@ september & Rainbowfish
Nun, ein Kuss ist ja schon ein Zeichen dafür, dass der Kontakt über das rein Freundschaftliche, Platonische hinausgehen soll. Der ausgesprochene Wunsch nach einem Kuss zeigt also das Interesse, den Kontakt auf die nächst höhere Ebene zu heben. Und vor allem dann, wenn man auch noch möchte, dass der andere einen küsst!
Souverän wäre es gewesen, wenn Du september, da Du den Wunsch nach einem Kuss hattest, ihm diesen Deinerseits einfach gegeben hättest. Dann wärst Du diesbezüglich zwar ebenfalls in Vorleistung getreten, hättest aber selbst gemacht, anstatt Dich auch noch von seiner Bereitschaft, Dich zu küssen, abhängig zu machen. Von so einem spontanen Kuss kannst Du jederzeit wieder "zurücktreten", indem Du weiterhin freundschaftlich/platonisch auftrittst und spürbar nichts Weiteres mehr von ihm erwartest.
Ich persönlich überlasse die Initiative für Körperlichkeiten lieber den Männern: Der erste Kuss, der erste Sex. Die meisten Männer haben damit auch kein Problem, wenn sie eine Frau wirklich attraktiv finden. Da muss frau normalerweise nicht betteln. Bei Männern, die von selbst nicht küssen wollen, habe ich immer den Verdacht, dass sie nicht wirklich auf eine stehen. Es hat seine Gründe, warum sie nicht von sich aus aktiv werden! Oder sie wollen sich Zeit lassen, und dann ist es besser, noch damit zuzuwarten als gleich einzufordern.
Aber einen Kuss als Frau auch noch vorbestellen zu wollen? Sorry, ich finde das hart an der Grenze zur Demütigung. Ein Kuss ist ein Geschenk! Und er kommt, wenn es Zeit dafür ist.
september, ich empfinde Dein Verhalten bei der Kuss-Szene ziemlich wiedersprüchlich: Einerseits willst Du - ganz aktive Frau - nicht warten, bis der Herr sich zu einer Initiative bequemt. Andererseits aber willst Du wie Dornröschen von ihm (wach)geküsst werden.
Vielleicht ist das auch bei ihm so angekommen - und daher seine Antwort.
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01.11.2012, 17:19
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
Geändert von Latona (01.11.2012 um 17:25 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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02.11.2012, 08:02
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
Boah, Latona,
war das jetzt wirklich angebracht? Der gefragte Mann hat selbst geäußert, dass er die Frage total cool fand - das hätte er bestimmt nicht getan, wenn er sie als Demütigung "empfangen" hätte.
Ok, es ist Deine Meinung, gespeist aus Deiner Erfahrung. Für mich aber schwingt in dieser Szene - wie ich sie mir halt ausmale - ein großes Maß an zärtlicher Sehnsucht mit, dem Stoff, aus dem die Träume sind. Eine Frau, die mich das fragen kann, wäre mir sicherlich in sehr kurzer Zeit (und ggf. auch auf lange Sicht) viel näher, als eine, die mich bloß spontan geküsst hätte oder die ich hätte küssen 'müssen'. Ich weiß auch recht genau, warum.
Die Souveränität, wie Du sie postulierst, könnte mich dagegen in größere Unsicherheit und Zweifel versetzen. Ok, ich empfinde gemeinhin als attraktiv geltende Frauen auch nicht als wirklich attraktiv, Deine Kuss-Interpretationen als widersprüchlich und einen Kuss auch nicht als Geschenk, sondern als schon recht intime Kommunikation, von der man auch nicht ohne Weiteres 'zurücktreten' kann, den ersten gar nur als deren Versuch (es kommt natürlich auf die Intensität an).
