Hat das irgendeinen Grund, dass der Ton hier jetzt so scharf wird?
Ich winke gerade mal mit den NUB und dem wohl am häufigst zitierten Absatz daraus:
und dazu passend auch noch dieser Teil aus der Netiquette:Die Nutzer haben sich gegenseitig mit Respekt und Rücksicht zu behandeln, Sachlichkeit in Auseinandersetzungen sowie Toleranz gegenüber Meinungsvielfalt innerhalb von Foren werden vorausgesetzt.
Vielleicht ist es hilfreich, sich bei dem ein oder anderen Satz zu vergegenwärtigen, ob man selbst auf diese Art und Weise angesprochen werden möchte.Ihre Beiträge werden von anderen Menschen gelesen. Die Ausdrucksweise sollte deshalb höflich, respektvoll und verständlich sein. Behandeln Sie andere User so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
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22.01.2012, 22:56
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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23.01.2012, 00:12
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
Nein, die natürliche Sprache tut das auch nicht und die dichterische Sprache auch nicht. Die Wissenschaftssprache ist schon eher aus Satzbausteinen zusammengesetzt , weil sie überall auf der Welt verstanden werden will, und der therapeutische Diskurs ist eine Mischung aus Wissenschaft (Psychologie) und bestimmten Techniken, die sich bewährt haben beim Umgang mit den Gefühlen. Was für Techniken das sind, lernt man in der Therapie, beim Coaching, durch Ratgeberliteratur, in Foren, im Fernsehen, in persönlichen Gesprächen usw. und da werden schon viele Textbausteine benutzt, auf sich selbst angewendet und weitergegeben.
Natürlich wurden vor Freud Gefühlslagen differenziert beschrieben, aber irgendwie anders (siehe Zitat unten).
Die Unterschiede verschwimmen aber, weil der Therapieaspekt allem übergeordent ist. Obwohl ein Gehirnphsyiologe nur objektiv beschreibt, was im Gehirn so vor sich geht, wird das von den Medien sofort therapeutisch umgemünzt. Wenn man weiß, wie das menschliche Gehirn tickt, dann kann man lernen, das für sich zu nutzen. Wenn z.B. die Forscher rausfinden, dass bei einer Blauempfindung Areale im Gehin aktiviert werden, die mit Beruhigung zu tun haben, dann kommt in den Medien gleich die Empfehlung, sein Schlafzimmer blau zu streichen. Und schon haben wir eine Farbtherapie.
Und das gabs vor Freud so nicht, also den Anspruch, an seinen Gefühlen zu arbeiten, jedenfalls nicht so.
Hier nochmal die ersten Absätze aus der Buchbesprechung, die ich oben verlinkt habe:
"Wer gelegentlich Romane liest, die vor dem 20. Jahrhundert geschrieben wurden, macht eine seltsame Erfahrung. Er trifft auf Seelenregungen, die er zu kennen meint: empfindsame Reaktionen auf die Wetterlage, die Umgebung, die Atmosphäre eines Raums, Anwandlungen von Glück oder Schwermut, das Spiel der Anziehung und Abstoßung zwischen Menschen, all das in vielfältigen Nuancen. Aber irgendwie wirkt das fremd, ohne Ziel und Zweck. Die Freude einer solchen Lektüre ist meist mit Eskapismus verbunden. Man nimmt sich eine Auszeit von der Gegenwart, bevor man wieder zur Tagesordnung übergeht. Was ist geschehen seit dem 19. Jahrhundert? Und warum hören wir immer den gleichen Psycho-Slang, egal, ob uns die Freundin ihr Herz ausschüttet, das Fernsehen eine überforderte Mutter vorführt, ein Blogger seine Erlebnisse ins Netz stellt oder ob wir selber Rat suchen?
Die Kulturwissenschaftlerin Eva Illouz, die an der Hebrew University in Jerusalem Soziologie lehrt und zurzeit Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin ist, hat eine schlichte, aber starke These: Der „therapeutische Diskurs“ determiniert alles, was wir über unser Innenleben sagen können.
Wir haben gar keine Seele mehr, nur noch eine Psyche oder ein Selbst. Wir sind alle Freudianer, ob wir wollen oder nicht. Wer daran zweifelt, sollte einmal versuchen, einen inneren Konflikt darzustellen, ohne auf psychoanalytisches Vokabular zurückzugreifen."
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23.01.2012, 08:16
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
"Wir haben keine Seele mehr, nur noch eine Psyche."
Was ist denn das für ein Mist? Wieder so eine Verallgemeinerung!
Möglich, dass es Tendenzen gibt und so mancher bei jedem Rülpser zum Therapeuten läuft ...
aber die Autorin sollte es nicht postulieren; es stimmt einfach nicht. Und selbst wenn es so wäre: Kann man das ernst nehmen?
SweethAErt
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23.01.2012, 08:24Inaktiver User
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
das wird seit Jahrtausenden in Religionen und der Kunst so gemacht auch ganz ohne irgendeine Farbtherapie.
