Tja meiner Erfahrung nach kann man sich selbst nicht bekämpfen ohne dafür einen Preis zu zahlen, bekämpfen heisst verdrängen, verstecken sich betäuiben um das Gefühl nicht mehr wahrnehmen zu müssen.
Und dann kommt das wieder, meist heftiger als jemals zuvor.
Mein Ansatz klingt zwar paradox aber wenn man sich ernstnimmt mit seinen Gefühlen (und mag sein das Scham erlernt ist, aber damit sind auch wiederum Gefühle verbunden) dann gehen die Gefühle langsam von selbst.
Es ist das gleiche wenn ein Kind zu einem kommt und sagt es hat Angst.
Die typische Reaktion von Erwachsenen ist: Du brauchst doch keine Angst zu haben.
Tja, hat es aber, egal ob objektiv richtig oder falsch und dann wird es ein zweites mal vielleicht nochmal erzählen aber wenn die Reaktionen wieder so ablaufen dann wird es nichts mehr sagen und frisst die Angst in sich hinein.
Und ganz viele können mit Angst nicht umgehen weil wir es nie richtig gelernt haben und ich meine jetzt nicht primär die Angst, die uns vor Tod schützt sondern die diffusen Ängste, die konstruierten Ängste.
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21.09.2011, 19:05Inaktiver User
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
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21.09.2011, 19:10Inaktiver User
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
Na ich bin ja berüchtigt dafür, die Fragen nach Vater/Mutter zu stellen

Ich habe aber die Erfahrung wenn man auch in einer Therapie nicht auf den Grund kommt, muss es unter Umständen kein Ergeignis gegeben haben oder zumindest nicht eins wo man draufkommen könnte, das das der Auslöser dafür war.
Und ich dachte mir, hm also da rumzubohren bringt nix also zurück in die Gegenwart und was jetzt ist und was man selbst machen kann.
Ich bin da ganz bei Dir, das habe ich auch sehr lange praktiziert und mach es noch aber es gibt auch bei mir Punkte an die ich nicht rankomme und deswegen habe ich dann auch für mich beschlossen die Vergangenheit sein zu lassen und mir bei jedem neuen aufwachen ein neues Leben zu denken, denn diese Möglichkeit haben wir wenn wir uns bewusst jeden Tag neu entscheiden!Mir hat die Erinnerung sehr geholfen, vor allem die Gefühle im direkten Vergleich. Ich habe es mir angewöhnt, mich ganz bewusst daran zu erinnern, wann ich ein Gefühl im Jetzt früher schon einmal gehabt habe. Zum Beispiel: Genau so fühlte ich mich auch, als mir XYZ damals eine gescheuert hat! - Und dann fühle ich diesem Gefühl konkret nach und erhalte oft die Gewissheit, dass hier etwas mehr zu meiner eigenen Geschichte gehört als zu der ganz konkreten Situation jetzt. Was mich sofort entspannter werden lässt.
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21.09.2011, 19:13Inaktiver User
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
Scham ist ein Affekt (also angeboren) und reguliert das soziale Zusammenleben. Und aus diesem Aspekt heraus kann es in eine übersteigerte Angst übergehen bei bestimmter Disposition.
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21.09.2011, 19:16Inaktiver User
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21.09.2011, 19:22Inaktiver User
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
Ich möchte Dich an folgendes erinnern:
Du kannst erstmal stolz sein, dass Dir das überhaupt an Dir aufgefallen ist. Manch andere poppen sich durch das ganze Leben ohne zu bemerken wie sie sich auf Dauer immer mehr und mehr selbst verletzen dadurch.
Du hast soviel Kontakt zu Dir, dass Du in Therapie gegangen bist und dafür würd ich mir mal selbst auf die Schulter klopfen - mein Respekt!
Das annehmen ist arbeiten, liebevolles Hinwendung zu Dir selbst, die hat man Dir wahrscheinlich genommen als Kind und Du führst es automatisch weiter.
Annehmen ist ein viel mächtigerer Prozess als Du vielleicht meinst, Du schreibst sehr ehrlich, dass Du Dich da sehr schwer tust, auch dass ist annehmen wenn Du es akzeptierst. Der Widerstand kommt nicht von ungefähr vielleicht benötigst Du irgendwas damit Du Dich leichter tust?
Jep ich versteh Dich da sehr gut aber genau damit setzt Du Dich selbst unter Druck.Ich erwarte ja gar nicht es ganz los zu werden, aber ich wünschte mal ein halbwegs unbefangenes Gespräch mit einem Mann haben zu können
Stell Dir mal vor, dass Du zu einem Mann hingehen kannst und Du darfst befangen sein!
Stell Dir vor, Dir zittern die Knie, im Magen rumort es, im Kopf steigt Hitze auf, Du drehst fast durch und - Du darfst das!
Du wirst trotzdem so angenommen wie Du bist, stell Dir das in Gedanken mal vor.
