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    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    Es wird definitiv mit zunehmendem Alter schwerer das "jungfraeuliche" Gefuehl in eine neue Beziehung zu legen. Die Frage ist, ob das wirklich notwendig ist. Man kann das naemlich auch positiv sehen.

    Denn mit zunehmendem Alter habe ich doch eine immer laenger werdende Liste von Orten/Aktivitaeten/Interessen, von denen ich weiss, dass sie mir Freude und Lust bereiten und mein Leben bereichern. Und mein Partner hat hoffentlich auch eine moeglichst lange Liste.

    Und selbstverstaendlich habe ich das meiste was ich weiss und schaetze oder liebe von Peter, Klaus, Thomas, Gerd, und Michael gelernt. Und die Liste meines Liebsten ist so lang, weil ihm Petra, Elke, Bettina, Maria, und Annette auch was beigebracht haben.

    Mit anderen Worten: Wenn man sich nicht den Stress mit der Einzigartigkeit macht, kann man sich mit zunehmendem Alter gegenseitig immer reicher beschenken.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    Zitat Zitat von BoeseMiezekatze
    Letzte Weihnachten gab's ein selbst geschriebenes und eingespieltes Lied auf CD. Reaktion: "Haben das 'die anderen alle' auch gekriegt?" Nun ja, nicht das konkrete, aber die Idee "Lied schenken" war gewissermaßen recycelt. Ich könnte wetten, dass, wenn ich die Idee nicht recycelt hätte, die Reaktion gewesen wäre, warum 'die anderen alle' ein Lied bekommen hatten, nur sie nicht. Von daher eh lose-lose.
    Hm, finde ich eine überzogene Reaktion.

    OK, die anderen haben auch eins bekommen aber solange es nicht das gleiche war finde ich die Idee sehr schön.
    Wenn es immer das gleiche Lied war stell dich in die Ecke und schäm dich.

    Die Anderen haben ihrs bekommen und ich eben ein anderes (meins)

    Q.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    Reaktion: "Haben das 'die anderen alle' auch gekriegt?"
    Das geht ja mal GAR NICHT.

    Wieso man sich auf diese Weise selbst das Leben schwermacht, kann ich nicht verstehen.

  4. Inaktiver User

    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    Zum "Jungfrauen-Kult": Das ist die einzige Möglichkeit, bei der der Mann einigermaßen sicher sein kann, dass der Nachwuchst von ihm ist. (Kombiniert wird die Jungfräulichkeit vor der Ehe dann ja auch zumeist mit einer Rund-um-die-Uhr-Beaufsichtigung der Ehefrau durch die weiblichen Mitglieder der Familie des Mannes.)

    Zum Rest: Ich will nie wieder eine Jungfrau - weder sexuell noch überhaupt beziehungstechnisch. Erfahrene Frauen sind sowas von angenehm. "Get you an old, old woman, 'cause she knows just what to do." sang mal so ein Blues-Musiker. Ich halte es da mit den Frauen, wie die Personalchefs mit den Jobanwärtern: mindestens Abitur (Entjungferung) und drei Jahre Berufserfahrung (die dritte Liebe gut überwunden).

    Diese absolut irrealen Wunschtraumvorstellungen von Sex und Liebe, mit denen man aus Romanen und Fernsehen in die Welt entlassen wird, sind wie Zeitbomben.

    Im Übrigen hilft es, nicht Fernzusehen, wenn man einen glückliche Beziehung führen möchte. Psychohygiene.

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    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    @Distel u.a.:
    Das war jetzt die sehr verkürzte Darstellung des Sachverhalts Weihnachts-CD. Es hörte sich jetzt so an, als ob sie noch beim Geschenk aufreißen gefragt hätte ... es war etwas komplizierter - und Monate später.

