Was für eine Erkenntnis!
Im zarten Alter von gut Mitte 40 stelle ich fest:
Im Lauf des letzten Jahres habe ich– angebahnt über (m-)eine SB - zwei wirklich tolle Männer kennen gelernt.
Die beide mit KAWUSCH!!!! in mein Leben geknallt sind.
Dem, was man wohl den „magischen“ Klick nennt.
Denn den konnte ich spüren.
Bei beiden, von Anfang an.
Ich durfte meine Pubertät noch mal erleben, mit allem, was (vermeintlich?) dazu gehört: große Gefühle, tiefe Verwirrung, Unverständnis (….der Herr, der – obwohl er so schrecklich verliebt in mich war, erstmal fleißigst weitersurfte…), Enttäuschung, gleichzeitig Glück, Neugier, Verliebtheit, rosa Wölkchen, toller Sex…….. großartig.
Und anstrengend, je lauter dieser „Klick“ für mich zu hören und zu spüren war.
Und: in letzter Konsequenz fehleingeschätzt.
Denn: der Mann, mit dem ich jetzt seit einigen Monaten immer glücklicher werde, ist ganz selbstverständlich und unspektakulär in mein Leben getreten.
Ganz still.
Ohne Kawusch und „Klick“.
Keine Riesen-Aufregung um was-denkt-er-was-will-er-wie-muss-darf-kann-ich-mich-verhalten…. .
War er einfach da, wie vom Himmel geplumpst und alles, was ich anfangs gemerkt habe, war, wie w o h l ich mich mit ihm fühle.
Und wie mühelos und richtig es sich anfühlt, mit ihm „ich“ zu sein.
Es hat allerdings ein gutes Weilchen gedauert, bis diese Erkenntnis in mir ankommen durfte, solange hab ich mich weiter mit den beiden anderen Männern getroffen, die einfach so spektakuläre Gefühle in mir ausgelöst haben.
Und während ich mich an diesen beiden Baustellen völligst verausgabt habe, hat der dritte, der stille Herr weiter um mich geworben.
Stet, entschlossen, zärtlich, unverdrossen und: erfolgreich.
Mittlerweile weiß ich: Die beiden Kawusch-Männer sind toll und hinreißend.
Und absolut nicht „passend“ für mich und meine Bedürfnisse.
Das mag für die ein oder andere hier eine Selbstverständlichkeit sein, ich darf das offensichtlich jetzt gerade lernen.
Und wollte euch einfach mal fragen, wie ihr das seht und wie eure Erfahrungen dazu sind?
Muss es der unerhört romantische, hormonüberschwängliche, nervenkitzelige Zustand sein, der am Anfang von was auch immer Neugier und Gefühle weckt? Die Lust, sich einzulassen?
Ist ein „Klick“, ein magischer Moment, zwangsläufig zum richtigen Zeitpunkt richtig interpretierbar?
Ich für meinen Teil kann jedenfalls den zweiten, dritten (und vierten?) Blick beim Kennen lernen nur empfehlen.
Und das Achten der eigenen Gefühle, die ich habe, wenn ich mit jemandem zusammen bin.
Was liegt h i n t e r der ganzen Aufregung?
Glückliche Grüße
flirtingwithdisaster
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 42
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06.02.2011, 12:45
Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
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06.02.2011, 13:00Inaktiver User
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Du schreibst ganz herrlich-herzerfrischend

Ich wünsche dir und deinem Guttuer alles Liebe für eine laaaange gemeinsame Zeit .
Ich hatte zeitweise auch etliche Kawuschs und Krawumms....., keiner von denen war
wirklich haltbar....kann so sein, muss aber nicht. Manchmal geht es auch mit Pauken und
Trompeten in eine lange , ruhige Synfonie.
Mein Mann ( 2.Mann) kam auch eher unspektakulär in mein Leben, da war ich übellaunig,
genervt und einsam abends beruflich in einer anderen Stadt und er sprach mich ganz unspektakulär an, schüchtern, etwas ungeschickt......am Ende des daraufhin folgenden Abends dachte ich" der hat ja kaum was gesagt,aber schöne blaue Augen hat er..." inzwischen ist er mein Mann und ab und zu
ist es auch spektakulär
Er fragt sich heute noch, woher er damals den Mut aufbrachte, mich anzusprechen...ich hatte
es vor ihm nie so mit den stillen, "schüchternen"......aber es fühlt sich, nach fast 7 Jahren, noch immer gut an.
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06.02.2011, 13:06Inaktiver User
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
D´accord, was die "Krawumm"-Männer betrifft, manches Feuerwerk ist schnell abgebrannt.
Ich meinerseits kann mir jedoch nicht vorstellen, mit einem Mann eine Beziehung einzugehen, "nur" weil er mich stetig umwirbt. Meinerseits muss da schon mehr sein als nur ein gutes Gefühl. Das ist bei mir zwar kein dramatisches "Alle Gedanken kreisen nur um ihn", aber ein großer Unterschied zu Menschen, bei denen ich mich "nur" geborgen fühle. Letztlich doch ein "magischer Kick", wenn auch nicht immer spektakulär. Dahingehend gebe ich Dir recht.
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06.02.2011, 13:10Inaktiver User
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Erstmal Glückwunsch, es ist schön auch mal sowas zu lesen.

