspruch zwischen den betont idealistischen Ideen und Ansprüchen, die mein Umfeld doch eigentlich zum Lebensmotto erhoben hatte, und dem tatsächlich pragmatisch gelebten Sicherheits- und Vorteilsdenken, das traditionellen Statusmustern folgte. Als ich das erkannt hatte, entstand, obwohl das offene, freundliche Verhalten der betroffenen Menschen unverändert blieb, in mir eine innere Distanz. Rückblickend würde ich sagen, dass wir alle eben wirklich erwachsen geworden sind und zu Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Lebensauffassungen und Lebenszielen gereift sind.
    Als logische Folge dieser individuellen Entwicklungen ändern sich auch die Spielregeln für Nähe und Distanz und unsichtbare soziale Mauern entstehen, weil die meisten Menschen einen geschützten privaten Rückzugsraum für sich und ihre Partner brauchen, um gesund und zufrieden leben zu können. Auch die damit verbundenen alltäglichen Regelmäßigkeiten, die in ihrer Enge tatsächlich einen "verwaltenden" Charakter haben, schenken ein Gefühl der Sicherheit und der Orientierung.
    Ein Freigeist, der die Sehnsucht nach leidenschaftlicher Beziehung mit einem Seelenverwandeten sucht, fühlt sich in einem solchen gesellschaftlichen System von Beziehungen u.U vermutlich fehl am Platz und wird in der Folge nach weniger funktionell strukturierten Lebensräumen suchen und dafür u.U Einsamkeit und ein
    größeres Lebensrisiko auf sich nehmen.
    Alles Gute
    Sehr schön beschrieben.

    Ich persönlich habe den Eindruck, vielen geht es eher ums "verräumt" sein, also jemanden haben mit dem sie eine Beziehung führen können, und der Focus mehr auf dem Paarstatus an sich liegt und weniger auf der Beziehungsqualität oder gar darauf, dass es nun dieser eine spezielle Partner hat sein müssen.

    Für jemanden der da anders gestrickt ist kann dieses Konzept aber nicht funktionieren - weil der ganze Sinn dahinter fehlt ohne den einen Menschen der den Wunsch mit dem ein Paar zu sein erst weckt.

  6. Inaktiver User

    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Makro, man sollte, bei aller Geisteskraft und so, doch gelegentlich den Mut haben, sich einfach vom Leben geradewegs über den Haufen rennen zu lassen.
    Hm. Mit um die 50, berufstätig, mit Kindern und noch verschiedenen Pflichten - da rennt dich so schnell keiner über den Haufen.

    Auch wenn du gern unterwegs bist und auch wenn du kein Problem hast neue Leute kennenzulernen - das nachhaltige Beziehungsinteresse hält sich doch allerorten sehr in Grenzen...

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    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Also im Moment fühl`ich mich recht wohl. Deshalb will ich nicht groß lamentieren. Es klingt halt leicht danach.

    Doch - und das ist auch ein Gedanke, den ich derzeit immer mal wieder habe - ich glaube, bei mir passiert eben wenig. Von selbst schon mal gar nicht. Klar, ich mach`nicht alles richtig, hab´vielleicht diese oder jene Gelegenheit etwas in Gang zu bringen nicht genutzt. usw - hab`meine Schwächen, Macken usw. Ich kenn`aber auch Stärken und glaub´, dass ich mich auch im Vergleich ganz gut einschätzen kann. Wie auch immer, es ist halt auch nicht so, dass man automatisch über den Haufen gerannt wird, wenn man `was Gutes oder auch nur Sinniges macht. Ich würd`sagen, bei mir passiert so alles mögliche halt nicht, bei (vermutlich wenigen) anderen passiert wieder das Unmögliche. Und bei vielen liegt`s wohl so in der Mitte.

    Zurück zum Ausgangspunkt: Wenn man halt (vorwiegend) auf bestimmte "Typen" trifft, in bestimmten Konstellationen, dann sind die Spielräume gegebenenfalls nicht groß. Dann wirst du halt nicht über den Haufen gerannt oder so ... dann spielt`s auch nicht so die Rolle, ob ich mich denn gerne oder überhaupt über den Haufen rennen lassen würde.

