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  1. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    Liebes Herbstblatt,
    mal die Brille uf die Nasenspitze rutschen lasse erst lieb, wegen der guten Wünsche und dann streng schaue.
    ich weiß ja Liebes, du magst alte Meisterwerke, aber hör mal, so alt mußt du nicht werden, damit dein Marktwert steigt. Los raus an die Luft, träller und summ...
    Ps: wir waren am We auf der Bertoldsburg und anschließend in Kloster Vessra, oh man du, es ist herrlich zwischen diesen alten Zeitzeugen frisch verliebt herumzustromern...

    "vermehrungswert"?
    Herbstblatt liebenswert! und das kannst du sein, das fühl ich! aber du mußt schon wollen! such mal nach deinem ich, ganz vorsichtig, aber such!

  2. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    Liebe hillary,

    wie wahr Du sprichst. Huh, war es nicht furchtbar kalt draußen.
    Ich gehe dieses Jahr zumindest mehr hinaus!

    LG herbstblatt2

  3. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    Na bitte!

  4. User Info Menu

    AW: Phew! BlindDate

    interessante These, herbstblatt!

    *wünscht herbstblatt ganz viele Aufträge und fixe Langzeitverträge, damit sie die BD-Suche doch früher disponieren kann*
    Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad*.

    *B., Tandemfahrerin


    Wer will, sucht Wege,
    wer nicht will, sucht Gründe.
    (danke an unbekannt in der BriCom)


  5. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    N' Abend!

    MENNO, habe heute gar nicht soviel Zeit wie ich hier zum Schreiben bräuchte!
    *in diesem Fall ist ausnahmsweise ein großes Menno erlaubt, jawoll*

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Zitat von Leda
    Es ist die Sehnsucht die so lange am Wollen und Wünschen festhalten lässt, bis daraus nur noch Illusionen, letztendlich Seifenblasen, bleiben. Auch das Kämpfen und Zerren aneinander basiert wohl darauf.


    Ja, das denke ich auch. Genauer: Ich weiß, dass es bei mir auch so war. Und selbst nachdem ich eine ähnliche Beziehung verlassen hatte nach Jaaahh-ren und mir sicher war, zumindest zu wissen, was ich nicht mehr will, haute mir das Leben eine andere Erfahrung um die Ohren. Ich bekam tatsächlich etwas anderes, neues, besseres. Naja, und dann kam das Pech und nahm alles wieder wech. Und es ist für mich plötzlich zur Frage geworden (letzte drei Jahre), ob das nun einfach als Schicksalsschlag abzuhaken ist - also als eine Übung im Sich-Ergeben ist - oder ob es nicht doch auch mit Persönlichkeit, Charakter, einer Art zu tun hat, mit dem Leben umzugehen - und dann eine Übung wäre im genauer Hinkucken, ob das jetzt richtig war für mich.

    Ich glaube, die Seifenblasen entstehen, wenn man nicht - auf der Tunseite - bei sich bleibt.
    Naja, dieses "ich will / Ich will nicht/ ich brauch / etc." mag schon ein Fortschritt sein. Auch das bei sich bleiben im TUN. Aber leider gibt es die unabhängige, einseitige LEBENSgestaltung nicht wirklich. Da ist schließlich noch das LEBEN um einen herum. Und wenn man das noch mit einer Beziehung verbindet, haben wir schon mindestens zwei Unbekannte.

