Mal wieder eine Frage zur Partnersuche... Eigentlich wollte ich gerade pausieren, doch kaum gibt man auf, tut sich plötzlich was. Scheinbar ist doch was dran an dem alten Spruch, dass man erst "gefunden" wird, wenn man nicht mehr sucht... Jedenfalls bin ich bei einem Geschäftstermin mit einem Mann ins Gespräch gekommen, der sich seither sehr um mich bemüht.
Das Problem ist: Ich habe mich nicht spontan verliebt, nichtmal so ein bisschen. Andererseits hat er auch nichts an sich, was ausschließen würde, dass sich da noch etwas entwickeln könnte bei mir. Der Mann ist mir sympathisch, bringt mich zum Lachen und auch sonst habe ich noch keine objektiven Hinderungsgründe entdeckt, die ihn von vorneherein ausschließen würden.
Er dagegen ist eindeutig interessiert und jetzt weiß ich nicht, wie ich mit ihm umgehen soll. Ich kann nicht ausschließen, dass sich bei mir noch Gefühle entwickeln, möchte der Sache auch gerne eine Chance geben, aber gleichzeitig ihm nicht mutwillig weh tun. Wie kriegt man das am besten hin?
Ich fühle mich schlecht dabei, mich auf Treffen, Gespräche usw. einzulassen und damit unweigerlich die Hoffnungen / Erwartungen des anderen anzufachen. Mein Verhalten muss er ja als Ermunterung betrachten. Gleichzeitig kann man doch auch nicht in so einem frühen Kennenlernstadium sagen "Ich bin übrigens nicht verliebt, kann es aber nicht ausschließen, dass das noch kommt", oder? In dem Moment, wo er sagen würde, dass er sich verliebt hat, würde ich das natürlich tun, aber im Moment zeigt er einfach nur sehr eindeutig, dass er mich kennenlernen will.
Welches Verhalten ist in so einer Situation dem anderen gegenüber fair? Wie würdet ihr wollen, dass man mit euch umgeht? Gehe ich weiter auf seine Annäherungsversuche ein, wird er das ja als Bestätigung meines Interesses betrachten. Würde ich umgekehrt auch. Und dann aus allen Wolken fallen, wenn es "hart auf hart" kommt und der andere plötzlich damit rausrückt, dass er "nur schauen" wollte. Bin etwas hin- und hergerissen im Moment...
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Ergebnis 1 bis 10 von 29
Thema: Umgang beim Kennenlernen
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23.09.2012, 10:27Inaktiver User
Umgang beim Kennenlernen
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23.09.2012, 11:15
AW: Umgang beim Kennenlernen
Ein paar Fragen & Gedanken zu Deinem Posting:
Wenn Du gerade pausieren wolltest, warum lässt Du Dich dann so leicht von einem Mann, der Interesse zeigt, von Deinem Entschluss ab- und aus der Ruhe bringen? Hast Du insgeheim den Gedanken, dass Du, wenn Du Dich nicht "erweichen" und Dich nun trotz Deines Wunsches zu Pausieren auf ihn einlässt, Du eventuell den Partner Deines Lebens verpassen würdest?
Hm,- ich finde, falls es sich so verhält, das die falsche Motivation, Dich auf ihn einzulassen. Damit steht nämlich nicht er als Mann und Mensch im Zentrum Deiner Aufmerksamkeit, sondern es steht im Zentrum Deine Angst, etwas verpassen zu können. Das ist keine gute Grundlage für ein Kennenlernen.
Aber daraus ließe sich Dein schlechtes Gewissen erklären, das Dich jetzt schon bearbeitet, im Falle, dass "das alles" nicht zu dem (von ihm ?) erwünschten Ziel führen würde. Denn, Du meinst ja jetzt schon nicht wirklich ihn, sondern Deine Angst.
Wenn Du aber das ins Zentrum Deiner Aufmerksamkeit stellen könntest....
.... dann sieht alles gleich ganz anders aus. Denn, damit würdest Du von einer positiven Grundlage an ihn herantreten. Wäre doch toll, wenn Du eher unter dieser Vorgabe, dass seine Gegenwart einfach Spaß macht, mit ihm ein wenig Zeit verbringen würdest, und nicht aus Angst, Du könntest was verpassen.Der Mann ist mir sympathisch, bringt mich zum Lachen (...)
Dann könntest Du auch tatsächlich und real, von Situation und Situation ihn tatsächlich kennenlernen und gleichzeitig spüren, wie sich das alles so anfühlt und dann, wie bei trial & error, Stück für Stück für Dich erkennen, ob aus diesem anfänglichen sympathischen Zusammensein tatsächlich "mehr" wird.
