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  1. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Zitat Zitat von Latona Beitrag anzeigen
    Der Härtetest für jede/n, der rumeiert: Sich selbst zurückziehen! Und zwar spürbar! Keine Initiative mehr. Dann wird sich ja zeigen, was dem anderen diese Bekanntschaft wert ist: Ist sie ihm was wert, kommt er von selbst aus dem Quark, weil er merkt, er läuft Gefahr, sie zu verlieren. Ist sie ihm nichts wert, dann lässt er die Bekanntschaft im Sande verlaufen.
    Tja, Latona, aber genau das funktioniert eben nicht bei Leuten mit Bindungsangst. Denn wenn du dich zurückziehst haben sie wieder ihren emotionalen Sicherheitsabstand aus dem heraus sie wieder auf dich zugehen können. Um dann, wenn sich alles wieder eingespielt hat, wieder Schiss vor Vereinnahmung zu kriegen und sich zurückzuziehen.

    Und so kann das eben lang gehen - denn bevor es zu einer Trennung kommen wird werden sie alles tun um das zu verhindern.

    Das ist eben nicht vergleichbar mit jemandem, der nur ein lauwarmes Interesse hat und nicht mehr, und das ist das Fatale an der Sache.

    Sie wollen keine Beziehung - aber eine Trennung eben auch nicht. Und so tun sie mit viel Energie alles, um beides zu verhindern. Und als "normal" gestrickter Mensch tut man sich sehr schwer das zu durchschauen, weil man viel zu sehr davon ausgeht, dass es so läuft wie beschrieben: wer sich engagiert wenn man sich selbst zurückzieht hat echtes Interesse. Das muss man erstmal verstehen, dass jemand sich nur engagiert weil man sich zurückzieht.
    Geändert von Inaktiver User (06.07.2012 um 10:51 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht - weil wir nicht mehr so aufeinander angewiesen sind?
    Die wichtigste Bezugsperson ist für manche der Psychologe, wenn ich krank werde greift die Pflegeversicherung, wenn ich meinen Job verliere zumindest zeitweise die Arbeitslosenversicherung, wenn ich einsam schreibe ich in der Bri :
    [ ]
    Außerdem glaube ich dass Männer und Frauen eine unterschiedliche Sexualität und Art der Liebe haben. Und dass viele Frauen sich derzeit sehr abmühen wie Männer zu sein- frei und unabhängig - , aber recht wenge Männer die Formen anstreben, die traditionell den Frauen vorbehalten waren - sorgend, liebend und Bindungen pflegend....
    Es gibt Millionen Initiativen für Frauen in Dax-Vorständen, aber kaum welche für Männer in Pflegeberufen ..... das zeigt vielleicht auch, dass wir eben diese traditionell weiblichen Werte als abhängig und rückständig weitaus weniger schätzen. Mir fehlt der Respekt vor diesen Leistungen und Werten und manchmal auch vor Frauen selbst.
    Ja, ich stimme dir zu. Das soziale Gefüge hat sich verändert.
    Zusätzlich glaube ich auch, dass die Emanzipation der Frauen so einiges durcheinander gewirbelt hat.
    Ich meine das gar nicht wertend, vieles davon hat seine Berechtigung und war überfällig.
    Trotzdem scheint es mir aber so, dass es selbst nach gut 30 Jahren Probleme beim Rollenverständnis der Geschlechter gibt.
    Diese - früher relativ scharfe - Abgrenzung ist heutzutage deutlich verschwommener.
    Was gilt als männlich und was als weiblich? Ich persönlich kann wenig anfangen mit Frauen, die männliches Verhalten annehmen und androgynen Männern. Ich mag weibliche Frauen, wie auch immer man das definieren möchte. Das hat per se auch nichts mit weiblichen Vorstandsvorsitzenden oder männlichen Erzieher zu tun, ich finde es gut, wenn sich in diesen Bereichen auch das andere Geschlecht stärker einbringt.
    Das führt aber auch zu einem neuen Rollenverständnis, damit müssen viele erst erst einmal lernen umzugehen.

  3. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nichts bleibt, wie es ist, Leben ist Veränderung, nicht Stagnation, Berechnung und Absicherung. Oder, noch schlimmer, Kontrolle.
    Davor scheinst du enorme Angst zu haben - weil du dem nichts entgegensetzen kannst? Also mich kontrolliert keiner...

