Eindeutige "Lust auf Ficken?"-Anfragen mal ausgenommen:
Wie merkwürdig muss einerseits die Eigenwahrnehmung eines Menschen sein, der annimmt, jedwedes Kontaktansinnen würde primär oder gar ausschließlich auf Sex abzielen?
Und wie lustfeindlich ist andererseits jemand, dem es unangenehm aufstößt, dass ein anderer Mensch Interesse an Sex mit einem haben könnte?
Naja.
Ich persönlich halte alle Begründungen, aus denen heraus eine Frau einen Mann nicht ansprechen können sollte, für faule Ausreden.
Niemand holt sich gern eine Abfuhr.
Es ist meines Wissens aber auch noch niemand an einem Korb gestorben.
Wie kann mensch nun jemanden ansprechen?
Ist der Augenkontakt erst einmal erfolgreich hergestellt und mit einem Lächeln quittiert, denke ich:
Egal, wie man ein Gespräch eröffnet, Hauptsache, es wird eröffnet.
Da mir persönlich Intelligenz und Humor sehr wichtig sind, würde ich unsinnige Gesprächsanfänge nutzen bzw. goutieren:
In der Bar/Kneipe: "Entschuldigen Sie die Störung, aber ich wüsste wirklich gern, was Sie von der Fangquotierung im nördlichen Atlantik halten."
Auf dem Punkkonzert oder am Strand: "Verraten Sie mir die Adresse Ihres Schneiders?"
Es darf aber auch ein schlichtes: "Ich möchte Sie gern kennenlernen." sein.
Vermutlich ein ziemlich verdrehte Einstellung![]()
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14.07.2012, 03:43Inaktiver User
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
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14.07.2012, 03:56
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
GEIL! Das trifft voll mein Komikzentrum.
Allerdings würde mich so ein Kommentar quasi aus dem Nichts heraus wahrscheinlich im realen Leben überfordern.
Also - so ohne Vorwarnung und wenn man den Ansprechenden gar nicht kennt/humormäßig einschätzen kann. Ironie ist da leider immer schwierig. Kann auch nach hinten losgehen.
Aber die Masche werde ich mir auf jeden Fall merken.
Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.
Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!
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14.07.2012, 09:38Inaktiver User
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
Dieser Spruch entspräche absolut meinem Humor-Level, und ich würde ihn soooo gerne bei meinem OdB bringen, fürchte aber, der Gute würde sich damit schlicht veraxxxxt fühlen. Denn das eine ist ja der Flirt, aber das andere das Kennen-lernen-Wollen. Was einen Einstiegsflirt benötigt, aber gerade eben doch "die Sache" schwer macht. Und wer von uns ist schon schlagfertig, wenn ihm an etwas sehr liegt?!
Im Übrigen finde ich es nun wirklich offensichtlich, wenn ein Mann sexuell an mir interessiert ist. Das sieht frau doch. Deshalb braucht der auch gar keinen Spruch in diese Richtung. Wäre ja irgendwie doppelt gemoppelt
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14.07.2012, 09:53
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
Das stimmt nicht. Männer trauen sich sehr wohl, eine Frau anzusprechen.
Da haben wirs doch: nicht selbstbewusste Männer trauen sich nicht eine Frau anzusprechen. Das ist im Grunde schon alles, was man dazu sagen kann.deswegen sind auch die selbstbewussten Männer, die erfolgreicheren in Bezug auf Frauen.
So könnte man es auch sagen.Merkt euch:
Schüchternheit = Austauschbarkeit (euer Charakter ist zählt erst später)
Selbstbewusstsein selbst wenn ihr aufgeregt wie Hölle seid, ist mehr Wert als alles andere und hilft euch beim kennenlernen von Frauen
Das stimmt nicht.
Find ich nicht gut, dass du jetzt mit diesem frauenfeindlichen Mist ankommst.Als ob sie in der Öffentlichkeit sofort einer Straftat beschuldigt werden, sobald sie einen Satz zur Frau sagen. Die Kehrseite der Emanzipation?
