Ja, so hatte ich das aufgefasst.
Gerade, weil man jemanden noch nicht richtig kennt, funktioniert das Verliebt-Sein ganz ausgezeichnet. Mit Interesse fängt doch alles anEs gibt Menschen, die verlieben sich sogar in jemanden, mit dem sie sich bislang nur über SB und E-Mail ausgetauscht haben...
Die "Gefahr", die ich sehe, ist ja gerade das Interesse. Du stehst inmitten einer Umbruchsituation. Auf deine aktuelle Beziehung scheinst du nicht mehr viel zu geben. Die Trennung liest sich als unausweichlich. Dabei könnte der Impuls, sich wieder nach außen zu öffnen, aktiver dein eigenes Leben zu gestalten, doch gerade diese abwenden. Natürlich weiß ich viel zu wenig über diese Beziehung; du hast sie bislang nur angerissen, als handle es sich um die Farbe deiner Haare, die du jederzeit ändern kannst, worauf es letzten Endes aber gar nicht ankommt...
Ein Flirt kann sehr viel Gutes bringen. Aber er kann auch sehr schnell ernst werden und alles (!) in Frage stellen, ehe man es sich versieht. Allein die Tatsache, dass du das als eine ganz abwegige Möglichkeit hinstellst und mit deiner eigenen Gefühlsfestigkeit unterschreibst, lässt mich da aufhorchen.
Ich hoffe, du siehst mir das nach. Wir argumentieren ja alle vor allem aus unserer eigenen Welt heraus![]()
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31.07.2011, 10:25Inaktiver User
AW: Platonische Freundschaft mit Mann (auch nicht einfacher)
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31.07.2011, 14:54
AW: Platonische Freundschaft mit Mann (auch nicht einfacher)
Hallo,
danke für eure Sichtweisen.
Vielleicht überschätze ich meinen Kopf ja auch und unterschätze meinen Bauch/mein Herz...und finde mich tatsächlich demnächst in der verzwickten Lage in einen vergebenen Mann verliebt zu sein...ist mir bisher noch nie passiert - kommt Zeit kommt Rat.
Äusserlich ist er eher nicht so mein Typ, das ist schon mal ganz gut
Als ich ihn Freitag getroffen habe war ich etwas blöd drauf, weil verkatert. Er hat dann erwähnt dass seine Freundin Ende des Jahres in unsere Stadt ziehen wird (er hatte die letzten Monate eine Fernbeziehung nach Ö). Hinterher wunderte ich mich dass ich pfeifend nach Hause fuhr und merkte, dass mir diese Info sehr viel bedeutete: Nämlich dass er tatsächlich vor hat, sich erstmal hier niederzulassen.
Diese Fernbeziehung und die Tatsache dass er auch nicht hundertprozentig zufrieden mit seinem Arbeitgeber ist haben bei mir die Befürchtung geweckt, er könnte in ein paar Monaten wieder aus meinem Leben verschwunden sein. Die Freude darüber dass das nicht der Fall sein wird war bei mir also scheinbar grösser als eine Enttäuschung darüber dass ich da keinen Fuss in die Tür kriegen würde. Wenn die Freundin genauso nett ist sehe ich dem ganz gelassen entgegen.
*einred*
Zu meiner Beziehung, die ja hier gar nicht Thema sein sollte (ich wollte ja eigentlich nur wissen ob ich aufdringlich bin wenn ich ihn alle 1 bis 2 Wochen zum gemeinsamen Kaffee o.ä. frage) könnte ich eher nen eigenen Strang aufmachen *seufz*
Spaetmaerkerin, wo steht denn deine Geschichte? Ich geh mal suchen.
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01.08.2011, 07:39
AW: Platonische Freundschaft mit Mann (auch nicht einfacher)
Gleichzeitig hast du aber betont, dass die Gespräche mit IHM ganz anders ablaufen als mit deinen anderen deutschsprachigen Freunden, so dass ich eigentlich nur zu dem Schluss kommen konnte, ER ist für dich etwas Besonderes. Da er ausserdem Österrreicher ist, seh ich nochmal einen gewissen Unterschied zu Deutsch...
