Liebe Community.
Ich habe mich nach reiflicher Überlegung dazu durchgerungen, hier zu posten, dieses Thema, weil es mir mehr als nur unter den Nägeln brennt… und weil es mir Ernst ist mit meinem Anliegen und meiner Anfrage. Obwohl ich mir natürlich bewusst bin, dass es ein mehr als geteiltes Echo hervorrufen wird. Und dass es alles andere als ein wirklich neues Thema ist. Aber okay…
Worum geht es?
Ich bin lange Jahre verheiratet, wohne in Hamburg, habe Kinder, lebe in einer weitgehend guten Beziehung, mit Ausnahme eines Bereichs: des sexuellen. Ich bin körperlich absolut, zutiefst unbefriedigt. Dies ist kein kurzfristiger Zustand, sondern etwas, dass sich über Jahre aufgebaut hat. Ich werde es an anderer Stelle noch weiter ausführen. Jetzt aber zum Kern: Ich habe das tiefsitzende, grundlegende Bedürfnis nach einer außerehelichen Beziehung zu einer Frau, die wie ich empfindet, in sexueller, in körperlicher Hinsicht. Um eines klarzustellen: ich rede hier nicht von einem einfachen ONS, sondern von einer dauerhafteren Affäre. Ich rede von Dingen, wie sie zwischen erwachsenen, körperlich gesunden Menschen, zwischen Mann und Frau vorkommen (können), nicht nur in irgendeiner Daily Soap, sondern in real life, eben weil sie Fantasien haben, Bedürfnisse, Leidenschaften, die sie in ihrer festen Partnerschaft nicht (mehr) befriedigt finden. Und die dies ausleben wollen, nein müssen, um gesund zu bleiben, mental und physisch, ohne dabei gleich ihr ganzes bisheriges und sonstiges Leben zu riskieren. Zwei Partner, die dasselbe elementare Verlangen teilen, die sich bewusst sind, dass sie für den anderen auch Sexualobjekt sind, und die dies genießen, nicht als Last oder gar unmögliches Ansinnen begreifen. Ich denke nicht, dass dies eine Seltenheit ist, auch wenn es (außerhalb dieser Community) weitgehend tabuisiert wird. Ich jedenfalls sehe Körperlichkeit und intime Nähe als etwas, ohne dass das Leben insgesamt nur unvollständig ist. Trotzdem gibt es Verpflichtungen, Verantwortungen, an die man gebunden ist. Aber sind sie, sollten sie eine Kette sein, an der man hängt, von der man nicht kann, und die einen unfrei in seinen ureigensten Bedürfnissen werden lässt? Ich denke, es gibt nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte.
Ich habe vieles versucht, über Jahre hinweg, immer wieder, weil meine Beziehung ansonsten stimmig war und ist, um diese Bedürfnisse innerhalb der Partnerschaft zu befriedigen. Details sind hier nicht von Interesse, gehen auch niemanden etwas an, aber in jedem Fall habe ich es mir alles andere als leicht gemacht. Irgendwann jedoch erlahmt die Kraft, ständig wieder Anläufe zu nehmen, nur um dann in weiteres Mal unbefriedigt und verletzt dazustehen. Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von Wochen, nicht von einer überschaubaren begrenzten Phase, sondern von mehreren Jahren, die ich mich in Geduld geübt habe, immer wieder nach Gründen für eine Erklärung suchte und sie auch (vermeintlich) fand. Natürlich bin ich selbst alles andere als fehlerfrei, und auch ich werde meinen Anteil zu der Situation beigetragen haben. Letztlich jedoch ist es egal. Das Resultat zählt, so schön man es sich auch über lange Zeiten reden mag.
Nunmehr bin ich zu der oben geschilderten Überzeugung gelangt. Ich will hier nicht von Recht oder Unrecht reden, nicht von Moral und anderen theoretischen Ansätzen. Wovon ich rede, ist ein elementares Bedürfnis nach körperlicher Nähe, nach gegenseitiger Zuneigung und Hingabe, nach einem Weg, um gemeinsam sexuell Dinge zu erleben und zu genießen, die auf andere Art und Weise nicht möglich sind. Mit der Zeit habe ich gelernt, verstanden, dass dies alles kein Grund ist, um sich zu schämen, sich in einer Enthaltung zu üben, die letztendlich doch nur zur Frustration führt, die eigene Partnerschaft in ihrer Gesamtheit gefährdet.