    Das klingt alles immer sehr negativ bei dir, und auch passiv, als ob du an der Gestaltung deiner Beziehungen nicht mitwirken würdest, sondern nur Opfer der Frau wärst die dir ihre engen Vorstellungen aufzwingen will. Ist das nicht ein bisschen schlicht gedacht oder kennst du nur solche Frauen? Dann wär ja interessant herauszufinden, wieso du auf diesen Typus abfährst...

    Ich für mich seh das sehr viel entspannter, und verbinde Beziehung auch mit Angenommen-Werden, Unterstützung, Rückhalt, Verlässlichkeit, Geborgenheit. Stagnation ist für mich eher ewiges Trallala mit immer neuen "tollen" Menschen, von denen aber keiner so toll ist dass er mich wirklich begeistert...

    Und ich erlebe nicht wenige Männer, denen das im fortgeschrittenen Alter auch langsam dämmert - und die dann panisch versuchen das von Frauen einzufordern - die aber kein Interesse haben dann für einen der lange Jahre den einsamen Wolf gegeben hat die Sozialstation zu spielen. Das Schicksal wünsch ich dir nicht, denn manch einer der so wie du laut getönt hat dass er ja niemanden braucht hat sich auf einmal allein in einer Situation befunden, wo er froh und dankbar gewesen wäre um stabile Bindungen... Die in meinen Augen jeder braucht. Und die die das so von sich weisen ganz besonders.
    Geändert von Inaktiver User (06.07.2012 um 10:53 Uhr)

  4. User Info Menu

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    @ schnellschnell
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Tja, Latona, aber genau das funktioniert eben nicht bei Leuten mit Bindungsangst. Denn wenn du dich zurückziehst haben sie wieder ihren emotionalen Sicherheitsabstand aus dem heraus sie wieder auf dich zugehen können. Um dann, wenn sich alles wieder eingespielt hat, wieder Schiss vor Vereinnahmung zu kriegen und sich zurückzuziehen.

    Und so kann das eben lang gehen - denn bevor es zu einer Trennung kommen wird werden sie alles tun um das zu verhindern.

    Das ist eben nicht vergleichbar mit jemandem, der nur ein lauwarmes Interesse hat und nicht mehr, und das Fatale an der Sache.

    Sie wollen keine Beziehung - aber eine Trennung eben auch nicht. Und so tun sie mit viel Energie alles, um beides zu verhindern. Und als "normal" gestrickter Mensch tut man sich sehr schwer das zu durchschauen, weil man viel zu sehr davon ausgeht, dass es so läuft wie beschrieben: wer sioch engagiert wenn man sich selbst zurückzieht hat echtes Interesse. Das muss man erstmal verstehen, dass jemand sich nur engagiert weil man sich zurückzieht.
    Erstens: Mit Menschen, die Bindungsangst haben, kann man keine Beziehung führen. Diesen Zahn sollte man sich ziehen lassen.

    Zweitens: Ob jemand Bindungsangst hat, merkt man spätestens dann, wenn er dieses Spielchen zwei bis dreimal durchgezogen hat. Das sollte eigentlich Grund genug sein, um sich selbst einzugestehen, dass diese Bekanntschaft nicht in einer funktionierende Beziehung führen kann. Also: Adios Freundchen, zieh dein Bindungstheater woanders ab - mit mir jedenfalls nicht mehr!
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  5. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, ich stimme dir zu..
    Hah! Das freut mich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das soziale Gefüge hat sich verändert.
    Zusätzlich glaube ich auch, dass die Emanzipation der Frauen so einiges durcheinander gewirbelt hat.
    Ich meine das gar nicht wertend, vieles davon hat seine Berechtigung und war überfällig. ..
    Vielleicht fehlt einfach noch die Efrauzipation des Mannes.

    Nein, im Ernst, ich finde jeder sollte tun, was er möchte, beruflich, aber klar - eine Gesellschaft die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung so hoch schätzt wie unsere wird andere Dinge wie Bindung, etwas für jemand anderen tun, Rücksichtnahme und Verzicht eben eher abwertend beurteilen.

    Dabei - wenn jeder beides sein kann - mal nehmen - mal geben - dann wäre das für die Bindung in der Gesellschaft bestimmt von Vorteil.

  6. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist mir egal.
    Manchmal bin ich bestimmt etwas altmodisch... damit kann ich leben.
    Das macht Dich gleich sympatisch!
    Ich bin auch altmodisch, höre ich mir manchmal an, wenn ich einer Dame die Tür aufhalte oder in den Mantel helfe...

