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    Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Hallo an alle,

    wie Viele habe ich hier zuerst gelesen und melde mich nun selbst mit einem Problem. Bin 47, lebe mit meinem Sohn allein.

    Habe Ende März eine Wohnung in meiner Stadt besichtigt, meine Mum möchte wieder zurückziehen.
    In der Wohnung lebt ein Mann, 50 Jahre, EU-Rentner. Er wollte zu seiner Tochter nach Bayern ziehen.
    Schon am ersten Abend haben wir uns fest gequatscht, wobei hauptsächlich er geredet hat.
    Er war sehr lange krank, Darmkrebs vor einigen Jahren und eine Leberkrankheit, die ihn 8 Jahre kein wirkliches Leben leben ließ. Er kam ins Hospiz zum Sterben, bevor er 5 vor 12 eine Transplantation erhielt. Musste sich dann mühsam ins Leben zurückrappeln, lange Zeit sehr pflegebedürftig.
    Während der Krankheit betrog ihn seine Frau und verließ ihn dann
    Er war und ist wohl noch sehr verbittert.

    Zweites Treffen: Rotwein, Häppchen, er sagt er möchte mich kennen lernen, unterm Strich aber zu 90 % redet er über seine Krankheit und seine Ex. Habe ihm gesagt er sei nicht frei und wir könnten vielleicht Freunde sein.
    Denn nach Treffen 2 und meiner Küchenpsychologie erkannte er, dass das Wegziehen zu seiner Tochter nur eine Flucht vor seiner Vergangenheit ist. Sein Fluchtreflex bzw. Wegrennen spielt später noch eine Rolle.

    Treffen 3 ca 14 Tage später: ein gelöster und attraktiverer Mann, der zuhört, lacht, flirtet, und es macht klick. Beidseitig.

    Wunderschöne Stunden, Tage. Verliebtsein, Liebe. Er redet von irgendwann mal zusammen ziehen, dass es für ihn noch nie so war, dass es nie zu Ende gehen soll. Redet auch viel von seiner Krankheit.
    Wir sehen uns oft, da wir ja in der selben Stadt wohnen. So lernt er meinen Sohn kennen, meine Mum, ist bei meiner Geburtstagsfeier dabei. Ich bin sonst nicht so schnell mit diesen Dingen, aber es ergibt sich und fühlt sich anfangs richtig an.
    Dann werde ich krank, Grippe, und mir geht’s elend. Grad um Ostern rum. Das Einzige was ihm einfällt ist wegzufahren, mich „in Ruhe zu lassen“, damit ich mich erholen kann. Ich bräuchte Ostern, wenns mir nicht besser geht, auch nicht für ihn zu kochen. Bin dann enttäuscht und sauer, was ich ihm auch mitteile.
    Denn er ist es gewohnt durch die Jahre, dass sich alles nur um ihn dreht. Seine Mum wäscht seine Wäsche und wischt seine Bude, obwohl er dafür die Kraft hätte. Für Andere dasein kann er auch (Besorgungen), aber wohl nicht einfühlsam erkennen wo Hilfe gebraucht wird.

    Jedenfalls kommt ohne Vorwarnung eine sms!!!!!!!!!!!!!!, dass er nicht mehr kommt und es wäre besser für uns.
    Hab mir Ostern die Augen ausgeheult.
    Danach meldet er sich wieder, Aussprache, Tränen ohne Ende seinerseits (obwohl er mich verlassen hat, er weint oft und viel).
    Danach zwei Tage mit viel Reden, Lachen, innigstem Sex.
    Ich merke aber, dass ich mit dem was er da gemacht hat (und wie) nicht klarkomme. Am vorigen Donnerstag erbitte ich eine Auszeit bis Sonntag, um Abstand zu bekommen und den Kopf frei. Das funktioniert nicht wenn er da ist, er ist ständig um mich rum.
    Er stimmt zu, will wegfahren, und ich verspreche mich Sonntag zu melden. In der Zeit ist meine Mum zu Besuch.

