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    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Also, "mein Schüchterner" taute auf, nachdem ich den Anfang gemacht habe, denn er wollte wirklich gerne...wenn dein Schüchterner allerdings nicht nur schüchtern, sondern passiv sein sollte, wäre das ja ein ganz anderes Problem. Das kann man ja nicht wissen, hört sich aber nach deinen Schilderungen nicht so an. Und wie gesagt, ich finde, es ist einen Versuch wert. Großmäulige Männer mit wenig dahinter gibt es ja genug.
    (Wie alt ist er/bist du denn eigentlich?)

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    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich habe tatsächlich überlegt, ihn so was zu fragen. Ich wusste aber nicht, ob es ihn vor den Kopf stoßen würde. Ich hätte es am besten bei der ersten Gelegenheit machen sollen, als die Gelegenheit zur Nähe da war. Ich habe mir auch vorgenommen, zu sagen "Höre jetzt mit den Geschichten auf und küss mich endlich", habe es aber dann doch nicht gemacht. Ich hätte mir halt gewünscht, dass er das selber tut, weil ich nicht immer die Initiatorin sein möchte. Ich habe ihn z.B. zum Abschied umarmt, das nächste Mal hat er aber wieder gewartet, bis ich das tue.

    Wie lange hast Du denn gebraucht, bis Du auch selber Initiative gezeigt hast? Und ist aus Dir mittlerweile ein echter Draufgänger geworden?

    Das Problem ist, dass ich so lange gewartet habe, bis er etwas tut, und nicht selbst was getan habe, dass ich von seinen Geschichten jetzt nur noch irritiert bin. Daher meine vorige Frage, wie ich dieses Gefühl des Abgetörnt-Seins abschalten kann. Wenn ich irritiert bin, verliere ich selber die Lust, ihn herauszufordern.
    Natürlich kann ich nur von mir ausgehen.
    Also bei mir war/ist es teilweise noch so, dass ich immer Angst hatte zu belästigen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand von mir gerne berührt werden möchte.
    Irgendwo habe ich mal den Ausdruck "anstrengend zurückhaltend" für dieses Phänomen gehört.
    Also mir hat dieses Klartext-reden sehr geholfen. Zu wissen und nicht nur zu ahnen, dass diese Berührungen sogar erwünscht sind gibt doch eine Sicherheit. Irgendwann platzt dann der Knoten.
    Ein echter Draufgänger bin ich deshalb aber nicht geworden, also das musst dir glaub ich abschminken, zumindest die nächsten Jahre. So eine komplette Metamorphose dauert dann doch seine Zeit, wenn sie denn überhaupt möglich ist. Ich stecke gerade irgendwo zwischen drin.
    Durch die Schwierigkeiten in meiner Beziehung befinde ich mich allerdings gerade wieder etwas auf dem absteigenden Ast, zieh mich wieder mehr in mein Schneckenhaus zurück.. :-(

    Gruß

    matze, der oft gerne offensiver wäre, aber nicht über seinen Schatten springen kann...

  3. Inaktiver User

    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Zitat Zitat von blaueshaus
    (Wie alt ist er/bist du denn eigentlich?)
    Wir sind Anfang 30, ich ein bisschen älter als er. Jetzt aber - insbesondere Lady Duck - bitte nicht sagen "Wenn er bis 30 keine Freundin hatte, wird´s nie was", da bin ich anderer Meinung.

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    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Hi!
    Ich habe ziemlich gute Erfahrungen damit gemacht, hab jetzt aber keine Zeit zum Schreiben. Falls ich sie finde, schick ich Dir 'ne PN. Scheint ja erst in einem Monat akut zu werden ;o)

    LG
    Polarstern

  5. Inaktiver User

    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Eine Freundin von mir hatte mal eine Zeitlang so einen Freund: hübsch, sportlich, super Sex, konnte aber absolut nicht erzählen, was ihn bedrückt (wenn ich offensichtlich was bedrückt), was er sich wünscht (wenn er offensichtlich was braucht), warum er etwas nicht will und was er stattdessen möchte (wenn er offensichtlich zu irgendwas keine Lust hat) usw., und wie Deiner, kasperte auch dieser immerzu herum, wenn er nervös, unsicher oder überfordert war. Super nervig. Meine Freundin (also nicht Partnerin, sondern befreundet mit mir) hat sich dann nach ein paar Monaten von ihm getrennt, weil sie einfach nicht mehr aushalten konnte, immer alles aus seiner Nase herauszuziehen, wenn er da wieder saß wie ein trauriges Kind.