Aber das kannst Du im Voraus nicht wissen, so wie er ja auch nicht.
Deshalb brauchst Du auch keine schlechten Gefühle zu haben, wenn es dann für Dich tatsächlich nicht mehr passen sollte und Du ihn zurückweisen müsstest. Wenn bei ihm dann tatsächlich "mehr" an Gefühlen vorhanden ist, wirst Du es auch nicht verhindern können, ihn in dem Moment der Zurückweisung weh zu tun. Aber diese Komponente, dass es wehtun könnte, lässt sich bei einem tatsächlichen Einlassen auf einen Menschen nicht vermeiden.
Wenn aber er - wie Du auch - gelernt hat, auch bei Zurückweisung nicht gleich die ganze Welt untergehen zu sehen, dann wird er nach einer bestimmten (längeren oder kürzeren Trauer-)Zeit einen Haken an die Geschichte machen können und wieder weitergehen können. Wie Du doch auch, oder?
Übrigens, und das wurde schon öfter hier in der Bri angesprochen: Man hat IMMER das Recht, aus einem Kennenlernen oder sogar aus einer Beziehung auszusteigen, wenn man spürt, dass es für einen selbst nicht mehr stimmt.
Soweit.
Und zu guter Letzt:
Falls Du aber das Gefühl hast, er ist für Deine Begriffe schon viel zu sehr "involviert" und im Gefühlsrausch - und Du ja sowieso eine Pause einlegen wolltest
- dann lass' es sein.
Geändert von bruennette_2 (23.09.2012 um 11:21 Uhr)
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23.09.2012, 11:23
AW: Umgang beim Kennenlernen
Liebe Wolkendunst. Ja, das ist wirklich eine schwierige Lage in der du da steckst. Ich hoffe für dich, dass er längere Zeit noch zurückhaltend bleibt und keine weiteren Annäherungsversuche startet. Vielleicht wäre es gut, wenn du ihm bei euren Treffen öfter versicherst, dass du es sehr angenehm findest, deine Zeit mit ihm zu verbringen. Aber dennoch distanziert bleibst. Also ihm gar nicht die Möglichkeit gibst, sich dir zu erklären. Hilfreich wäre sicher auch, die Treffen nicht zu oft abzuhalten.
Ich kenne so etwas. Es ist eine ganz blöde Geschichte....
Lg Mondfisch
Die schöne Dame auf meinem Avatar ist Madame de Montespan und sie war lange Zeit die Mätresse des Sonnenkönigs...
* * * * *
Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.
Friedrich Nietzsche
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23.09.2012, 11:31Inaktiver User
AW: Umgang beim Kennenlernen
Du kannst bestimmte potentielle Verletzungen beim Kennenlernen nicht ausschließen. Nämlich die Art von Verletzungen, die sich aus einseitigem Verliebtsein ergeben. Dieses Risiko ist für beide immer dabei - und es gibt keinen Weg, sich gleichzeitig kennenzulernen und andererseits sich und den anderen größtmöglich und weiträumig abzuschirmen vor unerwünschten Gefühlen.
Denn auch zum Kennenlernen gehört Einlassen und Aufmachen - im Rahmen - dazu.
Es gibt keine Möglichkeit, einander kennenzulernen ohne dieses Risiko. Sonst musst Du es konsequent sein lassen.Ich fühle mich schlecht dabei, mich auf Treffen, Gespräche usw. einzulassen und damit unweigerlich die Hoffnungen / Erwartungen des anderen anzufachen. Mein Verhalten muss er ja als Ermunterung betrachten. Gleichzeitig kann man doch auch nicht in so einem frühen Kennenlernstadium sagen "Ich bin übrigens nicht verliebt, kann es aber nicht ausschließen, dass das noch kommt", oder?
Was Du tun kannst, ist ihm gegenüber sehr ehrlich und klar aufzutreten. Das bedeutet unter anderem, dass Du den Abstand zwischen euch im Auge behältst. Du bist diejenige, die noch etwas braucht und die Situation beäugen will - was völlig okay ist, übrigens.
Lasse Dich also nicht auf Dinge und Situationen ein, die nicht mit Deinem inneren Empfinden übereinstimmen. Er lädt zum Candlelight? Schlage die urgemütliche Kneipe mit Billardtischen vor.
So weit und so gut.In dem Moment, wo er sagen würde, dass er sich verliebt hat, würde ich das natürlich tun, aber im Moment zeigt er einfach nur sehr eindeutig, dass er mich kennenlernen will.