Eine abschließende Anmerkung. Mir geht es um ein gegenseitiges Verständnis, um gleichartige sexuelle Interessen und Neigungen. Mir geht es um Fantasie, um eine gesunde, offene und vor allem aufgeschlossene Art zur eigenen Körperlichkeit, mitnichten aber um Idealmaße oder ein jugendliches Alter. Und mir geht es auch nicht um Liebe, zumindest nicht in dem herkömmlichen, bindungsfähigen Sinne.
Gut, wahrscheinlich wird man mich für diesen offenen Post ans Kreuz nageln. Trotzdem, dennoch, gerade deswegen, ich würde mich über die ein oder andere, sich ernsthaft mit meinen Inhalten auseinandersetzende Antwort freuen, gerne auch per PN.
Wozu dieser Post?
Mir geht es um einen Erfahrungsaustausch, wie es sonst gesehen wird, ob ich mit der Radikalität dieser Sichtweise übers Ziel hinausschieße, aber auch und gerade um nette Gespräche, vielleicht auch um einen gemeinsamen Stück des Weges. Wer weiß, was wird, was sein könnte?
Lieben Dank für die Geduld beim Lesen.
Gero, aus Hamburg
Antworten
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09.08.2006, 19:15
Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
Es gibt immer mehr als nur eine Wahrheit.
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09.08.2006, 19:22
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
Ok aber was soll dieses Posting am Ende aussagen? Das du diese Person suchst?
Oder willst du jetzt Pro und Contra von den anderen Usern?Beurteile nie einen Menschen an seiner Fröhlichkeit, ich hab schon oft gelacht um nicht weinen zu müssen!
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09.08.2006, 19:24
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
Hier nix Partnervermittlung, auch nix durch Hintertür. Ich hab auch schon Ärger gekriegt. Dabei hab ich nix von 6 gesagt. Aber vielleicht 6-Partnervermittlung neben Ehe ja hier erlaubt.
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09.08.2006, 19:27
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
Danke für die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Übrigens, es gibt keine Hintertür, durch die es sich gehen lassen könnte, bei diesem Thema.
Aber okay, jedem/jeder seine Meinung ;-)Es gibt immer mehr als nur eine Wahrheit.
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09.08.2006, 19:38
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
wie es sonst gesehen wird, weiß ich nicht, aber ich finde deine idee nicht radikal, sondern realistisch und vermutlich gut für dich. es wird nur schwierig werden, sie umzusetzen und es ist schade, dass es so weit kam für euch. aber es ist wie es ist und du fühlst nun so für dich, hast eine idee, die dir helfen kann und so wie dir geht es tausenden. nur, du solltest dir im klaren darüber sein, dass du dich dabei verändern wirst und eventuell kaum etwas noch so sein wird, wie es vorher war, denn auch die parallelen leben werden sich auf dein jetziges auswirken. aber das weißt du vermutlich schon.
Zitat von Gero_Hamburg
Es kommt wie es kommt


Es ist ein großer Vorteil morgens aufzuwachen!
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09.08.2006, 19:54
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
Meine Frage war in keinster Weise ironisch gemeint. Ich wollte wirklich wissen, ob du hier ein passendes Gegenstück suchst oder einen Meinungsaustausch vollziehen möchtest!
Ok also meine Meinung über dein Denken.
Ich denke,als allererstes solltest du dir überlegen, ob du deine Frau denn überhaupt noch liebst. Weil das meiner Meinung nach, der Schlüssel ist. Wenn man liebt,hegt man keinerlei Gedanken an was anderes..auch wenn es nur sexuelle Phantasien sind,die mit anderen Personen statt finden. Aber da gehen die Meinungen ja weit auseinander, was ja auch ok ist!
Sicherlich ist nach Jahren der Ehe diese gewisse Luft raus,was das Bett betrifft. Das geht sicherlich nicht nur dir als Mann so :-)
Aber warst du denn auch offen mit deiner Frau was diesen Wunsch betrifft? Denn, du suchst ja eine Affäre, und das ist in meinen Augen nicht fair ihr gegenüber.
Du sagst,du findest sexuell nicht/mehr? Befriedigung bei dem was sie dir gibt.
Nun weiss ich nicht, was das genau ist, grins...will ich auch gar nicht wissen. Aber wenn du sagst,du hast Versuche gestartet und diese sind gescheitert, ist sie wahrscheinlich mit dieser Art der sexuellen Befriedigung nicht einverstanden.../kann es nicht/will es nicht/ würde sich verbiegen für dich???
Was denkst du denn,wie sie darauf reagiert, wenn du ihr genau das sagst, was du hier gepostet hast?
Willst du deine Ehe halten oder ist es für dich schon vorbei?
