Da würde ich ja sagen: Wer hier anfängt, in Kategorien der Schuld zu denken, hat sich schon jeglicher Erkenntnismöglichkeiten beraubt. Schuld ist bei Partnerschaften keine taugliche Kategorie.
Ich kann verstehen, dass du das Bedürfnis hast, dir deine Enttäuschungen zu erklären, ein Muster zu finden, in dem "der Andere" schuld ist. Und du nicht. Du unschuldig bist, unverschuldet immer wieder in die gleiche Situation gerätst.
Das ist völlig verständlich. Ich mache das auch oft so in meinen Gedanken. Es entlastet. Kurzfristig.
Längerfristig hat es den Nachteil, dass man ohnmächtig wird oder bleibt. Und dann eine ohnmächtige Wut aushalten muss.
Wenn du nicht Teil des Problems bist, kannst du auch nicht Teil der Lösung sein. Dann bist du zwar unschuldig, aber handlungsunfähig. Du kannst nur hoffen und beten, die Welt um dich herum möge sich in deinem Sinne umgestalten. Aber du selber kannst nichts tun.
Das ist natürlich schon möglich. Wenn du die Erfahrung aber immer wieder machst, dann gibt es da ein Problem. Dann sind nur noch zwei Erklärungen denkbar:Dabei kann diese eben genau in Beziehungsunfähigkeit des anderen bzw. der anderen liegen.
1. Alle Männer sind in Gänze und kollektiv beziehungsunfähig.
2. Nicht ALLE Männer sind beziehungsunfähig, aber einige. Und irgendwie passiert es mir, dass ausgerechnet ich immer nur an DIESE Exemplare gerate. Und nicht an die anderen, die es ja auch geben mag.
Hier merkst du, wie das Spiel funktioniert.
Bei 1. als Antwort, die du dir gibst, bist du komplett "unschuldig". Nur die Gegenseite ist einfach komplett defizitär. Kann man machen nix. Iss halt so. Handlungsmöglichkeiten: Keine. (Aber gut fürs EGO. Ich bin in Ordnung, die anderen sind blöd.)
Bei 2. als Antwort wird es nicht ganz so heimelig, nicht ganz so kuschelig-bequem für das EGO. Aber: Dann kann ich was machen. Z.B. rauskriegen, wie ich es eigentlich genau schaffe, immer an die falschen zu geraten.
Für welche der beiden Erklärungsmöglichkeiten auch immer du dich entscheidest: Du hast immer recht! (Das ist nicht die Frage, was denn nun "richtig" wäre.)
Und selbst? "Diktierst" du nicht mindestens genau so die Bedingungen? Und der entsprechende Kerl hat dann nur die Entscheidung, zu sagen: Kann ich mit leben oder eben nicht?Und ehrlich gesagt habe ich es auch schon oft erlebt, dass Männer genau die Bedingungen diktieren wollen - wie oft man sich trifft, ob es eine Beziehung wird, eine Freundschaft +, eine reine Freundschaft.. und die Frau hat nur die Wahl zu entscheiden: Ich passe mich an oder ich kann gehen.
Darf der Kerl keine eigenen Prioritäten haben? Keine "Essentials", wo er sagt: Ich kenne mich selber lange genug, dass ich weiß, dieses oder jenes ist nicht verhandelbar, weil ich zu diesem oder jenem eben einfach nicht tauge?
Ist es nicht eher dein "Diktatversuch" deinerseits, der hier durchschimmert, ihnen dies abzusprechen? Und da zieht "Mann" dann eben die Reißleine, wenn er das wittert.
Hier kommen wir der Sache - denke ich - schon näher. Männer sind nicht auf der Welt, um die Ansprüche der Frauen zu erfüllen. (Wie Frauen umgekehrt nicht auf der Welt sind, die Ansprüche der Männer zu erfüllen).Den Preis sind viele Männer anscheinend eher bereit zu zahlen als auf die Ansprüche einer Frau einzugehen.
Aber wenn man mit der Haltung herangeht: Ich habe Ansprüche an Dich! Und die hast du gefälligst zu erfüllen, ob du willst oder nicht! (Und wenn nicht, mache ich dich zumindest moralisch nieder, diagnostiziere dich als beziehungsunfähig oder sonstwie gestört!)
