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  1. Inaktiver User

    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Zitat Zitat von chococookie Beitrag anzeigen
    Naja, wer kann sich denn da schon anpassen? Selbst wenn jemand einen flexiblen Beruf hat, heißt da ja noch nicht, dass man zur gleichen Zeit am gleichen Ort was findet.
    Nicht-Akademiker, z.B. Mein Ex war Erzieher, die sind heiß begehrt, der konnte mir überall hin folgen.

    Oder jemand mit einem flexiblen, nicht ort-gebundenen Beruf .... Schriftsteller, Programmierer, Unternehmensberater, Projektmanager (oft) ....

    Sofern nicht beide im gleichen Ort festangestellt sind und keine Perspektiven verfolgen, die Ausland oder zumindest Ortswechsel erfordern, ist es ja fast unmöglich, eine Fernbeziehung komplett zu vermeiden. Außer, man trennt sich immer von der Person, wenn die räumliche Trennung ansteht.
    Daher muss ich ja wahrscheinlich zwangsläufig lernen, wie man damit umgeht ...
    Meine Rede.
    Ich kenne kaum Akademikerpaare, die beide ihre Karriere verfolgen und NICHT öfter mal Fernbeziehungsphasen haben.

    Vielleicht abgesehen von Apothekern, Ärzten mit eigenem "Laden".

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    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Oh, das tut mir leid, wenn ich hier jemanden total übergangen habe. Ich lese später nochmal nach. Ich dachte, ich hätte alle Themen soweit "abgedeckt", muss mal gucken, was da jetzt auf der Strecke geblieben ist. Sonst auch gerne nochmal aufmerksam machen, wenn ich was überlesen habe.

    Ego-Booster im negativen Sinne, wie ist das gemeint?
    Natürlich bin ich gekränkt. Wer wäre das nicht? Das war vor nichtmal 24 Stunden. Es ist frisch und sitzt einfach noch. Daher ist das gerade auch das "primäre Thema". Letztlich ist er nicht wichtig, das ganze war nur kurz, trotzdem ist sowas nicht in einem Tag komplett vergessen. Das finde ich eigentlich normal?

    Ich habe auch kein Problem damit, wenn es jemand beim Namen nennt und sagt, er hat dich sitzenlassen, er wollte dich nicht. Denn so war es ja auch. Auch wenn es unangenehm ist, das scheue ich jetzt nicht. Hilft mir ja auch, das ganze klarer zu sehen. Insgesamt hilft mir der Thread einfach dabei. Seit gestern ist das einfach am arbeiten in mir, weil ich sowas noch nie erlebt habe und erstmal für mich sortieren muss. Vielleicht kann man das von außen nicht so nachvollziehen, dann steckt man ja nicht drin. Aber wenn man wirklich beteiligt ist, will man das erstmal für sich verstehen oder zumindest "bewerten". Ich merke aber auch, dass der Schmerz der Enttäuschung schon nachlässt. Aber noch bin ich eben noch nicht in der "ist mir egal, war halt so, Haken dran"-Phase. Fände ich nach nichtmal 24 Stunden auch komisch.

    Daher weiß ich gerade nicht genau, was hier im Thread von mir erwartet wird? :-)
    Ich wollte das einfach loswerden und mich darüber austauschen, weil ich sowas wie gesagt noch nie hatte. Mein Ex mag ich gar nicht so zum Hauptthema machen, weil das ein viel sensibleres Feld ist. Da steckt halt noch viel mehr drin. Ich scheue ja schon die ganze Zeit die Auseinandersetzung mit der Trennung, und hier ist es wohl genauso.