Und so wäre eine solch spezielle Frage nach dem aktuellen oder möglichen Beziehungsstatus für mich auch kein Betteln, erst recht keine Demütigung, sondern ein Hoffnungsschimmer, dass keine klischeehafte Männerrolle von mir erwartet wird. Für mich damit sogar ein Ausdruck besonderer Wertschätzung und Reflektiertheit.
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Sorry, aber die alten Männerbilder gehören nun allesamt schon lange auf die Müllkippe (gleich mit ein paar der angeblich neuen) - sie haben die Gesellschaften wahrlich lange genug an und in den Abgrund getrieben bzw. tun es immer noch und machen täglich viele Menschen krank.Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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02.11.2012, 13:16
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
Liebe Latona,
ein bisschen ärgert mich Deine Antwort, besonders weil sie von einer Frau kommt.
Es hat meiner Meinung nach absolut nichts mit Souveränität zu tun wenn ich jemandes Persönlichkeitsgrenze einfach überschreite, der offensichtlich nicht sicher ist was er will. Das hat etwas mit Respekt zu tun, natürlich gibt es Momente in denen man es wagen kann einfach Taten sprechen zu lassen, aber nicht in diesem Fall. Und wenn wir schon bei Frauenbildern sind, man stelle sich die Situation vor in der ein Mann einer Frau zu nahe kommt (ihr einfach einen Kuss ins Gesicht drückt), die ihn nicht will und vielleicht nicht mal das Gefühl hatte ihm irgendwelche Hoffnungen gemacht zu haben. Also ich möchte das nicht erleben und wäre ziemlich sauer über so eine Respektlosigkeit und ich bin mir sicher egal wie emanzipiert, aufgeklärt oder was weiß ich wir Damen heutzutage sind, eine Menge würden das sofort unter dem Aspekt der Belästigung einstufen. Wieso sollte ich mir also so etwas herausnehmen, nur eben weil ich eine Frau bin und man es mir deshalb eher verzeiht? Zurücktreten kann man meiner Meinung von so einem Übergriff erst recht nicht.
Wenn Du schreibst Du überlässt den ersten Schritt zur Körperlichkeit lieber den Männern, dann finde ich das viel eher bedenklich. Weil das ein sehr viel ernsteres ‚Machtgefälle‘ darstellt, es bedeutet nämlich das Du immer dem Rhythmus des Mannes folgen musst, Du wartest bis er sich ‚herablässt‘ (entschuldige die saloppe Ausdrucksweise) mit Dir intim zu sein und erfüllst seine Bedürfnisse und nicht Deine, das hat nichts mit echter Partnerschaft, wie ich sie verstehe, zu tun (denn das einzige was Dir bleibt ist bei nicht gefallen Deinem Gegenüber Einhalt zu gebieten, das ist nicht gerade viel Handlungsspielraum).
Dazu passt auch Deine Deutung des Kusses als Geschenk, ein Geschenk hat nämlich für den Beschenkten keinen aktiven Part, außer dem des sich Bedankens. Er kann es sich in der Regel nicht aussuchen was er bekommt und die Höflichkeit es dankbar anzunehmen, liegt in unserem Kulturkreis tief verwurzelt. Ist das Deine Vorstellung von einer Begegnung auf Augenhöhe in der Liebe? In dieser Betrachtungsweise steckt so viel von all dem was Frauen Jahrhunderte genau so ertragen mussten und ich fürchte heute noch in vielen Fällen müssen.
Apropos widersprüchlich, Du bist auch nicht ganz stringent. Denn oben in Deinem Post rätst Du mir ich hätte es besser einfach tun sollen und weiter unten sagst Du mir man sollte es nicht einfordern wenn jemand Zeit braucht, was denn nun?
Ich habe keinen Kuss vorbestellt und übrigens betrachte ich mich nicht als aktive Frau die nun dringend ihren Kopf durchsetzen möchte.
Das Einzige was ich getan habe ist ein echtes Risiko für die Liebe einzugehen und mein Herz auf die Zunge gelegt zu haben und mich den Konsequenzen zu stellen, ohne respektlos zu sein.
