Hallo Viscacha,
was schon fast komisch anmutet: Bis vor kurzem habe ich die gleichen Sätze gebraucht und hätte dir zugestimmt: Nach 4 Wochen kann man niemand lieben.
Ich bin sonst die Langsame, Bedächtige gewesen. Diesmal wollten die 3 Worte raus. Das war das pure Gefühl. Was du meinst verstehe ich, es ist Verliebtheit. Man (frau) kann jemand erst lieben, wenn man ihn in seinen Facetten kennt.
"Reingesteigert", ja. Und geglaubt, an ihn und seine Worte, die nur Seifenblasen waren.
Ja, mir helfen die Antworten hier schon.
Und muss dann wohl diese Art von Ende akzeptieren. Was mache ich wenn wir uns in unserer kleinen Kleinstadt begegnen? Davor habe ich (noch) Angst.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 51
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05.05.2011, 17:22
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
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05.05.2011, 17:28
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Ich hatte angefangen einen Brief zu schreiben. Den werde ich zwar nicht abschicken, aber es hilft schon.
Freunde habe ich Gott sei Dank, auch solche denen ich mal so richtig das Ohr abkauen kann.
Am Wochenende will ich meine Terrasse beplanzen und etwas malern, um mich auszupauern und nicht in Selbstmitleid zu zerfließen.
Habe vor 4 Jahren mal richtig die Flügel hängen lassen nach ner Trennung, das war schlimm und das möchte ich so nicht noch mal erleben.
Noch ne Frage vom Neuling hier: Woher holt ihr die Smileys zum reinbasteln?
Brauch eins um euch alle mal zurückzudrücken..
LG Linde
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05.05.2011, 17:30
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Ich sehe nicht nur deinen Anteil, sondern auch seinen. Er hat mit seiner Art dazu beigetragen, bei dir diese Sehnsüchte zu wecken, unbewusst oder bewusst ist in dem Fall sogar egal. Ganz generell ist es so, dass Gefühle von "Verliebtheit" sich um so mehr steigern können, je mehr solche Beziehungen hoch und runter, also ambivalent verlaufen. Das würde nicht nur dir, sondern fast jedem so gehen.
Dieses Auf und Ab ist aber per se schon mal extrem ungesund und gaaaaaanz bestimmt nicht das, was du willst. Also ist diese Verliebtheit keine direkte Verliebtheit, sondern eher ein Zeichen für eine leider ambivalente und unbefriedigende Beziehung, die dir ständig verspricht mehr zu geben, das aber nicht einhalten kann. Und genauso schwanken deine Gefühle: Mal hoch, in der Hoffnung, das ist es, mal runter mit der Hoffnung, es wird wieder das. Und das fühlt sich intensiv an, ganz innendrin aber doch ein wenig negativ oder ungesund, oder?
Vielleicht kannst du dir klarmachen, dass bei dem Persönlichkeitsprofil, was du hier schilderst, das mit hoher Wahrscheinlichkeit immer so weiter gehen würde. Dass sich vermutlich nicht viel verbessern würde, nur mit einem extremen Preis: Deiner Anpassung an seine Schwierigkeiten und Probleme.
Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende?
Geändert von Elwyn (05.05.2011 um 17:36 Uhr)
Man sollte nie die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug.
Bertrand Arthur William Russell
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05.05.2011, 18:50
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Ja Elwyn,
du bringst es auf den Punkt. Ohne den Eindruck von Spontanheilung vermitteln zu wollen habe ich durch das Schreiben und eure Antworten schon eine gewisse innere Distanz aufgebaut bzw. vergrößert.
Sicher ist diese Gefühlssoße noch da, aber ich merke ich werde wieder vom Reagieren zum Agieren kommen und seinen Aktionen nicht mehr ausgeliefert sein.
Schreibt sich leicht, ist schwer. Ist ja der Mensch, den man grad noch umarmt, erwartet, mit dem man gelacht, gefrühstückt hat.
Eine Kleinigkeit möchte ich noch schildern, die so eine wie ich finde kindische Reaktion oder Gedankenlosigkeit oder Boshaftigkeit für mich ausdrückt. Ich weiß es nicht, ich kann es nicht verstehen.
Als er mal 2 Tage bei seiner Tochter war steckte ich ihm als Willkommensbegrüßung eine Karte in den Kasten, etwas albernes wie es Verliebte tun. Schön dass du wieder da bist etc., ein Gutschein zum Enten füttern im Park, gültig bis er 100 ist weil er wie gesagt nicht weiß wieviel Zeit er hat.
Bei der anonymen Sachenrückgabe gab er mir diese Karte zurück. Es wäre ich das Böse, ich weiß nicht. Diese unnötige Geste hat mich sehr verletzt.
Unterm Strich: Ende mit Schrecken.
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05.05.2011, 18:54Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Diese Geschichte allein erklärt seinen "Egoismus". Vermutlich ganz richtig bist du zu der Schlussfolgerung gekommen:
Habe ihm gesagt er sei nicht frei und wir könnten vielleicht Freunde sein.
WIESO - deiner Ansicht nach - hast du dich trotz dieser Signale auf ihn eingelassen???
