Prinzipiell gut ist ja, dass sie wohl kapiert hat, dass er nicht alles mit sich machen lässt.
Allerdings gefällt mir das Machtgefälle nicht - einer ist oben, der andere unten. Jetzt ist es das Gleiche wie vorher, nur mit umgekehrten Rollen. (Eine erwachsene Reaktion von ihr wäre gewesen, sich zu entschuldigen und zu versprechen, mehr Rücksicht zu nehmen und ihre Launen nicht mehr hemmungslos auszuleben.)
Erstrebenswert wäre - unter dem Aspekt der Familiengründung - ausschließlich eine Beziehung auf Augenhöhe.
@legrain: Deine Gedanken gefallen mir gut... auch das mit den Spaziergängen durch die verschiedenen Stadtviertel. Wohnst Du in Wien? *neugierig frag*
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20.06.2012, 15:11
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
Geändert von Raratonga (20.06.2012 um 15:14 Uhr)
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20.06.2012, 15:46
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
lg
legrain
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20.06.2012, 15:57
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
Hallo, AlphaOmega,
als ich deinen neuen Strang gelesen habe, musste ich unweigerlich an einen anderen Strang denken, ohne erst mal zu wissen, dass der andere Strang auch von Dir war.
Die Parallelen sind so unglaublich! Geht es eigentlich um dieselbe Frau? Ich vermute-nein.
Aber das Drama, Machtspiele und das Ungleichgewicht, das ist geblieben, darüber würde ich mir ernsthaft Gedanken machen.
LG
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20.06.2012, 16:27
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20.06.2012, 17:15
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
AlphaOmega, ich bin auch erschüttert über Deinen letzten Strang und wie leichtfertig das Thema "Heiraten" ins Spiel kommt.
Du scheinst extrem zu neurotischen Beziehungen zu neigen. Ich befürchte, ohne therapeutische Hilfe wirst Du keine "normale", unkomplizierte und glückliche Beziehung zu einer Frau haben können.
Wäre es eine Option, wieder öfters zu deinem Therapeuten zu gehen?
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20.06.2012, 18:44
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
lg
legrain
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21.06.2012, 01:23
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
es war anstrengend, deine früheren threads zu verstehen, ich sehe allerdings, dass du dich schon einigermassen erfangen hast. ich habe stunden über die ganze verirrungen und verwirrungen nachgedacht, wo für dich ein ansatzpunkt sein könnte.
ich würde dir empfehlen im strang der kriegsenkel zu lesen:
Spätfolgen des Krieges - wie sehr sind wir selbst noch betroffen?
es wäre hilfreich, so glaube ich, deinen wurzeln nachzugehen, beginnend mit der erstellung des eigenen stammbaumes. ausgehend von den schon vorhandenen namen und daten die besonderheiten eines menschen zu skizzieren, auch augenmerk auf die weniger bekannten mitglieder der familie zu legen, bei allen nach den begabungen zu fragen. du wirst dich selbst danach besser verstehen.
ich rede dir gut zu, mit deinen verwandten am anderen kontinent verbindung aufzunehmen und mit den ältesten begegnungen zu suchen, ihnen bei ihren langatmigen erzählungen zuzuhören. du wirst von familienzwistigkeiten und schwierigkeiten einzelner vorfahren berichtet bekommen, das kann dir das grundgefühl deiner eltern und grosseltern besser erklären. du wirst vielleicht die jüngeren kennenlernen, sie haben sich neue verantwortung und neue ziele gesucht.
nach meinem gefühl brauchst du noch viel begleitung, bevor sich für dich eine beziehung wirklich glücklich entwickeln kann, du solltest die fördernde hilfe bei einem menschen mit wissen über das "ethische korsett" traditionsverbundener familien, und die schwierigkeit damit einen lebensentwurf in der heutigen zeit zu gestalten, suchen.
im älteren thread waren die foris durch die scheinbar theatralische ausdrucksweise irritiert, ich beim nachlesen heute, aber je länger ich nachdenke, die art der gefühlsäusserung wäre durch wurzeln aus bestimmten ländern erklärbar. ich rate daher nochmals, suche deine herkunft, suche das zugehörigkeitsgefühl zu den heimatvölkern deiner lieblingsahnen, zu ihrer musik, ihren privaten technischen, künstlerischen und handwerklichen äusserungen, und vertraue dich ausserdem einer person an, die deine seelischen prozesse fachlich begleitet.
es wird dich mutmasslich sehr viel weiter bringen.Geändert von legrain (22.06.2012 um 06:37 Uhr)
lg
legrain
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21.06.2012, 10:53
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
Hallo AlphaOmega,
legrains Vorschläge finde ich sehr gut. Deine Probleme haben bestimmt mit der Art Deines Aufwachsens zu tun und mit dem "Geist", der in Deiner Herkunftsfamilie herrschte, verbunden mit bestimmten Ansprüchen. Es ist gut, sich darüber klar zu werden, besonders wenn verschiedene Nationen in der Familiengeschichte eine Rolle spielen. Und Kriegstraumata "vererben" sich, soviel ist sicher. Sogar die DNA verändert sich.
