Ich war in so einer Situation, gar nicht lange her.
Ich sehe es aber nicht so, dass ich etwas vorgespielt habe. Eher, dass ich gar keine großen Gefühle hatte und aber dachte, wir könnten ja mal gucken und sehen, und uns näher kommen... und das Gegenüber eben schon "voll aufgedreht" hat. Dann gab es einige Kleinigkeiten in den realen Begegnungen, bei denen ich das Gefühl hatte, gar nicht gemeint zu sein (sondern dass er sich eher in das Gefühl des Verliebtseins verknallt hatte). Das hat dann sehr schnell zum Stopp meinerseits geführt.
Ogott, das könnte ich nicht. Als es mir klar war, von jetzt auf gleich hier bei mir zuhause, habe ich mir noch zwei, drei Stunden Bedenkzeit gegeben und dann bin ich direkt hin und habe es Auge in Auge gesagt. Anders könnte ich das nicht.Wenn ich mich nicht von mir aus melde, nur kurz und knapp antworte - sind das nicht Signale genug?
Wir treffen uns weiterhin und gehen manchmal zusammen weg.
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Ergebnis 31 bis 40 von 310
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07.10.2010, 21:35Inaktiver User
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Geändert von Inaktiver User (07.10.2010 um 21:39 Uhr)
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07.10.2010, 21:49
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Meist geht dem "Nichtmelden" ja etwas voraus. Etwa ein " Ich fand den Abend sehr schön, würde mich freuen, wenn wir das wiederholen" oder so etwas in der Art. Dann kommt meist eine Antwort a la "Ich auch. Melde mich bei dir"
So, und nun sitzen die meisten da und warten.
Find ich blöd, denn wäre man so ehrlich gewesen und hätte gesagt " Es war ein schöner Abend, ja, aber sei mir nicht böse, für mehr reicht es nicht" wäre der andere KURZ traurig, müsste aber dann einsehen, das Gefühle nun mal nicht steuerbar sind.
Wenn man nicht gerade auf einen "komischen" Menschen getroffen ist, der GAR nichts versteht, dann wäre man ihn so auch viel schneller los
und müsste sich nicht mit Fragen wie " Alles gut bei dir?" oder sonstigem rumschlagen...
Für beide Seiten besser...Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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07.10.2010, 21:56
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Alarm! Alarm!

Ok, ich muss aber gestehen: Kann auch von mir kommen, ohne dass ich es so meine. Oder deutlich: Sage, ich werde mich melden und werde genau DAS ganz sicher NICHT tun.
Als geringsten Weg des Widerstandes. Oder wie auch immer ich mich jetzt versuchen könnte, da raus zu reden...
Auf der anderen Seite:
Bekomme ich das zu hören, hake ich es ab.
Schön, wenn er sich dann meldet. Nicht soooo schlimm, wenn nicht - hab ich ja eh mit gerechnet."Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
(Mia Wallace)
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07.10.2010, 22:00
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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07.10.2010, 22:03
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Ja, aber jetzt drehen wir uns doch im Kreis, oder?
Wenn ich ehrlich bin und sage:
"Es gefällt mir nicht, wie Du redest, Dich bewegst, das Glas hältst oder oder oder" dann verletze ich.
Will ich auch nicht.
Also dann ein "Du, es passt einfach nicht!"
Und ich frage wieder:
Das würde reichen?"Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
(Mia Wallace)
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07.10.2010, 22:10
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Sag ich doch. "Normalen" Menschen schon.. Hat bei mir so rum und so rum bis jetzt gut funktioniert. Seitdem ich das so praktiziere ist es mir auch nicht mehr unangenehm, wenn ich den anderen zufällig mal wiedersehe... Das war es vorher immer...
Na ja, das gilt natürlich nur so lange, wie man sich selber nicht völlig verbindlich gezeigt hat.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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07.10.2010, 22:28Inaktiver User
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Ich bin der Meinung, dass die wenigsten gelernt haben einen Korb zu geben, so dass der andere nicht vor den Kopf gestossen wird.
Es gibt einen Unterschied zwischen verletzender Ehrlichkeit und menschlicher Ehrlichkeit.