Das ist übrigens eine gute Erfahrung etwas zu riskieren für das eigene Selbst, egal welchen Ausgang so etwas nimmt. Hast Du es je versucht?
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02.11.2012, 14:48
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
@ Cygnus
Es geht hier nicht um die Demütigung des Mannes, sondern der Frau, die um einen Kuss bittet. Klar, für einen Mann ist es immer schmeichelhaft, von einer Frau gefragt zu werden. Dann liegt es aber in seiner Macht, zu- oder abzusagen.Der gefragte Mann hat selbst geäußert, dass er die Frage total cool fand - das hätte er bestimmt nicht getan, wenn er sie als Demütigung "empfangen" hätte.
@ september
Schade, dass Du Dich über meinen Beitrag geärgert hast. Ich habe nur versucht, Dir eine etwas andere Perspektive aufzuzeigen.Ich behaupte mal, wenn Du Dich seinem Gesicht vorsichtig zum Kuss genähert hättest, dann hättest Du gemerkt, ob er das will oder nicht. Und dann hättest Du immer noch reagieren und Dich zurückziehen können, wenn er spürbar Widerstand gezeigt hätte. Ich habe ja nicht dafür plädiert, dass Du ihn überfallen sollst. Vielleicht hätte er sich ja auf diese Weise sogar drauf eingelassen. Es hätte unter Verführung laufen können …Es hat meiner Meinung nach absolut nichts mit Souveränität zu tun wenn ich jemandes Persönlichkeitsgrenze einfach überschreite, der offensichtlich nicht sicher ist was er will.
Verstehst Du den Unterschied zwischen „Ich werde selbst aktiv und teste vorsichtig bei dem Mann aus, was geht“ und „Ich will, dass er auf mich zukommt, aber selbst nicht den ersten Schritt machen müssen?“ Im letzteren Fall überlässt Du es vordergründig dem Mann, weil Du nicht selbst aktiv sein willst, und machst Dich damit davon aber abhängig, ob er es nun will oder nicht. Er hat es wiederum in der Hand, Dich ausdrücklich abblitzen zu lassen. Wenn Du ausdrücklich um etwas bittest, musst Du immer damit rechnen, dass Dein Gegenüber nein sagt. Das ist eine Zurückweisung für Dein Ego.Ja, das ist nicht sonderlich toll für uns Frauen. Auf der anderen Seite zeigen Erfahrungen von Frauen immer wieder, dass Beziehungen für Frauen besser laufen, wenn nicht sie - die Frauen - von vorne herein in der Position derjenigen sind, die mehr wollen. Beziehungen laufen für Frauen besser, wenn die Männer motiviert sind, sich von sich aus um sie zu bemühen, ohne dass man sie dazu erst anstupsen muss. Beziehungen, die denen Männer sich von Anfang an zurücklehnen konnten, während die Frauen alle Werbungsarbeit auf sich nahmen oder wo Frauen die ganzen Forcierungen auf die nächst höhere Verbindlichkeitsebene initiiert haben (1. Date, 1. Kuss, 1.Sex etc.), bleiben in der Regel in einem für die Frauen unbefriedigenden Zustand stecken, denn der Mann sieht dann keinen Grund mehr, sich um die Frau zu bemühen.Wenn Du schreibst Du überlässt den ersten Schritt zur Körperlichkeit lieber den Männern, dann finde ich das viel eher bedenklich. Weil das ein sehr viel ernsteres ‚Machtgefälle‘ darstellt, es bedeutet nämlich das Du immer dem Rhythmus des Mannes folgen musst, Du wartest bis er sich ‚herablässt‘ (entschuldige die saloppe Ausdrucksweise) mit Dir intim zu sein und erfüllst seine Bedürfnisse und nicht Deine, das hat nichts mit echter Partnerschaft, wie ich sie verstehe, zu tun (denn das einzige was Dir bleibt ist bei nicht gefallen Deinem Gegenüber Einhalt zu gebieten, das ist nicht gerade viel Handlungsspielraum).