    schlaflos: Auch wenn der Ex letztlich höhere Priorität hat als so eine kurze Chaosgeschichte, das ist eben das, was bei mir gerade akut ist. Das war gestern! Vor nichtmal 24 Stunden ... herunterkochen wird es von ganz allein - das kann man nicht erzwingen. Ich merke ja schon, wie es sich über Stunden verändert. Das ist halt ein Prozess, wieso sollte ich erzwingen, dass der sich jetzt beschleunigt. Es hetzt mich ja keiner und es ist ja gut, wenn ich daraus was lerne. Nämlich, das nächste Mal besser auf mich zu hören und dass sich Liebeskummer nicht auf Dauer vermeiden lässt, dass man die Trennungsphase nicht "überspringen" kann. Und, dass man nicht so blind vertrauen sollte. Da bin ich von meinem Ex einfach anderes gewohnt, der meint sowas ernst. Ich glaube, ich habe da auch projeziert und das Vertrauen etc. in einen Ex auf Nr. 2 übertragen, da er ja genau die Lücke ausgefüllt hat. Das ist einfach automatisch passiert, weil ich die Trennung noch nicht verarbeitet habe. Er hat mir daher auch nichts "angetan" und ich fühle mich auch nicht als passives Opfer. Auch wenn einiges von ihm nicht gut war, ich hatte auch meinen Anteil und kann froh sein, dass es so schnell wieder vorbei ist.
    Achso, du brauchst auch nicht sorry schreiben, wenn du sagst dass er bindungsscheu ist. Wieso denn? Ist er ja offensichtlich, oder auch nicht, oder irgendwas dazwischen. Ich finde es nicht schlimm und es bedarf da doch keinem Sorry :-) So empfindlich bin ich nicht, dass ich das nicht vertrage.

    Ob und wie es mit dem Ex weitergeht, weiß ich ja selbst nicht. Einerseits möchte ich es nach wie vor, andererseits bin ich nunmal seit Wochen schon in diesem Zustand dass ich immer wieder schwanke. Vielleicht auch ein Grund, dass ich darüber nicht so viel schreibe? Ich schreibe auch sachlicher darüber, weil das ganze nicht so heftig emotional abläuft wie mit Nr. 2. Bzw. einfach mit weniger Drama. Er gibt mir ein viel besseres Gefühl, ich weiß, dass ich da jetzt nichts übers Knie brechen muss. Ich habe da keinen Grund, panisch zu werden oder so. Wobei es nicht so ist, dass ich da den ganzen Tag total locker drüber nachdenke. Ich weine mich abends durchaus noch wegen ihm in den Schlaf, denke tagsüber drüber nach, vermisse ihn. Aber ich habe auch das Gefühl, das steht mir gar nicht zu. Ich habe mich getrennt, da kann ich doch jetzt eigentlich nicht "hinterherheulen". Und das ganze bricht ja erst jetzt wieder so richtig auf, weil die Ablenkung durch Nr. 2 weg ist. Ich habe davor jeden traurigen Moment sofort verdrängt und weit weg geschoben, und jetzt kommt das so langsam wieder an die Oberfläche. Es fällt mir schwer, das zuzulassen - so eine Enttäuschung mit Nr. 2 kann ich mir ansehen, weil ich weiß, das ist in einer Woche vorbei. Die Sache mit dem Ex - die sitzt tiefer. Will ich mich wirklich damit auseinandersetzen? Wird halt echt weh tun. Ich bin recht gut darin, mich in was anderes reinzusteigern, damit ich mich nicht mit dem schwierigen auseinandersetzen muss.

  3. Inaktiver User

    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Zitat Zitat von chococookie Beitrag anzeigen
    Daher weiß ich gerade nicht genau, was hier im Thread von mir erwartet wird? :-)
    Ich glaube, einige Posterinnen stören sich daran, daß von mehreren geschrieben wurde, was von solchen Dampfplauderern wie Mann 2 zu halten ist - durchaus aus eigener Erfahrung - und Du darauf nicht eingingst.

    Und sorry für mein etwas unfreundliches Eingangsposting.

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    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Achso - hm. Ich dachte, ich wäre darauf eingegangen, weil ich ja zustimme :-) Es ist interessant zu lesen, dass andere das auch schon durch haben. Hauskauf nach 2 Monaten und dann beim ersten Zweifel der Frau gleich weg - ja, klingt genau nach der Sorte. Für mich ist das wie gesagt neu, aber man lernt ja nie aus. Gerade kann ich auch schon darüber lachen, dass mir das passiert ist.
    Was sich solche Männer anscheinend reinsteigern und was sie alles tun, und dann ist das gar nicht echt. Das muss doch echt anstrengend sein. Aber die Motive muss man nicht verstehen, wahrscheinlich, was zählt ist wie immer das Ergebnis.