Warum lässt Du es nicht einfach auf Dich zukommen? Genieße ein paar schöne Treffen - und dann schau´einfach, was sich entwickelt.
Ich meine - ja, er wird denken, dass Du an ihm Interesse hast. Und das hast Du ja auch, nicht wahr? Die Frage ist, wie weit das geht oder gehen kann.
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23.09.2012, 11:36Inaktiver User
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23.09.2012, 11:48Inaktiver User
AW: Umgang beim Kennenlernen
Warum ich mich trotzdem auf ihn einlasse? Es ist wahr, dabei spielt der Gedanke, etwas verpassen zu können, eine Rolle. Wenn der Mann sich einfach nur für mich interessieren würde und so gar nicht meinen Wünschen entsprechen würde, würde sich diese Frage aber gar nicht stellen. Er hat schon etwas, wofür ich sehr empfänglich bin: er ist auf ganz bezaubernde Art und Weise offenherzig und überhaupt kein Angeber. Auf diese Eigenschaften stehe ich ungemein.
Dann weiß ich auch (aus Erfahrung), dass die Liebe nicht immer mit dem großen Paukenschlag beginnt. Ich habe eine langjährige Beziehung hinter mir, die (meinerseits) nicht mit den ganz großen Gefühlen begonnen hat. Aber meine Liebe ist im Laufe der gemeinsamen Zeit immer tiefer geworden. Es muss also nicht der Blitz am Anfang sein für mich...
Aber damals hatte ich in anderer Konstellation sehr viel Zeit, um meine Gefühle unverbindlich wachsen zu lassen. Das ginge so heutzutage nicht mehr. Und ich sehe jetzt schon die Situation auf mich zukommen, dass ich ihm irgendwie klarmachen muss, dass das alles für mich im Moment nur total unverbindlich und ohne weitere Eskalation laufen kann. Er soll halt dann nicht den (begründeten) Eindruck haben, ich hätte ihm etwas vorgespielt...
Und nein, er ist nicht im Gefühlsrausch. Das wäre mir auch sehr suspekt nach der kurzen Zeit. Aber er ist ohne aufdringlich zu sein sehr unmissverständlich interessiert, selbst auch wohl kein Spieler-Typ, und "verdient" insofern auch ein ehrliches Gegenüber... Wie kann ich das sein ohne die Sache schon im Keim zu ersticken?
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23.09.2012, 12:04Inaktiver User
AW: Umgang beim Kennenlernen
Liebe Mondfisch,
danke für dein Verständnis. Manchmal denke ich, ich sollte nicht so viel rumdenken, sondern es auf mich zukommen lassen. Aber das entspricht mir einfach nicht.
Natürlich tue ich meinerseits nichts, um die Sache voranzutreiben. Aber irgendwie auf seine Vorschläge eingehen, muss ich doch. Wenn ich so gar nicht mitmache, ist es natürlich vorbei, aber das will ich eigentlich im Moment auch nicht... Schwierig.Geändert von Inaktiver User (23.09.2012 um 12:17 Uhr)
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23.09.2012, 12:13Inaktiver User
AW: Umgang beim Kennenlernen
Das ist ein guter Tipp, danke! Ich möchte einfach nicht irreführend sein in meinem Verhalten. Er darf ruhig wissen, dass ich ihn gerne kennenlernen möchte, soll aber auch verstehen, dass es vorläufig völlig unverbindlich ist. Ich denke durch solche "Ausbrems-Taktiken" dürfte das für den anderen verständlich werden...
Heutzutage ist man ja leider auch immer erreichbar. Er schreibt mir viel. Wie kann man hier ein bisschen das Tempo rausnehmen, ohne den anderen brüsk zurückzustoßen?
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23.09.2012, 12:22Inaktiver User
AW: Umgang beim Kennenlernen
Hmm, so ganz verstehe ich persönlich das Problem nicht.
Es stimmt schon, es ist schöner, wenn man das Gefühl hat es ist gleich eine grosse Sympathie auf beiden Seiten da. Aber Du bist doch interessiert, oder? Wenn auch erstmal nicht verliebt,
Irgendwann kommt die Erkenntnis, ob er Dich mehr interessiert oder nicht sicher ganz deutlich.
Und dann kannst Du immer noch Klartext reden bzw. auf Distanz gehen.
Nur, falls es Dir insgeheim doch nur um Dein Ego geht, Stichwort Selbstbestätigung, dann wuerde ich schon jetzt die Reissleine ziehen....
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23.09.2012, 12:27Inaktiver User


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