  7. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Da hast du Recht, aber man muss das erst mal verstehen. Und auch dann ist ein Mensch für mich nicht einfach austauschbar, ich weiß ja schließlich, wieso ich mich für ihn entschieden habe. Und dann geh ich auch nicht einfach her und sag, so, jetzt such ich mir einen anderen mit "ohne Bindungsangst". So funktioniert's halt leider nicht.

    Jedenfalls für mich nicht. Meine Welt ist nicht voller toller Männer mit denen ich mein Leben verbringen möchte.

  8. User Info Menu

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    @ schnellschnell
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da hast du Recht, aber man muss das erst mal verstehen. Und auch dann ist ein Mensch für mich nicht einfach austauschbar, ich weiß ja schließlich, wieso ich mich für ihn entschieden habe. Und dann geh ich auch nicht einfach her und sag, so, jetzt such ich mir einen anderen mit "ohne Bindungsangst". So funktioniert's halt leider nicht.

    Jedenfalls für mich nicht. Meine Welt ist nicht voller toller Männer mit denen ich mein Leben verbringen möchte.
    Lass uns bitte nochmal klären, wofür das Kennenlernen da ist: Das Kennenlernen ist ein ergebnisoffener Prozess, bei dem beide prüfen, ob sie zusammen bleiben wollen. Entscheiden kann ich mich für jemanden erst, nachdem ich ihn kennengelernt habe. Und ob jemand Bindungsangst hat oder nicht, zeigt sich eben meistens schon im Laufe des Kennenlernens: Der Mensch mit Bindungsangst weicht Verbindlichkeiten aus, kommt aber wieder angedackelt, wenn der andere Konsequenzen zieht.

    So ein Verhalten ist ein absolutes NoGo für eine Beziehung! Vergleichbar mit absoluter Unzuverlässigkeit, mieser Behandlung des anderen und der grundsätzlichen Weigerung, sich auf eine exklusive, monogame Beziehung festzulegen.

    So jemanden musst Du loslassen, wenn Du glücklich werden willst.
    Denn ändern wirst Du ihn nicht können. Und warum solltest Du deswegen leiden?
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  9. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Das Fazit würd ich unterschreiben, den Rest nicht: ich hab das anders erlebt, und zwar dass jemand in der Kennenlernphase durchaus entschieden und verbindlich war - und sich das erst sehr viel später gezeigt hat, als es wirklich ernst wurde.

    In einem mir bekannten Fall sogar erst nach der Hochzeit... da musst du erstmal drauf kommen.

  10. Inaktiver User

    AW: Jammerlappen oder ganzer Kerl?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hah! Das freut mich.


    Vielleicht fehlt einfach noch die Efrauzipation des Mannes.

    Nein, im Ernst, ich finde jeder sollte tun, was er möchte, beruflich, aber klar - eine Gesellschaft die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung so hoch schätzt wie unsere wird andere Dinge wie Bindung, etwas für jemand anderen tun, Rücksichtnahme und Verzicht eben eher abwertend beurteilen.

    Dabei - wenn jeder beides sein kann - mal nehmen - mal geben - dann wäre das für die Bindung in der Gesellschaft bestimmt von Vorteil.
    Efrauzipation des Mannes?
    Mag sein ... vielleicht ist das Verhalten (z.B. die Verweigerung) mancher Männer heutzutage quasi die Emanzipation des Mannes.
    Ich denke man kann es nicht direkt vergleichen.
    Die Emanzipation der Frau war ein ein Selbstläufer, der aus der berechtigten Ungerechtigkeit heraus entstanden ist. Insofern gab es für Frauen einen trifftigen Grund ihre Stellung in der Gesellschaft zu verändern.

    Bei Männern trifft das nicht zu, zumindest sehen es viele nicht so.
    Ihre Emanzipation wäre nur eine Reaktion auf das veränderte Gesellschaftsgefüge. In den meisten Berichen gibt es für sie dadurch nicht viel zu gewinnen. Etwas überspitzt ausgedrückt sollen sie sie anpassen, ob es ihrem männlichen Selbstverständnis entspricht oder nicht.
    Sicher gibt es für sie dabei auch etwas zu gewinnen, aber wer lässt sich schon gern vorschreiben wie der moderne Mann von heute zu sein hat. Wäre er dann noch autenthisch?
    Ich denke das wird noch dauern, bis es sich eingependelt hat.

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