    Sonntag: Er faucht fast hasserfüllt ins Telefon, er hat absolut keinen Redebedarf mehr und möchte die Sachen tauschen, die wir beim anderen haben, OHNE mich sehen.
    Bin völlig geschallert und stimme zu.

    Mein Problem: ich komme mit diesem Abschied nicht klar. Ich heule mir die Augen aus weil ich ihn wirklich geliebt habe und nicht verstehe, wie er das fertig bringt. Und dann ist das Ende so „unvollendet“. Ich möchte reden, habe Fragen. So kann man doch nicht gehen. Ich weiß er ist egoistisch, sein Verhalten hat nichts mit Liebe zu tun. Und er ist nicht fähig, Konflikte auszutragen.
    Würdet ihr die Sache auf sich beruhen lassen oder eine Aussprache suchen? Kann man das erzwingen? Was soll werden, wenn wir uns in der Stadt begegnen?

    Danke

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    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Zitat Zitat von Linde2011 Beitrag anzeigen
    Mein Problem: ich komme mit diesem Abschied nicht klar. Ich heule mir die Augen aus weil ich ihn wirklich geliebt habe und nicht verstehe, wie er das fertig bringt. Und dann ist das Ende so „unvollendet“. Ich möchte reden, habe Fragen. So kann man doch nicht gehen.
    Ganz schlimme Verletzung, die du da gerade mitmachen musst!


    Ich weiß er ist egoistisch, sein Verhalten hat nichts mit Liebe zu tun. Und er ist nicht fähig, Konflikte auszutragen.
    Niemand kann in ihn hineinschauen, aber er dürfte nach deiner Schilderung massive Probleme mit sich und seiner Umwelt haben. Kannst du das wenigstens ansatzweise so objektiv sehen, dass du dich davon nicht nur direkt angegriffen fühlst? Und in zweiter Linie geht es hier unbedingt um deinen Selbstschutz und Selbstwert!



    Würdet ihr die Sache auf sich beruhen lassen oder eine Aussprache suchen? Kann man das erzwingen?
    Das kannst du versuchen, aber die Frage ist eher: Wie oder was kannst du, da du ja erkennst, dass er mit Konflikten extrem schlecht umgehen kann, mit ihm klären? Bisher sieht es so aus, dass er überhaupt nicht in der Lage ist, klar zu sagen, worum es geht, ganz zu schweigen von seinen ganz offensichtlich extremen Reaktionen.

    Du musst erstmal zu dir selbst kommen und dich fragen, wie du überhaupt zu dieser Beziehung stehst, ob du das noch kannst. Bisher hast du nur (zwangsläufig) reagiert auf seine Ausbrüche.

    Such dir unbedingt ganz liebe Hilfe in deiner Nähe. Klar, auch hier kannst du natürlich weiter erzählen...

    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

  3. User Info Menu

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Hi,

    der wird Dich wahrscheinlich niemals glücklich machen, wenn sich nicht alles um ihn dreht!
    So wie Du schreibst ist es ein Nehmer und kein Geber.
    Aber wirklich grosszügig von ihm weg zu fahren damit Du nicht für ihn Kochen musst, anstatt dass er Dir eine Hühnersuppe vorbei bringt damit Du gesund wirst bevor er weg fährt.

    Was möchtest Du denn bei einer Aussprache hören, es tut ihm leid und er will sich ändern???

    LG
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  4. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Hat dieser Mann psychische Probleme? Das würde evtl. sein Verhalten erklären. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er wieder angekrochen kommt.

    Aber das würde ich eher mit Vorsicht geniessen.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Linde2011,
    kann es sein, dass er (Vorrednerin sagte Ähnliches) psychische Probleme hat? Eventuell durch seine Krankheitsgeschichte?
    Es ist auf jeden Fall ein sehr merkwürdiges, fast schizophrenes Verhalten, das meine ich v.a. in Bezug auf das Telefonat und den Abschied.


    suzie wong

  6. User Info Menu

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Hallo Elwyn,

    danke für das Drücken und deine Gedanken.
    Ich bin wohl noch in der Nichtwahrhabenwollen-Phase. Vielleicht auch weil er nach dem ersten Crash sagte, dass er mir so etwas nie wieder antut, wir über Probleme immer reden werden, er mich so sehr liebt dass er ohne mich gar nicht leben kann etc. Klingt jetzt alles absurd, aber dadurch warte ich trotzdem auf ein Zeichen von ihm.
    Dabei bin ich nun 2 Mal abrupt verlassen worden.

