So, ich kann zwar verstehen, dass du nicht direkt in eine Kommunikation unter Freunden "reinkommst" und darauf hoffst, dass sie dich integrieren.
ABER es klingt nach einfachem, lustigem Smalltalk in einer Gruppe, die eben so kommuniziert, ob dir das nun passt oder nicht. Wenn er lustig sein kann, warum solltest du ihm das nehmen? Du musst auch nicht alles mitmachen oder genauso "glänzen", es reicht doch, mal dabei zu sein und einfach zuzuhören.
Jeder ist gelegentlich mal in Gruppen, die ihren eigenen Humor, ihren eigenen Witz haben. Wenn man dabei sein möchte, dann passt man sich eben an, vor allem dann, wenn man wie du ja gar nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen möchte. Wenn es gar nicht zu dir passt, dann ist das schade, aber dann musst du dich raushalten, DENN die ganze Gruppe wirst du wohl nun mal nicht ändern können.
Ich glaube, dein Kernproblem ist das Unbehagen in den Freundeskreisen von ihm / von dir, die einfach anders kommunizieren wie du.
Das kann ich auch gut verstehen, deshalb nimm die Kritik nicht persönlich, das kenne ich nämlich auch, aber dafür lässt sich - ehrlich gesagt - kein Sündenbock finden. Nicht alle möchten immer über dein/mein Thema quatschen, manchmal auch überhaupt nicht oder überhaupt nie...da hilft nur gelassen bleiben und so halbwegs mitmischen, ohne dass man sich deswegen verbiegen müsste.
Aber Vorwurfshaltung merken die anderen sehr schnell, dann bist du schnell der Stimmungspupser - da solltest du einfach drüberstehen...
Soviel erstmal zu der Gruppendynamik, der du anscheinend ausgesetzt bist!
Jetzt mal zu euch:
Hat irgendwer oder er gesagt, dass man nicht okay wäre, wenn man nicht nur rumblödelt? Oder ist das nur deine eigene Wahrnehmung bzw. Selbstwahrnehmung?Ich weiss nicht was ich für einen Helferkomplex habe, irgendwie denke ich wohl dass man ihm nur mal zeigen muss dass man nicht nur rumblödeln muss sondern sich auch ernsthaft unterhalten kann und man trotzdem okay ist.
Und andersherum: Wieso ist er oder andere nicht okay, wenn sie einfach nur rumblödeln? Warum musst du deiine Ernsthaftigkeit beweisen, es fragt doch keiner danach in diesen Situationen. Da möchten die einfach nur Spass haben.
So wie du erzählt hast, zeigt er Tiefgang eher mal face to face oder in der direkten Kommunikation. Vielleicht ist das so für ihn okay, in der breiten Öffentlichkeit möchte er nicht zuviel von sich preisgeben. Ihr seid auch (noch) knapp in einem Alter, wo der Spass vielleicht im Vordergrund steht (wobei das eigentlich das ganze Leben so ist).
Ich sagte schon in einem anderen Post, dass es sicherlich für dich wichtig ist, ob er dich versteht, dich auch mal zu Wort kommen lässt und auf dich eingeht. Ansonsten wäre es vielleicht zu oberflächlich für dich, was du aber dann nicht "weghelfen" kannst.
Ich sehe weniger ein Helfersyndrom, denn einem an sich fröhlichen spassorientierten Menschen brauchst du nicht zu helfen - wobei denn? Suchst du was Kompliziertes in ihm, wenn ja, warum? Darf er nicht unkompliziert sein wollen? Damit belastet er doch keinen.
Dein analytic mind klingt etwas danach, als müsstest du es ihm austreiben, dass er immer lustig sein will. Warum aber sollte er das?
Mir ist klar, dass dir das, wenn du introvertiert bist, mehr Rückversicherung, mehr Tiefgang oder Empathie suchst, vielleicht wirklich nicht so sehr entgegenkommt. Aber du kannst niemanden wirklich von Grund auf ändern.
Es wäre allenfalls möglich, dass ihr in Zweiergesprächskonstellationen eben auch mal ein anderes, dein Thema habt, auch mal tiefschürfend werdet, aber IMMER?
Mich irritiert deine Angst, deshalb zu langweilig zu sein. Das ist mit Sicherheit nicht so, aber dann brauchst du Gruppen und Leute, die eben auch deine Themen verfolgen. Er wäre, wenn das nicht so ist, wirklich ein ziemlicher Gegensatz zu dir, an dem du dich dann ständig reibst. Das wäre jedenfalls auf Dauer nicht so der wahre Jakob...
...irgendwann hat dein Gegenpart auch keine Lust mehr, dass an ihm rumerzogen wird, bei aller Unkompliziertheit. Er versucht ja jetzt schon, sich zu rechtfertigen, in dem er dir sagt, dass andere Leute das genau an ihm schätzen.