    So wie einen Dinge, die passieren, prägen können - kann das sicher auch bei Dingen sein, die nicht passieren (obwohl sie könnten). Sicher im zweiten Fall dürfte die Prägung weniger intensiv sein. Ein bißchen typabhängig ist es sicher auch noch. Aber es ist halt nicht so, dass all das was nicht passiert, automatisch auch folgenlos bleibt.
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    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Jemand schrieb, was ich vorbringe klinge schon sehr neidisch.

    Naja, da muss ich dazu stehen, dass (auch) ich dazu fähig bin, Neid zu empfinden. Eine menschliche Schwäche. Exklusiv hab`ich die mit Sicherheit nicht und persönlich denke ich auch, dass sie bei mir nicht gar so ausgeprägt ist - tolerierbar, wie ich hoffe.

    Mal abgesehen davon, dass nicht so ganz klar ist, worauf nun ganz genau ich neidisch sein könnte bzw. sollte - ist es meiner Ansicht eher ein Fall von "beneiden" als ein Fall non "neiden".
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    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Was ist jetzt das Problem?
    Dass du keine Beziehung hast; gewisse Möglichkeiten die sich eröffnet haben, nicht wahrgenommen hast (und dich diese zu einem ganz bestimmten Menschen machen, klar).
    oder aber:
    Wie andere ihre Beziehungen nach außen leben.
    oder aber:
    Was ist denn dieser allgemeiner Konstrukt von Beziehung überhaupt.
    Was gehört dazu, was nicht und warum wissen einige scheinbar was zu tun ist und andere (inkl. du) eben nicht.
    ???
    Irgendwie unklar das Ganze (für mich). Würde sonst gern was dazu schreiben...

    Grüße: kaori

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    AW: Irritierende Umgebung: Beziehungsverwalter überall?

    Hallo,

    ich möcht`grade kein eigenes Thema aufmachen, sondern Folgendes quasi erstmal als Kontrapunkt aufführen:

    Habe in jüngerer Zeit mit einer Frau zu tun, die nun mal etwas anderes ausstrahlt. Nicht dieses alles ist schon gesettelt usw., sondern eher, dass das Leben spannend, im Fluss ist.

    Allein dafür bin ich (ihr) schon dankbar.

    Es mag ja biele wundern, dass ich das als so besonders herausstelle. Aber ich persönlich habe das so noch nicht erlebt, sondern umgekehrt eben immer wieder dieses "Abgeschmackte".

    Die Karten, was ihre aktuelle Situation angeht, liegen relativ klar auf dem Tisch (relativ neuer Single, der nun nicht so recht weiß, wie genau es weitergeht, soll ... der das Leben - scheinbar stilvoll - genießt). Diese Offenheit gehört zu dem, was mich fasziniert.

    Ob ich Chancen habe oder haben würde, kann ich gleichwohl schwer abschätzen: Konkurrenz und eben dieses gewisse Hinterfragen des althergebrachten Modells von ihrer Seite spielen da eine Rolle. In jedem Fall ist da "irgendwas" zwischen uns - irgendein Interesse (auch) ihrerseits ist da.
    So hat sich der Kontakt nun verstärkt. Kontakt hatten wir schon einige Zeit (beruflich), wobei wir uns fast gar nicht gesehen hatten, aber nach und nach trotzdem eine besondere Verbindung entwickelten. Da ich irgendwann von einem Freund erfuhr, war für mich erstmal klar, dass der Fall sicher so liegt, wie ich es halt kenne (so habe ich mir lang keine weiteren Gedanken gemacht). Nun kam`s - wohl dieses Jahr - zur Trennung, was sie dann eben auch angesprochen hat. Seither hat sich eine tiefere Dimension im Kontakt entwickelt.

    Nur der Vollständigkeit halber, soweit ich`s einschätzen kann, hat sie das Zeug zu einer "Beziehungsverwalterin" sicher auch, aber so oder so sehe ich da eine relativ große "Offenheit im Geiste" (wie ich sie für wünschenswert halte). Tut mir leid, wenn das mit dem "Beziehung verwalten" bzw. einem offenen Umgang mit dem Modell wahrscheinlich nicht so richtig herauskommt.

    Nur nochmal zur Klarheit: Ich spreche NICHT von der offenen Gestaltung einer Beziehung - sondern von einem mehr oder weniger "engstirnigen" (mir lieber "offenen") Umgang mit einem klassischen Paar-Modell, das Außenstehende nicht "ausgrenzt".

    Makro
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