Ich weiß gar nicht, ob ich hier richtig bin...
Kurz zu mir: Ich bin 24, Studentin, werde diesen Sommer meinen ersten Abschluss haben, möchte aber noch weiter studieren, was doch noch so 3 Jahre in Anspruch nehmen wird.
Seit zwei, drei Wochen treffe ich mich mit einem Mann der mich auf einer Community angeschrieben hat. Er ist ein gutes Stück älter als ich (35), was mich aber eigentlich nicht stört, da ich ihn sehr gerne mag und mich doch ein wenig verguckt habe.
Nun hat der gute Mann mir heute eröffnet, dass er einen 14 Monate alten Sohn hat. Der sei unabsichtlich bei einer Affäre entstanden, er wäre eigentlich dagegen gewesen, aber gut nun sei er da und er würde zu ihm stehen und ihn lieben. Das Kind lebt bei der Mutter, er sieht ihn wohl öfters.
Mich hat das komplett aus den Socken gehauen. Für viele Userinnen ist das wahrscheinlich kein großes Ding, dass ein Mann schon Kinder hat.
Aber für mich ist das richtig heftig und ich war und bin etwas verdattert und weiß jetzt gar nicht wie ich damit umgehen soll. Wenn das mit uns weitergehen sollte, dann ist er definitiv Teil der ganzen Geschichte und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich bin doch noch viel zu jung um „Stiefmutter“ zu werden, ich bin doch gar nicht bereit für die Verantwortung die da doch irgendwie mit auf mich zu kommen würde. Hilfe?!
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 36
Thema: Er ist Vater....
-
10.03.2012, 04:11
Er ist Vater....
-
10.03.2012, 08:23
AW: Er ist Vater....
Hallo Mieze_Katze, oh je, hast du das wirklich um 4.00 Uhr geschrieben?

Dann hoffe ich, du bist da gerade erst nach Hause gekommen und hast nicht schon die ganze Nachte "gebrütet".
Erst mal - was ich klasse finde - dass du dich nicht gleich verschreckt zurückziehst und auch nicht - im Gegenteil - naiv als "Stiefmutter" anbietest.
Vielleicht mal Folgendes zum Sortieren der Gedanken:
Das Kind lebt nicht bei ihm, sondern bei der Mutter. Er wird es "nur" zu Besuchskontakten bei sich haben. Ihr habt also sicher auch viel Zeit für euch ohne Kind.
Aber und das ist nicht wegzudenken - er hat eine Verantwortung dem Kind gegenüber, er hat dadurch auch eine Verbindung zur Kindesmutter und seine Freizeit wird dadurch auf jeden Fall strukturierter als sie es ohne Kind wäre. Es gibt Termine für Besuche, es gibt Krisen, Krankheiten, aber auch Feiern, Rituale etc, die ihn noch sehr lange (Das Kind ist ja erst 14 Monate) an die Mutter und vor Allem das Kind binden.
Das finde ich - nur nebenbei - auch richtig und mir gefällt es, dass er sich zum Kind bekennt und dass er es liebt.
Aber hier gehts ja um dich und was das für eine Beziehung mit diesem Mann bedeutet, dass er schon Vater ist.
Und da seh ich schon einen gravierenden Unterschied zwischen euch:
Du bist in einer Lebensphase, in der das ganze Spektrum noch offen ist. Du setzt - normalerweise -
noch keine Pflöcke, wirst erst deine Ausbildung beenden und dich vielleicht ansonsten ein bischen treiben lassen.
Er hat sicher beruflich schon Pflöcke gesetzt und jetzt auch familiär. Er ist also eher in einer Lebensphase, in der man - sich niederlässt, ein Nest baut, sesshaft wird - nenn es wie du willst.
Aber natürlich sind die Grenzen solcher Lebensphasen fließend und genauso natürlich liegt das alles nicht immer nur in unserer Entscheidungshoheit. Manches passiert einfach und man muss dann damit umgehen.
Das heißt, wenn du den Mann willst, wirst du akzeptieren müssen, das er nur mit Einschränkungen zur Verfügung steht und der Knirps euch so manches Mal einen Strich durch eure schöne Planung macht.
Dieser Mann muss verstehen, dass du keinerlei Verpflichtung gegenüber dem Kind hast und auch sonst noch keine Verpflichtungen eingehst, sondern noch schaust, wohin es dich im Leben treibt.
Aber - und das ist das Wichtigste - genau darüber solltet ihr sprechen. Schilder es ihm so, wie du es hier geschrieben hast, ich finde, es kommt gut rüber, worum du dir Gedanken machst, dass wird er auch verstehen.