    Aber es trifft das Problem mit der Jungfräulichkeit ganz gut, um das es mir geht. Sie war beileibe nicht die erste, über und für die ich ein Lied geschrieben habe. Trotzdem ist das doch mit das individuellste Geschenk, das man machen kann. Es ging ja nicht um irgendwas, sondern um sie, und da war nichts austauschbar! Das einzige was fehlte war ein Endreim auf ihren Vornamen, um das ganze wasserdicht zu machen, aber auch sonst hätte davon nichts auf irgendeinen anderen Menschen zugetroffen, war also keine Volksmusik-Komm-Kuscheln-Schablone, die auf Gabi und Gertrud passt.

    Und doch war das Entsetzen groß, als sie merkte, dass sie da nicht die erste war. Wir hatten keinen Stress an dem Punkt, aber sie war ziemlich enttäuscht. Das meine ich, wenn es um die Erkenntnis geht, dass es "zum ersten mal" nicht mehr gibt. Rational war das klar: Ich habe ja nicht erst 8 Tage vorher einen Gitarrenkurs in der VHS belegt und angefangen Lieder zu schreiben. Wie gesagt: Nicht Vorwurf, sondern Enttäuschung. Und das macht es jedes mal schwieriger.

    @manfred:
    Bei "Jungfräulichkeit" geht es mir nicht um Sex. Ich habe das Beispiel mit den Nachbarkulturen (und in Mitteleuropa ist das auch noch nicht so schrecklich lange vorbei) nur deswegen dazugenommen, weil das den vielleicht allgemeinen "zum ersten Mal"-Wunsch sichtbar macht und kanalisiert. Wenn Poppen den Partnerschaftsdeal erst besiegelt, stellen sich ein Haufen Probleme nicht mehr. Seit es keine verbindlichen Regelungen mehr gibt, wann denn etwas "für immer" ist (und damit automatisch "zum ersten mal"), muss man sich erst Gedanken darüber machen.

    Sicherheit, dass man keinen Kuckuck untergeschoben gekriegt hat, ist mir als Begründung zu rational für das Jungfrauen-Revival. Die Clowns von "Wahre Liebe wartet" und wie sie alle heißen mögen, die keine islamischen Wurzeln haben und trotzdem die Schiene fahren, suchen keinen Gentest-Ersatz. Die suchen eine Sicherheit, die es nicht mehr gibt, nämlich Einzigartigkeit und Ewigkeit, wobei das eine das andere für die bedingt. Damit mich keiner falsch versteht: Freiheit ist mir wichtiger, ich wünsche mir also nicht alte Zeiten zurück.

    Ach ja: Und meinen alten Fernseher habe ich vor 5 Jahren verschenkt - und noch keinen Tag vermisst.

    LG, BM
    Never trust the smiling cat

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    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    ist lustig, die Frage - vor 10 Jahren dachte ich ähnlich, vielleicht sogar noch vor 5 Jahren ... und heute seh ich das anders.
    Mein Verdacht: ich hatte eine bestimmte Vorstellung von Beziehung, die ich versuchte zu verwirklichen, mit vielen Symbolen und symbolisch-aufgeladenen Elementen (Geschenke, Reisen, etc.), die ich bei allen versuchte umzusetzen. Und am Anfang auch sehr ähnliche Beziehungsumstände (die Männer waren allerdings sehr verschieden).
    Jetzt, in völlig anderen Beziehungsumständen (innerlich und äußerlich), ist das gar kein Thema, oder wenn, dann nur am Rande. Hab ja auch keine Lust mehr auf die gleichen Reisen wie mit Anfang 20 oder kann mir heute (theoretisch) andere Geschenke vorstellen/leisten.

    ich glaube, BM, Dein Geschenk (das ich sehr schön finde) sagt mehr über Dich und Deine Beziehungsvorstellung aus als über die beschenkte Person. Vielleicht war sie deshalb enttäuscht ... und mit etwas Empathie und Kreativität gibt es noch 1.000 Orte und Geschenke für künftige Mietzekatzen!
    Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad*.

