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    Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Hallo liebe Forums Community,



    ich lese seit Jahren fleissig mit und habe nun ebenfalls eine Herzensangelegenheit... Ich werde versuchen mich kurz zu halten und würde mich über eine neutrale Meinung freuen.

    Letztes Jahr im November starb eine liebe Freundin, welche ich seit zwei Jahren nicht gesehen hatte, da sie ins Ausland zog um sich dort wegen einer Krebskrankheit behandeln zu lassen und schließlich leider doch den Kampf gegen den Krebs verlor (derweil wieder zurück im Land).

    Wir kannten uns aus einer Geburtstsvorbereitungsgruppe und haben uns anschließend einige Male getroffen, leider konnte sich durch zeitliche Beschränkungen nie eine tiefe Freundschaft entwickeln, trotzdem traf mich die Nachricht ihres Todes sehr.

    Ich habe anschließend ihrem Mann (welchen ich bisher nicht persönlich kannte) eine Mail geschrieben um mein Beileid auszudrücken und Hilfe anzubieten, da er durch den Tod seiner Frau zum alleinerziehenden Vater von drei Kindern wurde.

    Ich selbst habe mich letztes Jahr von meinem Mann getrennt und bin ebenfalls seither alleinerziehende Mutter.

    Aus der ersten Mail entwickelte sich eine eMail Freundschaft, wir tauschten Gedanken über das Leben, den Tod, Gott und die Welt aus und nach zwei Monaten lud er mich zu einem zwanglosen Abendessen ein. Der Abend war sehr nett, wir hatten vorab intensiven schriftlichen Kontakt geführt, nie mit Flirts, sondern ausschließlich freundschaftlichen Mail und Whats App Kontakt und als wir uns persönlich gegenüber sassen war das, als wenn wir uns seit Jahren kannten.

    Diese Beziehung baute sich über die Monate immer weiter aus, es hat sich ein Urvertrauen gebildet und wir schrieben den ganzen Tag hin und her, doch nachwievor freundschaftlich.

    Im April machten wir ein zweites Treffen aus, fuhren zu einem Konzert, gingen anschließend etwas trinken und sassen bis um 6:00 morgens zusammen, ich hatte das Gefühl keiner von uns wollte das Treffen beenden.

    Letztlich führte die Nacht zu mehr, alles ausser Beischlaf, was uns beide irgendwie überraschte, doch es fühlte sich zu dem Zeitpunkt sehr schön und natürlich an.

    Am nächsten Tag hatte ich ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner verstorbenen Freundin, ich fühlte mich wie eine Grabräuberin, ich wusste nicht mehr was ich denken oder fühlen sollte.

    Ich denke ihm erging es ähnlich und ohne über das Geschehene zu reden führten wir unsere virtuelle Freundschaft weiter, als sei nichts geschehen.

    Doch langsam merkte ich, dass sich aus der Freundschaft mehr entwickelte. Ab und an schickten wir eine Flirt SMS, dann wieder freundschaftlich und so ging es über Monate weiter. Er sagte irgendwann, sogar in zwei Gesprächen, dass er für eine neue Beziehung noch nicht bereit ist. Ich weiss nicht ob das direkt an mich gerichtet war, oder einfach Unterhaltung... Trotzdem schreibt er den ganzen Tag, die erste und letzte SMS stammt grundsätzlich von ihm und er schlug mehrere Treffen vor, für welche ich Ausreden erfand weil ich einfach nicht weiss wohin ich mit meinen Gefühlen soll.

    Tja, letzten Monat fiel mir meine Liebe zu ihn wie Schuppen von den Augen. Er sagte er habe sich eine Wohnung in einer anderen Stadt gekauft und in dem Moment war es, als wenn jemand mir den Boden unter den Füssen wegriss, mir wurde schwindelig und ich bekam Bauchschmerzen.. Ich schrieb, dass ich nicht wusste, dass er wegzieht und er räumte schliesslich ein, dass diese Wohnung als Investition gekauft hat und in unserer Stadt bleiben würde.

    Puh, mir ist ein ganzer Berg vom Herzen gefallen. Und ein paar Steine haben sich gebildet, denn nun war mir klar, dass ich ihn liebe. Mit Haut und Haaren und Seele und allem. Und nu??

