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  1. User Info Menu

    Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Wir haben uns durch eine seriöse Partnervermittlung im Netz kennengelernt. Beide nahmen wir es zu Beginn nicht so ganz ernst und wochenlang verliefen unsere Mails eher sporadisch und oberflächlich.
    Irgendwann wurde er neugierig und ich auch und wir gingen mehr ins Detail. Leider ließen es die Umstände nicht zu, dass wir uns spontan mal auf einen Kaffee treffen und so dauerte die "Schreibphase" sehr lange. Dann trafen wir uns.
    Ich hatte, als ich ihn sah, keine positiven und keine negativen Gefühle, ließ den Nachmittag auf mich wirken, gab mich ganz normal und fuhr dann, eher mit der Meinung "ach, nee..." wieder nach Hause. Aber er ließ nicht locker und so trafen wir uns ein zweites Mal.
    Ich muss zugeben, zwischendurch telefonierten wir fast täglich mehrere Stunden und das waren tolle Gespräche - endlich mal jemand auf Augenhöhe, der mir auch mal die Stirn bot. Tagsüber schrieben wir uns sms und alles wurde immer intensiver. An Weihnachten kam dann ein Missverständnis auf, das sich aber schnell klärte. Ein paar Tage später das Nächste (immer durch Missverstehen der sms). Auch war er in seinen sms immer "mutiger" als in Natura. Schließlich trafen wir uns irgendwann wieder und da "funkte" es zwischen uns. Am nächsten Wochenende fragte er mich, ob wir zusammen wegfahren wollten - ich war natürlich der Meinung, dies ist ein Wunsch nach weiterer Annäherung. Wir kamen uns sehr nahe und verbrachten ein wunderschönes Wochenende miteinander. Auf der Heimfahrt war er total still und in mir kamen sofort alte Ängste auf - Verlustangst vom Feinsten - ich wollte dies nie wieder erleben.
    Von da an war ich nicht mehr die Relaxte, war innerlich total unruhig und als er sich dann nicht mehr wie gewohnt meldete, wurde ich panisch (was ein Mann ja total GUT findet). Er teilte mir mit, dass er auch über das WE nachdenkt, das auf sich wirken lässt - ich wertete dies als Gedanke in Richtung "Jetzt wird es ernst - will ich das?" und fand das normal, konnte wieder Ruhe finden.
    Gestern waren wir zusammen im Kino, alles sehr schön und morgen wollten wir uns zum ersten Mal mit unseren Kindern treffen. Heute, nachdem wir kurz telefoniert hatten uns alles ganz entspannt schien, dann ganz plötzlich von ihm die Nachricht. Sein Kind mag nicht und wir müssten telefonieren. Das steht mir nun morgen bevor und ich habe gerade eine solche Panik, dass ich fast durchdrehe. Habe ich alles kaputtgemacht?

  2. Inaktiver User

    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Zum Thema 'Verlustängste' haben viele kluge Menschen viele Bücher geschrieben, 1000e von klugen Seiten. Immer geht es um Projektion, also von dem Prinzip, Erfahrungen mit anderen Menschen auf den zu übertragen, der dir gerade gegenübersteht.

    Ein verteufelter Kreislauf, aus dem auszubrechen es leider nur allzu selten gelingt.

    Geholfen hat mir immer wieder ein einziger Satz eines Freundes, knallhart ausgesprochen:
    Ich bin nicht die anderen! Mach dir klar, dass du es hier mit einem neuen Menschen zu tun hast, nicht mit all denen, die deine Erwartungen und Befürchtungen bestätigt haben.

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    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Das habe ich versucht. Ich bin an diesen neuen Mann so langsam rangegangen und dann hat es mich doch wieder verteufelt! Bin total verzweifelt.

  4. Inaktiver User

    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Zitat Zitat von schlaflos1805 Beitrag anzeigen
    Das habe ich versucht. Ich bin an diesen neuen Mann so langsam rangegangen und dann hat es mich doch wieder verteufelt! Bin total verzweifelt.
    So etwas bleibt nicht aus, wenn du dich auf einen neuen Menschen einlässt. Es ist immer eine Gratwanderung.
    Verlustangst ist noch einmal was anderes.

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    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Warum kannst Du "Sein Kind mag nicht" nicht als völlig normalen Grund annehmen? Das Kind hat vielleicht auch Verlustangst - und sei es nur Verlust der Gewohnheiten. Eher denke ich aber, es ist Angst vor dem Verlust von Geborgenheit und Halt.