Es wird nicht wahrer dadurch, wenn du es wiederholst.
Ja, das geht auch – aber es muss auch passen, und zwar von dem, der es sagt.Alles was aber gebraucht wird ist ein: Hi! Du bist mir grad aufgefallen, ich finde dich hübsch, etc.
Keine Frau möchte z.B. Komplimente hören von einem unangenehmen Zeitgenossen – und das ist z.B. ein entscheidender Grund, warum manche Männer ne Abfuhr kriegen.
Wie gesagt: ist nicht gut, diese Sprüche.
dito – was bezweckst du eigentlich mit dieserNur muss der Mann mittlerweile mit einer Anzeige wegen sexueller Belästigung rechnen. Und das ist für das Kennenlernen kontrapoduktiv.
frauenfeindlichen Stimmungsmache?
Wär ich ne Frau, dann würdest du von mir wegen deiner blöden Sprüche ne Abfuhr kriegen, das allein wäre der Grund.
Natürlich nicht!!
Wo lebst du? Das weiss eine Frau sowieso, bzw. sie merkt es, wenn es so ist.
Das ist nicht die Realität, die du beschreibst!
Übrigens: man darf auch vögeln und ficken sagen. Kein Problem.
Nein, das ist überhaupt nicht schwierig, einer Frau eindeutig zu vermitteln, dass mann scharf auf sie ist.
Doch. Es gibt sehr wohl viele „geeignete Mittel“ einer Frau zu zeigen oder zu sagen, dass mann sie am liebsten im Bett hätte.Es soll (und muss mMn) sogar da sein - aber offenbar gibt es heutzutage keine geeigneten Mittel, das stilvoll rüberzubringen, ohne diese gesunden und guten und notwendigen (!) Voraussetzungen für eine Annäherung gleich in die "Der/Die will nur Sex!"-Schublade abrutschen zu lassen.
Oder dahin abgeschoben zu werden.
Oder sich natürlicher Regungen gar schämen zu müssen.
Dein ‚Sex-Schubladen-Problem’ ist überhaupt keines.
Niemand muss sich schämen.
Und wenn eine Frau tatsächlich so drauf sein sollte, einen Mann in die Sex-Schublade abzuschieben – ja, meine Güte, was will Mann denn mit so einer Frau?? Doch wohl nicht ins Bett etwa? Solche Frauen können sich dann ja einen anderen suchen, der das mit sich machen lässt.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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14.07.2012, 10:42
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14.07.2012, 12:00
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
Ach VanDyck,
warum kannst oder willst Du nicht (nie?) akzeptieren, dass es nicht nur Deinen (bzw. Euren) Kosmos gibt? Man kann auch auf einer viel komplexeren oder individueller oder bewusster komplexen Basis viel Spass miteinander haben.
Ob das dann die Attribute "unnötig" oder "gehoben", "aufgebauscht" oder "vielfältiger", "komplizierter" oder "interessanter" bekommt oder sogar rechtfertigt, hängt doch wohl von der Sozialisation (im allerweitesten Sinne) der Beteiligten bzw. der Beurteilenden ab und der "Mühe", die Erste sich gegenseitig zu geben bereit und in der Lage sind.
Das ist sogar der Stoff, aus dem Romane sind, wie z. B. "Salz auf unserer Haut". Zwei "Wahrheiten", die man beide in sich haben kann, ohne wirkliche (Er-) Lösung...
Wo kämen wir andererseits hin, wenn alle nur noch "unkompliziert" wären?
Nun, wenn es nicht (auch!) "unserer" Natur entspräche, wer hätte es dann konstruiert und wie hätte es sich so lange halten können? Der Mensch ist nun mal keine aus bestimmten Kontexten herauslösbare, in deren Aspekten dann völlig autarke Erscheinung.
Für mich gibt's auch platonisches Verliebt-Sein. Zumindest würde (und mochte) ich mit manchen Frauen gerne auch über ganz innere Bewegtheiten (und damit durchaus auch intime Themen) kommunizieren, (hätte) sie vielleicht sogar in den Arm nehmen (mögen), also nicht nur seelisch berühren - aber Sex miteinander wäre (war) aus den individuellsten Gründen trotzdem maximal eine schöne Fiktion.
