Hallo ihr lieben,
Ich bin seit 3,5 Monaten in einer sehr netten Beziehungsanbahnung. Wir haben uns langsam kennengelernt und aneinander angetastet. Ich fühl mich sehr wohl mit ihm, mag seine Intensität und sein lachen und all die netten Dinge, die wir miteinander tun.
Nun habe ich ein Problem. Und er hat auch eins.
Erstmal seins: Er sagt er wüsste nicht, ob er gemeint ist. Wobei gemeint? Ja...hier wirds kompliziert, denn ich muss es so erklären, wie ich es verstanden habe als er es mir erklärte. Er mag meine sonnige, temperamentvolle Art. Ich strahle breit und oft. Es verunsichert ihn jedoch.Und zwar, weil er nicht, weiß, dass er damit gemeint ist.
Ich hatte ein riesiges Fragezeichen auf der Stirn als er mir das gesagt hat. Mein sonniges naturell verunsichert ihn ... ??? Das verstand ich nicht, ich kenne es als etwas positives und habe es noch nie als "Vorwurf" gehört. Ich habe also gefragt, wie er das meint. Er wüsste es nicht genau. Manchmal verunsichere ihn das.
Manchmal habe ich die Verunsicherung auch gespürt, wenn ich mich total gefreut habe oder eben den Abend genossen habe. Im Grunde ist er kein grüblerischer Mensch, sehr tiefgängig aber auch verspielt. Lustig ...!
Kann mir jemand helfen? Ich habe ernste Verständnisprobleme... Wie kann er das gemeint haben? Ist er einfach unsicher, ob wir zueinander passen?
Nun zu meinem Problem:
Ich werde auf meiner Seite auch verunsichert. Und zwar immer dann, wenn er soviel Aufmerksamkeit benötigt. Ich bin jemand, der Dinge einfach erledigt. Ich bin kein langdiskutierer oder Blümchenredner. Aber manchmal scheint er das zu fordern. Um genauer zu sein: Er braucht Lob für Dinge, die er getan hat. Beispiel: Letztens waren wir klettern und als er eine 7+ geschafft hat, die eher auf technisches Können angelegt war, wie Kraft brauchte er gefühlte 300 Schulterklopfer und musste es ewig erwähnen.
Mach ich ja auch gern...allerdings: Bei mir schleicht sich da ein eher mütterliches Gefühl ein. Kurzum, ich finde es ziemlich unsexy.Und da kann ich überhaupt nichts gegen tun.
Eigentlich ist es ja eine Lapalie, allerdings wird er im Gegenzug, wenn mir das ständige "Hast du super gemacht" auf den Geist fällt, seinerseits grantig.
Ich möchte letzteres nicht einfach als Sandkastenspielchen abtun, weil ich es von mir kenne, dass ich schlecht "wörtlich" loben kann. Ich selber kenne es auch nicht anders...Leistung wurde bei uns als Selbstverständlichkeit abgetan, Lob war eine neckische Bemerkung, wie z.B. "na, dass ein Abschluss nicht verschenkt wird wissen wir ja, für die Auszeichnung hats dann doch nicht ganz gerreicht, bist trotzdem noch unsere Tochter". Ich weiß auch, dass das nicht normal ist und ich selber drunter gelitten habe, nie stolz sein zu dürfen. Umso mehr erschreckt es mich, dass ich scheinbar, das gleiche Muster an den Tag lege und regelrecht aggressiv werde, wenn jemand gelobt werden WILL.
Versteht mich übrigens nicht falsch: Ich habe an meinem Verhalten durchaus etwas verändert, ich klatsche oft und laut in die Hände und jubel, wenn ich mich für jemanden freue und umarme diese auch oder bestelle auch mal spontan einen Sekt oder so...
Aber irgendwo...drückts mich/uns....
Habt ihr Ratschläge?
Alles liebe,
lina
PS: Mist, wollte noch den Titel ändern...jetzt gehts aber nicht mehr..
