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  1. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Ich glaube, dass man das auch nicht alles im Zeichen der Erkrankung oder nicht Erkrankung sehen sollte.
    Selbstverständlich spielt das eine Rolle aber es geht auch hier um einen Zeitpunkt.

    Sein Verhalten (so nachvollziehbar es vielleicht auch ist) ist für eine gerade beginnende Beziehung eine schwere Hypothek.
    Es ist für ein Paar, welches sich schon länger kennt eine immense Herausforderung, da hatte man aber auch die Zeit den anderen besser kennenzulernen und auch da gibt es eine Grenze wo es für den anderen Partner unter Umständen nicht mehr tragbar ist.

    Manche Verhaltensweisen sind mit Partnerschaft dann einfach nicht mehr vertretbar.

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    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Er spielt seine Erkrankung menschlich aus, so verstehe ich die TE
    So kann man es sehen und verstehen. Ja.

    Gut heißen will ich es auch nicht.

    Dennoch...
    Ich kann verstehen, dass einen solch eine Krankheit ver-rückt macht. Machen KANN. Je nach Mensch.
    Ver-rückt in dem Sinne, dass man nicht mehr so handeln und reagieren kann, wie es "normal" wäre.

    Sowas kann einen schon auf den Boden seiner selbst werfen.
    Nicht jeder kann mit sowas adäquat umgehen und nach einer Weile sagen "Puh, nochmal gutgegangen, prima, weiter gehts, jetzt genieße ich das Leben umso mehr".

    Manche hängen fest, kommen mit den erlebten Eindrücken und Empfindungen nicht klar, das Geschehene bleibt weiter in ihnen fest und sie fühlen sich weiterhin bedroht. Dann kann es da zu einer Eigendynamik kommen, aus der sie ohne fremde Hilfe vielleicht nicht mehr rauskommen.

    Dass man in dieser Phase nach außen egoistisch reagiert, andere Menschen verletzt und teilweise auch unverständlich reagiert, das kann passieren.
    Von bewusst ausspielen kann dann aber trotzdem keine Rede sein.

    So jemand benötigt eben eine Therapie.

    Man kann es nicht immer einfach wegwischen mit "Haja, war halt schon schlimm, aber nu gehts ihm doch wieder gut".

    Hier liest man immer wieder von Frauen, die in ihrer letzten Beziehung schlechte Erfahrungen gemacht haben und diese Erfahrungen mit in die nächste Beziehung schleifen.
    Misstrauisch sind, unsicher. Weiß der Geier. Die können das oft auch nicht einfach wegschieben und da kommt es auch zu Überreaktionen und Reaktionen, die den neuen Partner, der nix dafür kann, verletzen.

    So ähnlich ist das auch.
    Nur eben noch viel schlimmer.
    Weil im Vergleich zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod eine Trennung meist ein geruchloser Hasenfurz ist, auch wenn es sich stellenweise auch wie ein Tod anfühlen mag.

    Ich weiß jetzt nicht, wie es bei diesem Menschen ist.
    Ich bin da nur etwas vorsichtig, den Leuten da gleich irgendwelche Sachen zu unterstellen.

    Nichts desto trotz verstehe ich die Verletztheit der TE und dass es schwer ist, dieses Ende so anzunehmen und auszuhalten, bis es wieder besser ist.

    Falls (!!!) es bei diesem Mann so ist wie ich geschrieben habe, dann braucht er eine Therapie.
    Keine Beziehung.
    Gut finde ich es nicht, was er da gemacht hat.
    Und Erkrankung hin oder her, er sollte schon auch selbst merken, dass da was schief läuft und er sich nicht richtig verhält. Und sich dahingehend was überlegen...

    LG
    Hexl
    The difference between try and triumph is just a little "umph"

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    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Zitat Zitat von Hexl Beitrag anzeigen
    Falls (!!!) es bei diesem Mann so ist wie ich geschrieben habe, dann braucht er eine Therapie.
    Keine Beziehung.
    Ja, unbedingt!