    *B., Tandemfahrerin


    Wer will, sucht Wege,
    wer nicht will, sucht Gründe.
    (danke an unbekannt in der BriCom)


  7. Inaktiver User

    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    Zitat Zitat von BoeseMiezekatze
    Und doch war das Entsetzen groß, als sie merkte, dass sie da nicht die erste war. Wir hatten keinen Stress an dem Punkt, aber sie war ziemlich enttäuscht. Das meine ich, wenn es um die Erkenntnis geht, dass es "zum ersten mal" nicht mehr gibt. Rational war das klar: Ich habe ja nicht erst 8 Tage vorher einen Gitarrenkurs in der VHS belegt und angefangen Lieder zu schreiben. Wie gesagt: Nicht Vorwurf, sondern Enttäuschung. Und das macht es jedes mal schwieriger.
    Also drehten sich deine Gedanken beim Eröffnen dieses Threads mehr um die Erkenntnis oder Enttäuschung, dass die Dinge, die man zum ersten Mal erlebt, ab einem bestimmten Alter weniger werden, als um die Frage nach dem "erlaubten" Vorleben?

    Oder beschäftigt dich die Frage "Wie kann ich es leisten, meiner Partnerin Exklusivität zu bieten?"

    Ich habe jetzt zwei Tage mit meiner dreijährigen Nichte verbracht und war/bin berührt von ihrem grenzenlosen Vertrauen in mich und der kindlichen Gabe, Menschen Zuneigung entgegen zu bringen ohne viel zu hinterfragen.
    Ich beneide sie fast ein wenig um die Chance, ein komplettes Leben mit vielen "ersten Malen" vor sich zu haben. Wobei ich auch weiß, dass dazu auch eine Menge Enttäuschungen gehören werden.
    Andererseits hat sie mir auch gezeigt, dass man sich durchaus mehrfach über Dinge freuen kann - und sei es nur, dass man sich die Fingerfarbe hinter die Ohren statt aufs Papier schmiert.

    Vielleicht sollte man versuchen, sich etwas von dieser kindlichen Unbeschwertheit zu bewahren.
    Ich war nicht die Erste und Einzige, der er ein Lied geschrieben hat. So what? Ich bin die Erste, der er dieses Lied geschrieben hat. Ich war nicht die Erste, die er liebt - aber er liebt mich jetzt.

    Nachdenklich,
    midnightblue

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    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich war nicht die Erste, die er liebt - aber er liebt mich jetzt.
    Schön gesagt!

    @ BM: Hm, es käme mir nie in den Sinn, einen (Hobby-)Musiker zu fragen, ob die anderen Frauen vor mir auch eigens für sie komponierte Lieder bekommen haben. Ich würde mich über meins freuen. Allerdings kann ich ihre Enttäuschung trotzdem ein Stück weit nachvollziehen: Sie hat wahrscheinlich bei Erhalt des Geschenks nicht soweit gedacht (nicht erst seit 8 Tagen Giarren-VHS-Kurs :fg: ), da es ja wirklich ein sehr persönliches Geschenk ist, und dann kam mit der Realisation, daß es zwar persönlich, aber nicht "jungfräulich" ist, die Enttäuschung.

    Aber mal was generelles zu den ersten Malen: Ehrlich, für einmalige Erlebnisse und Erinnerungen braucht es weder Paris noch Wuppertal! Dafür reicht die Parkbank, auf der ich gesessen und eine SMS an eine Freundin getippt habe, weil ich zu früh dran war zu unserem ersten Date. Und es gibt viele Parkbänke.

    Wer jemals versucht hat, einen Partner zu vergessen, weiß, wieviele Kleinigkeiten einen ständig und überall an denjenigen erinnern. Der Klang eines Wortes, die Farbe eines Autos, die Zigarettenmarke... Und all diese Dinge waren doch auch vorher schon da. Hm, vielleicht drifte ich etwas vom Thema ab. Aber worauf ich hinauswill: Eine gemeinsame Rundreise über die griechischen Inseln mag ein einmaliges, unvergeßliches, auf ewig in der Erinnerung mit einem Partner verknüpftes Erlebnis sein. Aber viel wichtiger oder zumindest genau so prägend sind die 1000 Kleinigkeiten, die einem noch lange später im Gedächtnis sind oder bei einem bestimmten Anblick oder Klang hervorkommen. Ob nun in Paris oder in Wuppertal.

