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Thema: Kopfkino

  1. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gut wahllos rumvögeln kann auf Dauer nicht gut sein...da bist du ja drüber weg. Du bist BJ 68 und ich frage mich was deine Mutter da noch immer zu suchen hat?
    Glaube mir, DAS frage ich mich auch. Obwohl: Dass sie gerade etwas präsenter ist, liegt wohl daran, dass sie im letzten Jahr einen schweren Unfall hatte mit allem drum und dran (Intensivstation, alles auf der Kippe) - und ich war die Einzige meiner nicht wirklich kleinen Familie, die vor Ort und präsent war. Wir hatten jahrelang gar keinen Kontakt mehr, aber da fühlte ich mich in der Pflicht. Seitdem geistert sie mir wieder vermehrt durch den Kopf. Ist aber auch nicht so, dass sie das ständig tut. Dennoch: Das Thema ist da

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich stutzte nur hier in den letzten Tagen. Und jetzt verliebt sein VOR dem ersten Sex. Das klingt mehr als utopisch für mich
    Vielleicht ist das ja auch nur eine Definitionsfrage, wie so häufig? VERliebt ist für mich dasselbe wie verknallt oder in jemanden verguckt sein. Außerdem gibt es das ja auch in verschiedenen Stufen. Ich denke, grundsätzlich meinen wir dasselbe. Man spürt bei jemandem, dass da Liebe EVENTUELL möglich wäre. Wie manche sagen, sie müssten sich mindestens vorstellen können, ihn zu küssen. Das heißt ja nicht, dass da einer ist, mit dem keine Liebe möglich wäre. Ist für mich alles zunächst reine Biochemie.

    Dann kommt das weitere Kennenlernen, der Charakter zeigt sich usw. Sex ist für mich auch nur einer von vielen weiteren Punkten, die dazukommen. Sex ganz mies, kann ein ganz schlechtes Karma sein - oder auch ausbaufähig. Muss man halt sehen, was das speziell meint...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Beziehung ist zum Zeitpunkt erstes Date/erster Sex noch lange nicht in Sicht.
    Auch bei mir nicht. Aber Potential sollte schon vorhanden sein, wenn da etwas gefunkt hat bei mir.

    Blöd nur, dass da schon Blockaden greifen. Ich komme gar nicht erst zum echten Kennenlernen. Nervt mich sehr-sehr-sehr!!!

  2. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Gut soweit kann ich folgen. Blockaden greifen? Welche genau? Du schreibst vorne du könntest nicht mal hi sagen aber wenn das Interesse gegenseitig ist könnte ein hi von ihm kommen. Wenn es gefunkt hat was blockiert dich? Im besten Fall funkt es bei beiden
    Geändert von Inaktiver User (30.08.2016 um 08:13 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Gut soweit kann ich folgen. Blickaden greifen? Welche genau? Du schreibst vorne du könntest nicht mal hi sagen aber wenn das Interesse gegenseitig ist könnte ein hi von ihm kommen. Wenn es gefunkt hat was blockiert dich? Im besten Fall funkt es bei beiden
    Mir gefällt alle zwei oder drei Jahre mal ein Mann, und die letzten beiden Male kam keine Starthilfe bei mir an. Als es das letzte Mal funkte, entstand dieser Strang. Als mir klar wurde, dass ich nicht bloß ein Pin-up anhecheln will, wollte ich etwas tun, aber ich verhielt mich wie ein ferngesteuerter Teenager. Naja, und dann war es auch schon vorbei.

    WAS mich blockiert, kann ich nur dunkel erahnen, aber es ist so, als würde man sich selbst von außen zuschauen, aber die Fernbedienung funktioniert nicht.

    So häufig lese ich hier und höre auch von Bekannten, dass sie diesen oder jenen gesehen hätten, sich dateten - und sei es in einer SB. Aber mir gefällt da keiner, und im echten Leben sehe ich auch niemanden, der in Frage käme. Mit part time lovern hingegen habe ich überhaupt keine Probleme. Ich hatte auch schon mal ein Freundschaft-Plus. Ist ja aber nichts auf Dauer Befriedigendes.

