Hallo Partnerin!
Ja, habe in der Tat bissl gestaunt über die Fortsetzung des Stranges, aber ist nicht so schlimm!Scheinbar ist das Ganze ja ein "universelles" Problem, und ich habe mich in letzter Zeit sowieso zurückgehalten hier, einerseits, weil ich (während der meisten Zeit) mittlerweile ruhiger geworden, andererseits, weil ich die Antworten hier erst einmal sacken lassen wollte, und ich in Zukunft eher meinem Gefühl nachspüren wollte, und das weniger hier austragen... dennoch lese ich natürlich mit und würde gern wissen, wie es Dir in den letzten Tagen ergangen ist?
Mein Wochenende war besser als anfangs befürchtet. Es gab ein, zwei Momente, in denen mein kleiner Dämon in mir wieder stark geworden ist und scheinbar unhaltbar angegriffen hat, aber das eine Mal hab ich mich selbst wieder gefangen, und das andere Mal es mit ihm besprochen, und ihn um Geduld gebeten, die er mir gewähren wollte. Den einen oder anderen aha-Moment (bzw. oh-Moment) habe ich dennoch gehabt, sowohl gute als auch weniger gute... naja.
Partnerin,
ich kenne das Gefühl nur zu gut, das Du angesprochen hast. Dieses erzwingen-wollen-der-Wahrheit, dass er sieht, welches schofeliges Verhalten er an den Tag legt, und man dadurch schon ein wenig "Genugtuung" erfährt... aber - das passiert in den seltensten Fällen. Im Film kommt der Typ dann auf Knien angerutscht und fleht um Verzeihung, aber im Leben ist es wohl meistens so, dass solche Menschen gedankenlos durch's Leben gehen, und sich ihres Verhaltens entweder nicht bewusst sind, oder sich schnell und ohne Reibung und Vorwürfe, und womöglich auseinandersetzen mit den eigenen Unzulänglichkeiten, aus der Situation ziehen wollen.
Was Deine Geschichte angeht - er scheint es nicht eilig zu haben, Dich näher kennenzulernen. Wozu will er eine Email schreiben, wenn er sich genauso gut treffen könnte, und das Kennelernen einfach in die Tat umsetzen? Für mich hört sich das nach Hinhalten, oder besser "Entgehen von Auseinandersetzungen auf emotionaler Ebene" an.
Die Abschiedsemail von Dir hat funktioniert, wenn Du es möchtest. Für mich - so wie es sich liest - kann von deiner Seite nur ein Abschied folgen... eine Auszeit ankündigen? Nimm sie Dir einfach. Lass ihn ziehen, und die Auszeit ist automatisch dabei. Wenn er sich in der Zwischenzeit eines Besseren besinnt, ist das gut, aber ich denke, nicht sehr wahrscheinlich... es mag ja auch sein, dass Du ihm nicht egal bist, sogar sehr wahrscheinlich, aber wenn er nicht mit Dir sein kann/will, dann gibt es nichts, was Du tun kannst...
Aber gut, ich rede mich auch leicht, in der Situation würde ich mich vielleicht auch an seinen Gesten hochziehen, die hie und da eingestreut werden...
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Ergebnis 151 bis 156 von 156
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10.12.2010, 08:45Inaktiver User
AW: Langsames Kennenlernen oder Schönreden?
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10.12.2010, 12:29Inaktiver User
AW: Langsames Kennenlernen oder Schönreden?
(Hallo Panamissy!)
fast unheimlich
Freut mich sehr für dich!Mein Wochenende war besser als anfangs befürchtet. Es gab ein, zwei Momente, in denen mein kleiner Dämon in mir wieder stark geworden ist und scheinbar unhaltbar angegriffen hat, aber das eine Mal hab ich mich selbst wieder gefangen, und das andere Mal es mit ihm besprochen, und ihn um Geduld gebeten, die er mir gewähren wollte. Den einen oder anderen aha-Moment (bzw. oh-Moment) habe ich dennoch gehabt, sowohl gute als auch weniger gute... naja.
Dieses Bedürfnis hätte ich in dem Fall, dass es ein Spiel von ihm war.ich kenne das Gefühl nur zu gut, das Du angesprochen hast. Dieses erzwingen-wollen-der-Wahrheit, dass er sieht, welches schofeliges Verhalten er an den Tag legt, und man dadurch schon ein wenig "Genugtuung" erfährt...
Aber ich glaube nicht, dass ich es mit einem dieser Sorte zutun habe.
Weil er Zeit braucht, er hat mir seit der Mail ein paar offene Bemerkungen über sein Dilemma gemacht.Wozu will er eine Email schreiben, wenn er sich genauso gut treffen könnte
Das Warten wurde hier (v.a. im Strang "Einfach schauen wie es sich entwickelt") total gut besprochen.
Manche haben gewartet auf die herzliche (vlllt auch sexuelle) Öffnung des anderen, wobei sie aber in Kontakt waren und den anderen schon regelmäßig getroffen haben.
