Hallo,
seit kurzem merke ich, dass meine "Vorstellungen", wie eine Beziehung beginnt, etwas illusorisch waren. Ich hatte bisher nur eine langjährige Ehe und einen Nebenversuch, liegt auch schon über 10 Jahre zurück. Ach ja, und als Teenager zwei weitere Reinschlittertechtelmechtel. Bin wohl völlig unbedarft mit 40![]()
Ich dachte immer: Langsames Kennenlernen, Verlieben, Balztanz, wir sind ein Paar wären die Schritte. Liebe auf den ersten Blick? Auf diese Weise haben sich schon zwei Männer in mich verguckt. Dass es mir passiert, hielt ich immer für ausgeschlossen.
Nun habe ich letzten Samstag jemand kennengelernt (nein, es war keine Liebe auf den ersten Blick), der mir auf Anhieb (optisch) gefiel, sympathisch war und ansonsten passt auch vieles: Wertevorstellungen, familiärer und sozialer Hintergrund, Freizeitaktivitäten etc. Schön war es, in seinen Augen zu lesen, dass er das genauso sieht. Ein paar zaghafte Schmetterlinge habe ich seither gespürt, allerdings glaube ich, dass dies eher Bauchkino war als real durch ihn verursacht. Beim Zündeln verhält er sich etwas ungeschickt, was nicht unbedingt gegen ihn spricht. Wir haben die Woche mehrmals telefoniert und waren gestern wieder miteinander aus. Eigentlich sind wir uns einig, wo das mit uns hinführt. Und doch spüre ich zwischen unseren Füßen den einen oder anderen Fallstrick:
- ZB das Beziehungsanbahnungstempo: Ich neige dazu, bei neuen Bekanntschaften etwas zu fremdeln. Hat sich in den letzten Jahren etwas gelegt, ist aber nicht ganz weg, auch nicht bei ihm. Ich brauche eine schrittweise Annäherung. Was nun im klaren Gegensatz dazu steht, wo unsere Reise hinführt. Er verhält sich so, dass er mir alle Türen weit öffnet. Ich gehe aber nicht durch alle bzw. er muss an meinen erst mal anklopfen und warten... Das habe ich ihm bereits letzten Sonntag gesagt. Er wollte mich zum Abschied umarmen - hatte es aber angekündigt - ich ließ es halber zu, er meinte auf meine Reaktion, er wolle mich nicht überfallen und ließ mich wieder auf Distanz gehen.
- Eigentlich bin ich eine selbstbewusste, eigenständige, oft bestimmende Frau. Jetzt in dieser Beziehungsanbahnungsphase erlebe ich mich als zaghaft, alles andere als erwachsen. Die Theatervorstellung war relativ früh vorbei, er fragte, ob wir noch wohin was trinken gehen. Ich wollte eigentlich nicht. Er meinte dann, in der Stadt wüsste er jetzt auch nicht wohin - in der Nähe des Theaters gibt es nicht so die Kneipen. Wir fuhren dann heimwärts, als er fragte, ob ich noch mit zu ihm komme, er hätte Sekt kaltgestellt. Ich hätte mich ganz gerne noch mit ihm unterhalten, vielleicht auch ein wenig geknutscht... Aber dieses "mit zu ihm" - bei mir war mein Sohn daheim - weckte zu viele Assoziationen. Ich fürchtete, dass er die Hoffnung/Erwartung habe, wir würden in seinem Bett (oder auf der Couch) landen. Fand dann nicht die Worte, zu sagen, was auf keinen Fall laufen würde und habe ihn deshalb gebeten, mich heimzufahren. Weiß jetzt im Nachhinein, als taffe, erwachsene Frau wäre auch diese Klippe zu umschiffen gewesen, aber so auf die Schnelle eben nicht.
- Er lebt wie ich nach langjähriger Ehe seit zwei Jahren getrennt, Scheidung läuft. Warum er geschieden wird, interessiert mich nicht wirklich, da ich neben meinem eigenen genügend Beispiele im Bekannntenkreis habe, wie eine Beziehung abstürzen kann und weiß, dass dies nicht unbedingt ein Wegweiser für künftige Beziehungen sein muss. Aber er hatte danach wohl noch eine Beziehung, die einige Wochen, bevor er sich in der SB anmeldete, auseinanderging. Ein wenig würde mich schon interessieren, was da war, wie lange, warum ist es aus. Fragen? Lieber nicht? Und: Wenn das Ende erst 2 - 3 Monate her ist... Ist er wirklich darüber hinweg? War es nicht so tiefgründig, dass er erst darüber hinweg kommen muss? Kann er am Ende nicht alleine sein? Bin ich deshalb das OdB, weil ich so praktisch 3 km entfernt wohne und auch auf der Suche bin? Meint er etwa gar nicht mich, sondern die Erstbeste?
