Ich mag nur kurz was hierzu schreiben.
Die Frage, die sich mir hier stellt ist die, ob man mit einer Art Erfolg haben kann, die nicht die Seine ist im Sinne von, dass man damit die Leute anspricht, die zu einem passen (wenn es sowas überhaupt gibt). Aber bei mir funktioniert diese "Spielregel" z.B. eher überhaupt nicht. Ich flirte sehr gerne (und auch mit Erfolg), aber ich mag es z.B. nicht ausgefragt zu werden oder am Anfang viel über mich zu erzählen, ich höre auch gerne zu, zumindest sollte es wechselseitig sein. Wenn ich merke, dass jemand nur eine Rolle spielt oder etwas nur macht, weil er denkt das käme gut an, spreche ich ihn direkt darauf an. Wenn mir die Reaktion gefällt, bekommt er eine 2. Chance, wenn nicht, kann er weiter ziehen. Aber gut, ich bin vielleicht auch nicht "normal". Was ist schon normal.
Zu der Geschichte im Supermarkt... da würde ich das gleiche zu sagen. Und nein sorry, hoffentlich bin ich keine passierte Tomate.
Aber im Endeffekt ist das glaube ich was, was von innen kommen muss, was nicht heißt, dass nicht auch das trainierbar ist. Das hat was mit der Einstellung sich selbst und den Menschen gegenüber zu tun. (Ich habe mich jetzt aber nicht über das Syndrom genauer informiert). Eine andere Variante mag erfolgreich sein, was das Ziel angeht, aber ich denke sie führt eher weniger zum Erfolg im Sinne von Zufriedenheit mit dem Ergebnis. Aber das war jetzt nur so ein vielleicht vorschneller Gedanke.
@TE: auf mich wirkst du auch nicht wie ein hoffnungsloser Fall, wie du hier schreibst.
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13.12.2012, 14:56
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Geändert von TellMeWhy (13.12.2012 um 15:29 Uhr)
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13.12.2012, 22:23
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Also wenn man es ganz streng und ernst nimmt, ist es natuerlich nicht gut, sich zu verstellen. Aber, wenn jemand wirklich schuechtern ist oder sich mit small talk schwer tut, dann ist es manchmal gut, er ist freundlich, laechelt viel und zieht sich eine etwas andere Persoenlichkeit an. Nur fuer ein paar Stunden. Das waere so wie wenn jemand verkleidet auf einen Maskenball geht obwohl er eine grosse Angst vor Parties hat. Die Maske ermoeglicht ihm zu sehen, dass es dort eigentlich auch ohne Maske keine Situation gibt, die er nicht gewachsen waere.
Ich sage uebrigens nicht, dass es einfach ist. Ich habe selber damit in diesem Alter kaempfen muessen.
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14.12.2012, 02:37
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Ich weiß nicht... wie soll einen eine Maske vor einer Situation bewahren, der man sich nicht gewachsen FÜHLT? Was ist z.B., wenn er sich schön seine Fragen vorbereiten würde (was ich aber garnicht mal als Rolle-Spielen sehen würde), und er dann zufällig eine Frau anspricht, die garkeine Lust hat, den ganzen Abend nur von sich zu reden? Dann sind spontane Reaktionen gefragt. Und wie gesagt, an der richtigen Stelle lachen, wenn man eigentlich garnichts zum Lachen findet, ist auch nicht so einfach (das hängt dann davon ab, ob man merkt, wann man lachen soll, oder ob einem auch dafür noch das Gefühl fehlt).
Zu Lächeln oder Ähnliches ist dagegen wirklich trainierbar und wenn man entsprechende Reaktionen erhält, tut man es irgendwann auch gerne. Heißt ja nicht, dass man nur noch lächelnd durch die Gegend laufen muss... man will sich ja nicht jederzeit jemanden anlachen. Aber in bestimmten Situationen auf seine Körperhaltung und Mimik zu achten hat ja erstmal nichts mit Verstellen der Persönlichkeit zu tun, sondern mit der richtigen Positionierung, denke ich.
Ansonsten würde ich dem TE auch vorschlagen, sich vielleicht umzuschauen, was es an (online?) Gruppen etc. für ihn gibt, um erstmal ganz allgemein ungezwungen Übung darin zu erhalten, mit anderen in Kontakt zu treten (ohne Erwartungshaltung). Warum von 0 auf 100? Aber vielleicht würde sich ja auf diesem Wege auch direkt ein schöner Kontakt ergeben.
