@ Hillary
Ich bin schon der Meinung, dass beim Eingehen einer Beziehung die Vernunft mitspielen sollte. Hirnlose Verknalltheit in jemanden, der eigentlich hinten und vorne nicht zu einem passt, überlebt die Phase der rosaroten Brille nämlich nicht. Dem nimmt man danach seine Fehler sehr wohl übel, eva44, wie ich bei meinem Ex feststellen musste. Und wenn sich irgendwann mal die Verliebtheit verabschiedet haben sollte, ist es besser, Freunde zu sein, als Fremde.Ich kann bei meinen Eltern, jetzt über 40 Jahre verheiratet, folgendes beobachten: Die Liebe ist weg, da ist nur noch Vernunft.
Hilly
Auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, von vorne herein nur nach Vernunftgründen zu gehen, und die Frage der Verliebtheit und insbesondere der sexuellen Anziehung von vorne herein aussen vor zu lassen. Oft lässt beides ja im Laufe einer Beziehung nach, und da ist es doch schade, wenn man von vorne herein und ganz drauf verzichten musste.![]()
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31.05.2006, 22:07
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
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31.05.2006, 22:28Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Vielleicht kann ich mir deshalb eine Vernunftbeziehung vorstellen, weil ich das eben nie so erlebt habe. Dieses Konzept, dass es vor allem bergab geht in einer Beziehung (und dann höchstens die Sicherheit das aufwiegt), finde ich deprimierend.und die Frage der Verliebtheit und insbesondere der sexuellen Anziehung von vorne herein aussen vor zu lassen. Oft lässt beides ja im Laufe einer Beziehung nach, und da ist es doch schade, wenn man von vorne herein und ganz drauf verzichten musste.
Das klingt mir viel zu negativ und vor allem nicht vernünftig genug - man geht doch keine Vernunftbeziehung mit dem erstbesten Kompromisskandidaten ein.Vernunftsbeziehung ist vielleicht nicht das richtige Wort, ich würde es so beschreiben: Nun-gut-lassen-wir-es-auf-einen-Versuch- ankommen-in-Ermangelung-anderer-Kandidat en-kombiniert-mit-leichter-Torschlusspan ik-und-ehe-man-sich-versieht-hängt-man-M onate/Jahre-fest-Beziehung.
Vielleicht so:
Ich kann auch alleine leben, aber schöner fände ich es an der Seite eines lieben verlässlichen Partners. Ich schätze und mag Dich, und ich habe den Eindruck, wir passen zusammen. Deine Anwesenheit ist mir angenehm, und Deine Zärtlichkeiten auch. Ich glaube, wir können eine respektvolle Partnerschaft leben und viel Schönes miteinander erleben. Deshalb entscheiden wir uns dafür, das Leben miteinander zu teilen und vertrauen darauf, dass Liebe wachsen wird - auch wenn wir uns das mit der Verliebtheit und dem Begehren ursprünglich anders vorgestellt haben.
Gruß, Leonie
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31.05.2006, 22:49
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
War auch ein bisschen sarkastisch gemeint. Aber das was du da beschreibst, finde ich schon fast romantisch. Während ich mir Vernunftsbeziehungen eher nüchterner, kalkulierter vorstelle. Aber das liegt wohl im Auge des Betrachters.Das klingt mir viel zu negativ und vor allem nicht vernünftig genug
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31.05.2006, 23:01Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Du meinst eine Notgeilbeziehung? Das hat doch mit Vernunft nichts zu tun?Vernunftsbeziehung ist vielleicht nicht das richtige Wort, ich würde es so beschreiben: Nun-gut-lassen-wir-es-auf-einen-Versuch-ankommen-in-Ermangelung-anderer-Kandidaten-kombiniert-mit-leichter-Torschlusspanik-und-ehe-man-sich-versieht-hängt-man-Monate/Jahre-fest-Beziehung.Bitte um genauere Definition von "Vernunftsbeziehung"
Vernunft einschalten heißt für mich, dass man sich den Mann, bevor man sich für ihn entscheidet auch mal genau ansieht: Eine vernünftige Beziehung gehe ich mit einem Mann ein der attraktiv ist, nett ist, mit dem ich gut reden kann, der eine Familie ernähren kann, etc.... All das sind "Vernunftgründe" - "Weil gerade nichts besseres da ist" ist doch kein vernünftiger Grund für eine Beziehung eher eine Panikreaktion.
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31.05.2006, 23:11
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Wie gesagt, ich habe es etwas auf die Spitze getrieben. Aber auf mich wirken solche ´Vernunftsbeziehungen´ oft wie Notlösungen, das schon. Nur benutzen die Betroffenen dieses Wort nicht so gern. Hat in meinen Augen aber nichts mit notgeil zu tun, eher Angst vor dem Alleinsein.Du meinst eine Notgeilbeziehung? Das hat doch mit Vernunft nichts zu tun?
Aber ich will auf keinen Fall abstreiten, dass es auch Vernunftbeziehungen wie von Leonie beschrieben gibt.
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01.06.2006, 00:19Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Witzig!
Wo kommt "Vernunft-Sex" als Zitat her?
