Nun ja, ich fixiere mich bewusst nicht auf Männer, die sehr weit entfernt wohnen. Die Entfernung muss sich in Grenzen halten, weil es mit meinen Finanzen auch nicht sooo rosig aussieht. Der Mann, bei dem ich mir lange Hoffnungen gemacht habe, wohnt nicht am anderen Ende des Landes (2,5 Fahrtstunden beträgt die Entfernung), aber er hat so einige Probleme... u. a. ist er in Sachen Frauen völlig unerfahren, was mich lange nicht abgeschreckt hat. Letztes Jahr befand er sich in der Endphase seines Studiums und hat sich monatelang nicht einmal mit Freunden aus seiner Heimat getroffen, weil er nur am Büffeln war. Es gab ein Treffen, das er vorgeschlagen hat (wir sind zusammen weggefahren)... es war wunderschön. Nach seinen Prüfungen habe ich gehofft, wir würden uns öfter sehen. Er hat aber bis heute keinen Job gefunden und ist finanziell von seinen Eltern abhängig bzw. hat einen Nebenjob im Supermarkt.
Bei den zufälligen Treffen war er wirklich sehr anhänglich und auch eifersüchtig. Eine Bekannte von mir kennt ihn sehr gut und war davon überzeugt, dass er aus Angst vor einer Abfuhr nicht nach einem Treffen speziell bei mir gefragt hat. Sie hat mich dazu überredet, ihm ein Treffen vorzuschlagen, und er hat auch zugesagt. Wenige Tage vor dem Treffen kam die überraschende Absage ohne Begründung. Damit habe ich nicht gerechnet, weil er vorher nie so sprunghaft war. Ich habe ihn dann gefragt warum er nicht kommen wollte und eine ganz liebe Mail bekommen. In den nächsten Tagen ließen seine Worte und Taten auf ernsthaftes Interesse schließen, doch auf einmal zog er sich völlig unerwartet zurück. Bei der letzten zufälligen Begegnung war er nicht so anhänglich wie sonst, sondern eher reserviert. Da war ich sehr traurig.
Inzwischen ist einiges an Zeit vergangen, und ich habe viel gelesen und nachgedacht. Wenn ich die Geschichte Revue passieren lasse, spricht vieles dafür dass er Bindungsangst hat und deshalb noch nie was mit einer Frau hatte. Er ist kein einfacher Mensch. Einerseits war die Nähe zu ihm unheimlich intensiv und schön, andererseits hat er mir aus völlig nichtigen Gründen Vorwürfe gemacht, war grundlos eifersüchtig und wegen Kleinigkeiten beleidigt. Ich habe ihn wegen seiner Unerfahrenheit und Unsicherheit in Schutz genommen, weil ich dachte er würde ein wenig Sicherheit brauchen, weil er eben ein sehr niedriges Selbstwertgefühl hat. Er ist ein sog. passiv-aggressiver Mann. Er erwartet eine ganze Menge, u. a. dass man seine Gedanken lesen kann, fordert viel Aufmerksamkeit, ist aber nicht bereit dasselbe für eine Frau zu tun. Die Frau muss ihm Aufmerksamkeit schenken, wenn ihm danach ist, aber sie darf keine Aufmerksamkeit von ihm erwarten, dann ist er eingeschnappt. Er ist allgemein ein eher egoistischer Typ Mensch. Ich fühlte mich bei ihm wohl, weil er so sensibel ist... aber das ist er leider nur in Bezug auf seine Emotionen, die Gefühle seiner Mitmenschen interessieren ihn eher wenig. Ich habe lange gebraucht, bis ich das kapiert habe. Wahrscheinlich hat er meine Frage bzgl. der Absage des Treffens als unverschämte Forderung verstanden. Ich bin nur froh, dass ich ihm weder meine Gefühle gestanden noch ihm nachgelaufen bin. Seit er meine letzte Mail nicht beantwortet hat, habe ich mich auch nicht mehr gemeldet und bin bis heute konsequent geblieben. Trotzdem war das eine sehr schmerzhafte Erfahrung für mich.
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15.07.2012, 21:06
AW: Darf die Frau den ersten Schritt machen?
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15.07.2012, 21:34
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15.07.2012, 22:02
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15.07.2012, 22:18
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16.07.2012, 03:21
AW: Darf die Frau den ersten Schritt machen?
Mich schüttelt es immer, wenn ich lese "Die Männer ...", "Wenn ein Mann Interesse hat...",...
Wir Männer sind verdammt verschieden. Zwischen einem VanDyck und mir z.B. liegen Welten. Und das ist auch gut so. Besser Vielfalt als Einfalt...
Wenn eine Frau bestimmte Erfahrungen mit Kennenlern-Strategien gemacht hat, dann wird das auch darauf zurückzuführen sein, dass eben nicht alle Männer in ihr "Beuteschema" passen. Mit anderen Worten: Man kann solche Erfahrungen nicht beliebig verallgemeinern, weil sie auf Männer außerhalb des Beuteschemas nicht unbedingt anwendbar sind.
Noch ein Punkt: Männer setzen sich auch der Gefahr aus, für notgeil gehalten zu werden, wenn sie zu viel Interesse zeigen. Mir wäre es als Frau suspekt, wenn ein Mann gleich am Anfang Feuer und Flamme ist, ohne dass man sich wirklich kennt.