Die Fälle mit den Bindungsphobikern (vereinfachend gesagt) warten ja ohne regelmäßigen Kontakt. Da besteht die Gefahr auszubrennen, v.a. wenn es sich länger hinzieht.
Warten an sich auf einen geliebten Menschen sehe ich nicht als die Schwierigkeit, warum sollte ich meinem zukünftigen Partner nicht schon vor der Beziehung die Zeit schenken, die ich ihm auch nachher schenken will. Problematisch ist das Warten auf jemanden der zurzeit fast keine Nähe zulassen kann und das auch noch ohne Gewissheit, ob derjenige nachher Partner sein wird. Es ist ein relativ großes 'Opfer', wenn man einer Person die man nicht viel treffen kann seine ganze Zeit opfert, ohne zu wissen ob sie am Ende nicht einfach gehen wird, "weils doch nicht passt". Dann hat man das Unangenehme mit dem Unnützen verbunden
und ist nur eins: älter geworden.
Es ist wahrscheinlich auch ein Entgehen auf emotionaler Ebene, weil Wunden noch offen sind. Mittlerweile bin ich schon ganz ruhig geworden, zB dem Mann gegenüber bei dem es bei mir geht empfinde ich nur noch tiefe Zuneigung. Wir haben uns noch nicht gesprochen, aber ich bin jetzt schon im Frieden mit ihm, egal ob er mir mitteilen wird dass er eine Beziehung mit mir will (und ich ihn nur falsch verstanden habe) oder dass er im Lauf unserer Kennenlernphase gemerkt hat (zu seinem eigenen Leid, und das ist sicher die Wahrheit), dass er sich noch nicht von seiner letzten Beziehungserfahrung gelöst hat. Es ist in diesen Tagen hier passiert, durch das Mitlesen, dass ich meinen Frieden damit gefunden habe.Für mich hört sich das nach Hinhalten, oder besser "Entgehen von Auseinandersetzungen auf emotionaler Ebene" an.
Es kann überhaupt nichts mehr schiefgehen, wenn ich die Mail von ihm heute oder morgen lese und wir uns dann noch treffen und drüber reden. Entweder wir kommen zusammen oder wir bleiben nur Freunde, und da ist es dann ganz normal dass man sich im Durchschnitt einmal die Woche sieht und was unternimmt, mache ich auch mit meinen anderen FreundInnen im Durchschnitt nicht öfter.
es geht bei ihm ums "können", aber genauso ist eses mag ja auch sein, dass Du ihm nicht egal bist, sogar sehr wahrscheinlich, aber wenn er nicht mit Dir sein kann/will, dann gibt es nichts, was Du tun kannst...
ich glaube ich hab durch ihn zum ersten Mal verstanden dass auch Männer nach einer unglücklich auseinandergegangenen Beziehung am Boden sein können; bisher habe ich eher dazu geneigt sie da für weniger empfindlich zu halten.
Wie soll man sich denn an solchen Gesten nicht hochziehenAber gut, ich rede mich auch leicht, in der Situation würde ich mich vielleicht auch an seinen Gesten hochziehen, die hie und da eingestreut werden...
Das wärs ja!
Ich wünsch dir total alles Gute mit "deinem" und dass ihr Euch noch länger miteinander entwickelt!, auch wenn dus was ich verstehen kann ab jetzt nicht mehr so zerpflücken und diskutieren willst (wahrscheinlich weils passt).
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20.12.2010, 21:57
AW: Langsames Kennenlernen oder Schönreden?
Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook
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21.12.2010, 00:11Inaktiver User
AW: Langsames Kennenlernen oder Schönreden?
Festgemacht habe ich es daran, dass Männer in meinem Umfeld nach Trennungen oft sehr bald das nächste Verhältnis hatten und eine Trennung nicht als Grund zu Selbstzweifeln oder Selbstkritik gesehen wurde. Ich hatte nie den Eindruck, dass sie gelitten hätten. Pragmatisch denken - es gibt auch noch andere Frauen!
Mittlerweile beziehe ich auch ein, dass dahinter ein nicht-allein-sein-Können oder Verdrängung etc. stecken können. Muss nicht sein, aber kann sein.
Aus welchen Grund sollten Männer weniger verletzbar sein?
Verletzbarkeit setzt Kontakt zu eigenen Gefühlen voraus, der ist bei vielen Männern abgeschnitten. Sie sind außenorientierter, weil sie auch ständig außen gefordert werden. Wer den Kontakt zu seinem Inneren gar nicht so hat und auch nicht hinterfragt bzw. herstellt, kann garnicht im gleichen Maß verletzt sein. (Vielleicht produziert der Körper als Ersatz etwas Psychosomatisches und dann kommt das große Staunen, ohne den Zusammenhang zu erkennen.)