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14.12.2012, 02:57
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Also was er erst mal braucht ist eine gute Freundin oder ein guter Freund, der ihm sagt, wenn er was tut was total daneben ist. Ich war kurz einmal mit einem Mann mit Aspergers liiert und er ging 3 Mal die Woche zum Therapeuten und redete nur darueber, warum er keine Beziehung hinbekommt (mit einer Frau). Ich habe ihm angeboten, einmal mitzugehen und zu erzaehlen, was er so alles bei den dates macht (und was unmoeglich ist).
Wenn "ich" zu einem Asperger meeting geht, dann ist das sicher schon mal ein Weg Leute kennenzulernen. Aber, ob es ihm hilft das weiss ich nicht. Die koennen ihm ja nicht small talk beibringen. Die, die ich kenne, die schimpfen nur vor sich her - ueber alles und den Weltuntergang besonders. Also, das ist nicht charmant. Aber, vielleicht sind zwei Aspergers ja gluecklich miteinander.
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14.12.2012, 03:09
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Das ist eine gute Idee, aber den muss er ja auch erstmal finden.
Also ich zumindest meinte garnicht unbedingt Asperger meetings o.ä.... obwohl es einem vielleicht hilft zu wissen, dass man nicht alleine "anders" ist... vielleicht gibts auch andere Gruppen, die ihn interessieren.
"Unmöglich" ist aber manchmal vielleicht besser, um einen Kontakt herzustellen, als wenn man jemanden garnicht einordnen kann.
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14.12.2012, 05:23
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
ich, wo bist Du geblieben? Wir vermissen Dich!
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14.12.2012, 10:24
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Du wirkst sehr reflektiert, das ist schonmal gut und sicher zumindest teilweise Ergebnis deiner Therapie.
Warum ist für dich der Grund, warum du so bist, wie du bist, so wichtig? Natürlich fragt man sich sowas irgendwann mal. Aber ich finde, danach wäre eine gesunde Portion Pragmatismus vielleicht hilfreicher - es ist wie es ist. Das Beste daraus zu machen ist wichtiger, als darüber zu grübeln, wie es anders hätte kommen können. Menschen sind nunmal verschieden. Es gibt dumm und emotional, es gibt rational und hochintelligent und dazwischen 1 Million Abstufungen in alle Richtungen. So what?
Dass es dir schwer fällt auf Menschen - insbesondere Frauen - zuzugehen, ist nichts ungewöhnliches. Das geht den Meisten so, auch ohne Asperger.
Ich könnte mir vorstellen, dass für dich eine online Partnerbörse gar keine schlechte Wahl wäre. Der Vorteil dieser Plattformen liegt ja unter anderem im Filter. Du könntest deine Persönlichkeit schon so gut beschreiben, dass Frauen die dahingehend andere Vorlieben haben, gar nicht erst in dein Einzugsgebiet gelangen.
Ich bin aber auch ganz sicher, dass es genug Frauen gibt, die gut zu dir passen würden. Frauen, die deine Eigenschaften zu schätzen wissen, die selbst eher rational veranlagt und nicht so übermäßig emotional sind.
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14.12.2012, 12:13
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
hier mal ein Beispiel von jemand mit einer Inselbegabung und Asperger (hatte als Kleiner Mensch Epilepsieanfaelle und Leute die ihn studieren glauben dass die Seizures und der Autismus vermutlich dazu gefuehrt haben dass er sich so entwickelt hat wie er jetzt ist).
Amazing math genius. World's greatest math prodigy. Amazing mathematics savant. Maths prodigy. - YouTube
wenn man soziale Interaktion nicht so gut kann dann ist das sicher schwer.
Ansonsten wuerde ich mir Vorbilder suchen, wie z.B. den im Video. Allerdings ist vielleicht gerade das ja nicht moeglich sich andere zu Vorbild zum nehmen (?), aber gut waere es natuerlich schon falls irgendwie moeglich...