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    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    Zitat Zitat von BoeseMiezekatze
    ich sage bloß, erwachsen werden macht keinen Spaß.
    Das ist auch meine traurige Erkenntnis des Großsein!

    Die ersten Male in Beziehungsdingen sind wie schon öfter hier gesagt, individualisierbar. Sicher war ich mit jeder meiner Exen schonmal in der Stadt, aber trotzdem zählt zumindest für mich der aktuelle Moment.

    Einen Jungfrauenkult finde ich sehr bedenklich - und was ist bitte so toll an jemand, der nicht weiß, was Sache ist??? Ich weiß es jedenfalls definitiv zu schätzen, daß Frau in meinem Alter über Erfahrungen verfügt und mich an diesen partizipieren läßt. Dazu gehört nicht, daß ich bis ins letzte Detail über ihre Exe und den Sex informiert sein muß. Mir langt ihr erworbenes Knowhow. ;-)

    Grüße

    Memnoch
    Man muß einfach einsehen, wann man im dritten Akt von Othello angekommen ist.

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    AW: Wie viel voriges Leben ist erlaubt?

    @ BM

    Auch wenn sich hier die meisten brav über das selbst geschriebene Lied von Dir gefreut hätten, ich kann die Enttäuschung deiner Liebsten verstehen, denn sie könnte den Verdacht hegen, dass sich da bei dir - so wie du es in Bezug auf das Heiraten als Möglichkeit angedeutet hast - in Bezug auf das "zu Weihnachten gibt es ein selbstkomponiertes Lied" eine gewisse Routine eingestellt hat. Dass die Lieder alle individuell sind, tut da nicht viel zur Sache. Wenn eine Frau (mal so als Beispiel) einem Mann jedes Jahr einen Schlips schenkt (ich weiß, dass die Lieder alle an die Vorgängerinnen gingen...), ist das vielleicht auch nicht immer der gleiche Schlips, aber es ist und bleibt ein Schlips!

    Das hat mit "Vorleben haben dürfen oder nicht" nicht viel zu tun, sondern eher damit, wieviel Gedanken man bereit ist, sich um den Partner zu machen. Und du hast dir in diesem Fall nicht soooo viele Gedanken gemacht. Die Idee ist schön, aber sie ist wieder aufgegriffen und damit nicht mehr so persönlich, wie das Geschenk rüberkommen sollte.

    Du hättest die Sache aber leicht umgehen können. Du hättest ihr z.B. ein Bild malen können... Dazu hättest du vielleicht ein Woche VHS-Kurs machen müssen, falls du nicht so gut malen kannst. Aber auch wenn das Bild lange nicht so perfekt geworden wäre, wie das selbstkomponierte Lied, es wäre ein persönlicheres Geschenk geworden. (Vielleicht hätte es sogar gereicht, ihr das Lied zu einem anderen Anlass zu schenken, als es die Vorgängerinnen bekommen haben.)

    Was Urlaube und Orte angeht, finde ich, hängt das davon ab, mit welcher Einstellung man an die Sache geht. Ich finde nicht, dass man Dinge mit dem Partner unbedingt zum ersten mal machen muss. Das wäre ja als würde ich verleugnen, dass ich bereits xx Jahre auf der Welt bin. Ich finde es im Gegenteil bereichernd, dass beide schon etwas erlebt haben. Es kommt darauf an, wie sehr man sich mit dem Partner verbunden fühlt, wenn man diese Dinge tut. Wenn man dabei noch an den Erinnerungen an früher klebt, sie vielleicht sogar verherrlicht, ist das sicher eher kontraprodktiv.

    Ich finde daher, dass das mit "Vorleben haben dürfen oder nicht", nicht viel zu tun hat. Ein Geschenk ist einfach irgendwie etwas anderes.

    Gruß,
    K.
    Einen guten Rat gebe ich immer weiter. Es ist das einzige, was man damit machen kann. - OSCAR WILDE

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