    Und für mich lehrreich. Auch dieser Thread. Allein seit heute morgen fühle ich mich schon viel besser. Ich bin nicht mehr so gekränkt und es tut weniger weh, so abserviert worden zu sein. Es hilft, zu sehen, das andere sowas auch hatten, dass es einfach passiert und keiner "schuld" oder "der böse" ist. Sondern da einfach was zusammenprallt, was nicht passt.
    Später kann ich das als lustige Anekdote erzählen und meine Freundinnen werden lachen und sagen, ohje, was war denn mit dem! (und mit mir :D)

    Ich bin nichtmal mehr sauer. Sondern wirklich erleichtert. Vielleicht kann ich das wirklich schneller abhaken, als gedacht. Ich tendiere eh dazu, Sachen sehr intensiv aber dafür schnell zu behandeln.

    Wegen deinem Eingangspost, ich nehme dir das nicht übel :-)

  5. User Info Menu

    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Also, ich glaube ja, chococookie, es geht hier gar nicht so sehr um die Männer und was sie tun oder lassen, sondern um Dein innere Gefühlswelt.

    Du brauchst extrem viel Sicherheit und Erdung. Ich fragte mich, warum bist Du nicht lockerer und gehst einfach für 1,5 Jahre mit Deinem Freund mit? Neues Land, neue Leute, neue Sichtweise. Das käme für Dich gar nicht in Frage. Du würdest sowas wie Panik bekommen, wenn alles so offen und ungeklärt ist.

    In Deiner Stadt weisst, wo Du lebst, wo Du stehst, was möglich ist und kannst Dich in Ruhe auf alles vorbereiten, z.B. Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit.

    Veränderung macht Dir Angst, wenn nicht alles geklärt ist.

    Was mir noch aufgefallen ist, ist Deine kategorische Haltung. Du bist eben so, das geht nicht anders. Du telefonierst/skypst nicht gerne in Abwesenheit eines Menschens, denn er ist dann nicht zu spüren. Du willst das auch gar nicht ausprobieren, weil Dich da irgendwas blockiert. Du schriebst von Vorfällen in Deiner Kindheit. Da solltest Du mal genau hingucken und das aufdröseln.

    Du nimmst Dir selber mit so einer kategorischen Ablehnung die Möglichkeit von viel Erlebnisvermögen und viel an neuer sinnlicher und intellektueller Erfahrung. Du blockst Deinen Freund damit ab und nimmst ihm die Möglichkeit, Dir nahe zu sein, wenn er weg ist.

    An diesem Punkt solltest Du unbedingt ran. Das wird Dich noch Dein gesamtes Leben begleiten in Deinen Beziehungen.

    Dann ist mir aufgefallen, wie Du Deine emotionale Welle beschreibst, wenn Dein Freund kommt, da ist und wieder weg ist. Das sind ja richtige Dramen, die sich da in Deinem Inneren abspielen. Das ist überhaupt nicht kongruent zu der äusseren Geschichte. Was erlebst Du da? Das ist ja fast wie sterben, wie ein kleiner Tod, körperlicher Schmerz, Leiden, ein Ringen um Dich selbst, Dein Menschsein und Deine Balance.

    Da ist soviel an Gefühl, Schmerz, Aufgewühltsein, was wie gesagt, der äussern Situation gar nicht angemessen ist, dass Du da unbedingt nachgucken musst, was Dich da so aus der Bahn wirft. Und das jedes Mal und es peinigt Dich so sehr, dass Du es als alleinige Lösung ansiehst, wenn Du einen kompletten radikalen Schnitt machst.

    Noch eine Woche länger, und Du wärest verrückt geworden in Deiner inneren Zerrissenheit.

    Was ist da mit Dir früher passiert? Warum kannst Du keine zeitweilige räumliche Trennung ertragen und warum braucht es so lange, bis Du wieder Vertrauen in das Zusammensein hast?