Wer aus meinen Zeilen liest, dass ich ein Kopfmensch bin, dem sage ich: Recht habt ihr!
Eure Ideen dazu? War es bei euch auch so diffus, bis ihr wirklich ein Paar wart? Hattet ihr auch diese Zweifel, ob beide das Gleiche wollen, ob ihr selbst gewollte seid? Ob es wirklich passt, obwohl es doch offensichtlich passt? Oder haben die Gefühle alle Zweifel überlagert?
Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
Thema: Beziehungsanbahnungsgedöns
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18.09.2011, 07:40
Beziehungsanbahnungsgedöns
Alles im Leben hat seine Zeit: das Weinen und auch das Lachen.
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18.09.2011, 08:11
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
Du machst das genau richtig. Meine Meinung.
Deine Zweifel sind angebracht - ganz unabhängig davon, ob dies der neue Mann deines Lebens wird oder nicht.
Wenn er der Richtige ist, wird er das überstehen.
Oder glaubst du, der Richtige bricht an deinen Zweifeln sehr schnell zusammen und läuft weg?Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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18.09.2011, 08:29
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
Du hast diesen Mann vor gut einer Woche erst kennengelernt oder zum ersten Mal gesehen?
Dann finde ich es schon extrem, mit wieviel Grübeleien du das jetzt schon befrachtest und mit Selbstzweifeln, du seist zu langsam im Tempo. Warum setzt du dich da so unter Druck?Geändert von Abendstille (18.09.2011 um 08:37 Uhr)
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18.09.2011, 08:37
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
Erst einmal
Das alles klingt für mich sehr nett .... und erfolgversprechend.
Ich bin sozusagen das "Gegenstück". In unserer Beziehung bin ich die Emotionale, mein Mann der mit der Ratio. Als wir uns kennen lernten, habe ich - aus der Nachbetrachtung - sehr viel Gas gegeben. Ich war mir schon beim zweiten Date sehr sicher, dass ich es mit diesem Mann unbedingt probieren wollte. Heute würde ich es wahrscheinlich etwas langsamer angehen lassen. Ich glaube (und das hat er mir einige Jahre später auch einmal gesteckt), dass ich ihn ziemlich "überfahren" habe. Ich hatte mich halt verliebt ... und da gab es dann von meiner Seite kein Halten mehr.- ZB das Beziehungsanbahnungstempo: Ich neige dazu, bei neuen Bekanntschaften etwas zu fremdeln. Hat sich in den letzten Jahren etwas gelegt, ist aber nicht ganz weg, auch nicht bei ihm. Ich brauche eine schrittweise Annäherung. Was nun im klaren Gegensatz dazu steht, wo unsere Reise hinführt. Er verhält sich so, dass er mir alle Türen weit öffnet. Ich gehe aber nicht durch alle bzw. er muss an meinen erst mal anklopfen und warten... Das habe ich ihm bereits letzten Sonntag gesagt. Er wollte mich zum Abschied umarmen - hatte es aber angekündigt - ich ließ es halber zu, er meinte auf meine Reaktion, er wolle mich nicht überfallen und ließ mich wieder auf Distanz gehen.
Was ich damit sagen will ist: Jede und Jeder hat da sein eigenes Tempo. Wenn mein Mann mir gesagt hätte: du, das geht mir alles ein Bisschen zu schnell, wäre ich wohl reichlich verwirrt gewesen
So hat er es erst einmal laufen lassen um zu sehen, wo es hin führt.
Zur Info: ich war damals 36 und er 34.