    Wir waren am Freitag und Samstag aus, er macht keinerlei Anstalten, dass wir etwas anderes als Freunde wären, doch ab und an schickt er eindeutige SMS, dann wieder nicht. Ahhhh, ich werde noch verrückt. Er hatte mir vor ein paar Wochen ja gesagt, dass er noch nicht bereits für eine Beziehung ist und nun nähert sich auch noch der erste Todestag seiner Frau... Trotzdem bin ich "die Frau" in seinem Leben, er ruft mich für alles an oder einfach um zu fragen was ich mache. Sehr verwirrend.

    Also, sollte ich ihn vergessen bzw. in meinen Dickschädel bekommen, dass wir Freunde sind? Mein Kopf ist eine Sache, doch wie bringe ich dies meinem Herzen bei? Oder sollte ich weiter sitzen und warten? Und überhaupt, ist eine Beziehung zu dem Mann einer verstorbenen Freundin moralisch vertretbar?

    P.S. Tschuldigung, nun wurde es doch recht lang
    Geändert von iMe (04.10.2012 um 20:59 Uhr)

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    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Moralisch vertretbar? Sicher. Du nimmst ja Deiner Freundin nicht den Mann weg.

    Trotzdem: Du wirst einen sehr langen Atem brauchen. Und auch wenn Du geduldig wartest und er wieder bereit für die Liebe ist, ist immer noch nicht gesagt, dass Du diejenige bist.

    Andererseits hast Du sicher was Vertrautes an Dir. Nicht umsonst war sie ja Deine Freundin.

    Wenn er es wert ist, würde ich warten. Auch im Wissen, dass eine gute Freundschaft wahrscheinlicher sein wird.

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    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    er KANN noch gar nicht bereit für eine beziehung sein. in einem fall wie eurem ist geduld, geduld und noch einmal geduld angesagt. genieße die freundschaft, aber versuch nicht, ihm eine beziehung abzuringen. damit tust du euch beiden nichts gutes. ich war in einer ähnlichen situation wie du, musste zwei jahre warten und viel wegstecken, aber er war es mir wert, und wir sind heute sehr glücklich.

    es kommt natürlich auch auf den mann an, wie er es schafft, die vergangenheit zu bewältigen und wie lange er dazu braucht. im moment braucht er einfach nur einen menschen wie dich in seinem leben. sei ihm einfach eine freundin, schau aber auch, dass du nicht in die helferrolle schlitterst.

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    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Also eine frühere Freundin von mir hat genau so einen Mann geheiratet, und zwar schon nach einem Jahr. Sie haben drei Kinder.

    Moralisch ist das doch völlig ok. Warum sollte ein Mann so lange alleine bleiben, wenn ihm das nicht gut tut. Und du, du bringst dem Liebsten deiner Freundin doch etwas Schönes, etwas Einzigartiges: Deine Liebe.

    Nur Mut!

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  5. Inaktiver User

    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Zitat Zitat von iMe Beitrag anzeigen
    . :

    Und überhaupt, ist eine Beziehung zu dem Mann einer verstorbenen Freundin moralisch vertretbar?

    :
    Absolut.
    Deine Freundin hätte bestimmt nicht gewollt, dass er bis zum Ende seines Lebens alleine bleibt. Nun ist es eben jetzt so gekommen, dass ausgerechnet Du es bist, mit der er eine innige, vertrauensvolle Bekanntschaft aufgebaut hat. Daran ist nichts verwerflich. Ob Du ihn vergessen solltest oder nicht... dazu kann ich Dir leider keinen Rat geben. Die entscheidene Frage ist, ob Du es aushältst Dich in Geduld zu üben, bis und ob er evtl. bereit für eine Beziehung ist. Und die kannst nur Du Dir beantworten.

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    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    ich würde ihm an deiner stelle sagen, die zeit mit ihm, und besonders die nacht, habe dir klargemacht, dass du noch einmal für eine richtige beziehung offen bist.
    in nächster zeit würde sich die zeit mit ihm empfindlich einschränken, du gingest wieder mehr ins leben hinaus.

    das würde ich an deiner stelle auch wirklich tun.


    (wenn er reagieren möchte, wird er es schrittweise tun, wenn nicht wirst du andere menschen kennenlernen.)

    bleibe nur nicht die billige reserve, die zwischen-halbfrau. das leben ist zu kurz zum warten.
    lg
    legrain

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    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Zitat Zitat von iMe Beitrag anzeigen
    Also, sollte ich ihn vergessen bzw. in meinen Dickschädel bekommen, dass wir Freunde sind? Mein Kopf ist eine Sache, doch wie bringe ich dies meinem Herzen bei? Oder sollte ich weiter sitzen und warten? Und überhaupt, ist eine Beziehung zu dem Mann einer verstorbenen Freundin moralisch vertretbar?
    Natürlich ist das moralisch vertretbar. Was spräche dagegen?

