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  1. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    ch war mal vor vielen Jahren in der umgekehrten Situation, ich hatte mich in einen Rollstuhlfahrer verliebt.
    Und ich brauchte unheimlich lange, um mir darüber klar zu werden, warum und weshalb ich mich ausgerechnet in einen behinderten Mann verliebe. Ich war stark verunsichert, hatte Ängste die ich mit niemanden besprechen konnte, weil ich das Gefühl hatte, das es niemand verstehen würde.
    Meine Freundinnen haben mir davon abgeraten, ja sie waren sogar teilweise entsetzt.
    Ich brauchte ziemlich schnell die Gewißheit das meine Familie hinter mir steht und vor allen wie sie zu dem Thema steht.


    So etwas zu lesen macht mich gerade SEHR sauer.

    Leute, Behinderte sind keine seltsame Spezies. Sie sind ganz normale Menschen, die sichtbare oder unsichtbare Einschränkungen haben. Meist haben sie gelernt, mit diesen Einschränken gut zurecht zu kommen.

    Ich finde es ungeheuerlich zu lesen, dass jemand sich fragen muss, WARUM er sich ausgerechnet in einen Behinderten verliebt. In ein Alien, einen Aussätzigen. Oh Gott - was werden die Freundinnen sagen? Kann ich mich mit dem überhaupt irgendwo sehen lassen?

    Und die tollen Freundinnen raten natürlich ab. Kein Mensch aus dem Versandhaus-Wunschkatalog? Abhaken! Wer weiss, was frau sich da aufbürdet? Was da alles NICHT möglich sein könnte. Schnell weg!

    Mann-oh-Mann.

    Entsetzte Grüssle
    Seawasp


  2. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    Hallo Seawhasp

    da kann man mal sehen, wie oberflächlich manche reagieren, wie Du zum Beispiel. Ohne mehr zu wissen, bekommst Du einen dicken Hals.
    Und genau so haben meine Freundinen damals reagiert und es ging mir nicht darum "Um Gottes willen was denken andere von mir"

    Aber so oberflächlich wie Du auf mein Posting reagierst, so ist es in der Welt halt.
    Avantine hat es wohl richtig verstanden.

    Dir auch noch schöne Ostern

    Engel

  3. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    Meine Lieben,
    was Ihr so schreibt, lässt mich durchaus nachdenken.
    Für mich ist meine Behinderung sowas von selbstverständlich, dass ich sie oft gar nicht wahrnehme. 37 Jahre sind eben eine lange Zeit, um sich zu arrangieren...5 Wochen nicht.
    Gestern im Cafe etwa habe ich keinen Funken eines Gedankens daran "verschwendet", dass es für die anderen ja eine Frau im Rollstuhl ist, die sie da beschnuppern. Ich denke mal, dass es an mir ist, Brücken zu bauen, damit Dinge, die einfach geklärt werden müssen, geklärt werden können. Nicht so leicht. Ich stelle mich da oft unglaublich dämlich an.
    Wisst Ihr, man muss ja auf dem Teppich bleiben. Dass eine Beziehung mit einem ausschließlich sportfokussierten Mann nicht das Optimum ist, ist klar (ist ER aber nicht). Dass ich dem anderen mehr Raum lassen muss für Dinge, die ich einfach nicht tun kann, auch. Nur so ein Beispiel: Er möchte unbedingt nach China fahren. Das ist für Rollstuhlfahrer ein no-go-Land; die Chinesen sind da irgendwie nicht so aufgeschlossen (ist leider kein blödes Vorurteil, sondern wurde mir schon öfter nahegelegt). Wär aber - so wir ein Verbindlichkeitsstadium erreichen sollten, wo man sich über so was einigen muss - kein Thema, dass er da alleine hinfährt! Leider fällt es mir furchtbar schwer, so etwas "passend" zu artikulieren. Blöde Witze gehen grad noch, aber alles jenseits...
    Schließlich noch das ganz tiefe Fass ohne Boden. Es ist schon sehr mühsam, sich mit der eigenen Behinderung immer wieder als (Dis-)Qualifizierungsgrund auseinandersetzen zu müssen. Gerade als Frau (?) kommt man da schon mal ins Grübeln: bin ich überhaupt attraktiv? Ist das nicht doch alles viel zu anstrengend mit mir?
    Umgekehrt glaube ich aber auch, dass die Menschen, die sich auf Behinderte einlassen, schon auch gewissen, naja, Anfechtungen ausgesetzt sind. Wie ich das finde, könnt Ihr Euch denken, aber ich habe schon gehört, dass sich Männer mit behinderten Freundinnen fragen lassen mussten, ob sie "eins an der Waffel" haben. So nach dem Motto: Welche eigene Schwäche kompensiert der denn.
    Da hilft wohl nur reden, reden, reden, was meint Ihr?