Mir scheint, Männer müssen bewusst die Entscheidung treffen "so, ich beginne jetzt, mich auch für das Gefühlsleben zu interessieren". Von selbst tut sich da wenig. Vor allem, weil die Männerwelt (in der wir leben) von außen ihnen vermittelt, dass sie für was anderes geschaffen wären. Und naja, Unempfindlichkeit kann zu gewissen Zeiten auch reizvoll erscheinen, sonst würden sich nicht so viele damit brüsten und auch noch stolz drauf sein. Dass es eine Sackgasse ist, auf das kommt man ja erst wenn man schon tiefer im Schlamassel sitzt.
Was ich besser fände:
Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, es so am Besten zu finden, wie es ist.
Frei nach der Theorie, dass es so gekommen ist, weil es notwendig war. Im Alltag versuche ich, mich mit gefühllosen Männern um die man nicht herumkommt, zu arrangieren. Ins Wohnzimmer oder woanders hin wird mir mein Leben lang keiner davon kommen.
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21.12.2010, 11:34
AW: Langsames Kennenlernen oder Schönreden?
Erstens ich dachte auch genau das, dass Männer weniger gefühlvoll sind und von gefühlvollen Partnerinnen schnell die Nase voll kriegen, bzw. es wird einem auch vermittelt von der Außenwelt:
z.B. ein Spruch den ich kürzlich gehört habe. Ich wollte einem Bekannten schreiben (wir haben uns schon verschiedenes Persönliches erzählt, dass es mir in meinem privaten Umfeld nicht so dolle geht momentan, was mich sehr belastet. Ne Freundin meinte, "tu das nicht." Es gibt nur sehr weniger Männer, die sich gerne Probleme anhören"! Ich bin noch nicht schlüssig, ob ich ihm das in meinen Weihnachtsbrief reinschreiben soll oder nicht (FÜR TIPPS BIN ICH DANKBAR!)
[/QUOTE]Was ich besser fände:
Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, es so am Besten zu finden, wie es ist.
Frei nach der Theorie, dass es so gekommen ist, weil es notwendig war. Im Alltag versuche ich, mich mit gefühllosen Männern um die man nicht herumkommt, zu arrangieren. Ins Wohnzimmer oder woanders hin wird mir mein Leben lang keiner davon kommen.
Wie hast du es geschafft, die eine solche Lebenseinstellung aufzubauen? Das würde mich sehr interessieren!
glg E.
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21.12.2010, 12:13Inaktiver User
AW: Langsames Kennenlernen oder Schönreden?
[/QUOTE]
Wie hast du es geschafft, die eine solche Lebenseinstellung aufzubauen? Das würde mich sehr interessieren!
glg E.[/QUOTE]
V.a. durch lesen, ich bin zu jung um mir einen Überblick über die Entwicklung von Generationen selbst machen zu können. Aber auch sehr durch das Erwachsenwerden und Ausziehen von zuhause. Als Kind und Jugendliche/r ist oft alles ziemlich "schlaraffig" und man kommt auf gute Ideen oder fordert eine bessere Welt, ist sich aber nicht klar, wie schwierig das ist. Weil die meisten Menschen gar nicht die Kapazität haben, sich um ihr Glück zu kümmern, sondern ihr Überleben sichern müssen. Zum Überleben hat die Gesellschaft bei uns eben diese Aufspaltung der Persönlichkeit produziert - keine Gefühle im Berufsleben usw., es geht nur ums Funktionieren. Und jemand der täglich das Erfüllen muss, verliert natürlich die Kraft, nach der Arbeit "klick" umzustellen auf große Gefühlswelt. Dazu kommt, dass Männer naturgemäß außenorientierter sind, für sie ist es viel schwerer sich da zu entziehen und das zu begründen.
Wenn das alles ein schlechter Witz wäre, würde er sich nicht so lange halten. Es gibt keine Verschwörung der Geschlechter... Die meisten sind getrieben, kaum welche genießen das oder wollen einfach provozieren. Für die Frauenrolle ist halt noch immer mehr Gefühlsleben vorgesehen weil da wahrscheinlich schon die Ahnung da ist, wenn man das auch noch streichen würde, würde das wirklich eine andere Art Lebewesen heranzüchten.
Also ich kann sicher nicht richtig beurteilen, was für Vorteile es hatte, dass sich die Rollen so entwickelt haben, aber es muss irgendwie von Vorteil gewesen sein, weil es sich sonst nicht durchgesetzt hätte. Vielleicht war es einfach nur der Weg des geringeren Übels.




Scheinbar ist das Ganze ja ein "universelles" Problem, und ich habe mich in letzter Zeit sowieso zurückgehalten hier, einerseits, weil ich (während der meisten Zeit) mittlerweile ruhiger geworden, andererseits, weil ich die Antworten hier erst einmal sacken lassen wollte, und ich in Zukunft eher meinem Gefühl nachspüren wollte, und das weniger hier austragen... dennoch lese ich natürlich mit und würde gern wissen, wie es Dir in den letzten Tagen ergangen ist?
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