Ich habe auch noch einmal über Dein Problem nachgedacht und setze den Fokus aber etwas anders, - mir ist nämlich eingefallen, dass momentan die "Bindungsforschung" in der Psychologie sehr aktuell ist.
Jemand, der sich in Beziehungen so verhält wie Du, der sich so an Partnerinnen klammert, die unzuverlässig und instabil sind, ist selber "unsicher gebunden" und wiederholt lediglich das in der Kindheit Erlebte.
Da scheint in meinen Augen die Wurzel Deines Problems zu liegen und mein Rat an Dich wäre, mir einen Therapeuten zu suchen, der sich damit auskennt. Wichtig ist es aber, einen "psychologischen Psychotherapeuten" zu wählen, also einen mit Approbation. Diese sind in sowohl in Tiefenpsychologie als auch in Verhaltenstherapie sehr gut ausgebildet und haben die Krankenkassenzulassung. Sie haben auch die Pflicht zur regelmässigen Fortbildung.
Abraten möchte ich von Heilpraktikern der Psychotherapie. Diese sind oft unglaublich schlecht ausgebildet und haben oft nur eine kurze Fortbildung gemacht, das reicht für den Titel. (Sie müssen vor dem Gesundheitsamt nur beweisen, dass sie "der Volksgesundheit nicht schaden".) Oft vertreten sie auch noch dubiose, wissenschaftlich umstrittene Therapieansätze.
Also alles Gute auf dem Weg zu Dir selbst!
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21.06.2012, 17:14
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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22.06.2012, 01:31
AW: Verliebt verflogen innerhalb einer Woche durch Arbeitsstress ???
Entschuldigung. Ich konnte leider nicht früher reagieren.
Ich bedanke mich für all eure guten Tips, Meinungen und Kritiken. Ich erfahre dass als sehr nützlich.
Ich habe den letzten Strang, den ich zu Anfang des Jahres schrieb, nicht wieder gelesen; es ware eine aufwühlende Phase. Ich war seit geraumer Zeit dabei mich selbst wiederauzubauen und es ging mir sehr gut, als die besagte Ex wieder in mein Leben platzte. Ich kann wegen Privatsphäre hier nicht alles im Detail erklären, aber im Grunde fing es so an dass ich zu Anfang in der Beziehung mit ihr eine Therapeutenrolle hatte. Sie war psychisch wirklich schrecklich drauf. Ihr Freunde und Familie kümmerten sich nicht um sie. Ich bat sie zum Psychologen zu gehen. Sie weigerte sich und so bin ich halt, als völliger Laie auf diesem Gebiet, in diese Rolle geschlüpft. Um die Sache kurz zusammen zu fassen: als ich die Beziehung mit ihre beendete war ich ein geistiger Krüppel und ging es ihr blendend (oder wenigstens recht gut). Ich habe alles für sie getan, und am Ende als ich sie nötig hatte, konnte oder wollte sie mir nicht helfen.
Das sie nach all dieser Zeit der Depression und dieser Aufbauphase wieder in mein Leben platzte kam als völliger Schock. Unsere Beziehung wurde nie richtig beendet, nichts war ausgesprochen. Zu Anfang des Jahres schickte sie mir, meinen Eltern und einigen Freunden von mir Nachrichten, dass sie mich noch immer liebe dass ich die Liebe ihres Lebens sei und so weiter, dass sie jetzt aber einen anderen nützlichen Idioten (jemand der mir sehr ähnelte) gefunden hatte. Sie liebte ihn nicht, aber sie hätte nun mal Kinder. Warum sie mir das alles sagte weiss ich nicht. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte. Ich war völlig von der Rolle, und habe wirklich wahnsinnig reagiert, wie man an dem Strang wohl merken kann.