Ich glaube ausserdem auch, dass DU das an ihm schätzt, sonst würde er dich gar nicht erst so triggern! ER hat was, was du nicht unbedingt hast, das gefällt dir, macht dir aber auch klar, dass es dir fehlt...
...also geniesse es und schau, ob ihr ansonsten auch auf einen für DICH adäquaten Nenner kommt. Das wäre ein Add-On und keine Aufgabe für ein "Helfersyndrom".
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 62
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05.10.2011, 10:32
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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05.10.2011, 10:43
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Das hört sich doch schon ganz anders an.
Das ist eine Dynamik von einer Gruppe, die ihre eigene Sprache hat und da GIBT es für dich kein Hineinkommen, wenn die abfeuern! Wenn du jetzt aber länger mit dem jungen Mann zusammenbleibst und öfters dorthin mitgehst, öffnen die entweder die Gruppe und integrieren dich oder du gehst einfach nicht mehr mit. Wieso warst du eigentlich mit dabei?
Viel Spaß beim Graben!
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05.10.2011, 11:16
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Dem kann ich mich anschließen.
Gockelverhalten ist ja schön & gut - aber wenn Du Dich dabei unwohl fühlst, dann ist das nicht der Sinn der Sache.
Aber dazu muss er erst mal merken, dass Dich sein Dauergeschwätz und seine Prahlereien stören. Das merkt er nur, indem Du es ansprichst, so wie Schnullermaus es vorgeschlagen hat.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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05.10.2011, 13:03
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05.10.2011, 20:03
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Da hast du recht. Ich glaube mein Problem in der größeren Runde ist tatsächilch dass ich mich unwohl fühle weil ich das nicht genauso gut kann.
Das mit dem Helfersyndrom war scherzhaft gemeint, ich wollte mich selbst damit durch den Kakao ziehen, ich hoffe das war deutlich. Natürlich darf er lachen, um Gottes willen.
Nein, das stimmt natürlich.
Ich weiß aber von mir das ich selbst mich erst öffnen kann wenn auch vom Gegenüber etwas mehr kommt. Auf diese Weise kann ich Freundschaften schließen und Beziehungen eingehen, und selbst mit Kollegen arbeitet es sich besser wenn man ab und zu auch Persönliches austauscht. Was mich ja anfänglich irritierte war dass er unheimlich stark meine Nähe gesucht hat (und immer noch sucht), sich aber bei den Treffen dann eher selbst darstellt, fand ich.
Oh, interessanter Gedanke
Ja könnte sein.
Seine Offenheit ist tatsächlich deutlich größer geworden seit wir im Bett waren
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05.10.2011, 21:04
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Auf mich wirkt das so: Da ist ein Mann, der dir hinsichtlich einiger Aspekte (Aussehen, Status, whatever) ziemlich gut gefällt, offensichtlich ja auch an dir interessiert ist, und nun bist du auf dem Trip, dass es doch dann unbedingt passen sollte. Das ist kein Vorwurf, ich glaube, jede hat diese Erfahrung schon gemacht, dass man sich wünscht, dass es doch passen möge, weil einem einige Punkte doch schon gut gefallen an dem anderen. Aber es gibt dann dennoch nichts dran zu rütteln: Wenn einige andere gravierende Punkte nicht passen, dann passt es eben insgesamt nicht, auch wenn's ja soooooooo schade ist.
Frag dich mal, ob es bei deinem Ex-Mann nicht ebenso war: Dass du ihn genommen hast, weil einige Punkte passten und die anderen Punkte hast du dir irgendwie schön geredet, ignoriert oder dir da auch gedacht, das backe ich mir schon.
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06.10.2011, 00:56
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Abendstille, du bringst es auf den Punkt. Ja, er gefällt mir, wir haben gerade den ganzen Abend rumgeknutscht und das war einfach nur saugeil

Und nicht zuletzt schmeichelt es mir dass er mich toll findet
Er redet schon von gemeinsamer Zukunft
Toller Typ.
Ach wer weiss, ich lass es jetzt auf mich zukommen. Guter Sex ist nicht zu verachten.
Heute abend fand ich zwar dass sich mein Bild von ihm wieder bestätigt hat, aber ich fange an mich daran zu gewöhnen und bin nicht mehr ganz so irritiert. Ich bin mir jetzt auch einfach sicher dass er vor allem versucht Eindruck zu machen bzw nicht viele Menschen zum (richtigen) Reden hat. Er scheint auch eine mehr als verkorkste Kindheit gehabt zu haben. Ich werde ihn jetzt so annehmen und wir werden einfach sehen wohin es uns führt. Mit dieser Gewissheit kann ich mich leichter drauf einlassen. Ich war anfangs einfach unsicher ob es an mir liegt, aber jetzt denke ich, nein, es liegt an ihm, er ist anders.