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16.12.2012, 13:53
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Ich hatte anfangs schon Bedenken, hier zu schreiben und habe lange überlegt, ob ich es tue. Es ist ja ein mir sehr unangenehmes Thema und eine gewisse Angst vor den Reaktionen hatte ich schon. Ich bin umso erfreuter über die netten Reaktionen, danke!
Entschuldigt bitte, dass ich erst jetzt antworte. Die letzten Tage war ich etwas angeschlagen und gestern bei meiner Mutter zu Besuch.
@ littlebluebear:
Mensa nimmt soweit ich weiß nur Allround-Hochbegabte auf (Gesamt-IQ ab 130). So toll bin ich dann doch nicht... und ich weiß auch nicht, ob ich in so einen "exklusiven" Club möchte und ob ich dahin gehöre. Auch wenn eine Mitgliedschaft sicherlich Vorteile hätte.
@ Cygnus:
Sicher... Das geht ja auch auf einen Grundwiderspruch zurück, den die Psychiatrie in sich trägt: Die Konzepte sind ursächlich, die Diagnosekriterien und Diagnostik richtet sich in der Regel nach Symptomen. Und damit passt beides nicht so recht zusammen...Und da macht man halt, wenn ich es nochmals so sagen darf, ein Fass auf, wenn man ein naturwissenschaftliches Weltbild hat, entdeckt "noch und nöcher" Zusammenhänge, auch mit sich selbst. Ich halte mich nicht für einen Autisten, aber Züge davon entdecke ich an mir immer mal wieder mehr - in anderen allerdings auch. Die "Wahrheit" ist halt viel größer und viel varianten- und schattierungsreicher, als wir Schubladendenker uns das normalerweise träumen lassen.
Nach Symptomen kann man sich nunmal in sehr vielen Störungen "ein bisschen" wiederfinden, vom Erscheinungsbild überschneiden sich viele Störungen ja auch. Ursachenforschung wirkt bei einer stetigen Veränderung wie dem Lebenslauf eines Menschen manchmal ein bisschen albern. Und selbst wenn die Ursache ein Hirnschaden zu sein scheint, welche direkten Auswirkungen hatte er denn, wer sagt denn, dass ich nicht irre und doch genetischer Quark bin? Und dass der Sauerstoffmangel keine gravierenden Auswirkungen hatte? Oder dass es doch alles ganz anders ist? ...
Ich sage ungerne: "Ich bin Autist" oder "Ich war depressiv", denn zum einen hat eh jeder eine andere Vorstellung von diesen Begriffen, zum anderen ist Psychiatrie nunmal sehr eindimensional, denn unabhängig von meiner Grundstörung gab es weitere kritische Ereignisse im Verlaufe meines Lebens, der eigene Anpassungs- und Veränderungswille und auch Druck von außen seit frühester Kindheit ohne die eigentliche Grundproblematik zu erkennen usw... das alles zusammen zu bringen und ein tatsächliches Verständnis für mich zu entwickeln ist eine Aufgabe, die sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich bin ja auch erst vor kurzem wieder "aufgewacht" ...
Psychiatrie kann keine allumfassende Erklärung für das so-sein eines Menschen abliefern, dafür sind Menschen und ihre Lebensläufe viel zu komplex - am Ende bekäme jeder seine eigene Störung. Aber es hilft eben, einzuordnen.
Nicole Schuster behauptet inzwischen auf ihrer Homepage:
"Als Autistin bezeichne und fühle ich mich nicht mehr. Diagnosen können zwar einem helfen, ein Stück seins Lebenswegs zu bewältigen. Sie sollten aber nie als unabänderliches Schicksal aufgefasst werden. "
@ legrain:
Kannst du das aus deiner Wahrnehmung heraus präzisieren?in unregelmässigen abständen lässt sein sozialverhalten komplett aus, es läuft über stunden oder tage mit irgendwelchen gedanken rum, denen keiner folgen kann, er teilt sie nicht mit. in der zeit ist er sehr er selbst, er nimmt die anderen wenig wahr.
Diäten werden immer wieder durchaus kontrovers diskutiert, ich habe mich damit bisher wenig beschäftigt. Bewusste Ernährung hilft einem Menschen unabhängig davon, ob und welche Störung er diagnostiziert bekommen hat, ich ernähre mich ja auch gesund. Dass eine solche Diät sich tatsächlich auf die Grundstörung positiv aufwirkt, bezweifle ich, kann aber sicher helfen, wenn zusätzlich Unverträglichkeiten vorliegen, darauf gibt es aber bei mir keinerlei Hinweise.