    Mir ist klar (Verstand), dass das mit ihm zu tun hat und nicht mit mir. Mein Gefühl will (im Moment) ihn zurück.
    Mein Verstand sagt, dass es vorbei ist. Das Vertraúen ist weg. Der Mann hat nicht viel zu geben. Er lebt in seiner Welt, in der sich alles um ihn dreht.
    Dann laufen wie im Film Szenen unserer Beziehung ab, und dann kapier ich's nicht.
    Taschentuch.
    Ich weiß ich brauch "nur" Zeit, und etwas Zuspruch.

    Denn letzten Endes denkt er ja jetzt auch nur an sich.

    Ich würde gern hören, was unsere wenn auch kurze Beziehung für ihn war, was er für Probleme hat die dazu geführt haben dass er so reagiert wie er reagiert.
    Ich möchte diese Zeit in guter Erinnerung behalten,denn sie war auch sehr schön.
    Es fühlt sich im Moment aber wie ein Irrtum an und jedes seiner Worte wie eine Lüge.
    Man kann sich doch sagen wenn es nicht passt und warum.
    So schlägt mein Gefühlspendel von Trauer in Wut, Sehnsucht, Hass, ich weiß nicht was, ständig um.

    Das klingt bestimmt so wirr wie ich mich fühle.

    LG

  7. User Info Menu

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Ja er hat wohl psychische Probleme. Er hatte eine Therapie abgebrochen. Das habe ich erst nach der Trennung erfahren. Er hatte es meiner Mum erzählt, von der ich es jetzt erfuhr.

    Ich suche ja niemand, den ich therapieren muss, obwohl ich ihn schon ein bisschen gerade gerückt habe in mancher Hinsicht.
    Er klammert auch etwas und will Vieles zu schnell, was er damit begründet nicht zu wissen wieviel Zeit ihm bleibt.

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    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Ich bin übrigens ein Mensch, der Probleme direkt anspricht und geklärt haben will. Mit Schwebezuständen oder tagelangem Schweigen kann ich nichts anfangen.

  9. User Info Menu

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Zitat Zitat von Linde2011 Beitrag anzeigen
    ich komme mit diesem Abschied nicht klar. Ich heule mir die Augen aus weil ich ihn wirklich geliebt habe und nicht verstehe, wie er das fertig bringt. Und dann ist das Ende so „unvollendet“. Ich möchte reden, habe Fragen. So kann man doch nicht gehen.
    Doch.

    Kann man. Zumindest er kann das wohl,
    aus welchen Gründen auch immer.
    Nicht jeder ist allzeit so aufgeräumt und aufgestellt,
    dass er die Motive seiner eigenen Handlungen begründen kann.

    Dieser Mann anscheinden dwohl überhaupt nicht.

    Der ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt (und da wohl auch noch von einer "Klärung" Lichtjahre entfernt, sollte er überhaupt mal wieder je auf Spur kommen)
    dass es ihm wahrscheinlich schlechterdings unmöglich sein wird,
    dir seinen Sinneswandel und seine in der Tat extremen Schwankungen plausibel zu erklären.

    Selbst "sortierte" Menschen haben oft Mühe ein "nicht mehr wollen" der verletzen, verlassenen,
    abservierten Person so begreiflich zu machen, dass es für sie erträglich und verständlich wird.
    Der Schmerz der Zurückweisung blockiert oftmals jede Aufnahmefähigkeit von rationalen Argumenten, selbst eines bloßen "akzeptieren könnens", von "begreifen" ganz zu schweigen.

    Und dieser Mann scheint nicht von der besonders aufgeräumten Sorte zu sein,
    dass heißt hier ist doppelt und dreifach nichts zu wollen.

