Würde mich das jemand fragen, wäre meine erste Antwort : No- never.
Aaaaber: nach längeren Diskussionen im Freundeskreis bin ich mir da nicht mehr so sicher, denn:
Wenn eine große Liebe gefloppt ist und man so um die 40 ist, seit Monaten / Jahren Single ist und immer wieder nette und interessierte Männer kennenlernt, die jedoch keinen Funkenschlag auslösen, kommt man schon ins Grübeln.
Aus vergangenen Zeiten weiß man, dass sich das Modell der Vernunftsehe durchaus bestätigt hat: der Background passt, die Lebensziele und Einstellungen passen etc. Häufig hat sich aus freundschaftlichen Grfühlen mehr entwickelt. Vielleicht mit weniger Dramen.
Die Zeit der Vernunftsehen ist historisch betrachtet sehr viel länger gewesen als die heutige freie Partnerwahl nach dem Motto "Nur die Liebe zählt". Ist das, was war, automatisch schlecht und altmodisch??
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 152
-
31.05.2006, 13:14
Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
-
31.05.2006, 13:17Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
liebe sigrid, das ist zwar richtig, dass die zeit länger war, aber das heißt ja nicht, dass die ehen (vernunftbeziehungen) damals glücklicher waren.Die Zeit der Vernunftsehen ist historisch betrachtet sehr viel länger gewesen als die heutige freie Partnerwahl nach dem Motto "Nur die Liebe zählt". Ist das, was war, automatisch schlecht und altmodisch??
-
31.05.2006, 13:18Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Ich hätte nie mit "never-ever" geantwortet.
Und wenn man so sieht und liest, was aus Beziehungen wird, die mit blinder Verliebtheit angefangen haben ...
Es kommt darauf an ... Aber gut anfühlen muss es sich natürlich schon.
Gruß, Leonie
-
31.05.2006, 13:20
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Vernunftbeziehung auf Gegenseitigkeit? Wäre ich ohne echte Alternative, würde ich es zumindest mal auf einen Versuch ankommen lassen. Generell für mich ablehnen, ohne die Erfahrung gemacht zu haben, würde ich es vermutlich nicht.
All the Best
Jana
-
31.05.2006, 13:23Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Bereschit,liebe sigrid, das ist zwar richtig, dass die zeit länger war, aber das heißt ja nicht, dass die ehen (vernunftbeziehungen) damals glücklicher waren.
aber dass die Partnerwahl nach Verliebtheit nun der Freifahrtschein ins Glück ist, kann man ja auch nicht behaupten.
Eine Vernunftbeziehung hat den Vorteil, dass sie nicht so mit Erwartungen überfrachtet ist, wie das heutzutage sonst oft der Fall ist, und dass an keiner Stelle der Verstand ausgeschaltet wird. Ich denke der Erwartungswert der langfristigen Zufriedenheit unterscheidet sich nicht sehr. Auch arrangierte Ehen konnten sehr glücklich sein, auch Liebesheiraten führen oft genug in die Katastrophe.
Und die wahre Liebe muss sowieso wachsen.
Gruß, Leonie
-
31.05.2006, 13:27Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Im Stern war letztes Jahr mal ein Artikel darüber, dass trotz völlig freier Partnerwahl die allermeisten Menschen genau die Partner heiraten, die in früheren Zeiten ihre Eltern für sie ausgesucht hätten: gleiche Herkunft, gleiche Schicht, gleiches Bildungsniveau, gleiche Altersklasse...
Und wo entstehen denn die fatalsten Probleme in Beziehungen? Wenn die Partner weit entfernt wohnen, wenn sie aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, wenn gänzlich unterschiedliche finanzielle Gewohnheiten vorliegen und so weiter.
Es mag ein paar wenige Prozent Menschen geben, die mit einer "Unvernunftsbeziehung" glücklich werden. Aber die allermeisten Beziehungen beruhen auf "Vernunftsüberlegungen". Auch wenn das heute nicht mehr so in den Vordergrund gestellt wird.
Die andere Frage ist: Würde man eine Beziehung ohne Verliebtheit eingehen? Wenn eine gewisse Zuneigung, körperlich und freundschaftlich, vorhanden ist, würde ich nicht 'nein' sagen.
Und die nächste Frage: Würdet ihr eine "Unvernunfts-Beziehung" eingehen? - das müsste ich klar verneinen.
Grüße, Cariad
-
31.05.2006, 13:29Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
hallo leonie,
da hast du natürlich recht! aber die früher arrangierte vernunftbeziehung (oft genug ohne das man vor der ehe auch nur zehn worte miteinander gewechselt hatte) ist ganz sicher auch keine alternative.
ich schätze, eine bestimmtes mitmischen von 'madame vernunft' bei der liebesbeziehung könnte der schlüssel sein.
zur aktuellen frage: ich hab einmal versucht, mich auf eine vernunftbeziehung einzulassen. der mann hatte wirklich alles, was ich mir je gewünscht hatte, als besonderes goodie war er sehr verliebt in mich.
und ich konnte mit seinem körper nicht.
da war null anziehung zum anfang und extreme abstossung zum ende. insoweit ... 'vernunft' allein reicht meiner erfahrung nach auch nicht. etwas an anziehung muss schon da sein.
-
31.05.2006, 13:30
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Es ist zwar völlig korrekt, dass wahre Liebe nach der ersten Verliebtheit erst wachsen muss, ich bin jedoch der Ansicht, dass man sich in einer Beziehung wesentlich mehr verzeiht (was nicht unwesentlich ist, wenn man bedenkt, dass jede Partnerschaft Kompromisse beinhaltet und beinhalten muss), wenn man in den Menschen wirklich verliebt ist oder war.
In Krisenzeiten sich der rosaroten Brille der Anfänge zu erinnern, ist psychologisch gesehen ausserordentlich hilfreich, um Klippen erfolgreich zu umschiffen.
Von daher wäre ich sehr vorsichtig, eine Partnerschaft einzugehen, ohne Verliebtheitsgefühl.
Gruss
Eva
-
31.05.2006, 13:36Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
@ Bereschit

eva
da würde ich 'mal heftig widersprechen. Oder zumindest behaupten, dass das auch genau anders herum sein kann. Gerade die rosarote Brille am Anfang bewirkt doch das Idealisieren, und wie oft wird jemand auf einen Sockel gestellt - das führt zu Enttäuschung. Gerade die blinde Verliebtheit führt zu Klammern, zu Verbiegen und Nicht-Achten auf meine Bedürfnisse - das führt ins Unglück. Ich könnte die Liste fortsetzen.Es ist zwar völlig korrekt, dass wahre Liebe nach der ersten Verliebtheit erst wachsen muss, ich bin jedoch der Ansicht, dass man sich in einer Beziehung wesentlich mehr verzeiht (was nicht unwesentlich ist, wenn man bedenkt, dass jede Partnerschaft Kompromisse beinhaltet und beinhalten muss), wenn man in den Menschen wirklich verliebt ist oder war.
Für eine lange, enge Beziehung braucht man schließlich liebende Großzügigkeit. Die kann man aber auch ohne einen Rausch der Verliebtheit erreichen.
Gruß, Leonie
-
31.05.2006, 13:41
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Vernunftbeziehung? Nein danke, dann doch lieber eine vernünftige Freundschaft.
Gruss, christianCH


Zitieren