    Vielleicht hilft es dir, Linde ja, sein Verhalten aufgrund seiner Erkrankung zumindest objektiver, also nicht direkt gegen dich gerichtet zu sehen. Du kannst nicht bei allem helfen oder alles wuppen. Deshalb musst du das nicht gleich gutheissen oder dich komplett an ihn anpassen, aber dann fühlt es sich vielleicht für dich anders an, wenn du eigene Grenzen setzt.

    Ich denke, dass es grundsätzlich und für jeden (in diesem Fall für dich) schwer ist, unter solchen Umständen eine gute Beziehung aufzubauen.

    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

  4. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    Er spielt seine Erkrankung menschlich aus, so verstehe ich die TE

    Wir alle sind geprägt durch unsere Vergangenheit, das kann niemand von sich weisen. Hier von Ausspielen zu reden, finde ich zu weit gehend. Nach den Schilderungen der TE ist der Mann hin- und hergerissen und erscheint wenig berechnend. Er macht genauso den Eindruck - wie die TE selbst schrieb - noch längst nicht über sein Trauma halbwegs hinweggekommen zu sein. Das, was du zynisch als nicht sehend abtust, ist die Blindheit im Tunnel. Ich finde das durchaus nachvollziehbar.

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    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Ich habe eure Meinungen gelesen und finde eigene Gedanken wieder. Leider ist und bleibt alles Spekulation, da ich ihn nicht fragen, nicht mit ihm reden kann. Das macht mir immer noch zu schaffen.

    Zu allem Überfluss habe ich ihn heut von weitem gesehen. Ich kann gar nicht beschreiben wie das war.

    Nach fast einer Woche geht nun die Nichtwahrhabenwollen-Phase über in die Scheißedasistwirklichso-Phase.

    Und ab hier kann mir niemand helfen, nur die Zeit.

    Morgen ist eine Veranstaltung zu der wir beide gehen wollte, ich hätte dort einige Bekannte/ Freunde von ihm kennengelernt, hatte mich drauf gefreut.
    Über die Veranstaltung stand nun grad heut ein Artikel in der Zeitung.
    Es tut im Moment einfach nur höllisch weh und sortiert krieg ich gar nichts.

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    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Ein Hallo an alle, ich melde mich zurück.

    Der Mann hat sich zurückgemeldet, hat am vergangenen Sonntag einfach bei mir geklingelt.

    Vorausgegangen war, dass ich ihm Samstag einen kurzen Abschiedsbrief in den Kasten gesteckt hatte. Ich brauchte das als symbolischen Abschluss für mich.

    Dieser Brief hätte ihn nun wachgerüttelt, er wäre aber ohnehin wieder auf mich zugegangen. Sagt er.
    Da standen wir nun und haben seither viel geredet.
    Das Problem ist, er kann sein Verhalten nicht plausibel erklären.

    Er hat riesige Verlassensängste und wenn er das Gefühl (reicht schon ein Hauch) hat, es könnte in die Richtung gehen haut er lieber ab. In dem Fall ohne Rücksicht auf Verluste.
    Es ist schwer für mich etwas wiederzugeben, was ich selbst nicht verstehe. Er liebt mich angeblich sehr und das soll nie wieder vorkommen. Das habe ich ja schon mal von ihm gehört.

    Er ist jetzt von sich aus bereit, professionelle Hilfe (Therapie) in Anspruch zu nehmen.

    Es sind von meiner Seite noch sehr starke Gefühle da. Es fühlt sich jetzt bloß alles so anders an.
    Das Vertrauen ist angeknackst. Manchmal empfinde ich heftige Wut, dass er mich grundlos eine Woche durch die Hölle geschickt hat.
    Nach schönen Stunden, z.B. am Strand, schwebe ich nicht wie sonst wenn man verliebt ist, sondern ich werde traurig.
    Als wir etwas fürs Wochenende planten freute ich mich zuerst. Dann wurde ich traurig. Dann kam die Angst: noch mehr schöne Stunden zu erleben und danach wieder verlassen zu werden, so dass dann der Schmerz noch größer ist.
    Ich bin unlocker und nicht mehr ich selbst.