    Linde,
    ich glaub dir dass dich das trifft und ich will dir deine Verletzung auch gar nicht ausreden.
    Andererseits möcht ich dich doch bitten,
    alles mal etwas realistischer zu sehen,
    dass kann dir vlt. helfen unter der Sache einen fetten Schlussstrich zu ziehen.
    Und zwar ganz ohne seine Hilfe!
    Ohne Erklärungen, ohne erzwungene Rechtfertigungen, ohne Kampf und Krampf.
    Du brauchst ihn nicht, um gewissen tatsachen ins Auge zu sehen,
    und er muss dir auch nichts erklären, was sich fast von selbst versteht,
    wenn du es versuchst ein bisschen mehr mit dem Kopf und weniger mit dem Herzen zu betrachten.

    Seit Anfang März.
    Jetzt haben wir Anfang Mai.
    Die ersten beiden Treffen waren spröde, also sag ich jetzt mal,
    ich hattet da ne ca vier-Wochen-Geschichte am laufen.
    Du sagst, du hast ihn "wirklich geliebt!"

    Ich glaube dir, dass du intensive Gefühle für ihn hattest. Aber Liebe?
    Nach vier Wochen??
    Einen Menschen, den du (real) kaum kennst???
    Von dem du kaum etwas weißt, mit dem dich -außer ner riesengroßen Wunschvorstellung- nichts verbindet?
    Deine Gefühle für ihn haben sich auf Illusionen und Annahmen gestützt, auf Träume, Wünsche, Hoffnungen, wie es sein und was aus euch werden könnte.
    Diese Hoffnungen hat er sehr schnell komplett zunichte gemacht und das tut weh.

    Andererseits ist er nicht dafür verantwortlich, dass du dich da so reingesteigert hast.
    Egal was von ihm kam.
    Du hättest auf dich aufpassen und realistisch bleiben müssen, grad bei deiner Lebenserfahrung.
    Du bist schon groß, Linde.
    Du bist ne erwachsene Frau, und du hast dich da reingehängt und dir in Rekordzeit ne ganze Menge vorgemacht, obwohl anfangs alle Warnlampen geleuchtet haben,
    aber das hast du dann tunlichst ausgeblendet und dir ein happe End gewünscht,
    trotz offensichtlichster Probleme und Diskrepanzen--
    --und nu bist damit auf den Hintern gefallen.

    Ich hoffe es gelingt dir bald, das ganze nicht mehr so "verklärt" zu sehen und da mit so großen Begriffen wie Liebe gedanklich zu "arbeiten" und dich da von deinem Liebesleid zerreißebn zu lassen, sondern da eher ein paar Fakten ins Gesicht zu sehen und dem Mann nicht mehr "Funktion" zuzumessen, als er tatsächlich hatte.

    Nämlich, nach meinem dafürhalten, eine ziemlich große Projektionsfläche für ne Menge aufgestauter Wünsche und Sehnsüchte deinerseits.

    Kopp hoch
    ---

    In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.

    Dalai Lama

    __________________

  10. User Info Menu

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Zitat Zitat von Linde2011 Beitrag anzeigen
    So schlägt mein Gefühlspendel von Trauer in Wut, Sehnsucht, Hass, ich weiß nicht was, ständig um.
    Deine Reaktionen sind absolut normal und berechtigt. Versuch, dir nicht allzuviel abzuverlangen. Viscacha hat es zwar schon gut auf den Punkt gebracht, aber im Moment bist du einfach nur verletzt und verzweifelt.

    Hast du vielleicht eine Unterstützung, deine Mutter zum Beispiel. Wenn du nicht allein sein kannst, dann such dir einen Ort bei lieben Menschen. Und versuche erstmal rein äusserlich zur Ruhe zu kommen. Das Gedankenkarussell ist normal, denn die Situation ist frisch und rational nicht zu erfassen.

    Jedenfalls im Moment nicht!

    Wenn du nicht schlafen kannst, so kannst du versuchen, diese wirren Gedankengänge mal aufzuschreiben, Vor- und Nachteile der Beziehung und was du dir wünschst...aber vielleicht ist das alles noch zu früh...

    Alles Liebe erstmal!
    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

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