    Das ist ein grosser Komplex von Verlassenwerden, Angst um Dich selber, Verlust von Vertrauen, Schmerz und Angst, wenn ein Mensch geht, und ob er noch derselbe ist, Angst vor Veränderung, Unsicherheit über Veränderung, Angst, es könne nicht wahr sein (Telefonieren, Mailen), Angst, der Mensch wäre gar nicht greifbar.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  6. User Info Menu

    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Also, zunächst muss ich dir in einem Punkt widersprechen:

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Du brauchst extrem viel Sicherheit und Erdung. Ich fragte mich, warum bist Du nicht lockerer und gehst einfach für 1,5 Jahre mit Deinem Freund mit? Neues Land, neue Leute, neue Sichtweise. Das käme für Dich gar nicht in Frage. Du würdest sowas wie Panik bekommen, wenn alles so offen und ungeklärt ist.

    In Deiner Stadt weisst, wo Du lebst, wo Du stehst, was möglich ist und kannst Dich in Ruhe auf alles vorbereiten, z.B. Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit.

    Veränderung macht Dir Angst, wenn nicht alles geklärt ist.
    Ich habe keine Angst davor, woanders hinzugehen. Ich bin schon mehrmals im Leben in eine komplett neue Stadt gezogen, allein, und hatte damit wenig Probleme. Bin auch als Kind viel umgezogen. Finde in der Regel schnell Anschluss und habe keine so nahe Bindung an zuhause, dass ich Heimweh hätte. Ich war auch bereits mehrere Male im Ausland, allein, und es hat mir sehr gut gefallen. Werde auch in Zukunft nochmal gehen, wenn es sich wieder ergibt. Ich bin also sehr wohl aufgeschlossen und verlasse gern das bekannte :-)
    Aber, da auf dem Land für 1,5 Jahre, das ist nichts für mich. Dort gibt es einfach nichts. Ich habe mal kurz in der Gegend da gewohnt und fand es furchtbar. Zumal ich mir hier was aufgebaut habe; diese Stadt ist die erste, in der ich mich zuhause fühle, wo ich mir was aufgebaut habe. Das schmeiß ich doch nicht weg, nur weil mein Freund für 1,5 Jahre woanders hingeht! Wie absurd. Zumal ich anfangs auch noch durch mein Studium gebunden war, also direkt mitgehen kam gar nicht in Frage. Und jetzt für so kurz hinterher ziehen und meinen Job aufgeben, auf den ich 2,5 Jahre gewartet habe - never ever, für keinen Mann auf der Welt. Sowas geht eh nach hinten los, weil man dann eh frustriert ist.

    Aber bei dem anderen triffst du es ziemlich gut:

    - Edit: gelöscht, zu persönlich, um es stehen zu lassen, sorry :-) -
    Geändert von chococookie (25.08.2012 um 02:04 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Im Prinzip kennst du dich selbst ziemlich gut - so habe ich den Eindruck. Nur irgendwie steckst du fest.

    Weißt du, was eine narzisstische Kränkung ist? Vermutlich ja. Jeder von uns kennt die. Aber - in dem Maße, wie unser Selbstwertgefühl dadurch angegriffen wird, unterscheiden sich nicht nur die Menschen untereinander, sondern es ist auch wichtig, in welchem Augenblick wir "erwischt" worden sind. Naja, und Nr. 2 hat dich in genau so einem "schwachen Moment" erwischt. Du warst gerade eben dabei, dich auf ihn einzulassen, als er plötzlich dem Ganzen ein Ende bereitete. Dieselbe Aktion eine Woche vorher hätte vielleicht nicht ganz so schwer bei dir eingeschlagen.

    Du schreibst von Liebeskummer und all der Heftigkeit und das alles noch so frisch sei. Dabei glaube ich nicht eine Sekunde, dass dir dieser Mann besonders viel bedeutet hat. Deshalb: Ego-Booster.

    Dein emotionales Gleichgewicht ist dermaßen aus den Fugen geraten, dass du sogar einen Thread hier erstellt hast. So wie @ Lukulla es beschrieben hat: Die innere Reaktion passt überhaupt nicht zu dem, was im Außen passiert ist. Auch ich empfinde das als äußerst unstimmig



    Jetzt erzählst du von deiner Kindheit - der Vater, der plötzlich verschwindet, die Mutter, die oft mit Trennung droht. Da kann man sich ja Eins und Eins zusammenzählen. Hast es ja auch getan. Wie du aus dem allem herauskommst und den Bezug zum Jetzt herstellst?

    Das geht.