Schließlich ist es ja noch nicht so lange her, dass er in derselben Lebensphase war wie du jetzt.
Ich drück euch auf jeden Fall die Daumen!
Wenn Pipi (Langstrumpf) jemals eine Funktion gehabt hat, außer zu unterhalten, dann war es die, zu zeigen, dass man Macht haben kann und sie nicht mißbraucht. Und das ist wohl das Schwerste, was es im Leben gibt. (Astrid Lindgren)
-
10.03.2012, 08:44Inaktiver User
AW: Er ist Vater....
Mietze_Katze,
der Beitrag von Sigrid sagt genau das Richtige finde ich.
Jede/r kommt in eine (mögliche) Beziehung mit seinem gelebten Leben, bei deinem Freund gehört das Kind dazu. Ich finde es gut, dass er dir das gleich zu Beginn eurer Bekanntschaft gesagt hat. Jetzt kannst du entscheiden, wie du damit umgehst.
Wenn der Altersunterschied bei einem Paar etwas größer ist (wobei ich 11 Jahre grundsätzlich für nicht allzu problematisch halte), dann befinden sich beide oft in verschiedenen Lebenssituationen. Damit umgehen zu können, sodass sich beide(!) "zuhause" fühlen das ist die Liebe...
Gruß, Elli
-
10.03.2012, 10:07Inaktiver User
-
10.03.2012, 19:01
AW: Er ist Vater....
Na dass ein Mann mit 35 schon Vater ist, haut mich jetzt nicht aus den Schlappen. Mit 15, ja, aber mit 35? Da ist doch ein ganz normales Ding in dem Alter.
Mich wundert es eher, dass du diese Möglichkeit vorher nicht in Betracht gezogen hast
.
Und ob es das Kind einer kurzen Affäre ist oder einer langjährigen Ex, ist doch eher sekundär. Er ist Vater, Punkt.
Und er steht zu dem Kind und liebt es. Das spricht für ihn.Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
-
10.03.2012, 20:50
AW: Er ist Vater....
Sigrid53 hat natürlich recht, das Kind ist in erster Linie seine Angelegenheit. Dennoch wird sich das Kind in euer und damit in dein Leben "einmischen". Ihr werdet Tage im Märchen- oder Tierpark verbringen; oder du wirst die Tage alleine oder mit Freunden verbringen - und das über Jahre. Und, sollte die Beziehung sich festigen, kommen dann die normalen Probleme mit Schule usw. dazu. Diese Dinge haben Auswirkung auf die Paarbeziehung.
Spontan abends weggehen? Wenn Kinderwochenende ist eher nicht. Ein oder zwei Wochen verreisen? Da liegt das Kinderwochenende dazwischen oder das Geld wird wichtiger für ein Fahrrad, eine Skiausrüstung oder etwas anderes gebraucht.
Du machst dir Gedanken, ob du dir einen Partner mit Kind vorstellen kannst. Da solltest du ganz tief in dich hineinhorchen, ob du mit den Einschränkungen leben könntest. Oder ob dir der Gedanke daran eher Bauchschmerzen bereitet. Wenn dir die Vorstellung "Partner mit Kind" eher unangenehm ist, solltest du dazu auch stehen. Du bist jung, du fängst gerade an, dein Leben zu planen. Dazu findest du auch sicher einen Mann ohne familiäre Verpflichtungen.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
Sommer 2021 - mehr als nur nasse Füße... reinklicken und mithelfen!
Moderatorin für:
Was bringt Sie aus der Fassung?Beziehung im AlltagTrennung und ScheidungÜber das KennenlernenForum für AlleinerziehendeReine Familiensache
-
10.03.2012, 22:21
AW: Er ist Vater....
Sehe ich auch so. Man sollte das Leben mit Stiefkindern nicht unterschätzen, vor allem darf man nie denken *ach, das Kind lebt ja bei der Mutter, damit habe ich nicht viel zu tun, nur alle zwei Wochen mal ein paar Stunden*-----dem ist nicht so. Es dreht sich auch unter der Woche alles ums Kind. Da gibt es viele Fragen und vielleicht auch Streit unter den ehemaligen Partnern, das belastet die Beziehung zur neuen Frau zusätzlich.
Ich habe auch einen *gebrauchten* Mann, dessen Kinder nun erwachsen sind. Gottseidank!!!