Jawohl nicht von mir? Üble Unterstellung
Wenn ich "wenn es vernünftig Sex gibt" schreibe, heisst das soviel wie "ordentlich Sex", "tüchtich Sex", na, eben eher reichlich als ausreichend.

Wenn ich was Vernüftiges essen will, brauchste mir auch nicht mit zwei Blatt Salat und einem Spritzer Vinaigrette anzukommen.
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01.06.2006, 01:46Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
da wo der gesunde Menschenverstand verloren gegangen ist...
da tauchen solche Fragen auf.
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01.06.2006, 01:50
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Absolut zufällig erlebe ich so eine Art "Vernunftbeziehung" im Verwandtenkreis:
mein Onkel, 51 Jahre, seit 30 Jahren immer wieder neue Parterinnen mit unterschiedlicher Verweildauer, wünscht sich auf einmal ein Kind. Als Mutter seines Kindes hat er gefunden: eine Frau, die ebenso kurz "vor Schluss" ist (etwa Ende 30), nicht seine Geliebte, Partnerin, sonst irgendwas. Nur eine Bekannte. Sie entschließen sich, ein Kind zusammen zu zeugen. Gesagt, getan, es werden diverse Untersuchungen gemacht (ob es auch gesund ist - mein Onkel hatte wohl schon mal Probleme mit den Spermien)..
die Mutter wird sonst niemandem vorgestellt in der Familie (weder meiner lieben Oma noch seiner Schwester, meiner Mutter - niemandem)...
in 2 Wochen kommt das Kind..
tja. Wie es dann weiter praktisch laufen soll, ist mir persönlich ein Rätsel.
(nebenbei, was erzählt man einem Kind, wie es gezeugt wurde? zumindest als Kind fand ich den Gedanken schön, dass ich das "Produkt" der Liebe zwischen zwei Menschen bin...)
sorry, passt nicht ganz.
Ich könnte mir jetzt, in meinem Alter, keine Vernunftbeziehung vorstellen. Vielleicht denke ich in 10 Jahren anders darüber..wer weiß.
unter dem Aspekt hätte ich bei meinem Ex bleiben können. Der ist finanziell abgesichert, wir verstanden uns gut, hatten Spaß, waren in vielen Dingen auf einer Wellenlänge, zärtliche Gefühle füreinander...und ein Kind hätte er mir auch noch "gemacht", wenn ich darauf bestanden hätte...
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01.06.2006, 08:52
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
Ich denke das trifft es sehr gut. Wie im Ausgangspost gesagt stehe ich nicht davor, eine Vernunftsbeziehung (ein anderes Wort ist mir nicht eingefallen) einzugehen. Aber obwohl ich gut allein sein kann und auch keinen Versorger brauche und auch ab und zu jemand für geilen Sex habe (anderes Thema, kein Kandidat für eine Beziehung, da außer Sex nix passt), wäre es schöner, viele Dinge zu zweit zu tun. Und klar: es kann immer passieren, dass einer von beiden doch spontan die große Liebe trifft. Aber das passiert auch in Beziehungen, die anfänglich aus Sex, Verliebtheit, großen Gefühlen etc entstanden sind.
Vielleicht so:
Ich kann auch alleine leben, aber schöner fände ich es an der Seite eines lieben verlässlichen Partners. Ich schätze und mag Dich, und ich habe den Eindruck, wir passen zusammen. Deine Anwesenheit ist mir angenehm, und Deine Zärtlichkeiten auch. Ich glaube, wir können eine respektvolle Partnerschaft leben und viel Schönes miteinander erleben. Deshalb entscheiden wir uns dafür, das Leben miteinander zu teilen und vertrauen darauf, dass Liebe wachsen wird - auch wenn wir uns das mit der Verliebtheit und dem Begehren ursprünglich anders vorgestellt haben.
Gruß, Leonie
Zu den diversen Posts über Eltern, die nach 40 Jahren Ehe nur noch Vernunft statt Liebe haben: ist das denn so? Hat nicht vielleicht die Liebe hier eine andere Audrucksform gefunden, die sich den Kindern verschließt? Wer weiß denn von uns hier im Forum, wie es sich nach 40 Jahren mit demselben Partner anfühlt? Ich weiß nur, dass auch nach 15, 20 Jahren der Sex zwar immer noch schön ist, aber nicht mehr sooo allüberragend wie am Anfang, es immer noch hin und wieder kribbelt, aber im großen und ganzen andere Gefühle den Tag bestimmen.
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01.06.2006, 10:25Inaktiver User
Re: Würdet ihr eine Vernunftsbeziehung eingehen ?
@Sigrid_U,
ich sehe meine Eltern täglich, seit Jahren und merke, wie da die Zärtlichkeit verschwindet. Da ist nicht mehr die Liebe, die wir alle im Auge haben, dieser liebevolle Umgang im Alter, Händchen halten, Küsschen etc.
Der ist irgendwo in den letzten Jahren in den Alltagssorgen meiner Eltern was verloren gegangen. Mein Vater ist auch ein paar Jährchen jünger als meine Mutter und sie hat gesundheitlich starke Probleme, mein Vater kann aber nicht so gut damit umgehen.
Manchmal habe ich den Eindruck, sie leben wie Nachbarn, die sich gut leiden mögen, ne Art WG. War früher nicht so.
LG Hilly


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