...egal, ich glaube, du befindest dich gerade mit den Trennungsgedanken in einer Umbruchphase. Da kann es schon sein, dass man "Strohhalme" sucht, um Entscheidungen unterbewusst zu forcieren. Aber leider wird dieser Mann wohl kaum der Ausweg aus deiner Misere sein, denn er ist faktisch gebunden.
Er steht wohl eher stellvertretend für deinen Wunsch, dein bisheriges Leben in irgendeiner Form zu ändern.
Das klingt nach einer gewissen Krise, auch wenn du das hier sehr rational darstellst. Ich hoffe, die ganze Verunsicherung, die ich dahinter sehe, holt dich nicht allzu schmerzhaft ein.
Ich schliesse mich den anderen an, die dir raten, erstmal die eigenen Baustellen zu klären, bevor du dir eine weitere Baustelle in Form dieses gebundenen Mannes an Land ziehst.
Viel Glück!
Geändert von Elwyn (01.08.2011 um 08:01 Uhr)
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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01.08.2011, 08:56
AW: Platonische Freundschaft mit Mann (auch nicht einfacher)
Hallo Elwyn,
oh ja Krise ist das Wort des Jahres bei mir (bzw seit Herbst 2010). Also das ist mir sehr deutlich, auch wenn ich das nicht erwähnt habe im Ausgangspost, denn darum gings ja nicht.
Daher auch der Therapeut, meine Bemühungen meine Freundschaften wieder richtig zu pflegen, mir Austausch ausserhalb der Bezeihung zu suchen, wieder mehr Sport zu machen und eben auch neue Menschen kennenzulernen - und dabei bruachte ich mal eben etwas Hilfestellung, weil ich mir unsicher war wie weit ich da forcieren darf/kann/soll.
Vielleicht hätte ich im Ausgangspost dazuschreiben sollen dass ich seit *rechne* 10 Monaten seeehr viel am Denken, Lesen, Reden, Schreiben, Recherchieren und Grübeln über mein Leben bin. So krass hatte ich das wohl selbst in der Pubertät nicht und das ist sehr anstrengend aber auch gut und notwendig. Im Moment finde ich die Aussicht, mein Leben gewaltig umzukrempeln eigentlich ganz schön, aber das war im Herbst und Winter noch ganz anders. Dass ich da etwas zu viel auf eine potentielle Freundschaft projeziere mag sein, aber bisher glaube ich dass ich das ganz gut im Griff habe.
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01.08.2011, 12:05
AW: Platonische Freundschaft mit Mann (auch nicht einfacher)
Zu Frau-Mann-Freundschaften und ihren Risiken hab ich weiter oben schon lange etwas geschrieben. Deine Schilderung geht in die Richtung, dass diese Freundschaft dir schon etwas mehr gibt als eine normale Freundschaft, nämlich Selbstbestätigung und "Kick" auf einem Weg, der leicht "danebengehen" kann.
Eine normale Freundschaft mit ihm wird jedenfalls seine Freundin mit einschliessen. Dabei solltest du bedenken, dass er wahrscheinlich erstmal auch viel Zeit mit ihr verbringen wird, wenn sie jetzt eigens zu ihm zieht. Im Vorfeld werden die zwei viel organisieren müssen und sich sicherlich auch sehr oft besuchen, um ihr "neues" Zusammenleben zu realisieren. Du bist also nicht die "Hauptperson" in seinem Leben - im Gegenteil, viel mehr Zeit kann er vielleicht auch zukünftig gar nicht für andere Leute aufwenden. Daher glaube ich, dass die Frequenz, die du jetzt mit ihm hast, im ganz normalen Rahmen dessen ist, was man neben einer ausgefüllten Beziehung nun mal so hat.
Mehr Kontakt wird sich ergeben, wenn sich echte Gemeinsamkeiten für euch (vier?) ergeben.
Dabei hat auch sie natürlich ein Wörtchen mitzureden. Falls sie dich - weshalb oder wodurch auch immer - als Konkurrenz wahrnimmt
, dann wirds mit der Freundschaft sicher nicht leichter.
Ansonsten bist du - hoffe ich - auf gutem Weg und auf einem Weg, auf dem viele hier sind: Selbstfindung und Neuorientierung mit Dingen und Menschen, die einen nicht betäuben und Illusionen wecken, sondern einem gut tun.
Geändert von Elwyn (01.08.2011 um 12:18 Uhr)
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell



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