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  1. User Info Menu

    Wie das Leben so spielt.

    Guten Abend!
    Da muss man erst 48 werden um so richtig Liebeskummer zu bekommen. Hoffentlich habt ihr einen Tipp für mich, denn ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich habe mich so richtig Hals über Kopf verliebt, aber……..
    Vor nicht ganz einem Jahr habe ich eine richtig, RICHTIG nette Frau kennengelernt. Ganz langsam, aber stetig sind wir uns näher gekommen. Irgendwann folge der eine oder andere Kuss, doch von jetzt auf gleich nicht mehr. Ein paar Wochen später erzählt sie mir dass sie an Krebs ( erneut nach 4 Jahren ) erkannt ist und ihr Immunsystem runter sei.

    Im Moment macht sie eine Chemo. Soweit geht es ihr ganz gut und treffen uns am WE mehr oder wenig regelmäßig. Mal jedes Wochenende, mal liegen aber auch 1-2 Wochen dazwischen.
    So, ich hab mich in die Frau verliebt bevor ich erfahren habe dass sie Krebs hat und es ist für mich kein Grund den Kontakt abzubrechen. Im Gegenteil, ich würde gerne öfters was mit ihr unternehmen, sei es nur einen Kaffee zu trinken. Wenn wir uns treffen reden wir kaum über ihren Zustand und haben eine richtig nette,tolle Zeit.

    Was mich so schmerzt ist die Hoffnung. Das ich ihr Verhalten nicht mehr verstehe, will sie aber nicht noch mit weiteren in dieser Situation „belanglosen“ Fragen belasten. So schlimm ihre Erkrankung für sie auch ist, schmerzt mich dieser ungewisse Zustand. Auf der anderen Seite macht so einen „coolen“ Eindruck dass sie sich von der Erkrankung nicht beeindrucken lässt und einen ausgefüllten Terminkalender hat. Ob es wirklich so ist oder nur ein Schutzschild,?

    Der Grund warum ich so zögerlich bin ist das nachdem sich meine Frau nach 17 Ehejahren einen anderen gesucht hat und nahe außenstehende keine wirkliche Hilfe waren da sie zu nah standen und dieses emotionale Tal nicht durchschritten hatten.

    Ich geh inzwischen auf dem Zahnfleisch. Habt ihr einen guten Tipp wie ich mich verhalten soll? Ich will sie nicht vor eine Entscheidung stellen sich zu äußern, aber so geht es für mich auch nicht mehr.

    DANKE!

  2. User Info Menu

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Naja, sie kann zu Hause sitzen und sich das Hirn ueber ihre Krankheit zermartern oder sie kann das leben so gut wie moeglich genießen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch diese traurigen, nachdenklichen Momente hat. Sie denkt mit Sicherheit darueber nach, wie lange sie noch lebt und wie sie die Zeit nutzt.

    Das ist das heimtueckische an krebs. Neben der koerperlichen Erkrankung gibt es diese psychische Komponente. Je nachdem, was fuer eine chemo sie bekommt, kann sie das weiter runterziehen.

    Ich bewundere Menschen, die sich von einer solchen Krankheit nicht voellig runterziehen lassen. Ich weiß nicht, ob ich diese Kraft haette.

  3. User Info Menu

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Zitat Zitat von und_so_weiter Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil, ich würde gerne öfters was mit ihr unternehmen, sei es nur einen Kaffee zu trinken. Wenn wir uns treffen reden wir kaum über ihren Zustand und haben eine richtig nette,tolle Zeit.


    DANKE!
    Hast du ihr denn gesagt, dass du sie gerne öfters treffen würdest?
    Ich denke, durch ihre Krankheit ist sie sehr verletzbar, und will sich vielleicht emotional schützen.

    Womöglich solltest auch du nochmals genau darüber nachdenken, ob du dich tatsächlich auf sie und ihre nicht eben leichte Geschichte einlassen willst bzw. kannst! Denn ich denke, genau davor fürchtet sie sich - mit Recht - dass du irgendwann doch nicht damit zurecht kommst und sie dann verletzt. Das wäre sicher das letzte, was sie in ihrem Zustand brauchen würde.