Naja, so ganz platonisch ist (war) das dann ja vielleicht doch nicht mehr?
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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14.07.2012, 12:12
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
Also wenn ich mit jemandem über innere Bewegtheiten sprechen will, dann bin ich nicht automatisch verliebt.
Verliebt bin ich wenn ich denjenigen den schönsten Menschen auf der Welt finde (oder nahe dran), mich nach seinem Geruch sehne, ich anfassen und küssen will und an nichts anderes denke als an ihn. Und natürlich habe ich mindestens in meinen Fantasien ausgiebigst Sex mit dieser Person :)
Zur Monogamie: Ich glaube dass das ein Regelwerk ist dass uns zähmen soll
In erster Linie sehe ich hier im Westen die christliche Religion als Übeltäter, die hat das zumindest zementiert. Im Islam bezog sich das ganze nur auf Frauen, Männer dürfen ja unter bestimmten Voraussetzungen mehrere Frauen haben - aber auch da sehe ich die Religion in der Verantwortung für diesen verschwurbelten Mist.
Monogamie gehört für mich in die gleiche Ecke wie z.B. Homophobie - ein künstliches Konstrukt dass uns eine Zwangsjacke auferlegt. Während Homobeziehungen etwas aus der Scham-Ecke herausgekommen sind, werden polygame Beziehungen allerdings noch total tabuisiert.Geändert von 100wasser (14.07.2012 um 12:16 Uhr)
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14.07.2012, 12:13
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
Van Dyck,
ich habe mich mit Frauen (!) über das Thema sexuelle Blästigung bereits 1990 in der Öffentlichkeit gestritten. Die Damen wollten folgendes als Straftatsbestand aufnehmen lassen: Männer, die Frauen mit Blicken ausziehen. Das ging mir weit über das Ziel hinaus. Und ja, auch ich habe schon erlebt, dass sich Frauen wie irre darüber aufgeregt haben, wohin der Mann geguckt hat und wie er geguckt hat und dass das eindeutig (!) Belästigung wäre.
Meine Erfahrung nach sieben Opernbesuchen besagt, dass kein Mann mich angesprochen hat. Ich bin definitiv allein unterwegs gewesen, freundlich lächelnd. Entweder bin ich für keinen Mann so interessant gewesen, dass er mich angesprochen hat, was ich mir bei fast ausverkauften Vorstellungen nicht vorstellen kann, oder die Männer haben sich nicht getraut, aus welchem Grund auch immer.
Die Vorstellung, dass ein Mann zu mich sagt "ich will dich f*", löst Heiterkeit aus. Wie schaut der Knabe, wenn ich antworte: "Herzlich gern. Wie viele Kondome hast du in der Tasche? Ich habe fünf."
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14.07.2012, 12:46
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14.07.2012, 13:00Inaktiver User
AW: "Man darf als Frau nie den ersten Schritt machen"
Das Erobern - weil es eine bekannte & anerkannte Rolle für den Mann ist. Auch wenn er eben nicht erfolgreich ist - er ist damit zumindest nicht auch noch "aus der Rolle gefallen". Misserfolge zu verkraften sind eine Fähigkeit, die ich nicht an diesem Rollenbild aufhängen wollte.
Weder noch, das heißt: es wäre mir egal, wenn der Mann als passiver oder aktiver Part auftritt, solange er aufmerksam ist. Soll heissen: er sollte als Jäger oder als Gejagter (!?) Spaß an der Sache haben und darauf eingehen können, wenn er will - ohne lange zu grübeln. Die Kontaktaufnahme selbst birgt für mich noch keine verbindlichkeit. Ich wünsch mir da mehr Lässigkeit, auch für mich selbst.Was für ein Typus Mann wäre dir denn lieber? Einer der erobert? Einer der in seiner 'natürlichen Rolle' des Eroberers aufgeht? Oder einer der das nicht tut?


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