Für mich ist Passung ein Teil gemeinsamer Entwicklung. Also nicht Passung in Form von Nachgeben, um jemanden zu halten oder von faulen Kompromissen. Sondern wegen des spannenden Prozesses: wenn A und B aufeinander treffen, erscheint dann plötzlich C als 3. Weg, was beide vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Find ich spannend und kann ich mir allein nicht vorstellen.
Ich wäre schon froh, wenn mal jemand mein Herz berühren wollte *seufzjammer*Ich brauche jemanden, der mein Herz berührt, der es zum Hüpfen bringt. Klingt eigentlich schlicht, ist aber selten.
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Thema: Gedanken zum Jahresbeginn
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30.12.2012, 17:41Inaktiver User
AW: Gedanken zum Jahresbeginn
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30.12.2012, 18:21Inaktiver User
AW: Gedanken zum Jahresbeginn
Hatte ich auch gar nicht so verstanden
, es tat mir nur selbst etwas leid, dass ich es so ein bißchen überlesen hatte.
Ich glaube, ich weiß, was du meinst und im Prinzip suche ich auch "einfach" nur jemand, der mein Herzchen zum hüpfen bringt, wobei das eine Momentaufnahme ist. Aber ohne das geht es halt auch nicht.
Was ich allerdings nicht so erlebe ist, dass man schnell jemand findet, mit dem es halbwegs passt. Nicht, dass ich das anstrebe, aber es ergibt sich auch nie bei mir.
Das ist genau das, was ich mit dem Entwicklen meinte
Zitat von Inaktiver User
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30.12.2012, 18:49Inaktiver User
AW: Gedanken zum Jahresbeginn
Hm, ich sehe das alles etwas kritischer - und möchte etwas in die Kerbe von Cranberry schlagen.
Zunächst kommt zuerst das Gefühl und erst später - eventuell das Wort. Bevor ich meine Empfindungen in mehr oder weniger passende Worte verpacken kann, spüre ich sie selbst und kommuniziere sie durchaus auch verständlich, wenn auch non-verbal.
Hinzu kommt: Wir werden nicht auf die Welt gespuckt wie ein Drops aus einer Hülle flutscht. Und dann liegen wir da und sehen vor uns in einem Supermarkt Cygnus' Tomate (rot, rund usw.) Nein. Wir alle sind von Geburt an im steten Austausch mit unserer Umwelt, und wir sind eine Summe der Erfahrungen unserer Eltern, Großeltern, Geschwister, Verwandten, Bekannten... An dem Tag also, an dem wir in realo im Supermarkt unseres Vertrauens vor dieser ... ähhh Tomate stehen, wissen wir diese definitiv zu assoziieren. Selbst wenn wir sie nie zuvor genossen hatten - wie den ebenfalls beispielhaft angeführten Granatapfel.
WIR fühlen uns heutzutage vielleicht einsam. Aber das entspricht nicht der Realität. Unsere Empfindungen entspringen vor allem den extremen Umbrüchen unserer Gesellschaft. Umbrüchen, die eine Halbwertzeit von weniger als einiger Generation haben, sodass all die weitergegebenen Erfahrungswerte kaum nützen. DAS macht einen Großteil der individuellen Verwirrung, sprich: Orientierungslosigkeit aus.
Siehe Supermarkt, Geiz-ist-Geil & Co.
Gestern Abend in einer Satiresendung schnappte ich gerade so ein Beispiel auf. O-Ton: Derselbe Bürger, der sich einsetzt für Mindestlohn setzt sich ohne Skrupel eine Stunde später in den Billigflieger für € 19 nach Antalya.
Deshalb ist es gut, sich selbst zu überprüfen. Wir regen uns hier auf über SB's und die Kälte der Technik und den Mangel an real existierenden Sozialkontakten - aber wir tun es in einem Internetforum
Na? Fällt was auf???
Ich habe es im letzten Jahr auch versucht mit einigen SB's. Aber mir liegt das nicht. Ich glaube sogar, dass bei Liebesdingen das Internet die falsche Wahl ist. Weil so viele Faktoren entscheidend sind, die nicht online vermittelt werden können. Das geht nur "in echt" (Geruch, Stimme, Bewegungsmuster...) Aber für andere Dinge ist das Internet sehr viel besser geeignet, als zum Beispiel wie früher Zeitung oder Deutsche Post. Das Eine schließt jedoch nicht zwangsläufig das Andere aus. Vieles darf seinen Reiz auch parallel haben.
Deshalb nutze ich weiterhin Supermärkte - für Massenprodukte. Aber ich liebe es auch, ab und zu in kleinere Geschäfte zu gehen und mir ein schönes Stück Fleisch für den Sonntag von einer kompetenten Fachkraft empfehlen zu lassen. Manchmal ist mir nach Aldi, manchmal nach KadeWe. Es darf und soll beides geben. Aber sich beklagen, dass beide existieren, ist doch nun wirklich ein Luxusproblem. Und nicht die Gesellschaft ist kapitalistisch - wir alle sind es (mit wenigen Ausnahmen).