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 27
Thema: Problemchen
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29.09.2011, 15:59
Problemchen
Geändert von lina_2010 (29.09.2011 um 16:04 Uhr)
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29.09.2011, 16:07
AW: Problemchen
der will, dass du für ihn / bei ihm grundsätzlich noch deutlich sonniger bist als gegenüber allen anderen menschen, ansonsten ist er sich deiner gefühle zu unsicher.

das ist aber ganz allein sein problem.
er scheint unveerhältnismäßig viel bestätigung von außen zu brauchen, in sich selbst verspürt er sie offenbar nicht. du hast das prima beschrieben: als sein gegenüber wirst du damit zur "mutti", die das kind lobt und bestätigt.
ihr seid nicht auf einer augenhöhe, und das macht es permanent schwierig. kannst du das sachlich mit ihm besprechen?
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29.09.2011, 17:53Inaktiver User
AW: Problemchen
Und ist das ECHT? Kann es sein, dass er das spürt?
Mein Eindruck:
Ich denke ihr seid beide in der Gefühlsebene, auch in der nonverbalen Art zu kommunizieren etc., sehr unterschiedlich. Ihr versteht euch nicht.
Ich denke er hat viel feinere Antennen, du bist stärker im Aussen.
Du verstehst ihn nicht, und respektierst ihn dadurch weniger.
Er versteht dich nicht, und fühlt sich dadurch nicht geliebt - auch ein Selbstschutz.
Vielleicht hilft mehr reden, verbal.Geändert von Inaktiver User (29.09.2011 um 18:01 Uhr)
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29.09.2011, 20:08
AW: Problemchen
Hallo rose, klar ist das echt, ebenso wie mein Lachen und die Eigenschaft, dass ich mich eben oft freue.
ich musste eben ein wenig schmunzeln, denn ich denke er denkt genau das gleiche: das darf doch gar nicht wahr sein, dass jemand herzlich ist. BIn ich aber. Mein Grinsen ist von sich aus breit.
SChon meine SChwester sagte immer: AChtung jetzt explodiert sie gleich wieder, weil ich lache. Ja, sorry :):...mein KIeferorthopaede nannte es Pferdegebiss an seinen guten Tagen. :)
Wie meinst du das denn, dass ich ihn nicht respektiere?
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29.09.2011, 20:19
AW: Problemchen
Hallo liz,
das mit dem staendigen Bestaetigen stimmt. Wahrscheinlich auch im Bezug auf die augenhoehe und dem was rose schreibt. Wir verstehen uns nicht...
das sich das bei solchen alltaeglichkeiten auswirkt, hatte ich noch nie. Mir ist auch aufgefallen, das ICH mich total komisch fuehle wenn er mich lobt. Manchmal streicht er mir dabei ueber den kopf... Und sagt: ohhhh, toll! Das kann ich wiederum nicht wirklich ernst nehmen und fuehl mich dabei komisch "klein"...vielleicht kann ich dort ja ansetzen beim GEspraech. Denn ansonsten wuesst ich nicht wie ich das anstelllen sollte...
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29.09.2011, 20:21
AW: Problemchen
Das Problem mit dem Loben ginge mir persönlich extremst gegen die Hutschnur. Du bist doch nicht seine Mutter. Also lass dich bitte auch nicht dazu machen, sowas endet nur ungut.
Sein Selbstwert hängt von der Anerkennung seiner Umwelt ab. Für einen erwachsenen Mann eher ungut und kein Zeichen von Reife. Wofür er nicht unbedingt was kann. Dass er dieses Muster aufrechterhält, falls es ihm selber klar wird, dafür könnte er was. Vielleicht ist es ihm aber selber peinlich und unangenehm, wenn er hört, wie das ankommt und ändert sich. Man weiß es nicht. Einen Versuch wäre es wert, es ihm in Form von Ich-Botschaften klar zu machen. Und dann kannst du sehen, was er macht. Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen
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Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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29.09.2011, 21:14Inaktiver User
AW: Problemchen
Hm, vielleicht nochmal. zur Erklärung wie ich es meine, d.h. wie ich es mir vorstellen könnte.