    Er lebt doch vermutlich getrennt und das Kind hat so gefühlt nur noch zwei halbe Eltern. Und eine Hälfte soll es jetzt möglicherweise noch teilen. Eigentlich ist das eine gute Gelegenheit, die Emotionalitäten sehr stark positiv miteinander zu verbinden, die Gefühle ganz ehrlich miteinander und füreinander zusammenfließen zu lassen.

    Da darf aber auch nichts falsch sein - Kinder merken das. Und nicht überreagieren, Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie haben weder das vollständige Repertoire an Erfahrungen, noch den ganzen sozialen Werkzeugkasten.

    Und ja, es kann schiefgehen - wie alles im Leben. Aber es kann auch wunderbar gut gehen.

    Ich wünsche Dir natürlich Glück - aber mehr noch Gelassenheit. Und denke in den schlaflosen Phasen zum Wiedereinschlafen daran, den Kindern Liebe und Zuwendung entgegen zu bringen - als Gefühl in Dir, nicht irgendwie als "to do". Du wirst es dann selbst in Deiner Angst viel eher auch ausstrahlen können.

    Alles Gute!
    Cygnus
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

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    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Liebe Schlaflos

    Deine Verlustängste kenne ich nur zu gut. Auch ich hab meinen neuen Partner durch eine Singlebörse kennen gelernt und wegen meiner Ängste fast verloren.

    Anfangs war ich auch sehr locker, doch dann ging er mit Freunden an eine Sportveranstaltung und meldete sich an diesem Abend nicht bei mir. Für mich war es Umstellen des Schalters von "es passt" auf ein "jetzt ist es vorbei". Bei den nächsten Kontakte und Treffen war ich sehr misstrauisch und kritisch und konnte das Zusammensein nicht mehr geniessen. Auf seine Nachfrage habe ich nicht mal gesagt, was mein Problem war.

    Fazit war dann, dass wir die Festtage alleine verbrachten und erst seit paar Tagen wieder langsam Kontakt aufnehmen.

    Geholfen hat mir das Buch "Liebe dich selbst, sonst liebt dich keiner" von Irene Goldmann - darin geht es, sich um sich selber zu kümmern und die eigene Zufriedenheit nicht mehr an den Partner zu koppeln. Erst wenn wir loslassen lernen, können wir geben und empfangen.

    Zudem interpretiere ich nicht mehr, sondern frage nach. Am besagten Abend hat er sich zum Beispiel nicht gemeldet, weil er weiss, dass ich mein Handy im Schlafzimmer habe und er mich nicht wecken wollte ...

    Es ist ein langer Weg - aber er lohnt sich.

    Herzlich
    Cara

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    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Liebe schlaflos,
    habe deinen Beitrag gelesen, und auch ich finde mich absolut darin wieder.
    Vielleicht wird das bei meinem Beitrag ("Hab ich was falsch gemacht oder ist es das klassische Spiel?") nicht so ganz deutlich.
    Tatsache ist aber, dass ich auch bei den geringsten Zeichen in Panik gerate bei einer neuen Beziehung.
    Bei mir ist es dann so, dass ich die Flucht nach vorn ergreife ... also die vermeintliche Enttäuschung, die ich erfahren würde, selbst initiiere.
    Ich bin gerade dabei an mir zu arbeiten, habe dem Mann, dem ich das angetan habe eine Mail geschickt, in der ich mein Verhalten erkläre. Allerdings erwarte ich nichts mehr von ihm, sagen wir mal, ich darf nichts mehr von ihm erwarten.

    Ich denke auch, dass es wichtig ist zu kommunizieren - und zwar zeitnah und manchmal auch mutig. Aber es ist, das stimmt, eine Gratwanderung - schließlich will man sich nicht verletzen und ein gewisses Geheimnis sollte am Anfang einer Beziehung ja auch aufrecht erhalten bleiben.

    Sich um sich selbst zu kümmern ist natürlich auch ein wichtiger Ansatz, nur ich denke in dem Moment, in dem man verliebt ist, ist man so in Aufruhr, dass so verstandesmäßige Ansätze nicht so greifen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück!

