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    Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Hallo alle zusammen!

    Ich ringe schon seit einiger Zeit mit einer Frage, zu der ich gern eure Erfahrungen und Meinungen hören würde: Wann soll man sich überhaupt auf ein näheres Kennenlernen einlassen?

    Ich bin 34 Jahre alt, seit 2 Jahren Single, insgesamt recht glücklich mit meinem Leben, wünsche mir aber auf die Dauer Partnerschaft und Familie. In den Jahren meines Singledaseins bin ich zwar immer wieder verschiedenen Männern begegnet, aber nur einer davon hat wirklich etwas in mir "berührt" und ich habe mich in ihn verliebt. Er war allerdings frisch geschieden und an einer richtigen, d.h. offiziellen Beziehung nicht interessiert, d.h. wir hatten nur ein verstecktes Verhältnis. Es hat mich eineinhalb Jahre gekostet, aus der emotionalen Bindung, die durch dieses Verhältnis entstanden war, rauszukommen und wieder andere Männer wahrzunehmen. Diesen Sommer nun hat mir ein Arbeitskollege gestanden, dass er schon seit mehr als einem Jahr in mich verliebt ist. Er wohnt und arbeitet allerdings 1500 km entfernt von hier und ist verheiratet und hat 2 kleine Kinder. Er war zu einem Meeting in unserem Büro zu Besuch und wir waren abends mit verschiedenen Kollegen aus; dabei sind wir ins Gespräch gekommen und er hat mir von seinen Gefühlen erzählt. Nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt haben wir noch 2 Wochen lang e-mails hin und her geschrieben, und dabei habe ich gespürt, dass ich mich mehr und mehr in ihn verliebe. Mein Kopf sagte mir dann, lass das alles, das ist ja hoffnungslos, der ist ja noch nicht mal geschieden und wohnt ewig weit weg, du wirst nur wieder in eine solche "Zeitfalle" laufen wie damals mit dem anderen. Ich habe dann kurz vor meinem Urlaub den e-mail-Kontakt mit ihm abgebrochen und ihm erklärt, dass mir das Risiko zu hoch ist, mich wieder emotional an jemanden zu binden der letztlich dann doch womöglich ein "hoffnungsloser Fall" ist. Er hatte dafür volles Verständnis und hat sich seither auch völlig zurückgehalten. Nun war ich aber zu Besuch in dem Büro, in dem er arbeitet, und wir haben einige Tage zusammengearbeitet (wir sind in der gleichen Projektgruppe). Und ich habe gemerkt, dass ich doch nach wie vor sehr zu ihm hingezogen bin, sowohl körperlich als auch geistig. Und gerade weil das so selten ist, dass ein Mann "Eindruck" auf mich macht, grad weil es so selten passiert, dass ich einen Mann sowohl als intellektuell/lebenspraktisch mir ebenbürtig, sozial intelligent und körperlich attraktiv empfinde, bin ich plötzlich nachdenklich geworden. Vielleicht bin ich mit den Jahren zu "vernünftig", zu kopflastig geworden und blocke alles ab, was nicht von vorneherein völlig risikofrei ist? (Und welche Beziehung ist schon ohne Risiko?) Vielleicht sollte ich mich auf ein näheres Kennenlernen und ein Verhältnis mit ihm einlassen und das Risiko, wieder zwei Jahre für eine eventuelle emotionale Abnabelung in den Sand setzen zu müssen, einfach eingehen? Wenn ich zehn Jahre jünger wäre, würde ich das vermutlich sogar machen, aber jetzt spüre ich viel mehr, dass ich für solche "Risikoprojekte" keine Zeit mehr habe. Andererseits - vielleicht verhindert genau ein solches Risikodenken, dass ich offen bin für einen Mann?

    Hat denn jemand da draußen schon mal ähnliche Überlegungen gehabt? Und wie geht man mit solchen Gedanken um?

    Bin dankbar für alle Arten von Rückmeldungen!

    Nilla

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    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    hallo nilla,

    ich kann deine gedanken bezüglich "ZU vernünftig werden" gut nachvollziehen. die gefahr besteht sicher, dass man sich aufgrund vielfältiger erfahrungen schlussendlich auf gar nichts mehr einlassen kann. was ja keine lösung sein kann.

    in diesem (deinem) fall tendiere ich aber eindeutig dazu, auf deinen verstand zu hören. du hast ihm klar gesagt, warum du dich nicht auf ihn einlassen möchtest - und er hat ja, trotz angeblich langandauernder, heimlicher verliebtheit rein gar nichts unternommen (und damit meine ich sowieso taten und nicht worte), damit ihr euch näherkommen könntet.

    soviele kilometer zwischen euch, plus ehefrau und 2 kleine kinder, da sag ich nur: vergiss es.