Wenn Dir das nichts ausmacht - wunderbar. Aber die meisten Frauen möchten immer noch von Männern umworben werden - so wohl auch Du, die Du von ihm geküsst werden möchtest - also müssen Frauen Männern dafür auch den Spielraum lassen und dürfen nicht alles an sich reißen.
Um rauszufinden, ob ich es einem Mann wert bin, dann er sich von sich aus ein bisschen um mich bemüht, warte ich gerne ein wenig ab.
Es ist für mich kein passives Warten, sondern ein aktives Sondieren: Was tut er jetzt? Wie reagiert er auf mich? Reicht mir das aus? Und wenn nein, kriegt er noch eine Chance oder war es das jetzt für mich?
Das heißt nicht, dass ich eine grundsätzliche Gegnerin der weiblichen Initiative bin. Ich will Frauen nicht zur Passivität verdammen. Aber die weibliche Initiative darf nur in Maßen erfolgen und sollte sich am Ping-Pong-Prinzip ausrichten: Ein Schritt sie - und dann ist er wieder dran!
Männer mögen sich von Frauen geschmeichelt fühlen, die ihnen hinterher rennen, aber besondere Achtung oder gar Begehren verspüren sie nicht für sie. Sonst würden sie nicht zulassen, dass die Frau hinter ihnen herrennen muss, sondern würden ihr viel mehr entgegenkommen!Der Kuss von Dir aus war nur eine Möglichkeit, und ich hätte immer noch besser gefunden als Deine weinerliche Frage, ob er Dich küssen will. AM besten hätte ich es aber gefunden, wen Du einfach die Füße still gehalten hättest, wenn Du schon der Meinung bist, er brauche mehr Zeit.Apropos widersprüchlich, Du bist auch nicht ganz stringent. Denn oben in Deinem Post rätst Du mir ich hätte es besser einfach tun sollen und weiter unten sagst Du mir man sollte es nicht einfordern wenn jemand Zeit braucht, was denn nun?
Du hättest ihn nicht von Dir aus küssen brauchen, aber Du hättest auch nicht mit ihm darüber verhandeln müssen, wann er Dich nun zu küssen gedenkt. Man muss nicht alles zerquatschen, man kann es auch einfach mal auf sich zukommen lassen! Und gerade, wenn Du der Meinung bist, dass er mehr Zeit braucht, dann hättest Du ihm diese einfach zugestehen können, ohne das Thema aufs Tapet zu bringen und Dir damit diese ausdrückliche Abfuhr zu holen, nur weil Du hippelig wirst und es nicht mehr aushältst.
Ja, ich habe leider etliche Erfahrungen damit gemacht, auf Männer zuzugehen, die mir gefielen, und bei ihnen abzublitzen – weil ich mir nicht die Mühe gemacht habe, zu schauen, ob sie sich wirklich für mich interessieren und mich nur von meinem Wunschdenken habe leiten lassen. Ich finde das nicht als erhebend, sondern als demütigend. Das passiert mir inzwischen nicht mehr.Das ist übrigens eine gute Erfahrung etwas zu riskieren für das eigene Selbst, egal welchen Ausgang so etwas nimmt. Hast Du es je versucht?Geändert von Latona (02.11.2012 um 15:02 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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02.11.2012, 23:57
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
Sorry, Latona,
aber das war nicht eindeutig, jedenfalls nicht für mich. Aber ich habe auch noch nie Beiträge von Dir als derart - wie soll ich sagen - rückbezogen empfunden. Das sind ja regelrechte "Rules". Und wieso siehst Du den ominösen ersten Schritt überhaupt erst in der Tat und nicht schon in der (genauso aktiv) geäußerten Frage, ob man sich wohl nahe genug kommen könne? (Wo nimmst Du im Folgenden überhaupt das "weinerlich" her?)
