Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 42
-
07.02.2011, 21:02
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
-
07.02.2011, 21:28
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
@ flirtingwithdisasterKeine Frage, Schmetterlinge im Bauch und Hormonrausch ergeben einen großen Kick und Anreiz. Manche sind sogar süchtig danach und lassen sich deshalb auf keine Beziehung wirklich ein, weil dieser Aufruhr der Körperchemie irgendwann nachlässt, man das aber als Dauerzustand erleben will. Und nach dem Nachlassen des Hormonrausches ist es besser, man stellt fest, dass man mit diesem Menschen trotzdem noch gut zusammen sein kann. Aber oft findet man erst dann raus, dass es hinten und vorne nicht passt - oder nur einer von beiden findet es raus und zieht sich deswegen zurück.
Umgekehrt kann es sehr wohl sein, dass sich Schmetterlinge einstellen, wenn man jemanden erst mal als Freund kennenlernt und später als Mann bzw. Frau lieben lernt. Und da weiß man viel eher, auf wen man sich da einlässt.
Ob es nun der dritte und vierte Blick sein soll, das ist Geschmackssache. Man soll ja auch nichts herbeizwingen, wofür es keine Grundlage gibt. Aber ein zweiter Blick lohnt sich bei vielen auf jeden Fall! Wer immer nur nach sofortigen Schmetterlingen lechzt, ist nicht mehr offen und verhält sich letztlich wie ein Junkie. Glücklich wird man so nicht.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
08.02.2011, 09:08
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Es sind sicher nicht alle so reflektiert und aufmerksam ihren Gefühlen gegenüber.

Natürlich sind es hier wieder die Extreme, die zur Illustration herhalten müssen, im realen Leben ist das Spektakuläre nicht immer so sauber vom Unspektakulären getrennt.
Mir ging es eher um den schrittweisen Übergang von Freundschaft zur Verliebtheit, der sich ja auch beobachten lässt und meiner Meinung nach den Vorteil hat, daß man das Objekt der (späten) Begierde besser kennt und der Projektionsanteil in der Verliebtheitsphase geringer ist.
Oder auch die innige Freundschaft, die sich plötzlich entwickelt, obwohl man sich vielleicht schon ein paar Jahre kennt.
Und natürlich geht es um die Dynamik in der Beziehungsanbahnung, nicht den Mittelwert des Gefühlsaufschwungs (der sollte hoffentlich ähnlich hoch sein in beiden Fällen).
Das glaub ich gerne
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
-
08.02.2011, 10:57
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Sowas kann ganz seltsame Wege gehen.
Derzeit ist eine Freundin von mir in eine Urlaubsliebe verliebt, wobei das Verliebtheitsgefühl immer dann ansteigt, wenn er sich (vermeintlich) entzieht und sinkt, wenn sie sich sehen oder sie mehr über ihn erfährt. Sie haben sich jetzt getroffen und sie klang eher ernüchtert. Aber so richtig gesteht sie sich das nicht ein, denn sie möchte den ZUSTAND noch eine Weile geniessen, sprich das gute Gefühl noch auskosten.
Über den konkreten Fortgang dieser vermutlich sehr aufwendigen Fernbeziehung möchte sie aber nicht nachdenken. Aber ein richtiger Drive ist nicht dahinter, ihn wirklich näher kennenzulernen. Der Grund für das Augen-Verschliessen ist aber seltsamerweise nicht ihre Ernüchterung, sondern dass sie allein das gute Gefühl mit der Illusion, da ist jemand, auf Distanz eher beibehalten möchte.
Ich glaube nämlich, er hängt durchaus mehr an ihr! Aber gut, es ist ja ein Prozess, der sich noch entwickelt.
Seltsam!Geändert von Elwyn (08.02.2011 um 11:33 Uhr)
-
08.02.2011, 11:01
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Mit anderen Worten, mein Fazit:
Es kann offenbar sein, dass man im Hormonrausch gar nicht genauer hinschauen WILL, um dieses gute Gefühl so lange wie möglich aufrechtzuerhalten?
-
08.02.2011, 11:10
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Beziehungsangst erzeugt genau das gleiche Gefühl wie verliebte Hormonschübe. Das schwierige daran ist, wenn man seine Ängste nicht kennt und die aufsteigenden Gefühle für Verliebtheit oder gar Liebe hält. Beziehungsangst hat viele Gesichter. Unter der großen Überschrift Beziehungsangst verbergen sich Verhaltensweisen, wie sich zurückziehen, aggressives Verhalten, kritisieren, totstellen, schweigen, sich nicht wirklich auf die Beziehung einlassen, flüchten in Arbeit, Sport, Hobbys und und und ....
Hier gibt es ein Interview mit Stefanie Stahl, die ein wirklich gutes Buch geschrieben hat.Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
-
08.02.2011, 11:32
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Superinteressantes Interview, danke, Klecksfisch!

Das Interview liefert auch eine ganz gute Antwort: Im Fall meiner Freundin scheint das versteckt als "Prinzessin" daherzukommen. Meist wird sie erst dann anhänglich, wenn sich der potentielle Partner entzieht. Erstaunlich ist, dass sie viel weniger Probleme hat als ich, Distanz generell auszuhalten und sich diese meistens eher schönredet (während ich gleich "am Stock gehe"). Auch das wird im Interview ganz plausibel erklärt.
Ich werd unbedingt mal den Buchhinweisen folgen!
-
08.02.2011, 12:28
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
Oh.
Neinein.
Mir geht es um etwas anderes.
Der Mann, mit dem ich zusammen bin ist kein "alter" Freund.
Ich habe ihn genauso neu kennen gelernt, wie die beiden anderen.
Nur dass es mir bei ihm nicht so den Boden unter den Füßen weggezogen hat.
Ich fand ihn schon am Anfang attraktiv und spannend (..und unerhört sexy..), aber diese....hm..... spezielle Magie? hat gefehlt.
Diese rast- und ruhelose Energie, die unglaubliche Aufgeregtheit, das Kawusch!!, der Knall, der mystische Klick.
Den ich vorher in sausender Gefühlsachterbahnfahrt zweimal erlebt hatte.
Es war einfach nur schön, mit ihm zusammen zu sein.
Auf eine ruhige und angenehme Art.
Unspektakulär eben.
Und bin j e t z t glücklich verliebt.
Mit Schmetterlingen und allem was dazu gehört sitze ich auf meinem rosa Wölkchen und lasse die Beine baumeln.
Ganz entspannt. Und gut aufgehoben.
Herrlich.
Das meine ich mit zweitem Blick. Oder drittem.
@latona: Du hast Recht: Blick Nummer vier ist grenzwertig. Den nehme ich zurück.
-
08.02.2011, 12:39Inaktiver User
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!
jep.Es war einfach nur schön, mit ihm zusammen zu sein.
Auf eine ruhige und angenehme Art.
Unspektakulär eben.
und wenn du jetzt nicht sagst: naja, aber mir fehlt das kawusch, und stattdessen:
dann bist du "reif" für diese beziehung!Ganz entspannt. Und gut aufgehoben.
Herrlich.
-
08.02.2011, 13:15
AW: Ein Hoch auf das Unspektakuläre!



Zitieren