  8. User Info Menu

    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    liebe schlaflos,

    mal etwas ganz anderes: bist du denn wirklich verliebt in den mann? oder denkst du nur, du müsstest es sein? beim ersten mal hat es dich nicht so wirklich umgehauen... die telefongespräche waren, wie du schreibst, lang und intensiv, aber das sind auch gespräche mit guten freunden, oder?

    ich weiß nicht, wie ich das erklären soll... aber beim kennenlernen über singlebörsen ist ja meistens klar, dass beide "auf der suche" sind. und da verliert man manchmal den blick dafür, ob man einen menschen wirklich attraktiv findet... mir ist es so ergangen, und ich habe mich zu einer beziehung "überreden lassen", die von meiner seite eigentlich bloß das potential zu einer guten freundschaft hatte. ein jahr hat es sich so dahingeschleppt, mühsam und langweilig, keiner wollte sich eingestehen, dass es nicht das wahre war.

    schau dir deine gefühle lieber noch einmal genauer an. vielleicht ist der mann doch nicht "der wahre"? vielleicht bist du noch gar nicht so tief drin, wie du glaubst? war nur so ein gedanke von mir, am rande.

  9. User Info Menu

    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    ich finde den Gedankenanstoss von universe sehr hilfreich.
    bleib bei dir, und prüfe nochmal kritisch, ob ER DIR denn auch wirklich gefällt und Dir das geben könnte, WAS DU dir wünscht. Oftmals dreht es sich bei uns Frauen immerzu darum, ob WIR ihm denn gefallen, drehe es mal um, gefällt er Dir ?
    Habe ähnlich Erfahrungen mit Beziehungsanbahnung über die Singlebörse, wie universe beschrieben und mir fiel auf, dass der Wunsch sich-endlich-wieder-zu-verlieben sehr gross und drängend war, ich aber auch gemerkt habe, dass ich dann vieles ausser acht gelassen hatte, was mich anfangs schon gestört oder irritiert hatte, nur um dem ganzen eine Chance zu geben. Ich versuche nun wirklich bei mir zu bleiben und auch bei dem, was mir mein Gefühl sagt.

  10. User Info Menu

    AW: Verlustangst - ich kann sie einfach nicht überwinden.

    Ganz lieben Dank für die vielen Antworten und Anmerkungen. Heute ist sehr viel passiert. Er hat mich angerufen und mir gesagt, dass es mit uns nicht weitergeht, weil es bei ihm nicht gefunkt hat.
    Das war zum einen für mich wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht aber auch irgendwie genau das, was ich tief in meinem Inneren schon geahnt hatte.
    Faustschlag: Nach allem, was wir miteinander erlebt haben, hätte ich dies so nicht gedacht.

    @cygnus
    Warum kannst Du "Sein Kind mag nicht" nicht als völlig normalen Grund annehmen? Das Kind hat vielleicht auch Verlustangst - und sei es nur Verlust der Gewohnheiten. Eher denke ich aber, es ist Angst vor dem Verlust von Geborgenheit und Halt.
    Klar, unter normalen Umständen ein völlig normaler Grund. Aber ich glaube gar nicht, dass er überhaupt nachgefragt hat...

    @universe: Klar, wir wollen uns verlieben und da baut man sich in solchen Börsen mal schnell irgendein Bild. Nein, ich finde ihn wirklich toll, deshalb bin ich auch sehr traurig, dass er dies scheinbar nicht erwidert.

    Ein Gedanke war: Kann es sein, dass er seine "Freiheit" einfach nicht verlieren will? Begründung - das hatte ich noch nicht erwähnt: Er möchte weiter gerne Kontakt mit mir haben, weggehen, Kultur, Wellness und so. Aber eben nicht mehr... so seine Worte.

    Sich um sich selbst zu kümmern ist natürlich auch ein wichtiger Ansatz, nur ich denke in dem Moment, in dem man verliebt ist, ist man so in Aufruhr, dass so verstandesmäßige Ansätze nicht so greifen.
    Oh, wie Recht du hast - ich bin sonst ein recht entspannter Mensch, aber in solchen Momenten hasse ich mich für diese innere STimme, die ständig kritisch und ängstlich hinterfragt...

    @cara: Ich habe schon mehrere Bücher gelesen, aber verfalle immer wieder in dieses Schema. Aber danke für den Tipp, werde mal reinlesen...

    Sorry für dieses Durcheinander - das spiegelt gerade meinen Seelenzustand wider...

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