Für mich läge der Unterschied primär in der Rücksichtnahme auf meine eigene Unsicherheit - und da stellte sich sofort ein Eindruck großer Empathie, aber auch Wir-Syntonie ein. Damit wären nicht nur alle Chancen gewahrt, es sich weiter entwickeln zu lassen (im Gegensatz zum offensiven Kuss, auf den ich zu überrascht bis überrumpelt vielleicht ungünstige Signale gesendet hätte), sondern sie hätten sich sogar deutlich erhöht.
(Wenn Du zwischen den Zeilen liest, wirst Du längst bemerkt haben, dass meine Empathie sogar schon in den Beschreibungen dieser angenommenen "Situation" bzw. meiner bloß fiktiven Beteiligung daran mitschwingt.)
Ein Mann, der bei einer so 'gestrickten' Frau keinen Grund mehr sieht, sich zu bemühen, ist schlicht nicht der richtige Partner für sie, da fehlt es massiv an Gemeinsamkeitspotenzial - eindeutig auf seiner Seite.
Mein Gedanke ist, "der Richtige" wird sich viel ausführlicher um sie und die gemeinsame Entwicklung bemühen können, weil er erst garnicht in männlich-archaischen und weiblich-erwartungsvollen Strickmustern hängen bleibt bzw. daran herumrätseln und -basteln muss.
Das Letzte glaube ich Dir nach Deinen letzten Postings unbesehen - aber vielleicht entgeht Dir dadurch eben auch etwas ganz anderes? Oder jemand "ganz anderer"? Ich glaube tatsächlich, ein paar mir bisher unerklärliche Eindrücke jetzt eher einordnen zu können...Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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03.11.2012, 00:28
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
*kurz-reinschnei-weil: POAH, wie schön!
und @ September: Ohne weiteren Kommentar von mir ein - bleib dran!
Er scheint nicht der Draufgänger zu sein, aber dafür vielleicht umso nachhaltiger? Und vielleicht möchte er auf seine zurückhaltende Weise deine "Nachhaltigkeit" ..prüfen?
Für mich hört es sich so an: Würdest du dich bei der nächstbesten Gelegenheit von ihm distanzieren, wärst du halt nichts für ihn. Weder deine Frage noch seine Antwort würdest du mit Ernsthaftigkeit - die du sonst auf der emotionalen Ebene ausstrahlst? - belegen.
Nur eine Vermutung ..so aus der Ferne. Und nicht zu viel verkopfen - einfach den Bauch schwingen lassen bei so einem Mann.
Alles Gute!
LevadeGeändert von Levade (03.11.2012 um 00:49 Uhr)
Wer keine Wahl hat, muss sich entscheiden.
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03.11.2012, 09:32Inaktiver User
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
das gibt es, ja. aber dass du eine regel daraus machst, finde ich zu weit gehend. es gibt auch beziehungen, die scheitern, obwohl die frau ihn hat kommen lassen. ganz generell, so ist meine beobachtung, scheitern manche beziehungen bzw. anbahnungen an dem punkt, an dem das jagen-fangen lassen beendet ist. dann kommt es drauf an, ob man wirklich etwas miteinander anfangen kann.
ich gerate auch oft an jäger, diese variante liegt auch mir mehr. ich habe aber auch schon - wenige, zugegeben - sehr souveräne, humorvolle männer erlebt, die mit einer art väterlichem vergnügen "überfälle" von meiner seite annehmen konnten und dabei sowas von überaus "männlich" geblieben sind. die hätten auch auf so ein ausformuliertes ansinnen wie das der te mit humor und augenzwinkern geantwortet.
also, ich widerlege deine these nicht an sich, aber dass du eine regel daraus machst.