    Liebe Grüße
    Avantine

  4. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    Hallo Avantine

    ich sehe es genau wie Du, mir wurde natürlich ein Helfersyndrom bestätigt, wenn ich mit meinem Partner irgendwo hin ging, dann wurde ich angesprochen, dabei war er "nur" Querschnittgelähmt und nicht geistig behindert u.s.w, u.s.f.

    Ich schick Dir eine PN, da wie Du sicher schon gelesen hast, Sätze aus dem Zusammenhang gern benutzt werden, um sie zu verunglimpfen.

    Bis später
    Engel

  5. User Info Menu

    Re: Warteschleife...

    Ich mein, das darf doch nicht wahr sein, dass der Vater meines Sohnes nach so vielen Jahren immer noch denkt, ich habe gefälligst allein zu bleiben, sonst nimmt er eben seinen Sohn nicht mehr zu sich, und mich so nebenbei bedroht?
    Da kann ich mich Quirin nur anschließen. Handy aus oder Schuß vor den Bug!
    Den Thread mit der Oberflächlichkeit.....sehe ich auch genauso. Manche Menschen lesen, empfinden und denken überhaupt nicht nach. Der Engel hat m.E. nach recht.

    Alles Andere klingt nach ner sehr jungen Liebe....Schön!

    Das wird schon. Die Nummer mit dem Pullover bringt ein Mann nicht so aus Quatsch!

  6. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    Liebe Avantine & all

    Nein, Menschen mit Behinderungen sind keine "Aliens"!

    Aber es ist völlig legitim, verunsichert zu sein, wenn man einen Menschen im Rollstuhl kennen und lieben lernt. Wer auf Einwände bei diesem Thema so heftig reagiert wie Seawasp und allen Bedenkenträgern Oberflächlichkeit vorwirft, hat wahrscheinlich selbst daran zu knabbern.

    Wünsch' Dir viel Geduld
    mit Deinem Exemplar
    Moos

  7. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    mir ist ja ein wenig unklar, warum hier jetzt auf seawasp eingedroschen wird, die ja nicht etwa eine eigene meinung zum thema 'verlieben in behinderte' abgegeben, sondern auf engels posting und die damaligen äußerungen ihrer (engels) freundinnen reagiert hat.

    und die tatsache, dass die freundinnen abgeraten haben, finde ich ebenfalls eher grenzwertig. engels zuschlagen mit der 'oberflächlichkeits'-keule dann aber auch - es mag beim abraten der freundinnen ja durchaus 'tiefere' hintergründe gegeben haben, die wurden aber nicht gepostet, insoweit kann man da auch nicht drauf eingehen.

    nix für ungut.

    ansonsten finde ich einfach mal diese geschichte liest sich - rollstuhl hin oder her - sehr schön und wunderbar. (und china ist eh nicht so toll als reiseland!! )

  8. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    Puh.
    Es stört mich ja auch "irgendwie", dass es, weil Avatine im Rollstuhl sitzt, gleich um das Thema geht und nicht einfach darum, wie ernst er es meinen könnte wie so oft.

    Aber ehrlich gesagt bin ich erleichtert, beide Positionen zu lesen, eben auch von einer Frau, die sich umgekehrt schon einmal in einen Rollstuhlfahrer verliebt hat.

    Ich selbst habe noch nie mein Herz entflammen lassen für jemanden, der in irgendeiner Form sehr viel anders als ich lebt, ob nun im Rollstuhl, oder weit entfernte Nationalität, oder andere Hautfarbe, oder gaaaaanz reich oder....
    Meine Vermutung ist allerdings, dass ich mich damit auch vor den Auseinandersetzungen mit etwas "ganz anderem" gedrückt habe - natürlich nicht bewusst. Ich habe also gewissermaßen das Gefühl, nicht mitreden zu können, wie auch immer.

    Allerdings bin ich mir sicher, dass ich in mir selbst ebenfalls einige Hürden zu überwinden hätte. Wahrscheinlich NICHT die Hürde, dass ich selbst nicht damit klarkommen würde, aber es wäre für mich schon eine Frage, ob ich damit leben kann, dass andere womöglich damit nicht zurecht kommen. Und so, wie ich mich kenne, müsste ich vorab klären, ob ich in irgendeiner Form jetzt einem "Helfersyndrom" aufsitze oder dergleichen, oder ob ICH wirklich mich auf Augenhöhe befindlich fühle.

    Wie gesagt, blanke Theorie, und der leise Verdacht, dass ich herzenstechnisch diesen Auseinandersetzungen aus dem Weg gegangen bin.

    Was ich kenne, ist die Situation, dass ein Partner von mir später im Rollstuhl sitzen musste. Ich habe eine einschneidende Situation im Kopf, wo ich einfach den Rollstuhl hab stehen lassen, weil ICH mir ein Schaufenster angucken wollte... und plötzlich merkte, wieviel Macht auch darin liegen kann, nicht die "Bedürftigere" zu sein, naja, waren noch ein paar Kleinigkeiten mehr... aber es war nicht leicht, aus den alltäglichen Abläufen KEINE festgelegten Rollenschemata zu entwickeln.