    Klar, nur weil sich die Verhaltensweisen ähneln, müssen die beiden sonst nicht ähnlich sein, und außerdem bist Du eine andere Frau als meine Freundin, aber wenn er Dich schon zu Anfang irritiert, und zwar in einem wesentlichen Punkt, dann würde ich mir diesen Griff ins Klo ersparen. Du brauchst offenbar jemand anderen.

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    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Nein, das glaube ich auch nicht. Mit solchen vorgefassten Meinungen macht man sich selbst das Leben auch nicht einfacher.
    Und wenn du über 30 bist, hast du ja auch schon einiges erleben können. Meine schlimmsten Erfahrungen habe ich jedenfalls mit den Begehrten, den tollen Typen gemacht. Man muss vielleicht mal gewohnte Bahnen verlassen, um einen anderen Weg zu finden.

  7. Inaktiver User

    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Zitat Zitat von blaueshaus
    Meine schlimmsten Erfahrungen habe ich jedenfalls mit den Begehrten, den tollen Typen gemacht. Man muss vielleicht mal gewohnte Bahnen verlassen, um einen anderen Weg zu finden.
    Lustig bei mir ist es gerade umgekehrt.

    Auf Dauer funktioniert hat es weder mit den unsicheren noch mit den begehrten Draufgängern - aber mit den begehrten Draufgängern hatte ich bis zum Zeitpunkt der Trennung wenigstens jede Menge Spaß und eine gute Zeit - etwas was ich bei den Unsicheren nicht wirklich behaupten kann. Da hatte ich bis zum Zeitpunkt der Trennung jede Menge Stress, Arbeit, Mühe, Nerven, etc.... und am Ende war da einfach nur noch "nichts" - das "Entwicklungsprojekt" war gescheitert und das was noch immer da war, letztendlich einfach nicht mehr zu ertragen.

    Mit den "nicht unsicheren" hat mich danach auch noch eher eine Freundschaft verbunden - gut es hat nicht funktioniert - aber sie kaspern wenigstens nicht ständig durch die GEgend, du kannst normal mit ihnen reden, du mußt sie nicht wie rohe eier behandeln -> eine Freundschaft ist möglich. Die anderen sind ja wirklich eher Projekte als Freunde.....

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    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Zitat Zitat von Matze133
    Natürlich kann ich nur von mir ausgehen.
    Also bei mir war/ist es teilweise noch so, dass ich immer Angst hatte zu belästigen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand von mir gerne berührt werden möchte.
    Hallo, ich bin hier einer der "Mitleser" und ich wollte einwerfen, dass ich dieses Gefühl genauso wie Matze auch kenne! Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand "einfach so" von mir berührt werden möchte. Für mich ist eine ungefragte Berührung ein Einbruch in die Privatsphäre. Tatsächlich fühle ich mich schon bei dem Gedanken als "Belästiger"
    Ich weiß schlicht nicht, wie sich das anfühlen könnte wenn man plötzlich weiß "er/sie hätte das jetzt gerne", eine Umarmung, sogar ein Kuss, was auch immer...
    Vielleicht braucht man dafür die richtigen "Vorbilder" im Freundeskreis oder in der Familie? Vielleicht muss man das rechtzeitig üben, *bevor* man so alt ist, dass der Kopf endgültig die Kontrolle hat...
    Muss es sich anfühlen wie ein "Sprung vom Zehnmeterbrett" oder ist es besser weiter zu warten bis es sich von alleine "richtig" anfühlt
    Ausdrückliche Initiative von ihrer Seite hat bei mir leider nicht geholfen. Ich wurde umarmt und beim nächsten Mal wußte ich genauso wenig ob ich das jetzt "darf" oder nicht wie zuvor.