das kann ich gut verstehen. aber deine schlussfolgerung finde ich falsch. dass du abgeblitzt bist, liegt nicht daran, dass du die rollen verletzt hast, sondern dass du das spiel nicht beherrscht. du bist nicht gut darin, signale zu deuten und hast nicht mitgekriegt, dass die männer keine oder abwehrende gesendet haben.Ja, ich habe leider etliche Erfahrungen damit gemacht, auf Männer zuzugehen, die mir gefielen, und bei ihnen abzublitzen – weil ich mir nicht die Mühe gemacht habe, zu schauen, ob sie sich wirklich für mich interessieren und mich nur von meinem Wunschdenken habe leiten lassen. Ich finde das nicht als erhebend, sondern als demütigend. Das passiert mir inzwischen nicht mehr.
das erlaube ich mir zu sagen, weil ich selbst auch so eine kandidatin bin, und ich lasse auch lieber die männer kommen. aber ich würde das lieber nicht mit verallgemeinerungen begründen, sondern ich zieh mir den schuh selber an: ich bin etwas arg ungeschickt manchmal.
und dann sehr dankbar, wenn ein mann die situation in den griff kriegt.
und niemals böse, wenn einer mal einen falschen schritt tut, weil ich weiß, wie schwer das ist.
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03.11.2012, 10:33
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
Ich glaube schon, dass es Latona genau darum geht: da sie nicht gut darin ist, die Signale zu deuten, überlässt sie es deshalb lieber dem Mann. Das kann ich auch absolut nachvollziehen.
Allerdings - und das ist nunmal Teil dieser "Weltsicht" - sortiert man damit auch automatisch aus. Denn wenn man davon ausgeht, dass "alle Männer gleich sind", ergo Signale senden und nach einem bestimmten Prinzip vorgehen, alle gleich funktionieren und fühlen - lernt man auch nur solche Typen kennen.
All die anderen, die z.B. nicht gut sind im Flirten, die Angst haben, eine Frau anzusprechen oder die einfach nicht andauernd Ausschau nach potentiellen Partnern halten, die fallen dabei untern Tisch. Insgesamt handelt es sich dann also um einen Zirkelschluss.
Für mich gehört zum Kennenlernen z.B. immer auch, eine Freundschaft aufzubauen. Für mich gilt: ohne Freundschaft, keine Beziehung. Die Reihenfolge handhaben andere aber wiederum anders.
Jedoch: auf Basis meiner eigenen Geschichte und der empirischen Erhebung selektiver Meinungen in einem Forum allgemeine Handlungsanweisungen zu geben (und so kommen Latonas Beitrage, bis auf den letzten - der war viel weicher, persönlicher - bei mir an), wird der komplexen Sache des Kennenlernens irgendwie nicht gerecht.
Ich glaube auch nicht daran, dass Menschen aus statischen Gefühlswelten bestehen, sondern ich glaube an Konstellationen: mit jedem Menschen interagiere ich individuell.
Ich finde übrigens deine Geschichte, september27, total schön - weil sie sehr individuell ist und nicht nach einem Schema abläuft. Ich finde, das hat (retrospektiv) auch was amüsantes. Gerade weil es eben nicht üblich ist, jemanden nach einem Kuss zu fragen. Und dann so eine enigmatisch-wirre Antwort darauf zu bekommen.
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03.11.2012, 10:39Inaktiver User
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
ja, der schluss ist voreilig.
aber das aussortieren finde ich nicht schlimm - mit den männern, die nicht gut im flirten sind und angst haben, eine frau anzusprechen, kann ich halt auch nichts anfangen, das passt für mich nicht. - für eine andere frau aber vielleicht sehr gut, klar!
unterschreib!Für mich gehört zum Kennenlernen z.B. immer auch, eine Freundschaft aufzubauen. Für mich gilt: ohne Freundschaft, keine Beziehung. Die Reihenfolge handhaben andere aber wiederum anders.
