Das war ein zu schnelles Drüberlesen meinerseits.
Entschuldigung, es ging dir um männerspezifische Berufe, nicht um Führungspositionen.
Ja, ich sage nur:Stößt halt an Grenzen wenn Aktoren und eine Menge Messtechnik im Spiel sind. Hat andererseits auch den Vorteil, daß der Job nicht so leicht sonstwohin ausgelagert werden.
Hüte dich davor einen Job auszuüben, den du – egal wie gut – praktisch komplett per home office wuppen kannst.
Das ist in meiner früheren Branche seit mindestens 20 Jahren so, wenn nicht schon immer seit es die Branche gibt.Ich habe eben den Eindruck, daß sich auch bei den normalen AN der ganze Erreichbarkeits-Mist weiter ins Privatleben gefressen hat
Nur Frauen sind dazu gestoßen - das ist noch nicht so alt.
[Nachtrag:
Hab immerhin 12 Jahre nach Geburt meines Sohnes (und anderen mich fordernden Ereignissen im Familienumfeld) erfolgreich da gearbeitet.
Bin aus eigenem Entschluss - obwohl Firma das zu diesem(!) Zeitpunkt nicht wollte ausgeschieden (mit satt versteuerter Abfindung).
Heute, ein paar Jahre nach meinem Ausscheiden, das die ARGE wegen Selbstkündigung mit Zahlungssperre geahndet hat, arbeitet nur noch einer meiner 12 Arbeitskollegen meiner Gruppe in diesem noblen Konzern.
Ach ne, der auch nicht, der ist verkauft worden und arbeitet jetzt bei xyz *gg*
Die meisten haben es gut getroffen und sind wesentlich glücklicher als damals woanders beschäftigt.
Was ich damit sagen will: Heute ist nicht alle Tage – ich komm wieder, keine Frage (Paulchen Panter) ]
Frauen wollen und können das trotzdem, auch wenn sie genau wissen, dass sie sich nicht mehr im notwendigen Maß weiterentwickeln können - im Sinne von Dienstreisen nach Indien -, wie es vom AG zum Zeitpkt. XY gewünscht war.
Im Wissen, dass es das mit der wirklich fetten Kohle jetzt war (bei mir immerhin letzte Tarifstufe vor AT), dachte ich mir:
Ja mei, ich vertraue darauf, dass ich trotz Präferierung meiner Herzensprioritäten immer wieder auf die Füße falle.
Es scheint so zu sein, aber man soll ja nie den Tag vor dem Abend loben. ;-)
Es ist eben so:
Oft stehen familiäre Notwendigkeiten an - nicht nur wegen der Kinder , da gibt es weiß Gott härtere Klopper.
Genau da sollten mal Männer reflektieren und für die Zukunft mit einkalkulieren…
Oh ja. Ooohh, ja.
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Thema: Darf Liebe weh tun?
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11.12.2011, 23:56Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
Geändert von Inaktiver User (12.12.2011 um 00:40 Uhr)
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12.12.2011, 08:58Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
Ich kenne jetzt Deine persönliche Situation nicht und werde mich hüten Dir da Ratschläge zu geben.
Ich habe es in meinem Umfeld einmal erlebt, dass ein Mann in einer ziemlich herausgehobenen Position und relativ neu im Job eine 6-monatige Elternzeit durchgekämpft hat. Das war ein ziemlich harter Weg für ihn, aber er hat es geschafft, ist jetzt wieder im Job und wieder gut angesehen (wie seine Partnerin auch). Und kümmert sich wie sie um das Kind.
Und ich kenne einfach sehr viele Männer, die sagen es geht nicht ohne es ausprobiert zu haben.
Ich kenne Oberärztinnen, die in Teilzeit sind und Radiologinnen die zum Teil von zu Hause arbeiten, wohl auch eher Jobs wo man schnell sagen würde, geht eigentlich nicht. Bei den Männern scheint es - egal ob technische Berufe, Anwalt, Ingenieur, Arzt - irgendwie immer nicht zu gehen, wird zumindest gleich reflexartig gesagt...
Habe gerade gestern über eine Frau in einem norddeutschen Betrieb gelesen, die eine Fühungsposition in Teilzeit ausübt. Vermutlich mit einem kleineren Verantwortungsbereich aber auch dem gleichen Level.
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12.12.2011, 09:00
AW: Darf Liebe weh tun?
Ja ist es. Es gibt mehrere Studien dazu, die alle zum selben Ergebnis kommen.
Hier ist übrigens die Kurzfassung der Bertelsmann - Studie zu den Erwartungen junger Männer / junger Väter.