Dann nach ein paar Wochen später habe ich gesagt. Sie solle mich nie mehr kontaktieren, so wie ich dass schon vor Jahren gesagt habe. Ich habe alles zurückgefordert von ihr; sämtliche Geschenke usw. Sie hat mir alles geschickt, und ich habe es sofort vernichtet. Das ist nicht gerade nett, und schon gar nicht die feine Art (na ja, wäre ich ein wirkliches Arschloch hätte ich ihrem neuen Freund ihre Briefe gezeigt), aber ich sah dass als einzige Möglichkeit mit dieser Beziehung, dieser Frau, abzuschliessen. In der Zeit danach kamen zahlreiche Erinnerungen hoch, die ich total verdrängt hatte. Mir wurde bewusst dass ich mit einer psychisch sehr unstabilen Person zusammengelebt hatte. Um nur ein paar Beispiel zu nennen: Die Frau hat über mehrere Jahre hinweg zum Schlafengehen ein schweissdurchträngtes, mit Spermaflecken verschmutztes T-shirt von mir ungewaschen getragen!. Als wir zusammen lebten, benahm sie sich wie ein Kleinkind. Wollte angezogen werden, wollte oft gefüttert werden, nahm fast nur Kindernahrung (Schokolade, Kekse als Hauptmahlzeit usw) zu sich, redete oft in komischen Stimmen, konnte Geschlechtsverkehr nur in Kombination mit Schmerzen und Erniederung geniessen (was ich überhaupt nicht mag, und nicht mitmachen wollte). Es gibt noch viel verrücktere Geschichten. Meines Erachtens wurde sie als Kind sexuell missbraucht...All diese Dinge waren ein Grund vor all den Jahren mit ihr Schluss zu machen...diese Dinge, ihre Familie, ihr Umfeld, das alles machte ich völlig krank und fertig...da ich diesen Wahnsinn mitmachte obwohl er mir zuwider war. In meiner Depression hatte ich viele dieser Details völlig vergessen....ganze Gedächtnislücken hatte ich,
Nun, die Sache ist (Gott sei Dank) vorbei. Und es ist für mich eine Erlösung.
Tatsächlich ist es so dass meine neue Freundin auch wieder ein klein bisschen ausser Balanz ist. Im Vergleich zu dieser Ex ist sie jedoch völlig normal. In dieser Beziehung bin ich momentan der psychisch stabilere, laut Aussage meines Therapeuten, und dem stimme ich wohl zu. Ich muss aber auch aufpassen dass ich nie wieder in dieser Helfer/Therapeutenrolle schlüpfe, und dass habe ich mir auch geschworen. Ich bin deshalb auch froh, dass ich in den letzten Gesprächen ihr ganz deutlich gemacht habe, dass ich ihre Launen nur bis zu einem gewissen Limit akzeptiere und dass sie mich nicht als Selbsverständlichkeit hinnehmen soll. Ich mag diese Frau sehr, aber ich habe mir auch geschworen mir nie wieder dass Herz brechen zu lassen. Und bis jetzt habe ich mich an diese Versprechen gehalten. Ich bin wirklich froh und erleichtert dass ich ihr jetzt klare Grenzen gestellt habe, und ich glaube dass sie dass auch als positiv erfährt. Unser Kontakt ist sanfter und liebevoller seit diesen Gesprächen. Ich fühle dass sie mehr Respekt vor mir hat, und wir uns auf gleicher Augenhöhe begeben....ich erfahre es als Erlösung...als ob mir ein Last von den Schultern genommen wurde. Es lebt sich viel leichter.
Und dieses Helfer- bzw. Anpassungsyndrom ist völlig ungesund. Das hat sicherlich etwas mit meinem Familienhintergrund zu tun. Ich bin dabei dass mit einem Therapeuten aufzuarbeiten. Die Themen die Legrain anspricht sind sehr interessant, und da gibt es tatsächlich Verhaltensmuster die sich aus bestimmten Konstellationen in meiner Familiengeschichte ergeben haben.
Dass ich das Thema Kinder bzw. Heirat sehr ernst nehme und zuweilen etwas voreilig damit bin, hat damit zu tun, dass ich während dieser Depression so oft an Selbstmord dachte und mein Leben als "unwert" (schrecklicher Begriff) betrachtete. Für mich ist das Leben dadurch irgendwie wertvoller geworden; jedes Leben ist wertvoll.
Und Legrains Idee mit den Spaziergängen finde ich gut. Ganz zu Anfang habe ich meiner Freundin gesagt wir sollten uns nicht auf halber Strecke in irgendwelchen Hotels treffen, sondern ganze normale Sachen machen z.B. zusammen kochen, aufräumen usw. Drum ist es dann so, dass ich zuweilen mehrere Stunden reise um bei ihr zu sein und das Wochenende damit verbringe irgendwelchen Müll auszusortieren oder irgend eine Regal aufzustellen.
Und ich glaube schon dass sie respektvoll mit den "Verlierern des Systems" umzugehen weiss. Faktisch sind ja ihre Eltern "Verlierer des Systems". Sie schämt sich wegen deren kleinen Verhältnissen ein bisschen, aber ich glaube sie hat gemerkt dass solche Dinge mir egal sind, und mittlerweile redet sie recht offen darüber. Von meinem sozialen Engagement für Obdachlose weiss sie übrigens nichts; habe ich noch nie erzählt, nur so ein bisschen angedeutet.



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