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  1. Inaktiver User

    Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Hallo.

    Ich möchte hier keine eigene Geschichte thematisieren, sondern einen Gedanken vertiefen, den ich in den letzten Tagen hatte.

    Sehr sehr oft wird ja die Frage gestellt, werde ich geliebt, liebt er mich, wie zeigt sich das, wenn er mich liebt? Aber doch selten wird gefragt, liebe ich, kann ich es wagen zu lieben, wie zeige ich meine Liebe, wie gehe ich mit den Ängsten um, dass meine Liebe abgelehnt werden könnte?

    Ist Liebe ein Risiko, bei der es keine Kosten-Nutzen-Rechnung gibt, denn es kann immer sein, dass der andere geht, nicht so stark liebt wie ich, dass ich Liebe "investiert" habe, aber die Rechnung nicht aufgeht.

    Braucht "lieben" Mut?

    Ich plädiere hier nicht dafür, was es ja zuhauf gibt, irgendwelchen Idioten hinterherzulaufen, und sie durch eigene "Liebe" zu bekehren.

    Aber dennoch auch selbst zu "geben". Ist dies nicht gerade die Gratwanderung, die Liebe bedeutet? Dass sie auch - nach unserem modernen Verständnis eine "Fehlinvestition" sein kann? Dass aber nur durch diesen Mut Liebe zu riskieren auch wirklich etwas entstehen kann, was tiefer geht.

    Es scheint für viele doch erstrebenswert, geliebt zu werden, aber sie sind eigentlich nicht bereit, selbst zu lieben.

    Oder sie haben eine Plan, eine genaue Vorstellung davon, wie alles ablaufen soll. Wie eben in der "Vernunftbeziehung", in der man möglichst früh den Rahmen absteckt (nach dem Motto, wir testen jetzt mal drei Monate aus und dann entscheiden wir, ob wir eine Familie gründen)... Mein Eindruck: Meist klappt sowas nicht, und oft sind beide Seiten frustiert und suchen schnell nach der nächsten Drei-Monatsgeschichte.

    Mein Posting ist bestimmt etwas "durcheinander", aber es geht mir einfach darum, eine Diskussion anzuregen, zu diesen Themen.

  2. Inaktiver User

    smirk AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Braucht "lieben" Mut?

    Ich greife mal nur einen Satz raus.

    Ja. Mir gefällt der schöne Song von NENA, vielleicht kennt den noch jemand, mir fällt grad nicht der Titel ein. Aber da singt sie das ja auch, dass Liebe aus Mut gemacht wird u.s.w.

    Mut brauchts ja nicht nur zum Lieben, sondern überhaupt im ganzen Leben.

    Also: Den Mutigen gehört die Welt.

  3. gesperrt

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    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ? Dass sie auch - nach unserem modernen Verständnis eine "Fehlinvestition" sein kann?
    Also Fehlinvestition.

    In welchem Zeitrahmen?

    Rechnen wir quartalsweise ab?

    Oder erst ganz, ganz,ganz am Ende?

    Um den ultimativen Jackpot zu bekommen. Muss ich investieren. Also Risiken eingehen. Also Fehlinvestitionen begehen.

    In der Folge der Investitionen kann ich Erfahrungen sammeln. Fehler vermeiden. Aber auch neue Fehler begehen.

    Und am Ende liegt es halt in Gottes Hand, ob ich den ultimativen Jackpot bekomme. Die nymphomanische Blondine mit den Riesenbrüsten.

    Oder auch nicht.

    Aber wenigstens habe ich ein Leben voller Investitionen gelebt.


    So denke ich mir das wenigstens.

    Lg

    LeMay, Großinvestor

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    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Danke. Sehr schönes Thema. Ja, lieben erfordert Mut. Hab ich für mich selbst festgestellt und dass ich viele Dinge unterlassen habe, was ich weit mehr bereue, als viele schräge Geschichten, die ich hatte und die mich auch weiter zu mir gebracht haben. Und die halt nach dem Unterlassen übrig geblieben sind. Am meisten habe ich Angst vor dem Schmerz, der kommen könnte (und, wenn man ihn mal bewusst durchlebt, ja häufig gar nicht soooo schlimm ist).
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mut brauchts ja nicht nur zum Lieben, sondern überhaupt im ganzen Leben.

    Also: Den Mutigen gehört die Welt.
    Ich finde die folgende Zeile aus dem Lied "Bist Du dabei" von Silbermond auch ganz passend:

    "Komm' bekämpfe deine Ängste, und dein Mut wird dich auffangen..."

    .: Gnōthi seautón! :.
    . : .
    Die entspanntesten und natürlichsten Bewegungen unserer Seele sind die schönsten;
    ihre besten Werke sind ihre ungezwungensten. (Montaigne)
    . : .
    Great relief and relaxation come to everyone who no longer protects imaginary ideas about himself. (Vernon Howard)

  6. Inaktiver User

    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    ich verstehe noch nicht, was das Thema mit "Drei-Monats-Geschichten" zu tun hat.

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    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Zitat Zitat von LeMay Beitrag anzeigen

    Und am Ende liegt es halt in Gottes Hand, ob ich den ultimativen Jackpot bekomme. Die nymphomanische Blondine mit den Riesenbrüsten.
    Ist jetzt echt das Oberklischee, oder?


    Nasstja,

    ich stimme dir voll und ganz zu - lieben braucht Mut!

    Wenn man weniger Angst hat vor dem Verlieren, und das quasi mit einkalkuliert - dann kann man eigentlich nur gewinnen, oder? (Man muss sich aber schon was trauen)

    Und du hast auch recht - zuviele posts beziehen sich immer nur darauf, was der andere für einen macht, ob er einem gut tut usw.