  4. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Und wenn du noch weiter gehst und dich als dich beobachtende Person steuerst? Also quasi Hilfe über Bande?

  5. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Liebe Schlaflos,

    ich hab die letzten Wochen nur mitgelesen, und in einem Deiner letzten Postings schriebst Du, dass Du ein solches (gutes?) Leben Deiner Mutter nicht gönnen würdest. Da muss ich mal einhaken.

    Eltern geben uns bestimmte Ansichten und Glaubenssätze mit auf den Weg, manche sind hilfreich, andere blockieren über die Maßen.

    Und wenn die Pubertät vorbei ist, in der wir naturgemäß einfach nur rebellieren frei nach dem Motto: "ganz egal was, Mama und Papa wissen gar nicht Bescheid!" - dann kommt das wahre Erwachsenwerden. Und das bedeutet, dass wir in die Lage kommen, diese alten Glaubenssätze auch aufgrund unserer eigenen Erfahrungen abwägen und sortieren zu können.

    Der Glaubenssatz: "Du bist ein kluges und hübsches Kind" kann sehr hilfreich sein, den behalte ich. "Nur mit einem Mann ist Frau etwas wert!" dürfte in meinem Kopf nach reiflicher Überlegung in die Tonne getreten werden, mit einem versöhnlichen "Danke liebe Eltern, Ihr habt das bestimmt damals gut und richtig gefunden, für mich hier und heute isses aber Käse!"

    Und so werden wir zu selbständigen unabhängigen Individuen, die sich auch trotz verschiedener Werte und Glaubenssätze mit den Eltern versöhnen (!) können, wenn auch nur gedanklich. Dann schmelzen Blockaden weg.

    Denn wenn ich davon ausgehe, dass die meisten Eltern sich ein schönes Leben für ihre Kinder wünschen, dann darf ich als Kind meiner Eltern auch für mich ein Leben finden, dass für mich passt, mich glücklich und zufrieden macht - und vielleicht nichts mit dem der Eltern zu tun hat. Dann hätte ich trotzdem ihren Wunsch erfüllt, ein gutes Leben zu haben.

    Das kann sehr versöhnen. Und dann würdest Du Dir vielleicht wünschen, dass Deine Mutter sich emanzipieren hätte können, sie könnte Dir dann leid tun und die "Stimme" Deiner Mutter klänge nicht mehr vorwurfsvoll?

    Die Blockaden bzgl. Männern haben ja sehr oft mit unseren Ursprungsfamilien zu tun, es lohnt sich also hinzuschauen, welche Konstellationen Du da unbewusst reproduzierst. Mir hat das immens weiter geholfen. Kein Kopfkino mehr, kein Drama mehr. Nur noch fröhlich im Hier und Jetzt mit dem Liebsten...

  6. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Genau Third zu wissen wieso man so tickt wie man tickt reicht oft schon....

  7. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eltern geben uns bestimmte Ansichten und Glaubenssätze mit auf den Weg, manche sind hilfreich, andere blockieren über die Maßen.

    [...]

    Und dann würdest Du Dir vielleicht wünschen, dass Deine Mutter sich emanzipieren hätte können, sie könnte Dir dann leid tun und die "Stimme" Deiner Mutter klänge nicht mehr vorwurfsvoll?