    Avatine, was ich gut verstehen kann, ist dein Stoßseufzer, dass du es (mal wieder) sein wirst, die es den anderen leicht machen muss. Ich denke, das ist (leider) so. Aber so, wie du hier darüber schreibst und auch, dass du dich schon früh auf ein Familientreffen eingelassen hast (finde ich ziemlich mutig übrigens, mir graust es vor solchen "Vorstellungsterminen" eher), sagt ja einiges über deinen Mut aus. Und wenn du den Mut findest, ganz offen zu reden darüber, ebnest du ja auch den Weg für die anderen, ebenfalls offen zu sein. Lass dich nicht entmutigen. Hört sich nach einem tollen Kennenlernen an, echt.


  9. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Ich bin selber chronisch krank; damit gehe ich in der Kennenlernphase offen um, denn ich will nichts Wesentliches verschweigen. Wenn die Meinung der Freunde eingeholt wird und ich/jemand wegen der Behinderung als potentielle/r PartnerIn durchs Raster falle/fällt, dann ist das halt so! Das würde auch passieren, wenn sie einen unsympathisch fänden, wenn man fanatisch religiös wäre oder 3 Kinder von 3 Vätern hätte oder vorbestraft wäre oder sich eine mehrjährige Fernbeziehung abzeichnet oder oder oder... Ich würde Freunden kein anderes Motiv als echte Besorgnis unterstellen. Die spontane Reaktion kann da schon mal etwas heftiger ausfallen. Wenn sie keine Erfahrung mit der Art der Behinderung haben, relativiert sich das Ganze sowieso wieder.

    Avantine , Deine Geschichte klingt sehr vielversprechend. Ich wünsche euch beiden alles Gute!

  10. Inaktiver User

    Re: Warteschleife...

    und die tatsache, dass die freundinnen abgeraten haben, finde ich ebenfalls eher grenzwertig. engels zuschlagen mit der 'oberflächlichkeits'-keule dann aber auch - es mag beim abraten der freundinnen ja durchaus 'tiefere' hintergründe gegeben haben, die wurden aber nicht gepostet, insoweit kann man da auch nicht drauf eingehen.

    nix für ungut.
    @ Bereschit:

    Du hast verstanden, wie ich es meinte.

    Wenn ein posting oberflächlich verfasst ist, kann es eben auch so verstanden werden. Ich finde es interessant, dass meine Kritik so heftigen Widerspruch auslöst - ich könnte entsprechend ebenso unterstellen, dass da der eine oder die andere ihre inneren Vorurteile oder wunden Punkte nicht gern ansehen mag, wenn eine Meinung wie meine mit Miss beantwortet wird, und frau/man sich vielleicht unangenehm an leise Zweifel in Bezug auf die eigene Haltung erinnert fühlt.

    Es ging ja nicht darum, dass "der Behinderte" nicht gefallen hat - im Gegenteil, es entstanden Gefühle, aber diese Gefühle konnten nicht, wie bei jedem normalen Beziehungsbeginn, einfach "ausprobiert" werden, sondern mussten aufgrund der "besonderen" Situation mit sämtlichen Freundinnen diskutiert werden. Nicht der Behinderte selbst war - so zumindet scheint es anhand des postings - Ansprechpartner, um vielleicht Fragen in Bezug auf die Behinderung zu klären, sondern unbeteiligte Dritte.

    Mag natürlich daran liegen, dass Engel viele Details nicht genannt hat.

    Allerdings:

    ich sehe es genau wie Du, mir wurde natürlich ein Helfersyndrom bestätigt, wenn ich mit meinem Partner irgendwo hin ging, dann wurde ich angesprochen, dabei war er "nur" Querschnittgelähmt und nicht geistig behindert u.s.w, u.s.f.
    Wieder geht es nicht um die Gefühle an sich, oder um Probleme im Umgang, sondern darum, wie es denn auf andere WIRKT, wenn Engel mit einem Behinderten auftaucht, und ob ihr ein Helfersyndrom unterstellt werden könne. DAS ist es, was ich ärgerlich fand - es geht nicht um die Gefühle, oder um praktische Probleme, sondern um die Wirkung der eigenen Rolle und mögliche Interpretationen anderer Menschen.

    Ich finde es sehr interessant, dass Empfindlichkeiten unterstellt werden, weil in meinem Weltbild sowohl Behinderte als auch Nichtbehinderte unter die Kategorie Mensch fallen und ich der Meinung bin, dass mein primärer Ansprechpartner in so einem Fall der Behinderte selbst, und nicht die Freundinnen, ist. ER kann mir meine Fragen beantworten, während Freunde nur spekulieren und ihre eigenen Ressentiments einbringen können. Das hilft mir im Fall des Falles kaum, mir ein Bild über das Leben mit einem behinderten Freund zu machen.

    @ Avantine: Alles Liebe für Dich

    Grüssle
    Seawasp

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