Man muss dem anderen nicht auf die Nase binden, dass einem die Art und Weise wie er sich bewegt oder eine Hakennase oder eine Warze, die als störend empfunden wird, nicht gefällt. Ich gehe dabei von einem "normalen" Treffen aus bei dem der andere sich den Regeln unserer Gesellschaft und den Höflichkeitsformen, die bei uns gelten, entsprechend verhält. Ist jemand ausfallend oder grob dann kann man auch definitv eine Grenze setzen.
Wie ich hier gelesen habe ist das Argument, dass man denjenigen nicht verletzen will wenn man sich nicht mehr meldet.
Das klingt ziemlich heroisch, ich empfinde sowas eher als Bevormundung. Er oder Sie bestimmt, dass ich das nicht aushalte wenn mir ein Korb gegeben wird und deswegen nimmt er oder sie die Entscheidung vorweg und meldet sich nicht mehr.
Ich empfinde das als feige unter dem Deckmantel dem anderen nicht weh zu tun.
Dass es auch anders geht haben erst vor kurzem hier zwei Beispiele gezeigt.Geändert von Inaktiver User (07.10.2010 um 22:36 Uhr) Grund: Ergänzt
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07.10.2010, 22:55
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
ich hab sowas geschrieben dass ich von der Bildflaeche verschwinde. Das hab ich mal gemacht da war ich 16 und das ist somit verjaehrt und sie hat es glaube ich ueberlebt. Das war ein Missverstaendnis, war nicht verliebt und es war ein Fehler, das geb ich zu. Ansonsten ging es immer fair bei mir zu. Ich zwang oder besser ueberredete ganz selten jemand zu etwas das sie nicht wirklich selbst wuenscht oder was sie nicht wirklich aus tiefstem Herzen moechte (wenn jemand denn weiss was die eigenen tiefste Wuensche sind bzw. die gerade selbst am entdeckt ist, sich selbst gerade kennenlernt... oft genug erlebt...).

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07.10.2010, 23:56
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Ich glaube, es gibt viele unterschiedliche Gründe für so ein - manchmal nur angebliches - abtauchen.
Mir fallen auf Anhieb drei Männer ein, die mir das unterstellen (könnten).
Zum einen ein Ex, mit dem ich lange Jahre zusammen war. Leider hat die Beziehung uns beiden nicht gut getan und die Trennung war schwer und schmerzhaft. Weil ich diejenige war, die sich entliebt hatte, war ich mir irgendwann meiner Verantwortung ihm gegenüber bewußt und habe den Kontakt abgebrochen. Wir wären sonst vielleicht nie voneinander los gekommen. Ich habe das durchaus angekündigt, versucht, mein Verhalten zu begründen, etc. Aber ich weiß, dass es so bei ihm nie angekommen ist.
Aus seiner Sicht habe ich aus heiterem Himmel (ca. ein Jahr nach der ausgesprochenen Trennung!) den Kontakt abgebrochen!
Von Mann Nr. 2 habe ich mich angeheitert abschleppen lassen. Sympathischer Typ, sehr jung - und wie sich mit zunehmender Ernüchterung herausstellte - mir zu deutlich unterlegen. Bis dahin noch nicht mal ein ernsthaftes Problem - ging ja in erster Linie eh nur um Spaß (für alles andere war der Altersunterschied deutlich zu groß). Leider verstand er so klare Ansagen wie "ruf mich nicht auf der Arbeit an" nicht! Dezentes "nicht zurückmelden", dass ich als deutlich angenehmer empfunden hätte, hat er offenbar nicht verstanden, so dass ich dann doch noch den Holzhammer auspacken mußte und ich seh es wie einige andere hier - das hätten wir uns beide gut ersparen können! War für keinen von beiden angenehm und selbst so ist garantiert der Eindruck entstanden, ich hätte mich unmotiviert zurückgezogen.
Den letzten habe ich kürzlich ziemlich abserviert, obwohl ich gerne anders reagiert hätte. Die Gesamtumstände haben mich aber dazu bewogen, etwas unfreundlich und dann gar nicht mehr zu reagieren.
Wir hatten einen großartigen Abend, der leider so nicht wiederholbar ist und bevor es einem von uns richtig weh tut, hab ich mich entschlossen, das schnellstmöglich ohne großes Theater zu beenden.