    Die Blockaden bzgl. Männern haben ja sehr oft mit unseren Ursprungsfamilien zu tun, es lohnt sich also hinzuschauen, welche Konstellationen Du da unbewusst reproduzierst. Mir hat das immens weiter geholfen. Kein Kopfkino mehr, kein Drama mehr. Nur noch fröhlich im Hier und Jetzt mit dem Liebsten...
    Danke TT

    Als ich diesen Satz geschrieben hatte, dachte ich selbst noch, was das eigentlich für eine Verstrickung nun wieder ist. Hmmm.... Ich weiß ja nicht wirklich, was meine Mutter sich für mich gewünscht hat. Ihr Hauptvorwurf war immer gewesen, ich sei ein viel zu schwieriges Kind gewesen, als Jugendliche sowieso. Für mich heute sieht es so aus, dass sie mich irgendwann aufgegeben hat. Aber das ist wie Typhus oder Cholera - wenn an einem herumgeschraubt wird, um irgendjemand anderes zu werden als man ist, dann ist das auch nicht schön. So oder so alles eine einzige Qual gewesen. Sehr viel weiß ich gar nicht über sie, aber es gibt so Andeutungen, dass genau das, was sie an mir so schlimm fand (schwierig zu sein, unangepasst, dickköpfig) auch ihr eigenes Kindheitstrauma war. Insofern: Ich könnte mich schon dahin begeben, dass ich für sie Empathie empfinde. Aber insofern schwierig, dass ich nicht ihre Mutter bin, sondern sie meine und sich das deshalb - also dieser Gedankengang - verkehrt anfühlt.

    Mich würde ja wirklich interessieren, welche Muster an Männern mich blockieren und wieso die etwas mit irgendwelchen Vorstellungen meiner Mutter zu tun haben. So ein Hang zum schwer erreichbaren Mann und eine latente Vorliebe für einen starken, präsenten Typ habe ich bislang immer mit der Vaterlosigkeit in Verbindung gebracht. Wie dann da meine Mutter ins Spiel kommt, ist mir ein Rätsel. Aber eines, das sich so langsam aus dem Nebel vor meiner "Denkerstirn" herausschält.

  8. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Liebe Schlaflos,

    das Muster mit den "unerreichbaren" Männern kenn ich. Und hab lange gedacht, dass es daran lag, dass mein heiß geliebter Paps so oft beruflich abwesend war und hab ihm die Schuld gegeben. Und vor nicht allzu langer Zeit wurde mir klar, dass es für mich die erlebten Reaktionen meiner Mutter auf die Abwesenheit der Vaters waren, die die kleine ThirdThought so geprägt haben, dass sie sich in die Unerreichbaren verguckt hatte, die Kopfkino par excellance fabriziert hat.

    Als mir klar wurde, wie meine Mutter reagierte damals, fiel irgendwie ein Puzzleteil ins andere. Und ich hab sie sehr sehr lieb, sie ist eine tolle Mutter. Und hatte ihre Reaktionen von ihrer Mutter gelernt...

    Ich hab weder mit Vater noch mit Mutter je darüber gesprochen, ist nicht nötig, denn die Klarheit in meinem Kopf hilft mir jetzt, anders zu reagieren als vorher. Seit ich das klar hab, läuft es auch mit dem Liebsten wie am Schnürchen.

    Ich find es faszinierend, dass Klarheit im eigenen Kopf praktisch sofort andere Verhaltensweisen nach sich zieht...

  9. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Und ich dachte bislang in etwa so, dass ich nicht erreichen durfte, was meine Mutter erreicht hat - in verschiedenen Gebieten. Sie war eine so mächtige Institution für mich, dass schon ein höherer Bildungsabschluss einer Art Gotteslästerung gleichgekommen wäre. Da hatte ich mal auch so eine riesigie Blockade, als es um ein Studium ging, und mit Hilfe meiner Therapeutin konnte ich die aufbrechen.

    Wenn ich mir jetzt auch noch ihre Männergeschichten anschaue, wird mir gerade ganz schwindelig. Eigener Vater im Krieg geblieben, vom Stiefvater vergewaltigt, alle Kinder von verheirateten Männern - bis dann irgendwann mein Stiefvater in die Familie kam und mit ihm nach außen hin geordnete Verhältnisse.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als mir klar wurde, wie meine Mutter reagierte damals, fiel irgendwie ein Puzzleteil ins andere. Und ich hab sie sehr sehr lieb, sie ist eine tolle Mutter. Und hatte ihre Reaktionen von ihrer Mutter gelernt...
    Ohne jetzt indiskret sein zu wollen, darf ich dich fragen, wie deine Mutter denn reagiert hat?