    Ein Beispiel: Manchmal liegst du abends im Bett und weinst deinem Ex nach. Was genau fühlst du da? Welche Gedanken lassen dich tatsächlich weinen und erinnern dich diese vielleicht an etwas aus deiner Kindheit? Hast du schon einmal genau so um - vielleicht - deinen Vater geweint?

    Manchmal (muss nicht sein) fühlen wir etwas aus einem anderen Drama als dem, was sich gerade abspielt. Wenn du so einen Moment erspüren kannst, dann brauchst du dir das eigentlich "nur" selbst deutlich machen. Das bewusste Erkennen löst dann diese Situation sofort auf.

    Ich habe ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit, aber ich ertrage sie auch nicht.
    Du bist nicht mehr das kleine Mädchen, das von Mutter/Vater abhängig ist. Das Sicherheitsbedürfnis, das du hast, ist das dieses Mädchens. Aber eine Erwachsene benötigt diese Art von Sicherheit auch gar nicht. Eine Erwachsene kann sich selbst sehr gut durchs Leben bringen.

    Es geht also nicht ums Ertragen. Du zeigst ein Vermeidungsverhalten - aus angst, verlassen zu werden. Du denkst, wenn du dich fest mit einem Mann einlässt, könnte er dich dann vielleicht doch verlassen. Doch was wäre denn so schlimm daran, verlassen zu werden?

    Es war bei mir bisher leider immer so, dass ich nur interessant fand, wer nicht/schwer zu haben war.
    Könnte sein, dass du hier das alte Drama unbewusst neu inszenierst. Der Mann verliert dann seine Wichtigkeit, weil du ihn gewonnen hast - aber auch erkennen musstest, dass er gar nicht dein Vater ist (sinnbildlich gesehen). ER ist es ja, nach dem es dem Kind verlangt. Aber du bist eben nicht mehr das Kind...


    Eine Thematik, die du auch gut in einer Therapie aufnehmen könntest.

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    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Ja, ich kenne mich eigentlich gut, aber das was ich über mich gelernt habe dann auch sinnvoll umzusetzen, fällt mir schwer. Es wird aber besser mit den Jahren ;-)

    Vor einer Woche hätte es mich nicht so getroffen. Da war ich noch eher skeptisch und war auch nicht so darauf aus, ihn so oft zu sehen. Das kam alles an dem WE - ich erinner mich noch an den Moment wo ich dachte, ohoh, jetzt wird es doch ein bisschen mehr als nur Zeitvertreib und mal nett und locker kennenlernen.
    Viel bedeutet - naja, dafür kenne ich ihn ja nicht gut genug. Aber er hat mir schon ehrlich sehr gut gefallen. Sehr sehr gut. Es schien einfach so toll zu passen. Aber darüber kann ich nicht viel sagen, dazu war das ganze einfach zu kurz.

    Mein emotionales Gleichgewicht ist schon seit Wochen aus den Fugen :-) Und das hat, wie du es auch schreibst, eben noch genau da reingehauen, wo eh schon alles wackelig war. Momentan glaube ich aber, dass es letztlich gut so war. Denn ich habe jetzt endlich das Bedürfnis nach Alleinsein, was ich wohl dringend brauche.

    Nun, mit der Familiengeschichte, ich weine nicht mehr um meinen Vater. Da konnten wir vor einigen Jahren viel aufarbeiten, auch mit professioneller Hilfe. Es hat sich damals auch sehr viel getan, meine Beziehungen wurden besser (konnte vorher nur schwer Freundschaften aufrecht erhalten und meine Beziehungen waren eher Kurzgeschichten, seitdem aber hatte ich längere Beziehungen und tiefere Freundschaften)
    Was aber geblieben ist, ist die Angst, verlassen zu werden. Was daran schlimm wäre? Wohl eher, was daran schlimm ist. Ich finde, das ist einfach das schrecklichste Gefühl auf der Welt und obwohl ich es vom Kopf her besser weiß, denke ich dann, dass ich das nie überwinde und für immer drunter leiden muss, mal überspitzt gesagt. Da kann ich auch noch so sehr darüber nachdenken, warum ich so fühle, wie meine Familie da reinspielt ... in dem Moment ist Panik angesagt.