ZIemlich naiv ist die Erwartung, dass sich durch ein Kind die Beziehung zur Partnerin verbessern würde. In der (statistischen) Realität wäre das Gegenteil zu erwarten.
http://www.dji.de/bibs/Vaeterstudie/...urzfassung.pdf
Auch ganz nett ist das hier:
http://www.kas.de/wf/doc/kas_18701-5...f?100303160104
Es folgt ein Zitat aus dieser Studie (Hervorhebung durch mich):
"Bei aller Bedeutung des familiären Engagements des Vaters: der berufliche Erfolg des Partners wird deshalb nicht unwichtig.
Konkret sehen die Ergebnisse wie folgt aus:
Während sich die Kinder zu 84 % nach Angaben der Mütter mehr Zeit mit dem Vater wünschen, finden die Mütter die Zeit zu 39 % vollkommen ausreichend, zu 50 % eher nicht ausreichend und zu 11 % auf keinen Fall ausreichend.
46 % der Mütter wünschen sich ein stärkeres Engagement des Partners in der Familie, 41 % wünschen sich dieses nicht, 13 % geben „weiß nicht” an.
Nur 2 % der Mütter kennen keine andere Frau, 33 % nur wenige Frauen, 65 % aber viele Frauen, die sich über mangelndes Engagement des Partners beklagen.
Der berufliche Erfolg des Partners ist 49 % der Frauen wichtig (!), 45 % teilweise wichtig und 6 % nicht wichtig"
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12.12.2011, 09:07Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
@tsts
Was ist Deiner Meinung nach das Ergebnis der Studie?
Also, ähh, was wollen die Frauen nun? Männer die zuhause helfen, die einen tollen Job haben oder Zeit mit den Kindern verbringen oder eben nicht?
Ich persönlich fände es zumindest wünschenswert wenn beruflicher Erfolg nicht davon abhinge, dass man Kinder hat und sich um die kümmert oder nicht... bei Frau und Mann.
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12.12.2011, 09:19
AW: Darf Liebe weh tun?
Du setzt die "gute" Haltung mit Recht in Anführungszeichen. Es sind Entwicklungen und diese gehören dazu.
Die Beziehung sich "entwickeln lassen" ist doch zunächst einmal gar nicht so schlecht. Nur sollte dann irgendwann einmal der Zeitpunkt kommen, zu dem man sich für diesen Mann oder für diese Frau entscheidet. Man kann diese Entscheidung auch dem Partner abverlangen, wenn der sie nicht treffen will.
Aber es ist nicht gut, wenn man diese Entscheidung des Partners für seine eigene Wertschätzung benötigt.
Ich mache mal ein etwas überspitztes Beispiel: Dass sich ein Mann wohl fühlt, wenn er von einer attraktiven Frau geliebt wird, dass ist wohl verständlich und sicher nicht pathologisch.
Ungut ist es dagegen, wenn sich ein Mann nur dann wohlfühlt, wenn er von einer Frau geliebt wird, die andere für sexy und attraktiv halten.
im zweiten Fall holt er sich sein "Selbstbewußtsein" aus dem Aussehen seiner Partnerin.
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12.12.2011, 09:28
AW: Darf Liebe weh tun?
Es scheint so, als wollte die Mehrzahl der Frauen beides. Also einen Mann, der erfolgreich im Beruf ist UND viel Zeit mit den Kindern verbringt.
Der zweite Ansatz ist der, den ich seit Jahren fordere. In Kombination mit einer echten Gleichstellung von Männern und Frauen. Es muss sich langfristig durchsetzen, dass Mitarbeiter NICHT rund um die Uhr für die Firma erreichbar sein müssen, dass es wieder normal ist, wenn Mitarbeiter normalerweise pünktlich das Unternehmen verlassen. Ein Unternehmen muss bei der Einstellung von Frauen und Männern gleichermaßen damit rechnen, dass diese für die Elternzeit ausfallen.
Allerdings bedeutet das auch, auf Frauenquoten und eine spezielle Frauenförderung zu verzichten.
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12.12.2011, 09:31
AW: Darf Liebe weh tun?
Sicher. Weil sie es nicht wollen.
Auf der anderen Seite ist der Widerstand bei den Arbeitgebern bei den Männern deutlich größer und das Risiko für die Karriere noch höher, als es bei den Frauen in entsprechenden Positionen ist.
Das würde bedeuten, dass die Männer mit hohem Risiko für etwas kämpfen müssen, was sie eigentlich gar nicht wünschen. "Geht nicht" ist da eine naheliegende Lösung.
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12.12.2011, 11:40Inaktiver User
Was Du in Deinem vorherigen Posting beschreibst ist ja tatsächlich ein Idealzustand, in dem jedes Paar, jeder einzelne seinen Weg finden kann.