    Ich würd's tun. Ich würd's ihm wahrscheinlich sogar sagen.

    Was sind eindeutige SMSe?
    see you on be friends online!

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    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Ich denke, nicht umsonst gibt es das sogenannte Trauerjahr. Wenn eine Witwe oder ein Witwer allzu schnell Ersatz für den verstorbenen Partner parat hat, hat das schon einen unangenehmen Beigeschmack.
    Aber nach einem Jahr dürfte Dir niemand einen Vorwurf machen.

    Die andere Sache ist die, dass er sich nicht eindeutig verhält. Er sagt Dir, er sei noch nicht für eine Beziehung offen (was ich sofort glaube), andererseits schreibt er zweideutige SMS. Das finde ich nicht okay.

    Ich würde ihm sagen, wie es um Dich steht und auch, dass Du Verständnis hast, dass er noch keine Beziehung will. Dann soll er aber bitte die zweideutigen SMS lassen, weil sie Dich durcheinanderbringen und hoffen lassen...
    Und die Intensität des Kontakts muss eingeschränkt werden, damit Du wieder ins Leben hinaus gehen kannst. Wenn er mehr von Dir will und einen Beziehungsversuch starten will, kann er sich ja gerne melden.

    Du läufst ansonsten die Gefahr, dass Du die Frau gegen das Alleinsein und zum Herzausschütten wirst und er sich später anderweitig verliebt. Oder willst Du jahrelang am ausgestreckten Arm verhungern? Mit ungewisser Aussicht auf Erfüllung?

    P.S.: Die Idee von legrain finde ich gut, zu sagen, ich sei jetzt wieder offen für eine Beziehung und ginge ins Leben hinaus. Dann bezieht er das nicht direkt auf sich, kann aber handeln, wenn er DICH will (als Person, nicht als Besetzung für die vakante Rolle der Frau an seiner Seite).
    Die große Gefahr würde ich neben der möglicherweise vergeblichen Warterei darin sehen, dass er gar nicht DICH meint, sondern nur jemanden an seiner Seite möchte - so ist es ja auch, wenn jemand vorschnell nach einer Trennung eine neue Beziehung eingeht.
    Du solltest es Dir doch wert sein, sicherzugehen, dass auch DU als Person gemeint bist.
    Geändert von Raratonga (04.10.2012 um 23:15 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Ich finde, so eine Beziehung ist moralisch absolut vertretbar.
    Der Mann ist doch keine Grabbeigabe.

    Solche Überlegungen sind natürlich idiotisch, weil absolut spekulativ, aber mal angenommen, Deine verstorbene Freunding könnte sich aus dem Jenseits dazu äussern, was würde die wohl sagen?
    Wenn sie den Mann geliebt und Dich gemocht hat, mit hoher Wahrscheinlichkeit: "Bitte werdet sehr glücklich miteinander.", oder?

    Es könnte allerdings sein, dass es für Dich ein langer Weg wird bis zu einer "richtigen" Beziehung.
    Denn der Mann ist offensichtlich noch in Trauer um seine Frau. Das soll Dich nicht hindern, das Thema mit ihm zu besprechen. Ich fände auch nichts dabei, ihm Deine Gefühle sanft zu offenbaren.

    Aber bitte bedenke: Garantien gibt es auch hier keine. Es kann sein, dass ihre seine Trauerphase zusammen verlebt und er sich danach in eine andere Frau verliebt.

    Wie auch immer, alles Gute für euch!

    NM

  10. Inaktiver User

    AW: Verliebt in den Mann (m)einer verstorbenen Freundin. Help!

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    Ich denke, nicht umsonst gibt es das sogenannte Trauerjahr. Wenn eine Witwe oder ein Witwer allzu schnell Ersatz für den verstorbenen Partner parat hat, hat das schon einen unangenehmen Beigeschmack.
    Aber nach einem Jahr dürfte Dir niemand einen Vorwurf machen. ...
    Wenn es sich um enen plötzlichen Unfalltod handeln würde, ok.
    Aber eine Krebserkrankung ist langwierig und viele Paare nutzen die Chance, bewusst voneinander Abschied zu nehmen, sprechen dabei auch über das Leben danach. Insofern würde ich das in so einem Fall doch sehr individuell betrachten.

    Und selbst wenn irgendjemand einem bei sowas Vorwürfe macht - muss jemand anstandshalber allein sein, sich seine Gefühle verbieten, nur damit die Leute sich das Maul nicht zerreissen?

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