@ JCL:
Ich bin etwas irritiert, denn ich dachte, in diesem Thread und v.a. im Eingangsposting, dass ja auch eine Vorstellung ist, müsse es ja v.a. um mich und meine Problematik gehen? Das Grundproblem, dass du ansprichst, existiert natürlich, die mangelnde Fähigkeit, Interesse an anderen Menschen auszudrücken gehört ja zu der Asperger-Symptomatik.
Und wie lasse ich einen Menschen das spüren? Ich finde das schwierig, wenn mir eine Frau begegnet, kann sie mir natürlich sympathisch sein, ein hübsches lächeln z.B. haben, aber wenn ich sie ansprechen würde, wäre ich wohl nicht in der Lage, tatsächliches Interesse auszudrücken. "Wie gehts dir" o.ä. drückt für mich kein Interesse aus... das ist eine Gesprächs-Eröffnungs-Floskel. Wenn ich einen Menschen schon etwas kenne und etwas "greifbares" gefunden habe, das mich interessiert, kann ich das natürlich auch ausdrücken.Wenn Dein Gegenüber nicht spürt, dass Du tatsächlich an ihm interessiert bist, neugierig bist auf seine Gedanken, dann wird er/sie abblocken.
Das habe ich aber nicht geschrieben... ich habe das hier z.B. geschrieben:Du schreibst irgendwo, eine Frau müsste DICH ansprechen...
"Auch eine Frau kann nicht mehr tun, als mich ansprechen. Und gerade dann, wenn ich mit meinem Kater unterwegs bin, habe ich schon häufiger mal die Möglichkeit, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen."
Bedeutet: Auch wenn ich mal von einer Frau angesprochen werde, komme ich nicht ins Gespräch. Bedeutet aber nicht, dass ich erwarte, dass Frauen das tun. Dass das meine Aufgabe ist, weiß ich schon. Andersrum finde ich aber grundsätzlich auch nicht schlecht!
@ Kraaf:
Richtig. Körpersprache, Blickkontakt etc. ist aber inzwischen auch das kleinere Problem. Da gab es immer schon sehr viel Feedback auch seitens der Schule, Lehrer etc. Da weiß ich inzwischen auch, was ich noch falsch mache und arbeite dran.Denn man kann hier natürlich niederschwellig und einfach mit anderen ins Gespräch und in Kontakt kommen. Zudem ist Forenkommunikation nicht nur text-, sondern auch vernunftbezogen. Will ich hier Gefühle mitteilen, muss auch ich und jeder hier diese gelegentlich sorgfältig in Worte formuliert ausdrücken und sie sozusagen den anderen erklären um Missverständnisse zu vermeiden. Weil man sich oft eben nicht real kennt, die emotionale Verständigungsbasis fehlt und natürlich auch Dinge wie Mimik, Körperhaltung, begleitendes Lächeln etc. hier keine Rolle spielen. Umgekehrt kann man diese hier aber deswegen dann auch nicht wirklich "lernen".
Ich erwarte ja nicht, dass hier meine Probleme gelöst werden. Das wird auch nicht passieren, wie auch? Da werde ich mich irgendwann mit meiner Therapeutin zusammensetzen und Dinge wie Smalltalk etc. auch therapeutisch angehen müssen. Allerdings arbeiten wir z.Z. noch an anderen Problemen. Das Feedback, dass ich hier bekomme, ist für mich aber sehr interessant. Und ich möchte halt auch einfach mal darüber schreiben. Und es ist sicher auch ein erster Schritt, meine Unsicherheiten zu überwinden...
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Auf die Diskussion, die sich mit annakathrins Beitrag entwickelt hat, antworte ich mal allgemeiner.
Alles lernen geht nicht. Es gibt so viele Feinheiten im Sozialverhalten, so viele Fettnäpfchen, irgendeins werde ich immer treffen. Ein bisschen "ungeschickt" werde ich wohl immer wirken. Ich will kein Macho werden und auch keine Rolle spielen, ich will auch keinen kurzfristigen Erfolg bei Frauen, die mit mir eh nicht zurechtkommen, weil sie was vollkommen anderes erwarten und wünschen. Ist aber sicher auch die Frage, ab wann spiele ich eine Rolle? Bzw. ist streng genommen das kennen lernen oder gar flirten nicht immer ein Rollenspiel, weil man natürlich versucht, sich von der besten Seite darzustellen und seine Schwächen anfangs zu verbergen? So wirkt es auf mich zumindest.