Du schreibst du hättest das gezielt bewusst an dir geändert. Etwas was du mit dem Kopf steuerst. Du empfindest es auch als echt, weil du dich mit diesen Menschen freuen WILLST, oder gerne hättest dich mit ihnen zu freuen. Aber was sind deine (unterbewussten) Gefühle/Reaktionen tief drinnen? Wie war deine Reaktion VOR deiner bewussten Änderung?
Manche Menschen haben eben so feine Antennen, dass sie den Unterschied merken. Manche merken nur eine gewisse Diskrepanz, wissen aber nicht woran es liegt, das ist eigentlich die unglücklichste Kombination weil sie den Hintergrund nicht verstehen, irritiert sind oder dich dich für falsch halten. Viele Menschen bemerken es nicht, und akzeptieren deine Aktion im Aussen als Freude.
Versteht mich übrigens nicht falsch: Ich habe an meinem Verhalten durchaus etwas verändert, ich klatsche oft und laut in die Hände und jubel, wenn ich mich für jemanden freue und umarme diese auch oder bestelle auch mal spontan einen Sekt oder so...
Mit dem Respektieren:
Wenn er wieder so das Bedürfnis hat, sich toll fühlen zu wollen durch eine Aussenleistung - fühlst du dich wie seine Mama. Da geht der Respekt flöten. Du reagierst ironisch oder genervt.
Warum reagierst du bei der "Selbstbeweihräucherung" so?
Will er eigentlich für Alltagsdinge (z.b. Haushalt) oder durchaus für Besonderes (besondere Leistung in der Arbeit / Sport / Spiel ...) gelobt/bewundert werden?
Ich sehe hier einen großen Unterschied! Wie ernst ist es, wie spielerisch?
Zusatz: (bitte sehr selbstkritisch sein) Machst du einen Unterschied in deiner Reaktion abgestimmt auf die jeweilige Person? Ich fände es eigentlich normal sich mit den engsten Personen um einen herum am meisten zu freuen.
Manche freuen sich mit den bewussten Gesten etc. aber mehr bei Freunden ausserhalb der Familie/des Partners - "innerhalb muss es doch normal sein etwas Gutes zu schaffen" und/oder weil sie mit den bewussten Gesten etwas erreichen wollen...Geändert von Inaktiver User (29.09.2011 um 21:44 Uhr)
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29.09.2011, 22:06
AW: Problemchen
Danke für die Erklärung!
Weißt du, meine bewusste Änderung kam erst daher, dass ich gemerkt habe, wie die Art zu loben, wie ich sie gelernt habe, nicht nur ich komisch fand, sondern meine Umwelt erst recht. Ich mein: geh mal hin und sag dreimal zu Leuten, bei denen du was toll fandest, "na, das hätte ja noch ein bisschen besser sein können"...Ich habe da recht früh gemerkt, dass meine Aussage nicht mit dem übereinstimmt, was ich eigentlich sagen wollte. Hinzukommt, dass ich es ja selber merkwürdig fand, dass ich was tolles erreicht habe, aber dafür einen auf den Deckel bekam. Erst als ich von zuhause auszog und sah, dass man durchaus stolz auf sich sein durfte und konnte, oder auch einfach ein ernstgemeinter Blick in die Augen kam: "Hey, cool hast du das gemacht, dafür gehen wir feiern!" "Wie fühlst du dich, bist du stolz auf dich?" Solche Aussagen, meiner Freunde haben mir damals Tränen in die Augen getrieben ...
(oje, jetzt kling ich schnulzig...aber es war wirklich so
).
Hinzu kommt ein Mannschaftsport in dem wir halt bestimmte Rituale haben. Die habe ich verinnerlicht.
Und freuen tu ich mich wirklich für andere, wenn sie es verdient haben oder Freunde sind.
Bin auch ein guter Verlierer (außer es ist unverdient
) in eben besagter Sportart, habe ich auch gelernt, dass ich meine Klappe halten sollte, falls die anderen nun mal besser waren...ich habe früher dazu geneigt zu sagen: Haben sie nunmal verdient. Da gabs auch böse Blicke. Die mich allerdings auch immer weniger stören. Ich finde, man kann sich gut von anderen was abschauen, das klappt allerdings nicht, wenn man es nicht anerkennt.