    Wenn du aber sicher bist (ich weiß, die absolute Sicherheit gibt es nie), dann kannst du ihr womöglich eine große Stütze sein.

  4. User Info Menu

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Das ich sie gerne öfters treffen würde habe ich ihr gesagt.

    Ich habe mir sehr ausgiebig und des öfteren Gedanken gemacht ob ich mich darauf einlassen möchte bzw. kann.
    10 Jahre war ich verheiratet und die Ehe war auch kein Garant gemeinsam alt zu werden.
    Vielleicht liegt es auch am Alter das man so manches anderen Tal durchschritten hat was nicht gut war und überstanden hat, aber ja in dieser Sache bin ich mir mehr als sicher.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Hallo "und_so_weiter"!

    Ich muss leider zugeben, dass ich aus deinem Eingangspost nicht so ganz schlau geworden bin. Um was geht es dir?
    Dass du wissen möchtest, was du ihr bedeutest?
    Dass du eine klare Aussage für eine Beziehung haben möchtest?
    Dass du nach der Erfahrung deiner gescheiterten Ehe selbst zögerlich und verletzbar bist?

    Leider zeigt ja gerade eure Geschichte, dass im Leben nichts auf Dauer "sicher" ist. Was würde dir eine feste Zusage "Wir sind ein Paar" helfen?

    Ich könnte mir vorstellen, dass deine Bekannte innerlich jetzt ganz auf sich konzentriert ist. Es geht jetzt um sie. Das ist ihr gutes Recht. Es ist eine Auswirkung einer schweren Krankheit. Andere Themen rücken in den Hintergrund, Belastungen und emotionale Aufregungen wollen vermieden werden.

    Das muss nicht gleichzeitig bedeuten, dass sie dir nicht aufmerksam zuhört oder keinen Anteil an Politik, Kultur und dem Schicksal anderer Menschen nimmt! Aber alles in bestimmten Grenzen.

    In jedem Fall kann sie nun vermutlich niemanden gebrauchen, der sie unter Druck setzt.
    Nichtsdestotrotz solltest du ein paar Punkte klären, die dich sehr bedrängen. Es ist nur eine Frage der Form und der Wortwahl. Weiß sie, was du dir wünschst und was du für sie empfindest? "Liebst" du sie denn?

    Eine Freundin von mir ist vor zwei Jahren an einer unheilbaren Krebsart erkrankt. Sie wirkt zur Zeit sogar noch glücklicher und zufriedener als vorher. Sie erlebt alles ganz bewusst und ist sehr bemüht, anderen eine Freude zu machen. Die Behandlungen verträgt sie gut und sie spürt, dass im Anschluss daran ihre Kräfte wiederkehren. Da es ihr nach den Behandlungen besser geht als vorher, sieht sie diese positiv.
    Andererseits hat sie bestimmte Dinge und Themen vollkommen verdrängt. Sie beschäftigt sich möglichst wenig mit der Krankheit. Ich finde, auch das ist ihr gutes Recht. Wenn ich sie sehe, kann ich sie nur bewundern. Und ihre Lebensfreude gibt ihr Recht!
    Das ist der Stand zur Zeit …

    Euch alles Gute!

  6. User Info Menu

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Sie weis wie ich sie mag, hab es ihr das schon gesagt. Vorher und nach der Erkrankung.

    Bin mir aber nicht sicher ob es mit dem Trubel der Krankheit untergegangen ist.
    Aber Fenimi du hast es genau auf den Punkt getroffen. Ich möchte sie auf keinen Fall unter Druck setzten und sie womöglich noch damit belasten. Sie hat genug mit dem womit sie sich auseinander setzen muss.

    Ich versteh leider oft ihr Verhalten nicht so ganz, ist aber wohl auch nicht möglich in dieser Situation.
    Wie jeder von uns der schon mal einen "Tiefschlag" hatte, sei es die Trennung des Partners, Todesfall eines nahe stehenden Menschen, oder dergleichen ist emotional so gefangen das jemand der diese Erfahrung noch nicht gemacht hat es nicht im Geringsten nachzuvollziehen kann.