    Kann man das noch kitten wenn man 2 mal so enttäuscht wurde in der Anfangszeit einer Beziehung? Es fühlt sich mal so und mal so und mal so an.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Zitat Zitat von Linde2011 Beitrag anzeigen
    Kann man das noch kitten wenn man 2 mal so enttäuscht wurde in der Anfangszeit einer Beziehung? Es fühlt sich mal so und mal so und mal so an.
    Ich kenne ihn zwar nicht aber so wie Du Sein Verhalten geschildert hast mit den Verlassenheitsängsten, seiner Krankheit und dem Umgang damit wird sich das nicht so schnell ändern bei ihm.

    Nicht weil er das selber so will sondern weil er das Jahrelang nicht trainiert hat.
    Verlassenheitsängste, die sich so massiv auch im Verhalten gegenüber einem anderen Zeigen sind meiner Erfahrung nach sehr tief verankert.

    Selbst wenn er jetzt anfängt diese zu bearbeiten wird es Phasen geben wo er nochmal genau da reingeführt wird und es könnte gut sein, dass das gezeigte Verhalten von ihm öfters auftauchen wird.

    Die Frage ist, könntest Du mit dem von ihm gezeigten Verhalten auch länger leben?

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    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Frage ist, könntest Du mit dem von ihm gezeigten Verhalten auch länger leben?
    Das ist wirklich die Frage hier: Falls er Tendenzen zu einer entsprechenden Persönlichkeitsstörung zeigt, dann kannst du damit rechnen, dass das nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist - mit der besten Therapie nicht.

    Um mit einem sprunghaften Verhalten beispielsweise klarzukommen, müsstest du selbst über grosse innere Sicherheit und Distanzvermögen verfügen, damit dir plötzliche Rückzüge emotional nichts ausmachen. Wenn du aber selbst mit deinen Verlassenheitsängsten kämpfst und eher einen verlässlicheren, fürsorglicheren Partner brauchst, dann wird es sehr sehr schwer.

    Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.

    Bertrand Arthur William Russell

  9. User Info Menu

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Meine Ängste klingen nun paradoxer weise wie seine, sie sind aber erst in dieser kurzen Beziehung entstanden.

    Ich habe Angst mich noch mal auf ihn einzulassen und das alles wieder zu erleben und zu durchleiden.

    Er beginnt jetzt erst, über sich, sein Verhalten, auch diese Ich-Bezogenheit nachzudenken.
    Was ich überhaupt nicht verstehe ist, dass ihm beide Male angeblich nicht klar war, dass und wie weh er mir tut.
    Mir fehlt das mitfühlen, sich hineinversetzen, die Verantwortung für den geliebten Menschen.
    Klingt jetzt böse, ist aber nicht so gemeint, eher fragend: dieses Verhalten wirkt ein bisschen autistisch, auf alle Fälle sehr kalt.

    Danke für eure Antworten hier, mir hat es in der letzten Woche sehr geholfen und ist jetzt wieder so.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?

    Na Verlustangst hat jeder von uns gespeichert.
    Und sein Verhalten ist ja schon mal von der Intensität her ganz anders gelagert als wenn sich in einer Beziehung einer mal für ne Stunde oder auch für einen Abend zurückzieht.

    Du kannst nicht verstehen wieso er Dir damit weh tut und das ihm das nicht auffällt?

    Okay Kurzzusammenfassung:

    Da ist ein Mann mit einer sehr schweren Erkrankung.
    Der Umgang von ihm ist anscheinend der, dass er sich in sich zurückgezogen hat und abgekapselt von seiner Angst um das alles nicht spüren zu müssen.
    Am liebsten würde er flüchten.

    In dieser Lethargie kommst Du daher und reisst ihn quasi zurück ins Leben, rüttelst ihn wach und all diese angestauten Dinge in ihm brechen wieder auf.

    Er ist doch mit sich so beschäftigt, dass er weder sich selbst geschweige denn andere wahrnehmen kann.

    Du hast ganz allein die Verantwortung für Dich, nicht er. Dass sein Verhalten nicht gerade zugewandt ist und sich mit Partnerschaft schwer vereinbaren lässt habe ich bereits in Post 31 geschrieben.

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