Am meisten mochten mich immer die Menschen, die mich am besten kannten und eben nicht nur einen zurückgezogenen Jungen von außen sahen. Damals war ich ja auf einem Internat, die Problematik, die ich jetzt mit dem knüpfen von Kontakten habe, fiel damals weg. Und hätte ich damals von Asperger gewusst, hätte ich vielleicht auch die Chancen auf Freundschaften gehabt. Auch hier kriege ich ja positive Rückmeldungen, ein schlechter Mensch bin ich ja nicht.
Jetzt habe ich das Problem, dass ich eben selbstständig Kontakte knüpfen muss. Und die "Schonfrist" Schulzeit ist halt auch vorbei, eine mehrjährige Depression tut das ihrige dazu. Und da bin ich einfach auch verdammt unsicher inzwischen. Früher war mir ja auch gar nicht bewusst, was ich alles "falsch" mache. Inzwischen wird mir das mehr bewusst.
Am Ende brauche ich eine Frau, die auch Verständnis für meine Problematik aufbringen kann. Entgegenkommen von ihr bräuchte ich ja auch. Dass viele Frauen das nicht möchten, ist für mich absolut verständlich. Sie muss ja auch irgendwas an mir finden, was meinen Nachteil ausgleicht. Und das gibt es ja sicher auch... Ich bin also darauf eingestellt, dass es länger dauern wird und dass es einige Fehlschläge geben wird. Geht ja gar nicht anders, erst recht nicht bei mir. Das ist ja dann auch nicht von 0 auf 100, @ TellMeWhy. Ansprechen, vieles falsch machen und ne Absage kassieren ist ja erst mal nur von 0 auf 30 oder so :) Und ganz bei 0 bin ich auch nicht.
Das mit den offline-Gruppen ist vielleicht eine gute Idee. Ich bin zwar kaum gruppenkompatibel und es ist schwieriger, in einer Gruppe zu interagieren und vor allem hineinzufinden als mit einem Menschen, aber wenn es gelingen sollte, habe ich vielleicht Chancen. Ich habe nur keine gruppenkompatiblen Interessen, aber da werde ich schon was finden.
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@ TellMeWhy:
Ich würde wohl ehrlich antworten, also, z.B. dass wenig Erfahrung im Umgang mit Menschen habe, es mir schwer fällt, ein Gespräch zu eröffnen und ich noch nach Möglichkeiten suche, damit umzugehen. Das würde von der konkreten Fragestellung abhängen.Wenn ich merke, dass jemand nur eine Rolle spielt oder etwas nur macht, weil er denkt das käme gut an, spreche ich ihn direkt darauf an.
@ annakathrin:
In der SHG, in der ich bisher (aber auch nur 3x) war, ist das anders. Aber viele sind halt irgendwann auch frustriert und noch unflexibler. Mir hätte es sehr geholfen, das ganze ein paar Jahre früher zu erfahren. Je älter man wird, desto größer wird ja auch der Rückstand und geringer die Fehlertoleranz seitens anderer. Es hängt ja auch alles davon ab, wie gut man seine Problematik akzeptieren kann, einfach ist es nicht. Es gibt "schönere" Diagnosen... aber da reagiert doch jeder Mensch verschieden.Die, die ich kenne, die schimpfen nur vor sich her - ueber alles und den Weltuntergang besonders.
Ob A und B miteinander zurechtkommen, die jeweiligen Schwächen, so unterschiedlich sie vielleicht auch sein mögen, respektieren können und etwas aneinander finden können - das hängt doch nur von A und B ab... von nichts anderem.Aber, vielleicht sind zwei Aspergers ja gluecklich miteinander.