    Wahrscheinlich kann ich nur abwarten und hoffen.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Was an ihrem Verhalten verstehst du denn nicht?

    Kannst du ihr nicht auf eine nette Art deine Gefühle zeigen, OHNE sie unter Druck zu setzen?
    Die Chance, dass zum Valentinstag zu tun, ist ja leider gerade vorbei.

    Ich würde da an ein gut ausgesuchtes Geschenk mit einer hübschen Karte denken, auf der zum Beispiel steht: "Für einen besondern Menschen, der mir sehr am Herzen liegt." (Was halten die Mitleserinnen davon?)
    Das Geschenk sollte nicht zu groß sein, aber zu ihr passen.

    - Wenn sie sich für alte Kirchen interessiert, ein Buch zu diesem Thema.
    - Wenn sie "Nilpferde" sammelt, ein weiteres Exemplar.
    - Wenn sie ein Lieblingslokal hat, einen Gutschein für ein gemeinsames Abendessen dort.

    Wenn sie zu der Karte nichts sagt, solltest du das akzeptieren. Das kann "Nein" aber auch "Vielleicht eines Tages" heißen. In jedem Fall weiß sie dann, dass dir wirklich viel an ihr liegt.
    Geändert von Inaktiver User (16.02.2013 um 15:05 Uhr) Grund: Ergänzung

  8. Inaktiver User

    AW: Wie das Leben so spielt.

    In so einer Ausnahmesituation verhalten sich Menschen selten gradlinig, oft unlogisch und ich denke es ist DAS was dich irritiert !?

    Das braucht einfach Zeit....

  9. Inaktiver User

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Vielleicht unterschätzt du ihre Fähigkeit sich zu äußern auch? Vielleicht weiß sie ja, was sie sich von dir wünscht.
    Vielleicht kannst du genau das fragen: "Was wünschst du dir von mir? Welches Verhalten ist dir am angenehmsten?"
    Vielleicht kannst du auch ehrlich hinzufügen: "Eine Bitte habe ich an dich: Bitte sag mir, wenn ich mir keine Hoffnung auf mehr zu machen brauche. Ich habe dich nämlich wirklich sehr, sehr gern." ???

  10. User Info Menu

    AW: Wie das Leben so spielt.

    Hallo und_so_weiter, ich weiß noch nicht genau, ob ich Deine Fragen verstanden habe, will es aber versuchen. Deine Unsicherheit kann ich jedenfalls verstehen. Es ist eine schwierige Situation und Du hast ja auch etwas hinter Dir.

    Ich kann aus eigener Erfahrung als chronisch Kranke sagen, dass es Zeiten gibt, in denen man sich ganz auf seine Gesundheit konzentrieren muss und dann emotional kaum noch anderes auf die Reihe kriegt. Der Kopf ist einfach voll mit Angst und Sorge und man braucht alle Kraft zum Kämpfen.

    Unterschwellig ist auch immer die Angst da, dass, wenn man den anderen mit der eigenen Befindlichkeit konfrontiert, der nichts mehr von einem wissen will. Ich jedenfalls habe solche Erfahrungen gemacht. Aber die HIlflosigkeit auf der anderen Seite konnte ich auch nachvollziehen. Leider haben sich die Männer sprachlos verpieselt. Es spricht für Dich, dass Du auch jetzt, wo Du von der Erkrankung weißt, Deinen Gefühlen nachgehst.

    Wenn sich in mich jemand verliebt hätte in solch schwierigen Zeiten, dann hätte ich mir gewünscht, dass er es mir zeigt und sogar sagt. Dass er erstmal nichts erwartet, sondern einfach da ist. Dann hätte ich mich sicherlich öffnen können, und es könnte daraus ein Vertrauensverhältnis entstehen. Aber das hat man alles nicht in der Hand. Vielleicht hilft es, die Unsicherheit offen anzusprechen?

    Ciao, Anna

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