Ich glaube aber "geht nicht" ist manchmal vielleicht naheliegend, aber man tut sich damit nicht unbedingt einen Gefallen. Oft bedeutet nämlich eine kürzere Auszeit bis zu einem Jahr gar nicht so eine große Gefahr, sondern sie bietet auch Chancen. Zum Beispiel kann man in Elternzeit noch einen Teil zum Beispiel freiberuflich arbeiten und sich dadurch fortentwickeln und weiterbilden. Wie gesagt, man kann da auch externe Betreuung hinzuziehen.
Und bei vielen Paaren bedeutet geteilte und/oder gemeinsame Elternzeit auch ganz einfach einen Zugewinn an Lebensqualität und "Qualitätszeit" als Paar und Familie.
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12.12.2011, 14:02
AW: Darf Liebe weh tun?
Hallo ernesto,
Du gönnst mir wohl den Wochenend-Ausflug mit meiner Familie nicht?

Ich versuche mal in Worte zu fassen, was ich am Donnerstag meinte, als ich diese Worte schrieb.
Es gibt in der abendländischen Kultur eine lange Historie der "Angst" des Mannes vor der weiblichen Sexualität. Sie wurde als verschlingend, gefährlich, unberechenbar beschrieben. Eines der Hauptziele der meisten Religionen ist die Domestizierung der Sexualität (besonders der weiblichen), meist durch brutale Unterdrückung.Zitat von HansDampf
Männer bewerten Frauen danach, wie diese diesen Zugang gestalten.
Daher wurden die Regeln des erotischen Umgangs der Geschlechter miteinander stark internalisiert und mit Gefühlen besetzt. Ein ganzer Kosmos von Begriffen kreist um dieses Thema, von Ehre bis zu Schuld und Verdammnis.
Wohl in keinem anderen kulturellen Bereich liegen Heiligkeit und Hurentum so eng beieinander.
Die Auflösung vieler Regeln in der Moderne hat diese emotionale Überfrachtung des Themas Sexualität nicht reduziert, aber die Verlässlichkeit der Signale, der Konsens über die einzunehmenden Rollen ist verschwunden. Das trifft Frauen, die dies (größtenteils) als Befreiung erleben, und Männer, die dadurch verunsichert werden.
Stark überspitzt könnte man sagen, daß die Definition von männlich seit je her eine sexuelle Konnotation hat: sind nicht Macht, Geld, Kraft andere Erscheinungsformen von Potenz? Die Basis, auf der diese Definition von Männlichkeit beruht, beginnt sich aufzulösen. Damit werden Männer sehr stark verletzbar, angreifbar. Die Furcht vor Manipulation durch Frauen mittels sexueller Strategien ist unterschwellig vorhanden. Daher ist für einen Mann die Art und Weise des Umgangs einer Frau mit ihrer Sexualität eine Quelle wichtiger Signale, um sie als Person einschätzen zu können.
Damit meine ich kein plattes Schubladendenken, sondern eine spezifische Empfindlichkeit für dieses Thema. Als Beispiel vielleicht das Lied "Das Spiel" von Annette Louisan.
Annett Louisan - Das Spiel 2009 - YouTube
Letztlich handeln viele Werke der abendländischen Kultur von dieser Macht weiblicher Sexualität über die Handlungen von Männern, von heldenhaftem Übermut bis zur Selbstzerstörung. Da Männern häufig die Kontrolle ihrer eigene Sexualität so schwer fällt, bedeutet der Kontrollverlust über die weibliche Sexualität einen impliziten Angriff auf ihr geschlechtliches Selbstverständnis. Die Unsicherheit der Frauen, die nach langen Zeiten der Unterdrückung die Selbstbestimmung lernen müssen, tut ein übriges dazu.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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12.12.2011, 14:11
AW: Darf Liebe weh tun?
Lukulla,
ob "von Natur aus" oder aufgrund kultueller Disposition, der Umgang mit Gefühlen ist (zumindest bei uns im Abendlande) bei Mann und Frau verschieden. Nicht auf der Individualebene, sondern als Tendenz. Frauen sind expressiv (zumindest unter Frauen), Männer introvertiert. Männer neigen dazu, Gemeinschaftsgefühle großer Mengen expressiv auszuleben (in jedem Fusballstadion zu beobachten), Fraune bevorzugen den Gefühlsaustausch in der kleinen Gruppe.
Ober der eine oder andere Umgang besser ist, hängt davon ab, was "das Ziel" ist. Ich bin aber der Meinung, daß der expressive Gefühlsausdruck von Frauen ebenso spezifische Probleme mit sich bringt wie das in sich gekehrte Verhalten der Männer.
Und ich denke nicht, daß Frauen im Schnitt reflektierter sind, ihre eigenen Gefühle betreffend. Sie sind ihnen genauso unterworfen, wie Männer sich ihnen vordergründig entziehen.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.



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