Die Frage ist doch was denkt es die ganze Zeit in Dir, wenn Du an Männer denkst?
Wennst magst dann schreib mal Deine Gedanken auf, unzensiert.
Du musst nicht lockerer werden, Du bist es doch schon. Nur in manchen Teilen Deiner Selbst bist Du nicht locker.Vermutlich meinst du das "annehmen" auch so? Dass ich es akzeptiere, wie ich bin und dadurch auf Dauer vielleicht lockerer werden kann?
Vielleicht brauchst Du auch erst eine Portion Vertrauen zu einem Mann? Vielleicht solltest Du Dir auch den Mann genauer anschauen und beobachten? Vielleicht wäre ein Umfeldwechsel gut für Dich, ein Hobby wo auch Männer drin sind. Vielleicht nimmst Du auch eine Kamera und fotografierst Menschen und damit hast Du für den Anfang noch die Sicherheit der Kamera zwischen Dir und dem Mann? Kannst Dich langsam annähern und Dich damit mitnehmen?
Vielleicht meinst Du auch nur, dass Du nichts zu erzählen hättest, dass es belanglos ist was Du kannst und wer Du bist, weisst Du das eigentlich selbst?
Na immerhin schreibst Du es mir und anderen.Einem Mann was von meiner Unsicherheit zu sagen ist für mich grad echt unvorstellbar
Hast Du keinen vertrauen Mann in Deiner Umgebund den Du bitten könntest Dich mal anzuhören?
Wenn Du auch da Hemmungen hast warum schreibst Du nicht einfach einen Brief mit der Bitte um Unterstützung?
Du wirst sehen Dir wird mit Sicherheit geholfen werden.
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21.09.2011, 19:28
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
schamlos68 hat Recht. Das hätte ich bei meiner Signatur eigentlich wissen können.
Am hilfreichsten ist, sich bewusst zu machen, wie klein diese bedrohlichen Situationen eigentlich sind. Und stets Stellung für sich selbst und andere zu beziehen.
Fährst du eigentlich Rollschuh?LeoBulero schreibt haarig.
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21.09.2011, 19:40Inaktiver User
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21.09.2011, 21:48
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
@ all: laut Psychologie-Lexikon ist Scham nicht angeboren. Warum sollte sie auch. Dann würden sich die Menschen aller Kulturen in gleichem Umfang/ in den gleichen Situationen schämen.
Menschen verschiedener Kulturen belegen ganz unterschiedliche Situationen mit Schamgefühlen.
Scham - Psychologie-Lexikon
Die Tiefenpsychologie sagt Folgendes dazu (lt. Wikipedia)
Tiefenpsychologie
Sigmund Freud scheint dem Phänomen der Scham nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet zu haben; sie gilt ihm im Wesentlichen neben dem Ekel als Reaktionsbildung gegen die anarchische Äußerung infantiler Sexualität, speziell exhibitionistischer bzw. voyeuristischer Triebimpulse.[9]
Der Freud-Schüler Erik H. Erikson situiert in seinem Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung Scham und Zweifel als Effekte einer misslingenden Lernerfahrung „Autonomie“ des zwei- bis dreijährigen Kindes in der „analen Phase“ (Stufe II seines Modells).[10] Scham tritt hier in Gegensatz zum Stolz über gemeisterte Entwicklungsschritte. Erikson deutet Scham als sekundär gegen das Ich gerichteten Zorn: „Der Schamerfüllte möchte […] die Welt zwingen, ihn nicht anzusehen […]. Er würde am liebsten die Augen aller anderen zerstören. Statt dessen muss er seine eigene Unsichtbarkeit wünschen.“[11]
Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich die Psychoanalyse verstärkt dem Thema zugewandt, um nicht zuletzt die Bedeutsamkeit von Schamkonflikten und traumatischen Schamerfahrungen für schwerste Pathologien (Dissoziale Persönlichkeit, Sucht, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie) nachzuweisen. Wegweisend sind hier insbesondere die Arbeiten von Léon Wurmser.[12] Die Psychologie der Scham wurde vom Sozialwissenschaftler Stephan Marks auf den Nationalsozialismus angewandt.[13]
Schamgefühl ? Wikipedia
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21.09.2011, 21:48Inaktiver User
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
Ja ja :-) die guten Ärzte...wahre Worte witzig verpackt! Die Hauptmessage ist einfach die Dinge und vor allem sich selbst im Leben nicht so ernst zu nehmen, wie die anderen auch schon meinten, klar kann man alles bis in letzte durchanalysieren und sich tausend vorgehensweisen überlegen, das hilft auf jeden Fall. ABER es muss einfach auch mal einen Punkt geben, wo du denkst ach ich sch.. drauf und lass das Leben einfach Leben sein....
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22.09.2011, 00:35
AW: Unsicherheit gegenüber Männern: woran liegt es nur???
LeoBulero schreibt haarig.



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