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  1. Moderation

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    Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Es hätte mich nicht gewundert, wenn diese Geschichte, von Frauenseite aus beleuchtet, hier im Forum aufgetaucht wäre. Ich kenne sie nur aus der zugehörigen Männerperspektive von einem lieben Freund, mit dem ich unlängst telefonierte:

    Er hat es streckenweise nicht ganz leicht gehabt (Depressionen), lernt jetzt aber immer mehr, sich abzugrenzen und herauszufinden, was er selbst will. Er ist ein wirklich netter, intelligenter, gutaussehender, sportlicher Mann Ende 30 - das nur deswegen, um mal ein äußeres Bild von ihm zu zeichnen. Er hat bislang immer unweigerlich Frauen getroffen, die von ihm gerettet werden wollten und ihm dann wie Mühlsteine um den Hals hingen - theoretisch weiß er, daß es auch selbständige und eigenverantwortliche Frauen gibt - aber sie begegnen ihm nicht. Oder er sieht sie nicht.

    Nun auf Wettkampftour in einer Diskothek. Er will eigentlich nur aufs WC ...auf dem Weg lernt er "sie" kennen: Frau seines Alters, nett, lustig, sehr interessiert (etwas verschwommene Beschreibung der Dame, ich gebs zu), und sie kommen sich näher. Verbringen kurze Zeit darauf in einer anderen Stadt ein Wochenende im Hotel das er als "eigentlich ganz nett" beschreibt (was ich, da ich ihn kenne, mit "es war nicht der Knaller, zwischen uns, aber es war auch nicht so schrecklich, wie es hätte sein können - ok halt" übersetzen würde). Als sie sich verabschieden, weiß er bereits, daß es für ihn nicht weitergeht. Er kann das angesichts ihrer Erwartung da und dort nicht so eindeutig formulieren, sendet einfach zögerliche Signale.

    Sie sms-en und telefonieren, wobei sie die initiativreichere ist, und sie möchte ihn widersehen. Er ist - für seine Verhältnisse - doch eher deutlich, sagt, daß es bei ihm gefühlsmäßig eigentlich nicht reicht, daß er glaubt, daß es mit ihnen beiden nichts wird, daß er eigentlich nicht möchte...sie sagt, das könne doch keiner nach lediglich zwei Treffen schon so genau wissen, er solle ihnen noch eine Chance geben, sie sollen sich noch einmal treffen. Er gibt nach und sie verabreden ein Treffen in einer anderen Stadt, um - ja, was eigentlich?

    Zu diesem Zeitpunkt telefonieren wir und er ist ganz unzufrieden mit sich, daß er sich auf dieses Wochenende eingelassen hat,von dem er sicher ist, daß es nichts ändern wird, an dessen Ende er dann wieder das tun muß, was er am schwierigsten findet: Nein sagen. Er beschließt dann doch, nicht zu fahren.

    Ich habe ihn darin bestärkt, indem ich sagte, daß Frauen Ende 30 gemeinhin wissen, was "es reicht gefühlsmäßig eigentlich nicht" bedeutet. Das berühmte "He's not that into you" in deutlicher Form, für das Miranda Hobbes/SATC so dankbar war. Ein Mann, der will, will - ein Mann, den man ziehen muß, will nicht. (Damit will ich nichts über Frauen gesagt haben).

    Warum, frage ich mich, hat diese Frau dies so übergangen? Was hatte sie zu gewinnen aus einer kaltstartenden Beziehung? Wird sie jetzt irgendwo sitzen und sich fragen, warum das so gekommen ist? Lesen wir doch Signale so unterschiedlich,oder war sie einfach desperat? Ich weiß, ihr werdet's mir nicht sagen können, aber es war für mich wirklich mal spannend, das so aus der gegenüberliegenden Perspektive mitzubekommen.

    Vielleicht auch, weil seine Art, sich nicht so einfach abgrenzen zu können, hier sonst oft von Frauenseite geschildert wird - so gibts das auch bei Männern.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  2. Inaktiver User

    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    ... mir wird nicht deutlich, was dieser Beitrag aussagen soll.