Und für Jäger wird die Beute in der Regel uninteressant, sobald sie erlegt ist. Früher oder später ist die nächste Beute im Visier...Das Leben ist kein Ponyschlecken! (geklaut von fledervieh
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16.07.2012, 09:05Inaktiver User
AW: Darf die Frau den ersten Schritt machen?
Ich wundere mich auch dass diese Rules überhaupt noch aktuell sind... da ist ja wirklich vieles eher amerikanisch und kommt mir so'n bisschen 80er vor.

Ich habe sie mal angelesen und sie sofort wieder weggeworfen, denn das Vorgehen darin ist teilweise wirklich absurd.
Auch wenn ich persönlich glaube, dass es bei Männern und Frauen tendenziell Unterschiede gibt, wird wohl kaum ein Mensch in unserer sooo vielfältigen Zeit in so ein starres Muster passen.
Schließlich sind ja Männer auch verunsichert.... und wollen einer emanzipierten Frau beispielsweise mit einer Einladung zum Essen nicht "zu nahe treten".
Generell glaube ich schon, dass es schwieriger geworden ist einen Partner zu finden als früher, man sieht es ja schon hier wie unterschiedlich die Vorstellungen sind.... für die einen ist Monogamie überholt, für den anderen geht gar nichts ohne zügige Heirat, der eine liebt sexuelle Anwechslung, der nächste ist komplett unerfahren und schüchtern.
Darum glaube ich, das, wenn jemand nach einer klassischen Partnerschaft sucht (und das tun ja sicher die Leserinnen der Rules), dann muss er "mehr aussortieren" als vielleicht früher und besser Kennenlernen bevor er sich emotional einlässt. Dieses Aussortieren ist ja das Ziel der Rules - zu erkennen welcher Mann es ernst meint und dran bleibt. Allerdings sind sie eben so starr und gehen von so einem festen und teil eben doch vergangenem Männerbild aus, dass sie am Ziel vorbeiführen müssen.
Außerdem geht Ihnen etwas ganz klares ab: Das ist Leichtigkeit, einen Flirt zu genießen, Spontanität zu zeigen und den Kopf auszuschalten. Das ist eher Schwerstarbeit und permanente Selbstbeherrschung....
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16.07.2012, 09:16Inaktiver User
AW: Darf die Frau den ersten Schritt machen?
Wenn eine Frau nicht in der Lage ist sich einladen zu lassen, dann ist sie eben nicht emanzipiert.
Wenn sie diese Geste des Mannes bereits als "Unterdrückungsgeste" auffasst bzw. ein Problem mit sich hat weil sie sich nicht aushalten lassen möchte oder dem Mann unterstellt, sie würde ihr Leben nicht selbst wuppen können dann wäre das die beste Methode um herauszufinden wie die Frau geschnitzt ist.
Männer müssten sich dahingehend öffnen und bewusst diese Unsicherheit provozieren, schliesslich gehts um die zukünftige Frau an der Seite und wenns da bereits knirscht kann Mann sich anderen Frauen zuwenden, die wirklich emanzipiert sind.
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16.07.2012, 09:25Inaktiver User
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16.07.2012, 09:25Inaktiver User
AW: Darf die Frau den ersten Schritt machen?
Lieber Stecher,
abgesehen davon dass ich nicht schrieb, Frauen lassen sich nicht gerne einladen, sondern manche Männer sind verunsichert, weil sie nicht wissen, ob sie eine Frau einladen sollen, ist das genau das was ich meine:
Millionen Interpretationen und Du würdest es vielleicht sogar als KO-Kriterium sehen, wenn eine Frau nach dem essen ihre Börse zückt, weil sie ihren Anteil zahlen will, dabei könnte das 1000e Gründe haben und es wäre gefährlich anhand so eines Mosaiksteins gleich einen ganzen Menschen in eine Schublade zu packen...
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16.07.2012, 09:35Inaktiver User
AW: Darf die Frau den ersten Schritt machen?
Und woher kommt die Verunsicherung der Männer Deiner Meinung nach?
Und woher kommt die Verunsicherung der Frauen, den ersten Schritt zu machen?
Nein würde ich nicht als KO Kriterium sehen wenn eine Frau mich einlädt, ich kann das nämlich gut annehmen. Ich sprach davon, dass sich eine Frau aus pseudoemanzipatorischen Gründen weigert und einen Machtkampf anzettelt wenn Mann sie einladen möchte, das wäre in der Tat ein KO Kriterium.Millionen Interpretationen und Du würdest es vielleicht sogar als KO-Kriterium sehen, wenn eine Frau nach dem essen ihre Börse zückt, weil sie ihren Anteil zahlen will, dabei könnte das 1000e Gründe haben und es wäre gefährlich anhand so eines Mosaiksteins gleich einen ganzen Menschen in eine Schublade zu packen...
In der Tat ist es so, dass es meist vorher dann schon zu Unstimmigkeiten gekommen ist und man sich sowieso nicht grün war beim diesem Treffen, so dass dieser Aspekt das Faß dann zum Überlaufen bringt.Geändert von Inaktiver User (16.07.2012 um 09:53 Uhr)


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