    Dass ich allein durchs Leben komme, weiß ich. Ich meistere auf allen anderen Ebenen sehr vieles sehr gut. Nur auf der Beziehugnsebene brauche ich jemanden zum Anlehnen ... überall sonst bin ich sehr stark. Aber das Wissen, die Vernunft, die Logik ... hilft alles nichts, wenn die Emotion "Hilfe ich werde verlassen" anspringt.

  9. Inaktiver User

    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Das klingt alles sehr nachvollziehbar.

    Ich kann auch verstehen, dass Du die Angst vor dem Verlassenwerden zwar kennst, aber nicht so einfach in den Griff bekommt. Man löscht ja die Erfahrungen nicht aus.

    Die Frage ist jedoch, ob Du deswegen Beziehungen wie zu Deinem Ex aufgeben musst, wo es ja vielleicht sehr schade um den Mann ist? Oder ob sich nicht Wege finden ließen, sehr bewusst mit dem Problem umzugehen...?
    Bei gemeinsamer Lebensplanung (jetzt mal weit gedacht) hieße das vielleicht, sich mittel- und langfristig nicht mehr auf entfernte Jobs einzulassen. Aktuell finde ich den Vorschlag Deines Ex-Freundes gut, an der ganz langen Leine in Verbindung zu bleiben. Vielleicht könntet Ihr auch den Zeitrhythmus verändern, wenn (falls) Ihr Euch seht: Also nicht am Wochenende, sondern seltener, dafür dann länger (wenn es die Jobs erlauben), um für Dich das Hin und Her zu mildern...

    Jedenfalls liefe es darauf hinaus, die Angst so einzubauen ins Leben, dass sie nicht mehr alles bestimmen kann.

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    AW: Trennung, dann übel abserviert

    Ja, die Angst integrieren ... darüber muss ich mal nachdenken. Vielleicht ginge das. Da ich gerade eh nicht fähig bin, mich auf jemanden einzulassen (das merke ich immer mehr, ich habe so viel im Kopf was ich für mich klären muss), passt es auch ganz gut dass mein Ex mir Zeit geben will.
    Er hat mir vorgeschlagen, dass ich zu ihm kommen kann. Ich denke, jetzt wo Nr. 2 aus dem Bilde ist, freut er sich natürlich und will mich gleich wieder bei sich haben. Aber ich kann das jetzt noch nicht. Zumal ich wegen der weiten Strecke ja auch über Nacht bleiben müsste und schläft dann sicher nicht einer auf der Couch, dazu ist das alles noch zu intensiv.

    Er sagt, er will nicht direkt wieder eine Beziehung starten (weil er nicht wieder verletzt werden will), aber ich denke ihm tut es nicht gut wenn ich zu ihm komme und einfach total durch den Wind bin, denn das bin ich immernoch ziemlich ...
    Ich glaube ich mache mir ein schönes WE zuhause und geh vielleicht nochmal mit ner Freundin raus, habe auch noch ein paar Sachen zu erledigen.

    Gleichzeitig ist es jetzt genau eine Woche her, dass Nr. 2 mich abgeholt hat für den Trip ans Meer. Und prompt hat der wirklich die Nerven, mir nach der Geschichte noch zu schreiben! Aber nein, er will mich natürlich nicht zurück (ich Trottel hatte für einen Moment das Gefühl, ich krieg keine Luft, will der etwa wieder?!). Nein, er hat bloß wegen dem ganzen (wohl eher wegen der neuen Frau) seine Fahrt übers WE abgesagt und will auf ein Fest gehen heute Abend. Und da er weiß, dass ich da vielleicht auch hingehe, würde er aus Rücksicht dann dort fernbleiben. Na wie rücksichtsvoll!!! Oh Mann ... :-( Das hat bei mir nochmal in die Wunde, die gestern schon viel besser aussah.
    Ich werde gar nichts antworten (oder "muss" ich das? Ich will nicht) und eh dort heute Abend nicht hingehen, mir ist nicht danach.
    Ich kannte den Mann jetzt fünf Jahre, und dann ... sowas ... fand ihn immer so sympatisch und er mich auch, und dann sowas. Oh Mann.
    Geändert von chococookie (25.08.2012 um 11:12 Uhr)

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