    Dass "Frauen, die sich wie Mühlsteine an den Hals hängen" eher auf Kontakt drängen, leuchtet mir ein. Er will das nicht, möchte eigentlich lieber "jagen".
    Da muss er wohl sein Beuteschema ändern...
    Naja, und die Mühlstein-Frauen können doch auch nicht klagen, oder?
    Schön wäre es ja, wenn "er" auch lernen würde, zu sich selbst zu stehen und deutlich und verständlich "nein" zu sagen, dann wissen alle Seiten Bescheid.

    Grüße
    Birke:

  3. Moderation

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    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... mir wird nicht deutlich, was dieser Beitrag aussagen soll.

    Ich weiß nicht, ob er so viel aussagen soll. Ich habe einfach Lust zu hören, was ihr euch so dazu denkt - es ist sozusagen das Gegenstück zu so vielen Frauengesprächen, die ich selbst kenne, und ihr wohl auch - und da sitzt dann eben auch kein A* das die Frau nur benutzen wollte, sondern ein netter Mann, der es mit dem Neinsagen schwer hat. (Er findet ja auch, daß er 's mehr lernen muß).


    Und ich habe mich schon gefragt, warum die Frau doch etwas rücksichtslos seine Abwehrschwäche überfahren hat - daß man das nach 2 mal treffen nicht wissen könne, hat ihn echt unsicher gemacht - und ehrlich gesagt, ich weiß das nach einer kurzen Weile, garantiert nach einem gemeinsamen Wochenende.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  4. gesperrt

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    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Interesantes Thema..

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... mir wird nicht deutlich, was dieser Beitrag aussagen soll.

    Dass "Frauen, die sich wie Mühlsteine an den Hals hängen" eher auf Kontakt drängen, leuchtet mir ein. Er will das nicht, möchte eigentlich lieber "jagen".
    Da muss er wohl sein Beuteschema ändern...
    Naja, und die Mühlstein-Frauen können doch auch nicht klagen, oder?
    Schön wäre es ja, wenn "er" auch lernen würde, zu sich selbst zu stehen und deutlich und verständlich "nein" zu sagen, dann wissen alle Seiten Bescheid.
    So sehe ich das auch.
    Mühlstein-Frauen (was für eine Bezeichnung) kann man ein-,zwei- oder vielleicht maximal dreimal treffen,aber IMMER???
    Er scheint irgendwas auszustrahlen,das man ihn wohl am liebsten an die Hand nimmt und ihm die Welt und die Liebe erklären will.
    Da hilft wohl nur ein bißchen mehr Klarheit und Konsequenz von seiner Seite aus.

    LG

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    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Es hat doch schon immer Frauen gegeben, die sich ihre Männer zurechtgebogen haben, genauso wie es schon immer Männer gegeben hat, die etwa eine Frau heiraten, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollten. Offenbar wirkt er ja eher ambivalent und unentschlossen, da hat sie sich vielleicht gesagt: Das kriege ich schon hin mit ihm. Vielleicht hält sie ihn für ein formbares Weichei.

    Ist das nicht eine uralte, vorfeministische Chose, dass sich Frauen sagen, mit verschiedenen Tricks bringe ich den Mann schon dahin wo ich will bzw. dazu, sich so zu verhalten wie ich es will?

    Vielleicht ist er ja an so eine geraten.

    Ich hätte mich jedenfalls nach so einer Ansage schwer beleidigt zurückgezogen.

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    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Ich würde, ehrlich gesagt, ganz woanders ansetzten, nämlich bei dem Wochenende nach dem ersten Kennenlernen.
    Warum um Himmelswillen muss es denn beim 2. Treffen gleich ein ganzes Wochenende sein? Vermutlich doch mit Sex und allem drum und dran?
    Dann soll "Mann" aber auch wissen, dass er dadurch "Mühlsteinverhalten" bei "Frau" direkt provoziert.