    Ich habe das inzwischen für mich auf ungefähr diese Formel gebracht:
    Aufmerksam sein, was das Leben VON MIR WILL und gucken, wie ICH dem entsprechen kann, so dass es trotzdem für mich passt. Dazu muss ich bei mir bleiben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und das gilt auch, wenn man versucht, mit jemand anderem zusammen Veränderungen zu meistern. Vier Jahre lang mochte man rot. Jetzt mag man blau. Es ist die Frage, ob man dann mit schiefem Grinsen sich halbgar mitfreut über ein rotes Geschenk oder sagt: nee, ich will das jetzt blau haben. Und trotz aller Enttäuschung des anderen ("aber ich kenne dich doch so gut, du mochtest doch immer.... es war doch immer so schön...") auf blau beharrt. Tun eben. Nicht vom anderen wollen, dass er das (jetzt auch so) sieht.
    Das ist z.B. etwas, was ich zunehmend, nicht zuletzt mit zunehmendem Alter , als 'Anforderung' oder Grundlage einer Beziehung und somit auch als Wunsch an einen Partner sehe: Miteinander offen reden können und beim Reden wie beim Zuhören auf beiden Seiten differenzieren können ob das etwas ist, was MICH oder den ANDEREN angeht. Oder BEIDE. Im Zweifel muss man genau das miteinander klären können. Ich möchte ehrlich gesagt nicht permanent damit beschäftigt sein, jemanden zu trösten, weil er jeden Pups den ich lasse, persönlich nimmt.

    Andererseits will ich auch keine Großkampfarena, in der sich zwei gegenüberstehen und dauernd Ansagen machen, was denn jetzt gerade um 19:10, 20:30, 20:31 dran ist. Eine gewisse Reife mit einer gewissen Abstraktionsfähigkeit, die vorher prüft ob das eigene Lebensglück tatsächlich genau in diesem Fall an rot oder blau hängt, wünsche ich mir schon auch.

    Ich glaube wenn man sich auf dieser Ebene mit Humor unterhalten kann, dann ist das schon die halbe Miete. Dann ist auch nicht mehr so wichtig ob heute Essen gehen und morgen Kino, oder umgekehrt. Und dann kann einer auch am zweiten Abend absagen ohne dass der andere tödlich beleidigt ist. Dann kann man sich darüber verständigen, warum der eine nicht will und warum der andere doch ein bisschen enttäuscht ist. Alles andere ist für mich inzwischen Gekrampfe, ich komme schließlich nicht gerade erst aus der Grundschule. Darunter mache ich es nicht mehr. Dann lieber alleine.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dabei heraus kommt eine etwas holperige und nicht gerade leichte Beziehungskiste, deren Wochenendtage dann manchmal recht früh gezählt sind, weil wir einfach manchmal wieder Abstand brauchen. Aber auf jeden Fall hat es nicht diesen symbiotischen Charakter und niemals etwas Unehrliches.
    Und mein Herzchen sagt, dass das alles so richtig ist, wenn auch nicht dies flimmernde Gespinst, wovon in Spielfilmen soviel die Rede ist.
    Ja.
    Genau.
    Yep.
    Glaube ich auch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User aus Willemsen
    "... für eine Liebe reicht es nicht, in großer Höhe über deine winkende Hand hinweg zu fliegen wie eine Touristin, noch melancholisch vom Ausnahme-Leben in der Alten Welt, mit einem Art-déco-Gesicht und elegisch. Für ein gemeinsames Leben muss man sich in einer Schnittmenge niederlassen. Man muss es in jedem banalen Sinn des Wortes wahr machen, dabei wird mir ganz anders. Denn was wäre das denn, der Boden unserer gemeinsamen Realität?"
    Dabei wird mir auch ganz anders.
    Nämlich besser!
    Insofern rückblickend: ist es gegessen!

  6. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    Bibigrrl:

    Gibt dir das Leben einen Zitronenmond, mach Limonade draus!

    *Skorpion Zitro raschelt durchs Gebüsch ab, grinsend*

  7. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Aufmerksam sein, was das Leben VON MIR WILL und gucken, wie ICH dem entsprechen kann, so dass es trotzdem für mich passt.
    Sehr interessante These.

    Dann könnte ein Beziehungskonflikt ja als Herausforderung des Lebens an mich gesehen werden.



    PS: Habe ich bisher noch nie geschafft, das so hinzukriegen.

    *Zitronenmond sacht datt nur aus dem Grund, dassa das wisst*

  8. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    Na, @Röschen, bist wohl mittendrin in der Metamorphose!