Für das nächste Jahr habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Gerne würde ich mehr Menschen kennenlernen, es darf auch gerne ein toller Mann darunter sein. Aber aktiv suchen werde ich nicht (mehr). Lieber überlege ich, ob ich meinen Flur in taupe streiche oder doch flieder vorziehe. Das erscheint mir kalkulierbarer
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30.12.2012, 19:12
AW: Gedanken zum Jahresbeginn
Das liest sich spannend. Das würde ich mir wohl auch wünschen, allerdings möchte ich dabei nicht verlieren, dass ich auch noch A bin, ohne B
Also, ich würde nicht nur noch C sein wollen... wobei C dennoch einen großen Teil in meinem Leben einnehmen darf.
Ja, irgendwas scheint da aus der Mode gekommen zu sein...
Momentaufnahme - ja. Dauerndes Herzrasen wollen wir auch nicht unbedingt, stimmt's?
Naja, ich bezog mich da etwas in Richtung Singlebörsen, ohne es explizit dazu zu sagen. Wenn man dort ausführlich sein Profil erstellt wird man ja mit potentiell passenden Partnern 'gematcht'. Man kann auf diese Weise auf jeden Fall jemanden finden, mit dem man sich versteht und der grundlegende Werte bspw. teilt. Die große Liebe, die das Herz berührt, kann ich mir nicht (mehr) vorstellen dort zu finden. Vielleicht bin ich ja zu anspruchsvoll. Aber ehrlich gesagt bin ich sehr viel lieber alleine als 'auf Krampf' mit jemandem zusammen, der passt ;-) *grusel*
@schlaflos
Deinen Text nur kurz überflogen (muss gleich weg), aber:
ich finde mich in einigen deiner Zeilen wieder ... bei nächster Gelegenheit lese ich den Rest
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30.12.2012, 19:25
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30.12.2012, 19:35Inaktiver User
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30.12.2012, 19:40Inaktiver User
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30.12.2012, 20:50
AW: Gedanken zum Jahresbeginn
Hallo liebe schlaflos

Ich ärgere mich nicht darüber, sondern mache mir meine Gedanken dazu, wie sich alles entwickelt. Und das aus meiner Realität heraus. Die ist nicht allgemein gültig. Nicht jeder Umbruch/ Fortschritt ist zu verteufeln ( immerhin würden wir uns niemals "draussen" getroffen und ausgetauscht haben ) aber ist jeder Fortschritt einer in die richtige Richtung?
wie du bemerkst, befinde ich mich gerade in einer sehr nachdenklichen, auch melancholischen PhaseWissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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31.12.2012, 01:46Inaktiver User
AW: Gedanken zum Jahresbeginn
@cygnus
Danke für diesen äußerst philosophischen Text! Ich bewundere dich dafür, wie Du deine Gedanken in Worte fassen kannst. Toll!
So weit reicht meine philosophische Ader leider nicht. Ich muss immerzu entscheiden, schnell entscheiden, für mich, für andere, mit Folgen, die ich zu vertreten habe. Da ist der Macher gefragt. Ich tu es mittlerweile gern, aber der gedankliche Hintergrund und eine sichere oralische Grundlage sind für mich wichtig. Fragen und Unsicherheiten sind hinderlich und nicht erwünscht. Das macht auch hart.
Es ist sehr wohltuend, auch so anregende Postings, wie das Deine zu lesen!
@Lilith
Masse? Da war ich noch nie drin. Ich pass da nicht rein. Doch wenn jetzt irgend so ein Aussteigertyp mich beurteilt, wird er mich sicher in der Masse sehen. Na und? Ist das wichtig? Nein. Genauso wenig, wie die Frage, wo ich meine Lebnsmittel kaufe, wen oder was soll das schon interessieren.
Außer: mich selber.
Das Einzige, was zählt, ist die Frage, ob ich damit für mich selbst zufrieden bin...
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31.12.2012, 12:12Inaktiver User
AW: Gedanken zum Jahresbeginn
Ich würde das nicht Fortschritt, sondern Entwicklung nennen wollen. Die Dinge/Umstände entwickeln sich mit den Möglichkeiten, die sich der Mensch selbst erarbeitet - aus der Fülle seine Ressourcen heraus. Zum Menschen gehören auch dunkle Seiten.
Da kommt dann die Moral mit ins Spiel.
In gewisser Hinsicht sind wir natürlich alle abhängig und auch Spielball gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Entdeckung der Atome und ihrer Wechselwirkungen hat uns allen Gutes, aber auch sehr Schlechtes gebracht. Deshalb benötigt jede Entwicklung eine Bewertung, Neueinordnung ins vorhandene System.
Ich glaube fest an: Wie im Großen so im Kleinen!
Woran ich nicht glaube, ist, dass Menschen eindimensional sind. Deshalb glaube ich auch nicht an "die" Menschen. Du schreibst ja selbst, dass deine Realität nicht allgemein gültig wäre. Auch unser Umfeld ist nicht allgemein gültig. Und doch unterwerfen wir uns selbstaufgestellten Regeln. Regeln, die sehr wichtig sind. Sie bestimmen die Richtungen - auch die "richtigen" (die sich als falsch herausstellen können).
Tut mir leid, dass du gerade so eine gewisse Phase durchlebst. Wer weiß, wofür sie gut ist



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