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    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Zitat Zitat von Shodan
    Hallo, ich bin hier einer der "Mitleser" und ich wollte einwerfen, dass ich dieses Gefühl genauso wie Matze auch kenne! Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand "einfach so" von mir berührt werden möchte. Für mich ist eine ungefragte Berührung ein Einbruch in die Privatsphäre. Tatsächlich fühle ich mich schon bei dem Gedanken als "Belästiger"
    Ich weiß schlicht nicht, wie sich das anfühlen könnte wenn man plötzlich weiß "er/sie hätte das jetzt gerne", eine Umarmung, sogar ein Kuss, was auch immer...
    Vielleicht braucht man dafür die richtigen "Vorbilder" im Freundeskreis oder in der Familie? Vielleicht muss man das rechtzeitig üben, *bevor* man so alt ist, dass der Kopf endgültig die Kontrolle hat...
    Muss es sich anfühlen wie ein "Sprung vom Zehnmeterbrett" oder ist es besser weiter zu warten bis es sich von alleine "richtig" anfühlt
    Ausdrückliche Initiative von ihrer Seite hat bei mir leider nicht geholfen. Ich wurde umarmt und beim nächsten Mal wußte ich genauso wenig ob ich das jetzt "darf" oder nicht wie zuvor.
    Hallo,

    Da sind wir uns wohl recht ähnlich. In meiner Familie waren Berührungen absolut unüblich. Umarmungen oder gar Gute-Nacht-Kuss... sowas war/ist undenkbar.
    Ich denke daher kommt auch diese Scheu. Eine Umarmung war bis vor Kurzem für mich so intim wie für andere Sex (denk ich mal). Berührungen kommen in meinem Alltag einfach nicht vor.
    Daran krankt (u.A.) auch gerade meine Beziehung. Ich kenne es einfach nicht anders und "vergesse" es schlichtweg.
    Die allerersten Brührungen mit einer Frau habe ich auf einem Chattreffen erlebt. Es war wie in Trance, aber ich genoss es. War ganz scharf drauf. Allerdings war sie verheiratet und so konnte da nicht mehr entstehen.
    Mit meiner Freundin jetzt war das an Anfang ganz toll, aber nach einem dreiviertel Jahr ist das dann abgeflacht. Ich stehe dem Ganzen jetzt irgendwie "neutral" gegenüber. Mir gibt es nichts (mehr), ich vermisse nichts. Ist aber nicht so, dass ich sie nicht mehr mögen würde... Natürlich ist sie darüber überhaupt nicht erfreut. Blöd ist halt, dass ich mich dadurch (und ihren Kinderwunsch) ziemlich unter Druck gesetzt fühle...

    Naja, 38 Jahre Alleinsein hinterlässt halt doch Spuren... :-(
    Aber ich arbeite dran!

    Gruß

    matze, der in dieser Beziehung sich selbst kennen lernt (und nicht erfreut ist drüber)

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    AW: Netter Mann, aber unsicher

    Zitat Zitat von Matze133
    In meiner Familie waren Berührungen absolut unüblich. Umarmungen oder gar Gute-Nacht-Kuss... sowas war/ist undenkbar.
    Hallo Matze, das ist in meiner Familie ganz und gar nicht so. Umarmungen, Berührungen, sich einfach so an der Hand nehmen, weil man sich freut sich zu sehen, weil man sich verbunden fühlt - das ist völlig selbstverständlich. Ich kann mir Familienleben gar nicht anders vorstellen!
    Dieses Verhalten ist für mich mit sehr viel Vertrauen verbunden. Sich so gegenüber jemandem zu verhalten bedeutet fast ihn in die Familie aufzunehmen. In meinem Freundeskreis mache ich das nicht.
    Ich brauche zuerst viele Schritte die Nähe und Vertrauen auf anderen Ebenen aufbauen. Erst dann könnte ich mir überhaupt vorstellen körperliche Nähe zuzulassen...

    Ich finde es ein wenig traurig, dass sich diese Zeit offenbar nur selten jemand nimmt. Lies mal hier im Forum mit: "Wir haben uns zweimal/dreimal/viermal gesehen und er traut sich immer noch nichts. Er interessiert sich nicht für mich (schmoll)."
    Wenn sich die Welt - speziell Frauen - nun mal nicht ändern lassen, dann bleibt nur an sich selber zu arbeiten. Ich bin also auch dabei
    Allerdings: Freundschaft und Vertrauen als *Voraussetzung* für alles "Weitere" - das wird für mich immer so bleiben. Vielleicht begegnet man einfach nur sehr selten der passenden Partnerin für dieses langsame Tempo.

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