    Ich bin ,was die 'Alles-wird-gut-Illusion' anbelangt, ziemlich oft, über lange Zeit, ziemlich tief gestiegen um sie nach und nach loszulassen. *Pssst, ich sitze ihr trotzdem mmanchmal noch wehmütig auf, merke es aber immerhin jetzt schneller*. Bei mir hat sie einen sehr nachvollziehbaren Ursprung in der Kindheit. Seit dem habe ich immer wieder versucht, vieles 'gut werden zu lassen', beruflich wie privat. Mit viel Zähigkeit, Ausdauer, Nachdruck, Hartnäckigkeit. Hat nicht gut funktioniert aber ich habe dafür jedesmal viele Federn gelassen. Das letzte mal kam ich praktisch nackich raus. Die gute Nachricht ist: ich kam über das Bedürfniss nicht mehr kämpfen zu wollen an die Sehnsuchts-Illusion Geschichte. Seither löst sich das allmählich auf. D.h. ich bringe Gegenwart und seelische Vergangenheit nicht mehr so oft durcheinander. Sprich: ich bin mehr in meinem "heutigen Ich". - Und darin spürt man auch deutlicher, was Ablenkungsmanöver ist oder ob es "jetzt dran" ist. Ehrlich.

  9. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    Zitat:
    Zitat von Zitro
    Dabei heraus kommt eine etwas holperige und nicht gerade leichte Beziehungskiste, deren Wochenendtage dann manchmal recht früh gezählt sind, weil wir einfach manchmal wieder Abstand brauchen. Aber auf jeden Fall hat es nicht diesen symbiotischen Charakter und niemals etwas Unehrliches.
    Und mein Herzchen sagt, dass das alles so richtig ist, wenn auch nicht dies flimmernde Gespinst, wovon in Spielfilmen soviel die Rede ist.

    Ja.
    Genau.
    Yep.
    Glaube ich auch.

    Zitat:
    Zitat von Zitro aus Willemsen

    "... für eine Liebe reicht es nicht, in großer Höhe über deine winkende Hand hinweg zu fliegen wie eine Touristin, noch melancholisch vom Ausnahme-Leben in der Alten Welt, mit einem Art-déco-Gesicht und elegisch. Für ein gemeinsames Leben muss man sich in einer Schnittmenge niederlassen. Man muss es in jedem banalen Sinn des Wortes wahr machen, dabei wird mir ganz anders. Denn was wäre das denn, der Boden unserer gemeinsamen Realität?"
    Zitat Ende


    Guten Abend zusammen - Mensch, ist das interessant hier -

    Meine Beziehungskiste ist auf der einen Seite wunderschön, es gelingt inzwischen oft mir den jeweiligen Augenblick zu geniessen, miteinander - manchmal selbstverständlich...
    Und dann wieder - wenn's "zu" schön ist - habe ich das Gefühl, dass ich träume, kann garnicht geniessen, weil ich noch garnicht richtig kapiert habe, dass alles echt ist.
    Und es ist wunderschön, dass wir nicht ständig aufeinanderkleben "müssen" sondern wir uns beiden Zeit für uns selbst - die wir beide unbedingt brauchen - gönnen können.

    Das bescheuerte ist, dass ich manchmal daran zweifle, ob ich sowas Schönes überhaupt verdient habe. (Bitte jetzt nicht auf mich draufhauen!!!)
    Wenn ich's so fühle, ist mir gleichzeitig klar wie total bescheuert das ist und mein Kopf "weiss" das auch...
    Aber so ab und an überkommt's mich noch...
    Schrecklich, diese Altlasten......

    Das Buch über die Liebe von Roger Willemsen war für eine literarisch nicht sehr bewanderte gar keine leichte Kost und dennoch hochinteressant - manchmal wunderschön klar aber auch (wie im richtigen Leben) echt kompliziert...

    Und ja - Liebe ist ein wunderschönes Gefühl - wenn ich's denn zulasse...

    Danke für diesen Thread!!!