@ monjja:
Weil ich mich sehr oft selbst nicht verstehe... Es geht mir nicht darum, ob es hätte anders kommen können, sondern zu verstehen, warum es so gekommen ist, warum ich der Mensch geworden bin, der ich jetzt bin. Ich wurde halt auch seit frühester Kindheit therapiert und vereine viele (scheinbare) Widersprüche in mir.Warum ist für dich der Grund, warum du so bist, wie du bist, so wichtig? [...] Das Beste daraus zu machen ist wichtiger, als darüber zu grübeln, wie es anders hätte kommen können.
Von der Art der Kommunikation wäre das sicher das einfachste Methode für mich. Aber es sind eben Partnerbörsen, es geht also konkret darum, eine Partnerschaft zu finden. Ich will einen Menschen nicht unter diesem Gesichtspunkt kennen lernen, mir wäre das zu "verkrampft". Ich weiß ja auch nicht, ob ich die Anforderungen, die eine Partnerschaft an einen Menschen stellt, überhaupt erfüllen kann und möchte. Ich bin ein Menschen, der auch Rückzug und Zeit für sich selbst benötigt. Ich möchte Frauen kennen lernen, erste Erfahrungen im Umgang mit Frauen machen, dabei selbst auch heraus finden, was ich mir von anderen Menschen wünsche und was ich selbst auch geben kann, Freundschaften finden. Eine Partnerbörse würde da ja evtl. schon zu weit gehen?Ich könnte mir vorstellen, dass für dich eine online Partnerbörse gar keine schlechte Wahl wäre. Der Vorteil dieser Plattformen liegt ja unter anderem im Filter. Du könntest deine Persönlichkeit schon so gut beschreiben, dass Frauen die dahingehend andere Vorlieben haben, gar nicht erst in dein Einzugsgebiet gelangen.
Ich bezweifle auch die Seriösität dieser Partnerbörsen.
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16.12.2012, 16:30Inaktiver User
AW: Kontakte zu Frauen aufbauen - Kontaktstörung überwinden
Lieber ich__!
Ich bin mir dessen bewusst, weil ich mich mit dem Thema Asperger früher befasst hatte. Die mangelnde Fähigkeit, Interesse auszudrücken ist nur ein Aspekt.
Der zweite Aspekt, der mir wesentlich wichtiger erscheint, ist nicht der Ausdruck, sondern das grundsätzliche Interesse am Gegenüber.
Das Interesse heisst, möglichst viel Information über das Gegenüber sammeln zu wollen. Und da vor allem das "warum".Und wie lasse ich einen Menschen das spüren? Ich finde das schwierig, wenn mir eine Frau begegnet, kann sie mir natürlich sympathisch sein, ein hübsches lächeln z.B. haben, aber wenn ich sie ansprechen würde, wäre ich wohl nicht in der Lage, tatsächliches Interesse auszudrücken. "Wie gehts dir" o.ä. drückt für mich kein Interesse aus... das ist eine Gesprächs-Eröffnungs-Floskel. Wenn ich einen Menschen schon etwas kenne und etwas "greifbares" gefunden habe, das mich interessiert, kann ich das natürlich auch ausdrücken.
Abgesehen von den vielen, unendlich vielen Details, die das Aussehen eines Menschen bestimmen wie Haarfarbe, Augenfarbe, die Art des Lächelns, die Art wie die Augen lächeln, wie die Handhaltung ist etc. gibt es beim Gegenüber eine Menge Informationen, die Du erfragen könntest.
Das setzt aber voraus, dass Du an diesen Informationen auch tatsächlich interessiert bist, neugierig bist auf den anderen. Bist Du das?
Das Ausdrücken von Interesse ist dann nicht mehr so ein Problem, wenn tatsächliches Interesse dahintersteht.
Das "Hineinlassen" eines anderen in Deine Welt setzt auch voraus, dass Du seiner Welt Aufmerksamkeit schenkst, neugierig bist auf die Welt des anderen.
LG JCL



), aber ich mag es z.B. nicht ausgefragt zu werden oder am Anfang viel über mich zu erzählen, ich höre auch gerne zu, zumindest sollte es wechselseitig sein. Wenn ich merke, dass jemand nur eine Rolle spielt oder etwas nur macht, weil er denkt das käme gut an, spreche ich ihn direkt darauf an. Wenn mir die Reaktion gefällt, bekommt er eine 2. Chance, wenn nicht, kann er weiter ziehen. Aber gut, ich bin vielleicht auch nicht "normal". Was ist schon normal.
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