  3. Inaktiver User

    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    hallo nilla,

    deine gedanken bezügl. fehlender zeit für solche risikoprojekte kann ich gut nachvollziehen. ich zumindest habe für mich das gefühl, dass die "große zeit des ausprobierens" nun aber auch irgendwie mal vorbei sein sollte, und ich mir jemanden wünsche, mit dem es einfach gut läuft und man sich nicht am anfang schon viel zu viele gedanken um alles und nichts machen muss. und erst recht niemanden, bei dem einen die aktuell eher problematischen lebensumstände schon förmlich anspringen...

    der "vorsatz" klappt aktuell bei mir auch mal wieder so gar nicht, aber wenigstens ist er nicht, wie bei dir, anderweitig gebunden.

    vll ziehen einige menschen risikoprojekte indirekt immer an, damit sie sich einer richtig intensiven und "normalen" 2er-beziehung gar nicht erst stellen müssen? über diesen punkt habe ich schon häufig nachgedacht, bin aber nie zu einem wirklichen erlebnis gelangt. zumindest vermag ich nicht zu beurteilen, ob dies bei MIR so ist.

    grundsätzlich rate ich immer von vergebenen männern ab. dass dein verehrer zudem noch (kleine) kinder hat und weit weg wohnt, täte es nicht gerade einfacher machen, sich mit ihm etwas aufzubauen. selbst wenn er sich langfristig von seiner frau trennen würde. was wohl eher die wenigsten männer tun, die sich auf etwas "nebenbei" einlassen.

    ich bin selbst gerade gezwungen, etwas weiter in die zukunft zu sehen, als ich es normalerweise in so einer ersten kennenlernphase tun würde (lasse sonst vieles lieber erstmal so auf mich zukommen). man überlegt sich, worauf man zu verzichten bereit ist, wenn denn schon mal "nach ewiger zeit" endlich mal wieder ein mann da ist, der einen so wirklich fasziniert. das passiert mir nämlich auch nicht oft. ins schwärmen kann ich noch verhältnismäßig leicht geraten, aber das war es dann für gewöhnlich auch schon. wenn es mehr ist, kann ich eigentlich gar nicht anders als festhalten. nein, nicht klammern, aber eben auch nicht so schnell alles hinschmeißen, nur weil es mal unbequem erscheint. allerdings ist er, wie schon geschrieben, nicht anderweitig gebunden. mit diesem punkt hätte ich, an deiner stelle,schon arg probleme. ich wäre wohl geneigt, schon aus einem gewissen selbstschutz heraus, die sache lieber vorzeitig zu beenden bzw gar nicht erst richtig zu starten. auch wenn ich noch gern anmerken möchte, dass mein vater, als er meine mutter kennenlernte, selbst auch anderweitig liiert war. trotzdem wurden sie ein paar und sind, soweit ich das beurteilen kann, glücklich miteinander. solche "fälle" halte ich allerdings eher für selten. verlassen kann man sich als nebenbeifrau (etwas anderes ist man nicht) nunmal auf gar nichts.

    liebe grüße
    luci

  4. Inaktiver User

    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Hallo Nilla,

    Meinst du nicht, es ist einfacher, auf diesen Mann zu verzichten und jetzt den Schmerz dafür in Kauf zu nehmen, um dafür später den Mann kennenzulernen, mit dem du dir das Leben aufbauen kannst, das du dir wünschst? "Du wünschst dir auf die Dauer Partnerschaft und Familie." Dann musst du jetzt was dafür tun.

    LG Cora

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    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Vielen Dank für alle eure vernünftigen, nüchternen Antworten! Ihr sprecht aus, was mir selbst auch schon die ganze Zeit durch den Kopf gegangen ist. Die Anziehung ist halt schon sehr groß, das macht das "vernünftig bleiben" ziemlich schwierig (ich kann dich gut verstehen, Luci :-)), und da hilft es, von außen Unterstützung zu bekommen. Der geographische Abstand und der mangelnde gemeinsame Alltag wird auf die Dauer wohl hoffentlich auch zur "Entwöhnung" beitragen.