    Ja, das mit der Klarheit haben mir schon mehrere gesagt und mich immer beruhigt, was so die so beliebte Aufarbeitung der eigenen Kindheit betrifft. Schauen, anerkennen, fühlen - und vieles ändert sich wie von selbst.


  10. Inaktiver User

    AW: Kopfkino

    Guten Morgen, liebe Schlaflos.

    Mein Großvater ist totgeglaubt aus dem Krieg zwei Jahre zu spät (Gefangenschaft) zurückgekommen, dann entstand meine Mutter und als sie noch ein Kind war, starb er krankheitsbedingt. Die Großmutter hat den Pfarrer damals mit dem Nudelholz vom Hof gejagt: "Dein Gott kann mir gestohlen bleiben, erst schickt er ihn in diesen grausamen Krieg, dann kommt er zwei Jahre zu spät unerwartet aus der Gefangenschaft wieder und jetzt ist er trotzdem tot." So etwa, ganz große Trauer und große Liebe, die dramatischer kaum sein konnte. Mama hat es damals als siebenjährige miterlebt.

    Und wenn mein Vater damals in Zeiten ohne Telefon wochenlang berufsbedingt unterwegs war, meine Mutter quasi mit Vollzeitjob Alleinerziehende mit zwei Kindern war, er dann den Flieger verpasst hat oder was weiß ich, lief sie händeringend durch die Wohnung, weil ihm ja was zugestoßen sein könnte. Für siebenjährige Mädchen (meine Mutter damals und mich dann später) ist solche Verzweiflung kaum auszuhalten und auch nicht vernünftig einzusortieren. Das prägt einfach.

    Und so verliebte ich mich irgendwie immer Hals über Kopf in schwer verfügbare Männer, wo ich in deren Abwesenheiten das Drama meiner Mutter und letztlich auch meiner Großmutter nachempfand. Dass dem Kerl was zugestoßen sein könnte und dann die ganz ganz große Liebe, wenn er wieder anwesend war... Also immer wieder Drama wegen Kopfkino...

    Mich nervte das irgendwann so sehr, weil ich damit ja auch Beziehungen geschrottet hatte und der Liebste jetzt so gut für mich ist, dass ich ihn mit dem Drama nicht auch wieder weg treiben wollte.

    Und so dachte ich in einer ruhigen Minute mal über meine Mutter nach und wie ich das alles als kleines Mädchen erlebt hab. Stellte fest, dass mein Drama ja gar nicht meins war, sondern irgendwie das zwei Generationen überdauernde meiner Großmutter, die damals wirklich einen Grund hatte auszuflippen.

    Und ich überlegte dann, was der kleinen ThirdThought damals hätte helfen können, wenn die Mama wieder verzweifelt und unruhig am Fenster stand. Sehr hilfreiches Kopfkino: Kasperle hat das Dramakrokodil erschlagen :-) lustig, aber so ungefähr half es. Und seit ich im Kopf das Krokodil erschlug, gibt es irgendwie kein Drama mehr.

    Das ist meine kleine Geschichte, nur eine Anregung. In solchen Dingen ist Kopfkino echt ne feine Sache, man kann seinen Gedanken und Gefühlen eine andere Richtung geben. Mit ein wenig Übung und viel Fantasie führt das zu einem echt fröhlichen Leben, getreu dem Motto: "Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit." Polemisch aber manchmal möglich.

    Und Dein Schwindlig-werden beim Gedanken an Deine Mutter ist ein ziemlich guter Wegweiser... Da hinter diesem Nebel liegt bestimmt die Lösung. Nachdem ich im Kopf das Krokodil erschlug, war ich drei Tage ziemlich neben der Spur. Da passiert was im Kopf... Und hinter dem Nebel scheint die Sonne :-)

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