    Und wenn er sich sowieso schon schwer tut mit Nein-Sagen, dann soll er doch erst recht bitte die Frauen nicht so schnell so nahe an sich heranlassen.
    Also da sind wir eigentlich schon wieder bei dem Thema wie schnell es denn gehen soll.

    Und natürlich würde ich auch die Frau dafür in die Verantwortung nehmen, warum sie das mitmacht, wenn sie denn bei "Nichtgefallen" so verletzlich reagiert, aber die hat ja hier nicht gefragt.

  7. gesperrt

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    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Zitat Zitat von Seifreundlich Beitrag anzeigen
    Ich würde, ehrlich gesagt, ganz woanders ansetzten, nämlich bei dem Wochenende nach dem ersten Kennenlernen.
    Warum um Himmelswillen muss es denn beim 2. Treffen gleich ein ganzes Wochenende sein? Vermutlich doch mit Sex und allem drum und dran?
    Dann soll "Mann" aber auch wissen, dass er dadurch "Mühlsteinverhalten" bei "Frau" direkt provoziert.

    Und wenn er sich sowieso schon schwer tut mit Nein-Sagen, dann soll er doch erst recht bitte die Frauen nicht so schnell so nahe an sich heranlassen.
    Also da sind wir eigentlich schon wieder bei dem Thema wie schnell es denn gehen soll.
    Da hast du Recht.

  8. Inaktiver User

    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Zitat Zitat von Abendstille Beitrag anzeigen
    Offenbar wirkt er ja eher ambivalent und unentschlossen, da hat sie sich vielleicht gesagt: Das kriege ich schon hin mit ihm. Vielleicht hält sie ihn für ein formbares Weichei.
    Ich darf den mal als Aufhänger nehmen, Abendstille?


    Vielleicht ist Deinem Freund nicht bewusst, wieviel Stärke in seiner Weichheit liegt, mary.

    Er gibt (siehe Seifreundlichs Post) widersprüchliche Signale.
    Auf der anderen Seite beschreibst Du wunderbar, dass sein Bauch nach dem Date längst die Antwort gegeben hat.

    Wie hat er das sonst mit Klarheit? Außerhalb eines vertrauten Umfelds, mit vertrauten Personen?


    [Disclaimer: Bevor jetzt einige aufschreien: ja, Menschen sind in der Lage, nach so einem Date zu sagen, ob sie weitergehen wollen oder nicht. Damit sind sie nicht oberflächlich oder sonstwas. Es brizzelt halt nichts. Gar nichts. Nicht einmal ein Geistesfunke. Sowas gibt es.]

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    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Und ich habe mich schon gefragt, warum die Frau doch etwas rücksichtslos seine Abwehrschwäche überfahren hat - daß man das nach 2 mal treffen nicht wissen könne, hat ihn echt unsicher gemacht - und ehrlich gesagt, ich weiß das nach einer kurzen Weile, garantiert nach einem gemeinsamen Wochenende.
    Vielleicht gehört sie zu den Frauen, die der Auffassung sind, Männer seien sich ihrer Gefühle oft nicht so bewusst und frau solle ihnen ruhig ein wenig dabei helfen, sie zu entdecken.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  10. Inaktiver User

    AW: Kaltstart, von der anderen Seite aus gesehen

    Ich finde diese Geschichte ein sehr schönes Beispiel dafür, dass Männer den gleichen Unsicherheiten, Zögerlichkeiten, Unklarheiten, Unentschlossenheiten erliegen wie die Frauen auch.

    Meist wird (besonders hier im Forum) einem Mann, der nach wenigen Treffen (und schlimmer noch: nach dem ersten Sex) kein Interesse an der Fortführung des Kennenlernens hat, unterstellt, alles sei nur kaltschnäuziges Kalkül gewesen. Er habe ja bloss Sex gewollt. Er habe noch zig andere Eisen im Feuer. Er sei ein Feigling. Meines Erachtens zu Unrecht. Männer sind auch (nur) Menschen

    Wirklich interessant, mal von der anderen Seite zu hören. Insbesondere auch, wie hartnäckig Frauen sein können, auch wenn Mann ihnen zu verstehen gibt, dass er nicht interessiert ist...

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