  10. Inaktiver User

    AW: Phew! BlindDate

    @Almira, Bibigrrl, Zitro

    in Eure Schuld- / Eigen-Sein-Diskussion kann ich mich gar nicht richtig einklinken. Nicht weil ich nicht möchte oder sie nicht verstehe, sondern weil ich da weder-noch-bin.

    Aaaalso: ich bin eine große Verfechterin dafür, in Beziehungsdingen das Wort "Schuld" durch "Verantwortung" zu ersetzen. Ist nicht so christlich überladen und nimmt die Wut ein bisschen raus. Außerdem sagt es sich nicht so schnell daher: "Er hat die Verantwortung, dass es mir so schei*e geht".
    Dann kann man auch bzw. muss man genauer nach dem eigenen Teil der Verantwortung schauen, den man daran hat, dass es einem soo lange sooo schei*e geht. Manches davon läuft bewusst, manches unbewusst, mit manchem lügt man sich selber in die Tasche.
    Ergibt eine völlig andere Perspektive.


    Zu dem Beispiel mit der Künstlerin und ihrem Finanzbeamten:
    Mich interessiert gar nicht, 'wie sie es geschafft hat durchzusetzen, was sie will'. Wenn die beiden wirklich gut miteinander leben, dann interessiert mich, wie die beiden es schaffen, dem anderen jeweils den Freiraum zu geben bzw. zu lassen. Das ist für mich nämlich die Herausforderung in einer Beziehung: Wie gehe ich mit den Teilen des Partners um, die für mich bedrohlich sind oder bedrohlich werden können oder die ich schlicht und einfach nicht nachvollziehen kann. Und wie verständigen wir uns darüber?
    - Und da trennt sich für mich sehr schnell die Symbiose-Spreu vom Leben-und-Leben-lassen-Weizen in einer Beziehung.

    Je älter wir werden, je mehr Beziehung(en) wir hinter uns haben, desto besser wissen wir doch, was wir wollen und was nicht. Und wir stellen auch viel schneller klar als vor 20 Jahren, was geht und was nicht. Das mündet dann gerne in die Feststellung: 'Du hast zu hohe Ansprüche'. D.h. für mich, dass wir auf dieser Seite des Aspekts schon Übung haben bzw. schon ganz gut dran sind das notwendige SelbsBEWUSSTSEIN zu entwickeln.

    Ich finde das Thema wird auf DER Seite erst zum richtigen Problem, wenn wir uns versuchen darüber mit einem Partner zu verständigen. D.h. je mehr wir wollen desto eher brauchen wir einen Partner der uns entsprechende Freiräume lässt. Entweder von sich aus oder verhandelt. Dann ist die spannende Frage: Worin besteht der Ausgleich? Welche Freiräume kann ich meinem Partner lassen ohne dass mich gleich Verlassensängste plagen oder ohne dass ich vielleicht sogar den Respekt vor ihm verliere?

    Anders ausgedrückt: Was erlebt ein Paar zusammen, was es zum Paar macht, damit parallel bei beiden noch etwas anderes stattfinden kann. Also so dass 1+1=3 ergibt und nicht 1+1=1 (oder 0 ). Und was tut jeder einzelne dafür, damit er nicht nur die Paarbeziehung im Fokus hat und trotzdem immer 'in Bezug' zum anderen unterwegs ist?
    Das finde ich ist das anspruchsvolle an einer Beziehung und ich habe jedes Verständnis dafür, wenn jemand sagt: Oh, das ist mir jetzt aber doch zu anstrengend. Ich habe schließlich auch noch einen Job und drei kleine Kinder, die Omi muss zum Arzt und der Gartenzaun muss noch gestrichen werden vor dem Winter.
    Deshalb glaube ich auch, dass diese Art von Reflexion und 'Beziehungsdenken' hier nicht in beliebig frühem Alter stattfinden kann. Irgendwie muss man dafür schon ein bisschen jenseits von Gut und Böse sein - und es vor allem vorher schon mal richtig verbockt haben, oder?

    Geändert von Inaktiver User (15.01.2007 um 20:53 Uhr)

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