OK - kann ich verstehen. Und hinterher ist frau ja immer schlauer, gell- Eigentlich bin ich eine selbstbewusste, eigenständige, oft bestimmende Frau. Jetzt in dieser Beziehungsanbahnungsphase erlebe ich mich als zaghaft, alles andere als erwachsen. Die Theatervorstellung war relativ früh vorbei, er fragte, ob wir noch wohin was trinken gehen. Ich wollte eigentlich nicht. Er meinte dann, in der Stadt wüsste er jetzt auch nicht wohin - in der Nähe des Theaters gibt es nicht so die Kneipen. Wir fuhren dann heimwärts, als er fragte, ob ich noch mit zu ihm komme, er hätte Sekt kaltgestellt. Ich hätte mich ganz gerne noch mit ihm unterhalten, vielleicht auch ein wenig geknutscht... Aber dieses "mit zu ihm" - bei mir war mein Sohn daheim - weckte zu viele Assoziationen. Ich fürchtete, dass er die Hoffnung/Erwartung habe, wir würden in seinem Bett (oder auf der Couch
) landen. Fand dann nicht die Worte, zu sagen, was auf keinen Fall laufen würde und habe ihn deshalb gebeten, mich heimzufahren. Weiß jetzt im Nachhinein, als taffe, erwachsene Frau wäre auch diese Klippe zu umschiffen gewesen, aber so auf die Schnelle eben nicht.

Ich würde, solltest du das Gefühl haben, dein Verhalten hätte ihn irritiert, es genau so erklären, wie du es hier geschrieben hast.
Dazu habe ich eine glasklare Meinung: die Frage nach der Exbeziehung bzw. wie lange die her ist, gehört für mich zu einer der Ersten, die ich stelle.- Er lebt wie ich nach langjähriger Ehe seit zwei Jahren getrennt, Scheidung läuft. Warum er geschieden wird, interessiert mich nicht wirklich, da ich neben meinem eigenen genügend Beispiele im Bekannntenkreis habe, wie eine Beziehung abstürzen kann und weiß, dass dies nicht unbedingt ein Wegweiser für künftige Beziehungen sein muss. Aber er hatte danach wohl noch eine Beziehung, die einige Wochen, bevor er sich in der SB anmeldete, auseinanderging. Ein wenig würde mich schon interessieren, was da war, wie lange, warum ist es aus. Fragen? Lieber nicht? Und: Wenn das Ende erst 2 - 3 Monate her ist... Ist er wirklich darüber hinweg? War es nicht so tiefgründig, dass er erst darüber hinweg kommen muss? Kann er am Ende nicht alleine sein? Bin ich deshalb das OdB, weil ich so praktisch 3 km entfernt wohne und auch auf der Suche bin? Meint er etwa gar nicht mich, sondern die Erstbeste?
Ich hatte vor vielen Jahren eine Beziehung, die so richtig beschixxen anfing. Der Mann war gerade einmal 6 Wochen getrennt und ich durfte die gesamte Abnabelungs-Trennungs-und-Heulphase mit durchleben und durchleiden. NIE WIEDER habe ich mir danach gesagt. Unsere gesamte Kennenlernphase war von seinem Liebeskummer und den Wiederannäherungsphasen der Ex geprägt. Ging auch nicht gut ...
Meinen Mann habe ich direkt am Abend unseres Kennenlernens gefragt, wie lange seine letzte Beziehung zurück liegt. Ein Frisch-Getrennter ist für mich ebenso Tabu wie ein verheirateter Mann. Schon allein aus reinem Selbstschutz.
Einen schönen Satz habe ich da neulich gelesen: Der liebe Gott hat ein großes Tierreich (oder wie man im Rheinland sagt: Jede Jeck ist anders)Wer aus meinen Zeilen liest, dass ich ein Kopfmensch bin, dem sage ich: Recht habt ihr!
Den Kopf kann man ja so schlecht ausschalten ... das Herz nicht minder. So wie es sich für mich liest, liest es sich erst einmal gut. Dennoch würde ich an der einen oder anderen Stelle schon zu verstehen geben, dass du den Mann nett findest und dir ggf. mehr vorstellen könntest. Nicht, dass ihn die Motivation verlässt, weil er meint, er könne bei dir sowieso nicht landen ....
Diese Fragen habe ich mir damals überhaupt nicht gestellt. Aber wie gesagt ... ich gehe an so etwas auch eher emotional heran. Und auch eher so, dass ich mir sage: wird schon!Eure Ideen dazu? War es bei euch auch so diffus, bis ihr wirklich ein Paar wart? Hattet ihr auch diese Zweifel, ob beide das Gleiche wollen, ob ihr selbst gewollte seid? Ob es wirklich passt, obwohl es doch offensichtlich passt? Oder haben die Gefühle alle Zweifel überlagert?
Wenn ich allerdings meinen Mann fragen würde, würde er ggf. etwas anderes sagen.Apprenti
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18.09.2011, 09:03
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
Ja, das war meine Befürchtung.
1. beides.