Mei...Freud hat nicht das Universum erfunden...echt nicht. Für die Gefühle war die Religion zuständig. Ratschläge das Leben betreffend (Verhaltenstherapie) die ältere Generation. Emotionale Reinigung: das Theater. Das sind Verschiebungen der Zuständigkeiten.
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23.01.2012, 08:51Inaktiver User
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
@Ditha
In Teilen hat Illouz sicher recht, wie jemand schrieb, das mancher wegen jedes "Rülpsers" zum Therapeuten geht. Aber sie pointiert sehr scharf, vielleicht bewusst um ein Gegengewicht zu setzen oder ihrer Disziplin, der Soziologie als Gegengewicht zur Psychologie, mehr Fundament zu verleihen.
Ich lese beispielsweise sicher mehr Romane, die aus dem 19. Jhd. stammen (meine Lieblings-Roman-Zeit
) als Ratgeberbücher. Habe mir auch die Bücher aus dem Illouz-Band alle noch bestellt - gute Inspirationsquelle auch in diesem Sinn!
Ich glaube auch nicht, dass Freud "die Welt erfunden hat" und wenn ich jetzt etwas sage, was mein ganz persönliches Gefühlsleben angeht, dann lasse ich das was ich sage ungerne als Psychogelaber (war ja nicht so gemeint, aber trotzdem
) abtun. Denn selbst wenn es in der Ausdrucksweise (also in der Form) davon beeinflusst wäre, hat es ja immer noch einen Inhalt - und über den möchte ich viel lieber diskutieren....
Am Rande bemerkt: Manchmal hatte ich bei ihr aber auch das Gefühl, dass sie die ja selbst lange verheiratet ist und Kinder hat doch ein paar sehr negative Vorbehalte gegen moderne Kennlernmethoden hat. Klar, es gibt bspw. Auswüchse bei der Partnersuche im Internet aber viele die eben dort doch eine "ganz normale" Beziehung suchen und finden. Zum Glück.
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23.01.2012, 10:48
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
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23.01.2012, 11:18
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
Stimmt, er hat sich vor allem damit beschäftigt:
"Schließlich darf ich wohl sagen, dass meine ganze wissenschaftliche Lebensarbeit, in der stammesgeschichtliche, rassenkundliche und sozialpsychologische Fragen im Vordergrund stehen, im Dienste Nationalsozialistischen Denkens steht."
Quelle
(Vollkommen OT, aber damit es hier nicht zu einer Konrad-Lorenz-Verklärung kommt...)"Ich habe eine ganz einfache Philosophie: Fülle, was leer ist. Leere, was voll ist. Kratz dich, wo es juckt."
Alice Roosevelt Longworth (1884-1980), amerikanische Gastwirtin
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23.01.2012, 11:26
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
Stimmt, dies wird immer wieder auf den Tisch gebracht.
Nach dem 2. WK hat er trotzdem enormes geleistet.
Man denke auch an seine Schüler, die nun mit den Nationalsozialismus nun wirklich nix zu tun hatten.
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23.01.2012, 13:02
AW: Wie "stark" darf eine Frau sein ???
Ich greife das jetzt mal auf, auch wenn möglicherweise in den weiteren ca. 100 Postings noch was dazu stehen sollte:
Ich glaube, da sind zwei Ebenen angesprochen.
Da geht es einerseits darum, nach "Außen" Selbstbewußtsein zu zeigen, auch mal "gegenzuhalten", einen eigenen Standpunkt beziehen - und das auch dann zu tun, wenn es unbequem wird. Das machen heute nicht mehr so viele. Was aber nicht (nur/in erster Linie) an den alleinerziehenden Müttern liegt. Auch in der Schule, in den Gymnasien wird das "kritische Betrachten" nicht unbedingt gefördert. Internet und "copy+paste" spielt da sicher ebenfalls eine Rolle. Wer kopiert, der hinterfragt nicht. Der entwickelt letztlich keine eigene Lösung. Und dummerweise beginnt die Förderung dieses Verhaltens bereits in der Grundschule. Berüchtigt sind die Schüler, die bei Textaufgaben bedingungslos die Techniken anwenden, die sie gerade gelernt haben. Da gab es Studien, da wurde unter Textaufgaben zur Addition eine Aufgabe nach folgendem Schema eingefügt: Ein 27 Jahre alter Hirte hat 13 Schafe und 20 Ziegen. Wie alt ist der Hirte und 3/4 der Schüler kamen auf 50.
Davon zu unterscheiden ist das Verhalten in der Beziehung. Da sind die oben vermißten Fähigkeiten zwar auch gefragt. Aber nicht wenige junge Männer landen letztlich doch wieder bei der klassische Rollenverteilung und halten Kindererziehung für die Aufgabe der Frau.
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23.01.2012, 13:07Inaktiver User



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