Ich übertreibe jetzt bewusst ein wenig. Aber wenn ich diesen Subtext in einer Beziehungsanbahnung wittern würde, gäbe es für mich nur noch eines: "Hands on your wallet - and RUN! Run as fast as you can!"
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Thema: Darf Liebe weh tun?
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15.10.2011, 15:18Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
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15.10.2011, 15:38Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
Einspruch! In EINEM Punkt, der aber nicht ganz unwesentlich ist, haben es Männer entschieden einfacher / leichter. Die biologische Uhr tickt nicht so gnadenlos ab Erreichen einer bestimmten Altersschwelle.
Und welchen immensen Druck das macht, machen kann, kann ich als Mann allenfalls ahnen, aber nicht wirklich ermessen. Ich weiß nur so viel: Es kann verdammt prekär sein.
Ach Quark. An DEM Punkt wiederum ist es auf beiden Seiten des Geschlechtergrabens wieder gleich. Pflücken ist nicht. Man will ja Kinder, WENN man(n) sie will, nicht mit irgendwem. Da braucht es dann schon die Frau dazu, wo alles innerlich sagt: Ja, DAS ist die Frau, welche ich als Mutter unserer gemeinsamen Kinder möchte. Das ist höchst selektiv.Denn nach der hier genannten These, müssten diese Männer sich ja einfach nur eine von den unzähligen Frauen "pflücken", die sehnsüchtig darauf warten eine stabile Beziehung inklusive Nachwuchs zu führen.
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15.10.2011, 15:41
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15.10.2011, 15:47Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
Wenn du das so sagst, wird es so sein. Zumindest für dich. Für dich sind fast alle Männer "Ausschuss". Na ja, und der kleine Rest, das ist dann eben wie mit dem Volltreffer im Lotto. Wahrscheinlichkeit ist extrem gering, aber viele versuchen es trotzdem wöchentlich immer wieder
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15.10.2011, 15:52Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
Nein.
Wenn nur 30% der Männer. aber 60% der Frauen Familie wollen - klappt das für 30% der Frauen nicht.
Wenn 90% der Frauen lange Beziehungen wollen, aber nur 50% der Männer klappt das eben für 40% der Frauen nicht.
(Zahlen frei gegriffen - aber Mann kann ja gerne mal nach den Zahlen googlen...)
Und leider wissen die Männer auch irgendwann, was für viele Frauen die nötige Karotte ist um sie rumzubekommen...
Die Preisfrage ist:
Wie hilft man als Frau dem Glück auf die Sprünge?
Ich melde mich hier ab, ich sollte mich nicht mit diesen Themen beschätigen. Sie deprimieren nur und machen voreingenommen.
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15.10.2011, 15:55Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
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15.10.2011, 15:59Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
Wenn man sich etwas zu sehr wünscht, bekommt man es meist nicht. Das wirst du aber sicher schon wissen. Männer sollen ja nicht deine Wünsche und Träume bedienen. Sie haben tatsächlich manchmal ganz eigene Vorstellungen.

Versuch dir irgendwie das Leben etwas offener in seinem Ausgang vorzustellen und nicht so ernsthaft. Gerade beim Thema Familienplanung irgendwie besser. Es kommt eh immer anders als man denkt. Wenn man sich zu sehr an ein Bild von der intakten Familie klammert, kann man die sicher irgendwie kriegen, aber zu welchem Preis?
Ich habe die Vorstellung, dass es für jeden ein passendes Leben gibt. Das muss nicht zwangsläufig in einer Mama Papa Kind Version enden. Es gibt noch viele andere Varianten.
Vielleicht hilft dir das?
Lass das Leben einfach einmal machen...
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15.10.2011, 16:04
AW: Darf Liebe weh tun?
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15.10.2011, 16:09
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15.10.2011, 16:14Inaktiver User
AW: Darf Liebe weh tun?
Nein
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es war eher Mitgefühl und Fürsorge. Etwas sehr väterliches.
Und vielleicht auch Ärger. Denn das Thema schnitt auch an, wieso so wenige Männer sich um ihre Kinder aus Trennungen gut kümmern.Geändert von Inaktiver User (15.10.2011 um 16:21 Uhr)



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