Keine Frage, sein Verhalten dir gegenüber war hochgradig ambivalent und muss einfach weh tun
Wobei ich seinen Rückzug an Ostern, als es dir schlecht ging, auch gut ein Von-sich-auf-andere-Schließen bedeutet haben kann. Ich zum Beispiel ziehe mich auch komplett zurück, wenn ich krank bin; und so behandle ich instinktiv auch Kranke in meinem Bekanntenkreis. - Trotzdem: Es war nicht in Ordnung, dich so vor den Kopf zu stoßen; denn du hast ja durchaus gesagt, was dir nicht gefiel.
Aber ich kann auch verstehen, dass er so gnadenlos egozentrisch ist - bei DER Geschichte
An deiner Stelle würde ich mir obige Frage selbst beantworten und ansonsten zusehen, dass ich mich vor diesem Mann schütze. Er ist - wie schon erwähnt - überhaupt nicht frei. Und du bist offenbar jemand, der auf ihn extrem anspringt.
Schütz' dich besser selbst ganz rigoros
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05.05.2011, 19:14Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Linde,
es könnte hilfreich sein, Dir die Dynamik, die sich entwickelte, hinsichtlich der Gefühle, die sie auslöste, gut anzuschauen. Deine Schilderungen lassen die Vermutung zu, dass Eure Muster sehr gut zueinander passen, und es u.a. vielleicht gerade die Intensität, die mit dieser Achterbahnfahrt von Kurzbeziehung verbunden war, die Dich emotional so mitgerissen hast.
Das Leben mit einem solchen Menschen kann kicken, weil es Extreme provoziert. Wer darauf anspricht, für den kann es sehr problematisch werden, sich zu lösen.
Schau daher gut auf Dich - vielleicht ist das Ganze zumindest eine weiter führende Lernerfahrung für Dich persönlich?
Liebe Grüsse
von der Seewespe
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05.05.2011, 19:16
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Als ich am ersten Tag seine Wohnung betrat, waren da viele Bilder im Flur. U.a. von seinen Hunden, die er krankheitsbedingt weggeben musste. Neben diesen Fotos hingen gerahmt Sprüche so nach dem Motto: nur ein Tier ist dir treu, Menschen nicht etc.
Ich habe ihm gesagt, dass er jeden Tag daran vorbeikommt und sich so immer wieder selbst negativ programmiert. Er wollte damals unbedingt wegziehen, haupstsächlich um seine Ex und ihren Neuen (ein ehemaliger Freund von ihm) nicht mehr zu sehen. Obwohl er hier viel hat, Freunde, Mutter, Bruder, Sport (er ist Handballtrainer für Kids).
Jedenfalls haben meine Worte gewirkt. Als wir uns das dritte Mal sahen, waren die Bilder weg. Er wirkte wie befreit, war wie ausgewechselt, hörte zu und irgendwann machte es an diesem Abend "klick".
Was Krankheit betrifft, so ist er nicht der Typ der sich zurückzieht. Er ist dann gewohnt, 200 % Aufmerksamkeit zu bekommen.
Am Anfang hört man zu wenn um seine krankheit geht, denn es ist ja die Vergangenheit des Anderen.
Zum Schluss konnte ich verschiedene Themen anschneiden, meistens kam er dann auf seine Krankheit zu sprechen.
Das war auch Thema in unserem letzten Gespräch vor der Auszeit, ich habe das angesprochen weil es mich stört.
Auch sprach ich seine inflationären Tränenausbrüche an.
Anfangs lief das unter "Gefühle zulassen können bei mir". Zum Schluss war es so, dass selbst in der Aussprache nach Ostern er die meiste Zeit weinte, obwohl ich aus heiterem Himmel verlasen worden war.
Das hat so was von "du bist traurig, aber ich doch auch, und vielleicht noch viel mehr".
Und wie ernst nimmt ein Mensch meine Traurigkeit, der selbst ständig heult. Auch als ich die Auszeit wollte fing er an zu heulen, ich bat ihn aufzuhören.
Und nun will er nicht mehr mit mir spielen oder so.Geändert von Linde2011 (05.05.2011 um 23:23 Uhr)
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05.05.2011, 19:23
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Liebe Seewespe,
es war sehr intensiv, als es denn losging.
Wir haben uns sehr oft gesehen. "Es" hat mich mitgerissen. Da ich berufstätig bin und er nicht kam ich wenig zum Schlafen, kaum zum Nachdenken.
Darum brauchte ich die Auszeit: zum Besinnen, Nachdenken nach dem Fast-Ende Ostern und allem Anderen.
Und du hast Recht, das Nachdenken geht weiter.
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05.05.2011, 19:57
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Hallo Linde,
ich möchte Dir wünschen, dass Du es schaffst, Dich von diesem Egoisten zu trennen.
Falls Du ihn in der Stadt sehen solltest, würde ICH demonstrativ die Straßenseite wechseln.
DER ändert sich nicht.
Seine Ex wird auch Gründe gehabt haben, ihn zu verlassen und mit seinem Freund 'durchzubrennen'.
FG von Helga
„Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
Konrad Adenauer
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05.05.2011, 20:19
AW: Wie umgehen mit diesem Abschied?
Hallo Helga,
danke für eine Wünsche. Ich werde es schaffen. Einfach weil mir nichts weiter bleibt, mit ihm würde ich nur unglücklich werden.
Und ja, er ist ein Egoist.
Die Idee die Straßenseite zu wechseln ist gut.
Hat jemand von euch Mr. Right gesehen? Irgendwo muss er doch sein.


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