Und für alle die bis hierhin durchgehalten haben noch ein kleines Bonbönchen: Ich habe sein Geschlecht aus Anonymitätgründen umgemodelt. In Wirklichkeit ist 'er' eine Frau. Meine erste.
Und das spielt für mich sicherlich auch mit rein. Die Gockeltheorie ist damit aber widerlegt
Bitte nicht übelnehmen
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06.10.2011, 03:42
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Was heißt denn überhaupt "Es liegt an ihm." (bzw. ihr)
Du tust hier seit einigen Seiten so, als sei es eine Abnormalität, ein Defekt, viel, und dabei natürlich auch viel oberflächlich, zu reden. Und du versuchst es zu "korrigieren".
Aber wie würdest du dich fühlen, wenn du rausbekommst, daß deine neue Flamme seit ein paar Wochen im Netz Rat sucht, wie sie dich umdrehen kann - weil du komisch introvertiert bist. Alle Leute, die sie kennt, sind lustig, aber du hängst immer nur so rum. Da muss doch was mit dir nicht stimmen.
Ich hab mir hier ein paar Mal gedacht, man sollte der Frau mal diesen Strang zukommen lassen, damit sie weiß, auf was sie sich da einlässt.
Naja, wenigstens willst du's jetzt erstmal tolerieren. Vielleicht wird ja noch akzeptieren draus und irgendwann schätzen. Menschen sind nunmal verschieden.
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06.10.2011, 13:12
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Ob es an ihr liegt oder an mir war doch gerade meine Frage, darf ich mir die nicht stellen?
Die Antworten hier waren ja gemischt.
Ich bin scheinbar nicht selbstsicher genug um diese Situationen in denen ich mich unwohl fühle einfach unter "Menschen sind halt verschieden" zu verbuchen, sondern habe anfangs sehr stark den "Fehler" bei mir gesucht.
Bis mich dann der Eindruck beschlich dass das viele Reden ihrerseits und die fehlenden Nachfragen nach mir vielleicht auch gar nicht mit mir und meiner Langweiligkeit zu tun haben (sonst würde sie mich vllt auch nicht dauernd treffen wollen) sondern evtl mit ihr.
Es entspricht tatsächlich nicht der Art von Kommunikation die ich in meinen 37 Jahren bisher begegnet bin. Mich jeden Tag sehen wollen, ständig Mails und SMS schicken, aber dann nur von sich selbst reden. Selbst Kollegen denen ich auf dem Gang begegne stellen mir persönlichere Fragen als sie. Mich verwirrt das.
Verändern will ich sie nicht, aber den Grad unserer Vertrautheit, denn der ist mir viel zu niedrig. Wenn das dort stehenbleibt dann wird das eher nichts mit uns, ist dann aber für mich auch ok. Und von der lockeren Quatscherei kann ich mir durchaus ne Scheibe abschneiden, keine Frage. Hab ich jetzt nicht so deutlich hingeschrieben weil das nicht so sehr mein Fokus ist.
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06.10.2011, 13:38
AW: Bin ich langweilig oder ist er unsicher?
Ich finde das gut, deine jetzige Haltung. Klar, du kannst und willst ja wohl auch Spass haben und auch locker rumquatschen (wenn du willst und dir das Thema und die Umgebung liegt), aber das wäre dir nunmal auf Dauer wirklich zu wenig. Das kommt vor und ist völlig normal. Geht mir auch übrigens oft so!
Andere Leute nehmen Nähe und Vertrautheit anders wahr. Für manche reicht es, wenn das Gegenüber Nähe herstellt, sind aber trotzdem eher (i. psycholog. Sinne) "selbstbewusst", sprich an ihren Inhalten orientiert. Anderen gehts genau andersherum. Wieder andere bleiben eher gruppenorientiert und auf ihre Wirkung bedacht, denen reicht Bestätigung und sie wollen sich gar nicht so öffnen. Alles erlebt...
Für eine wirklich partnerschaftliche Beziehung finde ich es wichtig, dass es - wie auch immer - irgendwie halbwegs passt.
Dafür kann man eine gewisse Zeit etwas tun, sich und den anderen aber letztlich leider nicht verbiegen. An diese Grenzen stosse ich auch, dann muss man das leider gelassen hinnehmen und sich adäquatere Menschen suchen.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass ihr euch da einfach noch Zeit geben müsst. Und da hilft ja auch die Konzentration auf das Positive - sie gibt dir ja auch viel auf ihre Art.Geändert von Elwyn (06.10.2011 um 13:42 Uhr)
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell



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