2. weil scheinbar sonst vieles passt/weil ich ihn gern näher kennenlernen möchte. Ich zweifle nicht an meinem Tempo, sondern daran, ob wir ein gemeinsames finden können. Ich weiß, der langsamste in einer Gruppe bestimmt das Tempo, sonst ist es bald keine Gruppe mehr, oder ein Paar. Die Kunst besteht wohl darin, ihn soweit runterzubremsen, wie ich es brauche, jedoch nur soweit, dass er es nicht als zu wenig Interesse interpretiert. Das habe ich in Worten versucht klarzustellen, seine Rückmeldung lautete "verstanden". Verstanden = akzeptiert? Na hoffentlich.
1. danke, werde ich bei Gelegenheit nachholen
2. habe ich angedeutet, glaube ich, ist angekommen
3. wird schon sage ich mir auch, oder wart´s mal ab, hast es ja nicht eilig wegen Kinderkriegen oder so, manchmal sind bloß die anderen Stimmen etwas lauter...
Danke euch und einen schönen Sonntag wünscht
die HAlles im Leben hat seine Zeit: das Weinen und auch das Lachen.
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18.09.2011, 09:05Inaktiver User
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
von mir bekäme er eine klare ansage:
ich möchte dich näher kennenlernen, du bist mir mehr als sympathisch- bitte nicht zu schnell.
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18.09.2011, 11:27Inaktiver User
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
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18.09.2011, 23:47
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
ich kann immer nicht verstehen wie man über soviele dinge gleichzeitig oder von mir aus auch zeit versetzt nachdenken kann.
schon allein das mit deiner aussage wegen der erst besten frau usw.,ich sehe das so das man die meisten fragen immer erst dann beantworten kann wenn man sich einlässt,und manchmal ist es eben nicht hilfreich dies dann mit fragen zu überfüllen...kann dann auch mal blockieren und bei einem treffen wo man sich eigentlich aufeinander freut in deinem kof dann rumschwirrt puh meint der jetzt mich oder bin ich nur praktisch weil ich so nah wohne...-blitzgedanke....
was ich damit meine,wenn du schon grübelst versuche das mal bewußt zu tun und somit deine gedanken zu lenken zu was positiven,ala schön dann und dann sehen wir uns wieder,mal schaun wo wir hin gehen usw...
ihr seit beide gut drauf,wenn ihr euch seht passt es auch-warum es dann kaputt machen,mal angenommen er erzählt dir für dich eher neagtive version warum die letzte beziehung auseinander ging-was passiert dann?...du sitzt da und denkst dann er könnte dies...er könnte jenes...vielleicht aber dieses...usw.,fakt ist das behindert dich ihn einfach nur kennen zu lernen und ein gefühl dafür zu entwickeln wie sich das ganze für dich anfühlt.
zum tempo:
von ausbremsen halte ich garnichts,da ich ja denjenigen so kennen lernen will wie er ist,richtig ist das man demjenigen zeigen oder sagen kann es geht mir zu schnell....und du kannst dein tempo ihm zeigen,daran erkennst du dann ob er sich eben auch andersrum auf dich einlassen kann(was du ja auch versuchen willst)...sowas diskutiert man nicht aus....eigentlich ist auch schon der satz geht mir zu schnell(fällt mir grad auf) zuviel,ich finde das kann man zeigen,so wie er dir sein tempo zeigt....
und mit der zeit findet sich dann eventuell ein gemeinsames tempo,womit jeder leben kann.
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19.09.2011, 01:50
AW: Beziehungsanbahnungsgedöns
Hallo IchbindieHaeuptling,
klingt doch soweit alles ganz gut, was du so erzählst.
Ist doch super, dass du er langsam angehen willst, du musst ihn doch erstmal kennenlernen.
Wieso hast du nicht deinen Sohn als Begründung erwähnt, das ist doch DIE Ausrede als Mutter? Abgesehen davon brauchst du doch gar keine Erklärung dafür. Ist doch nichts passiert. Er hat's doch verstanden und dich nach Hause gebracht, wie das ein rücksichtsvoller Verehrer tut.
Dass du einen Mann den du seit LETZTEN SAMSTAG (
) kennst gleich als Chance des Lebens siehst und ihm so eine Bedeutung in deinem Leben gibst, ist allerdings kontraproduktiv und lässt dich leicht panisch und bedürftig erscheinen und das kann sich ganz schnell als Abturner für den Mann entwickeln.
Schön locker bleiben.
Schau ihn dir genau und langsam an, unternehmt viel zusammen und mach dir klar, dass es nicht der letzte Mann auf der Welt ist.* * Lottofee * *



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