    Das ist natürlich total egoistisch gedacht, wird so aber meist gar nicht wahrgenommen.

    Es geht schon um eine Großzügigkeit, ums Schenken - aber um das großzügige Schenken aus innerer Freiheit heraus. Dass das nichts damit zu tun hat, irgendwelchen Idioten hinterherzulaufen und sie durch 'Liebe' zu bekehren (wie du das so treffend ausgedrückt hast), versteht sich von selbst.

    Denn dieses Hinterherlaufen, und diese angeblich so selbstlose Liebe (also wenn der andere einen schlecht oder lieblos behandelt), bedient auch das Ego, aber eben auf eine verquere Art - hat meist mit unguten Kindheitsmustern zu tun und der Wiederholung derselben weil man's so gewohnt ist. Das ist dann keine Freiheit, sondern nichts als Konditionierung.

    Sprich, wenn die Großzügigkeit und die selbstlose Liebe mißbraucht wird - auf jede noch so subtile Art - dann wird die innere Freiheit angetastet. Dann sollte man sich sofort zurückziehen, und sich innerlich frei (so frei wie es eben geht) von der anderen Person machen (möglichst ohne sie gleich zu verdammen, denn das 'bindet' einen auf andere Art weiter an die Person). Dass das nicht immer so einfach ist, liegt auf der Hand. Aber es lohnt sich, da mal etwas zu üben

    Das Üben lohnt sich wirklich.

    Man kann zu einem echt virtuosen Gefühlsakrobaten werden - aber der Gefahren sind nie genug, denn wenn man das gelernt hat, könnte man das ganze auch einsetzen, um sein Ego zu bedienen. Darum wiederum geht es natürlich nicht. Da heisst es dann, genauso auf der Hut zu sein - also nicht nur aufpassen, was der andere mit einem so macht, sondern auch auf sich selbst aufpassen.

    Klingt das jetzt abgebrüht und berechnend? Wenn dahinter immer noch eine selbstlose Liebe ist, die nichts verlangt, dann ist das nicht so.

    Bei alledem geht es darum, nicht wirklich etwas für sich selbst zu wollen, sich aber auch nicht für irgendjemanden zu verbiegen. Immer sehr klar bleiben, immer bei sich selbst bleiben innerlich. Geht nur, wenn man schon ziemlich zufrieden mit sich selbst ist, und ziemlich frei.

    Da die meisten viel wollen vom Leben und einem Partner, ist das für viele nur schwer realisierbar, seh ich ein.

    Aber trotz alledem kann man das immer wieder üben. Ich kanns nur immer wieder sagen: lohnt sich!!

    Letztendlich ist die Liebe ein einziges Paradox, und das Leben (und die Liebe) ist ein einziger Tanz auf den Seil. Du kannst dir deiner Sache nie sicher sein - es geht immer ums Ausbalancieren sonst stürzt du ab. Aber wenn du das von vorneherein so akzeptierst, und wenn du deshalb nicht stöhnst (man muss ja schon immer wach und aufmerskam bleiben), dann kann das ja auch jede Menge Spaß machen! Und auch die Abstürze sind dann nicht mehr ganz so schlimm
    ***The only constant thing in life is change***

  8. Inaktiver User

    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich verstehe noch nicht, was das Thema mit "Drei-Monats-Geschichten" zu tun hat.
    Ich hatte inzwischen überlegt, alles nochmal zu durchdenken und ins Reine zu schreiben. Die Idee, meine Frage, ist noch etwas unausgereift.

    Jetzt ist es das Thema aber "draußen". Und ist bestimmt auch gut so.

    Die Dreimonatsgeschichten sind wohl nicht das Hauptthema, auch wenn sie jetzt im Titel stehen. Aber sie stehen für mich so ein bisschen für die große Erwartungshaltung, mit der viele Frauen am Anfang da stehen und abwarten was er jetzt "liefert" und ob er auch genug wirbt etc. und man sich gegenseitig abcheckt und dann wird Schluss gemacht und man meldet sich wieder online an.

    Anstatt mal zu überlegen ob man eine wirkliche Begegnung überhaupt zugelassen hat und nicht nur sein eigenes "Anforderungsprofil" abgeglichen hat.

  9. Inaktiver User

    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Denkst Du vor allem daran, dass die Beziehung über das internet bzw. Single-Börsen entstehen sollte?
    Oder auch an Leute, die sich z.B. am Arbeitsplatz oder bei einem Hobby kennenlernen?

  10. User Info Menu

    AW: Raus aus den Dreimonatsgeschichten. Selbst lieben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Anstatt mal zu überlegen ob man eine wirkliche Begegnung überhaupt zugelassen hat und nicht nur sein eigenes "Anforderungsprofil" abgeglichen hat.


    Genau. Eine wirkliche Begegnung zulassen, heisst, das Herz öffnen und den anderen übers Herz spüren. Das kann eine schöne Begenung sein, und heisst aber deshalb trotzdem noch lange nicht, ob es deshalb zu einer Beziehung kommt oder nicht.

    Aber vielleicht kann man ja auch schon so eine Begenung einfach als ein interessantes, manchmal tolles, Abenteuer sehen.

    In jedem Fall machen solche 'Herzbegenungen' irgendetwas Besonderes mit dem anderen (und mit sich selbst natürlich). Nur - etwas Verbindliches kann man deshalb noch lange nicht erwarten. Da spielen tatsächlich nochmal andere Faktoren eine Rolle.
    ***The only constant thing in life is change***

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