Jedoch: auf Basis meiner eigenen Geschichte und der empirischen Erhebung selektiver Meinungen in einem Forum allgemeine Handlungsanweisungen zu geben (und so kommen Latonas Beitrage, bis auf den letzten - der war viel weicher, persönlicher - bei mir an), wird der komplexen Sache des Kennenlernens irgendwie nicht gerecht.
Ich glaube auch nicht daran, dass Menschen aus statischen Gefühlswelten bestehen, sondern ich glaube an Konstellationen: mit jedem Menschen interagiere ich individuell.
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13.11.2012, 14:13
AW: 30 und kein Gramm schlauer, wenn es um die Liebe geht
@ ambiva
Die Erklärung, dass mich die Männer haben abblitzen lassen, weil ich aus der weiblichen Rolle gefallen bin, die hatte ich vor 20 Jahren. Inzwischen bin ich schon so weit, zu erkennen, dass ich zu wenig darauf geachtet habe, ob die Männer interessierte Signale senden - oder eben nicht. Ich habe mich wirklich komplett vom Wunschdenken leiten lassen.das kann ich gut verstehen. aber deine schlussfolgerung finde ich falsch. dass du abgeblitzt bist, liegt nicht daran, dass du die rollen verletzt hast, sondern dass du das spiel nicht beherrscht. du bist nicht gut darin, signale zu deuten und hast nicht mitgekriegt, dass die männer keine oder abwehrende gesendet haben.
Deshalb sind mir diese Signale heute auch so wichtig, und deshalb achte ich so sehr auf das Ping-Pong-Prinzip bei der Annäherung: Kommt auf meine Initiative hin von dem Mann nichts, dann war's das. Hinterherrennen tu ich keinem mehr.
@ evrenJa, ich gestehe es durchaus den Männern zu, dass sie auch nicht immer Lust darauf haben, die Initiative zu ergreifen, dass sie keine Körbe kassieren wollen.Allerdings - und das ist nunmal Teil dieser "Weltsicht" - sortiert man damit auch automatisch aus. Denn wenn man davon ausgeht, dass "alle Männer gleich sind", ergo Signale senden und nach einem bestimmten Prinzip vorgehen, alle gleich funktionieren und fühlen - lernt man auch nur solche Typen kennen.
All die anderen, die z.B. nicht gut sind im Flirten, die Angst haben, eine Frau anzusprechen oder die einfach nicht andauernd Ausschau nach potentiellen Partnern halten, die fallen dabei untern Tisch. Insgesamt handelt es sich dann also um einen Zirkelschluss.
Für mich gehört zum Kennenlernen z.B. immer auch, eine Freundschaft aufzubauen. Für mich gilt: ohne Freundschaft, keine Beziehung. Die Reihenfolge handhaben andere aber wiederum anders.
Ich lasse Männer nicht ausschließlich kommen, ich ergreife durchaus auch mal die Initiative.
Das Kennenlernen über die Freundschaft finde ich auch am besten, denn da kommt man sich näher, ohne dass gleich so wahnsinnig viel für einen von beiden oder für beide auf dem Spiel steht.
Ich bin jedoch der Meinung, wenn ich schon mal in Vorlage gegangen bin, z.B. mit einer Initiative, dann kann ich von einem interessierten Mann erwarten, dass er merkt, dass er von mir keinen Korb kriegt, sollte er seinerseits auf mich zugehen - und dass er jetzt dran ist. Damit meine ich jetzt nicht diese blöden Eitelkeitsspielchen, die manche Frauen betreiben: Anlächeln und bei Annäherung Abservieren. Sondern ich meine schon eine echte Initiative, dass ich auf den Mann zugehe und ein gewisses Risiko eingehe, abzublitzen, z.B. weil ich ablehnende Signale übersehen habe. Wenn ein Mann auf so eine Vorlage nicht eingeht, dann halte ich ihn zu Recht für wenig interessiert an meiner Person.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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