Tja, manche Männer sind wohl extrem "resilient", so ist wohl das Fachwort dafür....
Wenn er in seiner Ehe auch so war, ständig Sport Wochenende,verplant usw, war es ggf. auch eine Art Flucht, darüber kann man allenfalls spekulieren, wahrscheinlich weiss er das selber nicht genau.
Wenn er sich durch so ein tragische Ereignis "gar nicht verändert" hat,finde ich das bedenklich.Entweder er verdrängt, manche schaffen das ihr ganzes Leben, oder er ist "gefühlsarm", beides fände ich nicht
erstrebenswert für eine neue Beziehung.Sicherlich gibt es auch Menschen, dazu gehöre ich auch, die
sich vor relativ aussenstehenden Menschen nicht so leicht öffnen mögen, aber den Eindruck macht er ja auch nicht gerade.....
Ich würde erstmal nichts forcieren in Richtung Beziehung. Freundschaft ist da wohl eher angebracht, statt
gleich viel Gefühl zu investieren...
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 33
-
08.06.2011, 12:04Inaktiver User
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
-
08.06.2011, 12:17
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
Ich denke weniger, dass es von Interesse ist was ER will, sondern was DU willst.
Ich verdeutliche es Dir am Beispiel: ich bin jemand, der - wenn er getrennt wird - noch lange trauert und verarbeitet, ich bin sehr lange (Jahre) nicht in der Lage mich einem anderen zuzuwenden. Ich habe in den Jahren gelernt, dass andere Menschen da gänzlich anders sein können. Ich kann das respektieren und werte es nicht, aber ich weiß, dass ich mich immer komisch fühlen würde mit/neben einem solchen Menschen, weil meine Psyche so gänzlich anders funktioniert. Ich lasse jedem sein "Sein", aber leben könnte ich mit jemanden, der in Gefühlsdingen so unterschiedlich zu mir ist nicht. Und damit käme dieser Mann von mir aus schon gar nicht in Frage (unabhängig vom Zeitpunkt zu dem ich ihn kennengelernt hätte). Was aber absolut nichts Negatives über diesen Mann aussagen würde. Für mich würde es nur einfach von der Grundstruktur nicht passen.
Wie fühlst Du?
-
08.06.2011, 13:13Inaktiver User
-
08.06.2011, 13:26
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
Ich habe selbst ewig lange "getrauert" - allerdings um meine verlorene Beziehung mit meinem langjährigen Freund. Er jetzt ist der erste, der mir wirklich, wirklich wahnsinnig gut gefällt.
Ich kann ihm nicht unterstellen, dass er zu schnell "vorwärts macht". Ich weiss wirklich nicht, wie er damit umgeht. Ich habe aber gerade erfahren, dass zumindest das letzte Jahr von deren Beziehung von der Depression gekennzeichnet war - sie war sogar eine Zeit lang in einer geschlossenen Anstalt.
Wahrscheinlich waren sie sonst immer glücklich - ich weiss es nicht. Ich denke, wenn wir uns besser kennen lernen, wird er sicher irgendwann einmal darüber reden. Ich möchte ihn auf jeden Fall nicht vor den Kopf stossen!
Er arbeitet seit Jahren in der Firma und hat anscheinend noch nie mit jemandem was ausgemacht - also so wie mit mir jetzt. Meine Kollegin meinte: "Es gibt hier genügend Frauen, mit denen hätte er jederzeit etwas ausmachen können."
Ich schaue jetzt einfach einmal, was weiter passiert.. oder auch nicht... Ich selbst werde versuchen, weniger an ihn zu denken.
-
08.06.2011, 13:49
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
Das wirst Du gar nicht schaffen, ich habe den Eindruck dass es Dich ziemlich erwischt hat... Was ich mich frage ist, warum seine Frau diese Depressionen hatte? Das kann ja durchaus auch an ihm gelegen haben. Ich würde Dir auch dringend raten Dein Herz nicht zu verschenken, das ist aber leichter gesagt als getan. Genieße die Zeit, sei aber vorsichtig.
V.
-
08.06.2011, 13:52
-
08.06.2011, 14:16Inaktiver User
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
Ich finde ja, seine Trauer ist erst einmal seine Sache. Und ich finde es gut, daß er die Bekanntschaft zu Dir und seine Trauer (erst einmal) ganz unabhängig voneinander hält. In welche Richtung eure Bekanntschaft geht, weißt Du nicht und er vielleicht auch nicht.
Wenn es sich für euch mit der Zeit zu einer Beziehung entwickelt, ist DANN noch genug Gelegenheit auch dieses Thema mit rein zu nehmen. Denn erst dann geht es Dich wirklich etwas an.
Ich kann ihn verstehen, daß er es nicht thematisiert. Es wird sein Leben ohnehin schon dominieren und gönne ihm doch einfach mal eine trauerfreie Zeit.