Was ich damit sagen will: Jeder Mench soll das tun und machen, was er für richtig hält. Aber wenn man andere Menschen damit verletzt, ist es sicherlich nicht mehr ok. Deshalb finde ich Betrug in dem Sinne einfach nur unfair und nicht ok.
Wenn du,egal in welcher Hinsicht,sei es sexuell oder sonst wo, nicht mehr befriedigt bist /wirst in deiner Ehe, ist da wohl irgendwo ein Haken, der geklärt werden sollte.
In diesem Sinne LG SonneBeurteile nie einen Menschen an seiner Fröhlichkeit, ich hab schon oft gelacht um nicht weinen zu müssen!
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09.08.2006, 20:06
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
@ Sonne: Danke, das war jetzt ne Meinung. Sehe ich allerdings nicht so, dass man jemanden nur dann liebt, wenn man keine körperlichen Bedürfnisse für andere entwickelt. In der Konsequenz heisst das, sich verbiegen, sich erniedrigen lassen, und seine eigenen hinter die (ebenso egoistischen) des Partners stellen. Ich kenne diese Argumentation, sie hat etwas für sich. Nur gerate ich dabei unter die Räder. Irgendwann ist immer die Grenze erreicht.
@ Melony: Du hast völlig recht... mit so vielem.Es gibt immer mehr als nur eine Wahrheit.
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09.08.2006, 20:23
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
Glaub ich dir auch alles. Nur ich finde das halt nur nicht ok,das deine Frau bei so etwas verletzt wird. Sie liebt dich vielleicht? Ich weiss nicht,ich hatte noch nie eine Affäre. Kann das nicht nachvollziehen.Aber ich kann nachvollziehen,wie es ist, wenn man betrogen wird.Und das ist ein Scheiss Gefühl.Ich hätte mir damals einfach nur gewünscht, er hätte es mir gesagt. Und glaub mir, sowas kommt immer raus.
Beurteile nie einen Menschen an seiner Fröhlichkeit, ich hab schon oft gelacht um nicht weinen zu müssen!
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09.08.2006, 20:45
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
Okay, ein Standpunkt, und ich verstehe dich, uneingeschränkt.
Andererseits: Wenn sie mich wirklich -in dem von dir beschriebenen Sinne- lieben würde (was sie sicherlich tut, ätherisch, steril, theoretisch, -und mit besagter Einschränkung, wie ich auch sie), dann würde sie auch bereit sein, bis zu einem gewissen Grad auf meine Bedürfnisse einzugehen. Tut sie aber nicht. Sie stellt ihr eigenes No über meine elementaren körperlichen Triebe. Was wiegt jetzt schwerer? Ich mag es nicht entscheiden, stelle aber doch fest, dass vor diesem Hintergrund die Frage des Verletztseins eine Frage des Standpunktes ist. Du kannst mir glauben, auch ich bin, zutiefst sogar, verletzt, fühle mich erniedrigt und dauerhaft nicht erhört, obwohl ich meine Meinung und meine Bedürfnisse mehr als nur einmal kundgetan habe. Nur ist es so, dass ich meine, hier gibt es kein Schuldig und Nichtschuldig.
Aber okay, deine eigene History kann es dich -verständlicherweise- nicht anders sehen lassen. Ich hoffe jedenfalls, dass ich es mir nicht leicht gemacht habe.Es gibt immer mehr als nur eine Wahrheit.
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09.08.2006, 20:50
AW: Körperliche Bedürfnisse außerhalb der Ehe?!
es ist auch ein scheißgefühl, wenn man sich selbst um etwas betrügt. und das ist dann ein so genanntes dilemma, eine moralische zwickmühle eben.
Zitat von Sonne1977
so wie ich gero verstanden habe, geht es ihm nicht darum seine frau zu betrügen, sondern darum etwas was ihm wichtig ist zu bekommen.
ich glaube, dass es schwierig ist diese idee umzusetzen, denn es wird vermutlich wirklich so sein, dass es der partner erfährt, dass es den partner verletzt und es kann auch dazu führen, dass sich einer der beteiligten neu verliebt. das sind die konsequenzen mit denen er rechnen muss. optimal wäre es, wenn seine frau ihm diesen raum zugestehen würde. tja, ist wohl unrealistisch oder?
manchmal habe ich auch das gefühl, wenn ich geschichten in dieser art lese und höre, dass dahinter die angst vor dem bruch steht, denn dieser bruch wäre radikal. die umsetzung ist vielleicht ein leichterer beginn, ein sanfterer einstieg dafür, auch wenn man es nicht wahrhaben möchte. eine langjährige ehe kann nicht so einfach negiert werden...Es kommt wie es kommt


Es ist ein großer Vorteil morgens aufzuwachen!


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