Trotzdem frag ich mich dabei - und bei den vielen anderen Empfehlungen in diese Richtung: das funktioniert doch nur, wenn ich mich a. gern auf Drama und Rausch einlasse und b. den anderen nicht so recht einschätzen kann und/oder c. nicht so recht weiß wer wirklich zu mir passt??
Ich wüsste einfach nicht, wie ich das für mich umsetzen sollte, diesen Rat, auch den Männern auf den 2. Blick eine Chance zu geben - das hieße ja, ich hätte sie auf den 1. Blick übersehen oder falsch eingeordnet, und das ist mir tatsächlich noch nie passiert.
Wenn ich von vornherein aufmerksam bin, weiß wer ich bin und was ich will, dann werd ich halt erst gar nicht auf das große Gefühlskino abfahren sondern schon gleich am Anfang mehr auf Gemeinsamkeiten achten, und dann, denke ich, wird es zu dem großen AHA-Effekt halt einfach seltener kommen.
Leider.
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06.02.2011, 13:12
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!


Es ist schon spannend, wie die Liebe sich äussert, und einen manchmal so 'von hinten' überrascht. Auch ich kann den zweitem dritten und vierten Blick sehr empfehlen. Legendär ist in dieser Hinsicht auch die Liebe zwischen Kollege und Kolegin, die bereits seit Jahren vie zusammenarbeiten müssen, und sich schon aus verschiedenen Blickwinkeln kennen- und schätzengerlent haben (und sich vielleicht am Anfang noch nichtmal besonders mochten) - und dann auf einmal ist es soweit!***The only constant thing in life is change***
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06.02.2011, 14:04
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Liebe Thread-Erstellerin,
das klingt nach einer wirklich schönen Geschichte, um die man dich nur beneiden und sie dir natürlich von Herzen gönnen kann. Da ich mich selbst gerade in einer ähnlichen Situation befinde, in der ganz viel Harmonie und Wohlfühlen, aber eben keine spektakulären Schmetterlinge vorhanden sind, macht deine Geschichte, denke ich, auch ganz vielen Mitlesern hier Mut, einfach nicht zu schnell "aufzugeben", nur weil die Funken nicht gleich am Anfang wie verrückt sprühen. Danke also ganz herzlich für diese Bereicherung meines Sonntags!
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06.02.2011, 20:31
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Hallo flirtingwithdisaster (in diesem Fall ja wohl nicht
),
ich freu mich auch sehr für dich, und es ist gut und wichtig sowas mal aufzuschreiben - aber ich vermute mal, das wird kein langlebiger thread, denn es gibt ja kein Problem
Es sei denn, jemand kommt noch auf die Idee das irgendwie mehr in ein Problem umzuformulieren - z.B. warum wollen und suchen wir (oder viele) immer das Spektakuläre und das Drama?
Was macht das mit uns? Was ist der Hintergrund dafür? Weil das andere erstmal zu langweilig aussieht? Weil wir die Schönheit des Subtilen nicht (mehr) erkennen? Weil wir durch das visuelle und sonstige Marktschreiertum schon fast blind und taub geworden sind - gefühlstaub?***The only constant thing in life is change***
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06.02.2011, 20:34
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06.02.2011, 21:00
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Meiner Meinung nach, weil die Medien uns suggerieren, dass es immer DER KNALL sein muss. In fast allen Hollywoodfilmen, Serien usw. ist es so. Der Held und die Heldin sehen sich, verlieben sich in der ersten Sekunde, erleben 90 Minuten lang die größten Widrigkeiten und Schwierigkeiten, bis sie dann doch zusammen finden, weil die Liebe stärker war.
Jeder sucht die ganz große Liebe, darunter will sich niemand mehr auf etwas einlassen, also sucht man immer weiter, weil man denkt: "Das kann ja jetzt nicht sein, war ja kein Knall da, war nicht aufregend genug..."
Und ich stimme auch der These zu, dass viele nicht wirklich auf ihre eigenen Gefühle achten.
Ich suche jetzt auch etwas Unspektakuläres, und das fühlt sich viel besser an - ich bin froh, dass ich das erkannt habe
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07.02.2011, 06:16


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