Ich sehe das durchaus als "Verantwortung übernehmen" und denke doch, dass man den anderen weniger verletzt, wenn man ihm einiges an Bemerkungen erspart. Und sei es nur unsinnige Hoffnung, weil es nicht für jeden einleuchtend ist, wenn man "Lebensumstände" als große Differenz angibt...Geändert von Idontknow (08.10.2010 um 00:14 Uhr)
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08.10.2010, 08:37Inaktiver User
AW: Plötzlich kein Interesse/Gefühle mehr - aus der anderen Perspektive
Ich lese hier sehr unterschiedliche Fälle, die ich für mich auch ganz unterschiedlich betrachten würde.
Wenn es in der Kennenlernphase das Gefühl gibt: der andere ist begeistert, aber ich frag mich ständig, in welchem Film ich mitspiele: o.k., so etwas "kalt" zu beenden (nicht mehr melden in der Hoffnung, der andere kapiert das) - kann ich irgendwie nachvollziehen.
Auch wenn es schon Diskussionen oder Auseinandersetzungen gab, die deutlich machen, dass die Vorstellungen zu unterschiedlich sind (auch wenn das nur einer von beiden so empfindet!), kann ich verstehen, wenn dann jemand mal entnervt einfach den Kontakt abbricht.
Ich hatte auch schon Kontakte, die in einem Anfangsstadium "eingeschlafen" sind, obwohl sie vielversprechend begonnen haben, da kenne ich auch beide Seiten. Da blieben keine Fragen offen, weil es keine gab....
Das finde ich auch nicht schlimm, that's life.
Es gibt aber die Fälle, und so hatte es Morcheeba eingangs erwähnt, wo tatsächlich eine gewisse Intensität da war - wo es evt. auch Sex gab - und dann wird der Kontakt ohne große Erklärung abgebrochen.
Ich geb zu, mit so was kann/könnte ich nicht gut umgehen.
Da bohre ich nach, da will ich's wissen.
Hat da jemand gemerkt, dass es vorbei ist, dass es für eine Fortsetzung nicht reicht?
Dann fände ich ein paar klärende Worte angemessen, auch wenn es beiden Seiten weh tut.
Wenn diese Erklärung gar erbeten wird, dann zieht für mich das Argument "ich will dem anderen nicht weh tun" nicht: dann ist da ein Mensch, der es eben gern wissen möchte, um abschliessen zu können.
Ich empfinde es als bevormundend, wenn der andere dann meint, er wüsste besser als ich, was in der Situation gut für mich ist.
Damit meine ich nicht die Beendigung als solche - die gilt es selbstverständlich zu respektieren - sondern die Art und Weise, wie mir das vermittelt wird.
Vielleicht bin ich für die Variante:"dass ich mich nicht mehr bei dir melde, sollte dir doch deutlich machen, dass ich keinen Bock (mehr) auf dich habe" auch einfach zu altmodisch.... wobei ich das Prinzip schon verstehe und mir klar ist, dass es wohl einfach hingenommen werden muss.
Dann sollte doch jeder froh sein, dass so eine Liaison vorbei ist, aber die Freude will sich nicht so Recht und schon gar nicht schnell einstellen, das kenne ich aus einigen Geschichten (nicht nur selbst erlebt).
Warum ist das dann so?
Weil die Hoffnung, die sich aus dem Vakuum der Sprachlosigkeit speist, sehr lange brauchen kann, bis sie gestorben ist?
Alternativ kann sonst wirklich der Eindruck entsehen: da wollte sich jemand emotional ein wenig austoben, und nach dem austoben bist du eben abgehakt wie ein langweilig gewordenes Spielzeug.
Ich spreche nicht von ausnutzen - jeder ist für sich und seine Handlungen selbst verantwortlich - aber wer ist verantwortlich für die Auswirkung großer Worte, die in einem Überschwang ausgesprochen werden, der dann, warum auch immer, eines Tages nicht mehr da ist?
Der Sender?
Der Empänger?
Keiner?
Ich hab es mir zur Gewohnheit gemacht, mit allen Flirts ab einem gewissen Punkt eine Vereinbarung zu treffen: wenn es aus ist, dann lass uns klar Abschied nehmen. Mit Worten.
Meistens hat das funktioniert, auch wenn es nicht immer ein leichter Abschied war.
Ich bin inzwischen Abschiedsexpertin....



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