Meinen Töchtern wünsche ich einen Mann OHNE Kinder. Im Ernst jetzt. Klar weiß man nie, wo die Liebe hinfällt, aber ich wünsche mir, dass sie den ganzen Zirkus nicht mitmachen müssen.
-
10.03.2012, 23:33Inaktiver User
AW: Er ist Vater....
Ich sag dazu nur eins:
Guck Dir an, wie "Mann" mit seiner Familie umgeht und denen, die er zu seinen Schutzbefohlenen zählt.
Wie er mit ihnen verfährt, so verfährt er mit Dir.
Ich wäre da an Deiner Stelle angenehmt berührt und würde seine fürsorglich-verantwortungsvolle Ader hegen und pflegen.
-
11.03.2012, 01:53
AW: Er ist Vater....
Also, dass er mit 35 bereits Vater ist haut mich jetzt auch nicht aus den Socken, dass dies nicht in deinem Denken war, kann ich aber verstehen, wenn du sonst eben eher mit jüngeren ungebundenen Männern zu tun hattest.
Wenn du ihn magst, dann sieh dass Positive daran: Erst steht zu seinem Kind und liebt es. Das würde ihn für mch schon mal sehr sympathisch machen. Das heißt er ist verantwortungsbewusst, fürsorglich und lässt es nicht am Kind aus, dass es nicht in seiner Planung war - wenn ich das richtig verstanden habe.
Dass auch das Kind eine Rolle spielen wird, wenn du mit ihm eine Beziehung eingehst, ist schon richtig. Wenn dich das erschreckt, du mit Kindern nichts anfangen kannst ... kann das eine Belastung werden. Möglicherweise könnte auch Differenzen mit der Mutter Probleme mit sich bringen.
Könnten!
Muss aber gar nicht.
Könnte ja auch sein, du magst Kinder und lernst dieses Kind ebenfalls lieben, dann allerdings könnte es sogar sein, dass du sogar ganz anders leidest, nämlich, dass du nicht die Mutter bist.
Könnte.
Ich selbst habe auch viele Jahre mit einem Mann zusammengelebt, der zwei Kinder aus der ersten Ehe hatte. Sie waren alle zwei Wochen bei uns und ich habe es genossen. Ich mochte dei Kinder sehr. Es war aber kein Problem, dass wir auch zusammen Urlaub machten und das Kinderwochenende wurde dann entsprechend verschoben.
Abgesehen davon kamen die Kinder schon bald zu großen Urlauben mit uns mit. Das war durchaus auch mein Wunsch und es waren sehr schöne Urlaube.
Mit dem Mann mit ich schon lange nicht mehr zusammen, die jüngere der beiden ist meien "Stieftochter" geblieben, auch wenn sie heute längst erwachsen ist, mittlerweile ihr Studium abgeschlossen hat und beruflich Fuß gefasst hat. Wir haben regelemäßig Kontakt, telefonisch, per mail und per Besuch. Sie gehört für mich zur Familie, ich wollte das nich tmissen und ich bin ihre Vertraute, seit damals, als sie 9 war und das erste Mal meine Nähe gesucht hatte, als es ihr schlecht ging.
Eine Freundin von mir erlebt gerade etwas ähnliches. Si ehat sich auf einen Mann eingelassen, der eine Tochter hat. Und mittlerweile liebt sie dieses Kind und das Kind liebt sie und sie leidet z.B. ein wenig darunter, dass sie es dennoch immer wieder mal spürt, dass sie nicht die Mutter ist. Eben wenn wichtige Entscheidungen ohne sie getroffen werden bzw. sie eben "nur" ihre Vorstellungen äußern kann, aber die Eltern sind diejenigen, die bestimmen.
Sicherlich gibt es so viele Geschichten, wie es Stiefbeziehungen gibt. Darüber wie das bei euch sein würde kann man schlecht prognostizieren. Wichtig ist, sicherlich, wie sehr du diesen Mann lieben könntest und wie sehr du dieses Kind annehmen könntest.
Jemanden pauschal wünschen, dass er einen Mann ohne Kind kennenlernt würde ich nach meiner Erfahrung jedenfalls nicht.
Eigentlich war ich gerade für Männer mit Kindern immer sehr offen und kann nicht sagen, dass es die Kinder waren, die gestört hätten, oder warum etwas nicht gehalten hat.
-
11.03.2012, 08:40
AW: Er ist Vater....
also mich haut ja eher aus den socken, dass das kind aus einer AFFÄRE entstanden ist, er also schonmal fremdgegangen ist. wäre für mich unabhängig vom kind ein grund, schleunigst das weite zu suchen...


Zitieren