Warum soll das falsch sein? Das verstehe ich nicht so ganz...Wenn ich mich nicht für jemanden freue, dann freue ich mich natürlich auch nicht...warum auch? Aber wenn ich mich freue und alle nur rumstehen und mit den Füssen scharren, obwohl es was zu feiern gibt, bestell ich halt ne Runde Sekt für den Glücklichen. Finde ich amüsanter...und in 98% freuen sich die meisten, die die neidisch sind, gehen. Was auch wiederum gut ist. Zumindest ist der Abend gerettet.Manche Menschen haben eben so feine Antennen, dass sie den Unterschied merken. Manche merken nur eine gewisse Diskrepanz, wissen aber nicht woran es liegt, das ist eigentlich die unglücklichste Kombination weil sie den Hintergrund nicht verstehen, irritiert sind oder dich dich für falsch halten. Viele Menschen bemerken es nicht, und akzeptieren deine Aktion im Aussen als Freude.
Achso meinst du das...ich verknüpfe Kind und respektlos nicht miteinander. Vor Kindern habe ich Respekt. Mehr wie nur etwas. Aber nunmal keine sexuellen Gefühle. Bei meinem Partner möchte ich keinen Beschützerinstinkt haben...das passt nicht.Mit dem Respektieren:
Wenn er wieder so das Bedürfnis hat, sich toll fühlen zu wollen durch eine Aussenleistung - fühlst du dich wie seine Mama. Da geht der Respekt flöten. Du reagierst ironisch oder genervt.
Weil das fishing for compliments ist. Das Wort Selbstbeweihräucherung an sich finde ich schrecklich. Komplimente bekommt man geschenkt, danach fragt ich nicht. Finde es extrem negativ und unsympatisch. Selbstbeweihräucherung macht mich misstrauisch.Warum reagierst du bei der "Selbstbeweihräucherung" so?
Das ist eine gute Frage...das kann ich eben überhaupt nicht einschätzen. Wüsste auch gar nicht, wie ich darauf spielerisch antworten sollte und ob es überhaupt spielerisch verstanden werden kann? Denn das Spiel habe ich noch nie gespielt.Will er eigentlich für Alltagsdinge (z.b. Haushalt) oder durchaus für Besonderes (besondere Leistung in der Arbeit / Sport / Spiel ...) gelobt/bewundert werden?
Ich sehe hier einen großen Unterschied! Wie ernst ist es, wie spielerisch?
Also: ich verstehe nicht, was das Spiel daran sein sollte?
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29.09.2011, 22:15
AW: Problemchen
oje Rose... ich habe teils ernsthafte Probleme zu verstehen, was du meinst. Aber ich glaube, das ist ganz gut.
Ja klar! Allerdings kann ich auch Leistungen gut anerkennen, die z.B. von Gegnern im Sport kommen. Wenn die andere Mannschaft nunmal eine gute Strategie hat, dann sag ich das auch. Allerdings verstehe ich das selber als Ansporn. Das andere, das teils anders sehen habe ich inzwischen auch gemerkt und dann behalte ich meinen Lob für die gute Vorhand der Gegnerinnen nunmal für mich. Allerdings bin ich dadurch "spirit" Retter in aussichtlosen Situationen.
Und klar, bestell ich keinen Sekt für Leute, die ich nicht kenne. Warum sollte ich? Ich bin da durch und durch parteiisch! Bis in die letzte Ader. Und wenn ein Freund am Boden zerstört ist, fahre ich auch parteiische Gegenkampagnen gegen "die/der/das andere(n)". Bringt den jenigen meistens wieder zum Grinsen.
Manche freuen sich mit den bewussten Gesten etc. aber mehr bei Freunden ausserhalb der Familie/des Partners - "innerhalb muss es doch normal sein etwas Gutes zu schaffen" und/oder weil sie mit den bewussten Gesten etwas erreichen wollen...
---> ?
Tut mir leid, verstehe ich nicht.
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29.09.2011, 22:18Inaktiver User


Und zwar, weil er nicht, weiß, dass er damit gemeint ist.
. Lustig ...!
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