So würde ich das sehen.
Ich würde auch nicht anfangen darüber zu spekulieren, wie denn das alles war. Er wird es Dir erzählen, wenn die Zeit dafür reif ist.
Eine Beziehung zu Dritt werdet ihr nie führen, denn sie ist tot. Aber sie wird Teil seiner Geschichte sein. Klar. Und die schreibt er gerade ein Stück weiter.
Meine Erfahrung: Trauer erwischt einem in ganz bestimmten Momenten. Die kann einem regelrecht anspringen. Und manchmal braucht man seeehr seeehr lange, bis man vielleicht sogar das erste Mal heulen kann.
Und zu deiner Irritation. Vielleicht hast Du eine festgefasste Meinung, wie jemand zu trauern hat und diese kollidiert dann mit seinem Verhalten. Thema: TrauerjahrGeändert von Inaktiver User (08.06.2011 um 14:23 Uhr)
-
08.06.2011, 14:16
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
Na ja, es gibt endogene Depressionen - da kann man nicht sagen, wo sie herkommen.
Aber es gibt auch reaktive Depressionen, und die haben, wie der Name schon sagt, durchaus ihre Ursache in belastenden Lebensumständen (wozu schlechte oder ungleichgewichtige Beziehungen auch gehören.)
Aber auf die Entfernung ist es völlig unmöglich, das zu beurteilen - es wäre reine Spekulation.
An Stelle der TE wäre ich aber auch sehr vorsichtig und würde unbedingt versuchen, das Ganze
viele viele Monate lang auf einer freundschaftlichen Ebene zu belassen um mir ein besseres Bild machen zu können und natürlich auch aus Selbstschutz.
-
08.06.2011, 14:36Inaktiver User
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
Jetzt kann ich besser verstehen, wieso es dir zu diesem frühen Zeitpunkt schon so wichtig ist, "wohin die Reise geht". Diese Beziehung hat schon per se eine enorm große Bedeutung für dich. Muss sie auch - nach dem, was du schreibst.
Du hast dich auf einen Mann eingelassen (wenigstens bis zu einem gewissen Grad
), der seit nicht sehr langer Zeit verwitwet ist. Diese Information sagt sehr Vieles aus, das in deiner Lebenssituation wichtig ist: Der Mann ist wahrscheinlich noch nicht frei; der Mann hat seine letzte Partnerin nicht verlassen usw. usf. Außerdem weißt du automatisch, dass die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, dass dich dieser Mann sofort um die Hand bitten wird - bei dem Hintergrund!!!
Du bist also einerseits "sicher". Und das musst du sein, denn du bist sehr verletzlich (s. o.).
Andererseits aber hast du gar kein Interesse an Unverbindlichkeiten. Du möchtest ja kein Abenteuer (auch keine Freundschaft
).
Vielleicht liege ich ja auch falsch. Oder
-
08.06.2011, 15:00
AW: Grosses Interesse, grosses Problem
menschen in extremsituationen (z.b. trauer) sind nicht "sie selbst", sondern in einem ausnahmezustand, auch, wenn jemand - wie dein bekannter - "unverändert" wirkt - er steht noch unter schock. vielleicht redet er sich ein, er sei "darüber hinweg", aber das kann er gar nicht sein. auf dich wirkt er unnahbar, rätselhaft, interessant und dadurch besonders anziehend durch das drama in seinem leben. natürlich magst du ihn auch als mensch, aber sein tragisches schicksal und das rätselraten, ob er sich denn schon auf dich einlassen könnte, spielen sicher auch eine rolle. und auf einmal bist du mitten drin in der achterbahn der gefühle.
auch, wenn trauer individuelle formen hat, jeder unterschiedlich und auch unterschiedlich lange trauert - drei monate sind auf jeden fall zu wenig, um sich einem anderen menschen öffnen zu können. was aber - sicher auch für dich - die grundlage einer beziehung ist.
ich rate dir: VERLIEBE DICH NICHT, das kann dir nicht gut tun. und ihn hält es von trauer ab bzw. er hat ein schlechtes gewissen, weil er dir nicht sein ganzes herz geben kann. und du wirst den gedanken an seine frau nicht wegwischen können und dich fragen, ob du nur ein ersatz bist, er dich mit ihr vergleicht, dich jemals so lieben wird wie sie, etc. etc. wie du dir vielleicht denken kannst, spielt da meine eigene geschichte (siehe "verwitwet"-strang) ziemlich rein - ich weiß, wohin eine solche anziehung führen kann. ich wünsche mir für dich, dass dir so ein schlimmer beziehungsanfang mit ewigem hin und her und berg- und talfahrt wie bei uns erspart bleibt. obwohl am schluss die liebe kam, heute würde ich vieles ganz anders machen - und auf mich selber viel besser aufpassen.


Zitieren