    Womit ich momentan am meisten zu kämpfen hab, ist der Gedanke daran, dass es tatsächlich so selten vorkommt, dass mich ein Mann wirklich interessiert, nicht nur physisch, sondern eben auch was Emotionalität, Interessen, "mit beiden Beinen im Leben stehen" anbelangt. Ich begegne beruflich vergleichsweise vielen Männern (ich arbeite in einer Branche, wo der Frauenanteil bei nur rund 10% liegt), aber kaum einer dieser Männer spricht mich wirklich an, weil ich oft das Gefühl habe, ich bin stärker / emotional reifer als sie. Das ist nicht arrogant gemeint, sondern einfach eine Feststellung, die ich immer wieder mache - und ihr könnt mir glauben, ich wäre froh, wenn das nicht so wäre. Meine große Sorge ist, dass ich einem Mann, den ich als mir ebenbürtig empfinde, nur alle heiligen Zeiten mal begegne. Und bei dem aktuellen Mann hatte ich eben das Gefühl dieser Ebenbürtigkeit. Daher mein Zögern.

    Wie geht ihr mit diesem Problem der Ebenbürtigkeit um? Ich meine, so tun als sei man dümmer oder unreifer als man ist, das lässt sich ja auf Dauer nicht aushalten. Bedeutet das, dass man zwangsläufig drauf warten muss, bis die "Ebenbürtigen" durch die erste Scheidungsrunde sind, oder soll man auf einen Mann setzen, in dem man zumindest das Potential zur Ebenbürtigkeit sieht? Kompliziert, das alles...

    Nilla

  6. Inaktiver User

    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Hallo Nilla,

    Ich denke nicht unbedingt, das du 'mit den Jahren' zu kopflastig geworden bist.Manche Menschen neigen dazu immer unflexibler zu werden- das mag schon stimmen.Nur aus dem von dir geschildertem Sachverhalt kann ich das jetzt nicht schliessen.
    Du weisst es selbst und das ist in dem Fall lediglich weise- dieser Mann ist jetzt! ganz klar keine ernste Möglichkeit für dich in absehbarer Zukunft glücklich zu werden.
    Du hast einen ähnlichen 'Fehler' schon einmal gemacht.
    Manche Menschen machen einen Fehler einmal- und lernen draus.
    Macht man ihn ein zweites Mal ist die Gefahr groß ihn dann noch öfter zu tun.Also überleg dir, in welche Richtung dein Leben laufen soll

    Meine große Sorge ist, dass ich einem Mann, den ich als mir ebenbürtig empfinde, nur alle heiligen Zeiten mal begegne.

    Ich befürchte das ist einfach eine Realität.Ich kann es jedenfalls gut nachvollziehen- um mal das Wort 'ebenbürdig' rauszunehmen-
    das es sehr selten vorkommt, das man einem Mann begegnet, wo man einfach denkt,fühlt: da passt's .
    Und weil das alles schon so selten ist
    sollte man manches Projekt lieber bleiben lassen.Und sei einfach so, wie du bist- ich befürchte, es wird keinen anderen Weg geben einen zu dir passenden Mann /Partner zu finden.

    Ich würd dir einfach( ) raten- halt durch
    Es wird sich schon finden.

    Gruss Tory

  7. Inaktiver User

    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Hallo Nilla,
    dir bleibt ja die Möglichkeit auf den Richtigen zu warten, der dir ebenbürtig ist oder dafür sorgen, dass du viel mehr Männer datest, damit sich die Wahrscheinlichkeit ihn zu treffen erhöht.

    Klar ist aber, dass dieser Mann gerade dir nicht ebenbürtig sein kann, weil er ja unerreichbar ist (jetzt!) Wie auch der Mann davor. Und da sehe ich Handlungsbedarf und lässt mich fragen, ob dir eine 1:1 Partnerschaft vielleicht sogar Angst macht und du dir lieber den Mann raussuchst, mit dem das von vornherein nicht klappen kann? Bze. selbst wenn du mit ihm glücklich werden würdest, du wärst immer nur Nr. 2, denn alles was du willst hat er schon in seinem Leben mit Dame Nr. 1 gehabt.

    Eigentlich willst du doch die 1. Geige spielen. oder?
    LG Cora

  8. User Info Menu

    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Hallo Nilla,

    ich hatte ähnliche Gedanken wie Cora34, als ich dein Posting las. Ist es vielleicht unterbewusst dein "emotionales Muster", dass dich vor allem Männer interessieren, die eigentlich nicht (emotional) frei sind für eine Beziehung so wie dieser Mann oder dein letztes Verhältnis? Mir ging es auf jeden Fall jahrelang so und ich habe ewig gebraucht, bis ich das für mich erkannt und verstanden hatte!

    Falls dem nicht so sein sollte, so würde ich in diesem Fall mit deinem Kollegen auch den Verstand entscheiden lassen, denn er hätte ja wirklich schon viel früher etwas in die Wege leiten können, um dich näher kennenzulernen, wenn er schon seit gut 1 Jahr in dich verliebt ist!

    Alles Liebe,
    Sunflower
    "... doch ich werde immer da stehen, wo die Liebe hinfällt." (Ich+Ich)

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    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Hallo Nilla,
    vielleicht interessiert Dich auch die Meinung eines Mannes dazu!
    Wie Du die Geschichte beschreibst, hat das viel mit Projektion zu tun. Du projezierst Deine Wünsche, Träume, Sehnsüchte auf diesen Mann, ohne ihn ja genau zu kennen. So fängt ja auch immer Verliebtheit an, und es ist ja ein wunderbares Gefühl. Nur: Über spätere "Alltagstauglichkeit", über ein mögliches "LIeben" sagt dieses Gefühl rein garnichts aus, es ist wirklich reinste Projektion.
    Von daher würde ich Dir eher empfehlen, dankbar für den Genuss der süßen Gefühle zu sein, aber doch mal in Deiner Nähe zu schauen, obs nicht das ein oder andere Goldstück gibt, das Du vielleicht nicht wahrnimmst, weils ein bißchen angelaufen oder zerkratzt ist. ZUmindestens könntest Du mit einem solchen Goldstück (?) auch im Alltag rausfinden, ob es hält, was es verspricht.
    Viel Erfolg & herzliche Grüße
    Mariano
    Der Weg ist das Ziel !

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    AW: Sich aufs Kennenlernen einlassen - wann "lohnt" es sich?

    Hallo, und danke für all die liebe Unterstützung!

    Was die Theorie von der unbewussten Wahl von Männern angeht, die eigentlich nicht frei sind - ich muss mal drüber nachdenken, aber wenn ich so auf mein sog. "Liebesleben" zurückblicke, dann waren von den insgesamt 5 Beziehungen 4, bei denen es echte Chancen auf ein gemeinsames Leben gegeben hätte (d.h. der jeweilige Mann war zum Zeitpunkt des Zusammenkommens Singel). Allerdings war in drei von den vier Fällen ich diejenige, die meiner Wege gegangen ist. Sollte mir das vielleicht zu denken geben?

    Eine andere Erklärung könnte auch sein, dass Männer, die schon mal die Verantwortung für eine Familie hatten, insgesamt reifer und erwachsener sind als andere, und daher von vorneherein anziehender wirken. Die Frage ist dann, woran man einen Mann erkennt, der noch keine solche Verantwortung hat, aber die entsprechende Reife entwickeln kann?

    Ich habe in letzter Zeit schon oft darüber nachgedacht, welcher Typ Männer für eine Frau in meiner Situation/meinem Alter überhaupt noch realistischerweise in Frage kommt. Ich habe sehr früh und sehr lange in einer Paarbeziehung gelebt und erst spät die eigenen Kräfte und die eigene Lust auf das berufliche und geographische Auf-den-eigenen-Beinen-Stehen entdeckt, hab also in einem Alter ein "unstetes Leben" geführt, in dem andere sich langsam "niederlassen". Ein etwas unglückliches Timing sozusagen. Und wenn man dann realistisch drüber nachdenkt, dann bleiben in meinem Alter "nur" noch Männer, die a) bereits einmal verheiratet waren und eventuell eine "Vergangenheit" in Form von Kindern haben, oder b) "Spätzünder" sind, die erst spät entdecken, dass sie sich doch gerne für eine feste Partnerschaft entscheiden wollen. Wie unterscheidet man aber die letzteren von Männern, die immer schon "desperat" waren und die auch noch mit 40 Jungfrau sein würden? D.h. etwas hart ausgedrückt, wie unterscheidet man ein "Wachstumspotential" von einem "hoffnungslosen Fall"?

    Nilla

    PS: Die letzten Tage mit eigenem Alltag und Freunden haben bereits viel dazu beigetragen, die ersten "Abstinenzen" wg. meines Kollegen zu mildern... Und Eure sachlichen Kommentare waren eine große Hilfe!

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