@ pommesmayoZum einen: Der Wunsch nach Zugehörigkeit, Geborgenheit, Zärtlichkeit und Sex ist durchaus normal. Es wird jedoch problematisch, wenn man sein Leben nur noch als unglücklich empfindet, sobald man auf sich selbst zurückgeworfen wird, wenn man sich nicht selbst stabilisieren kann, sondern dafür grundsätzlich die Bestätigung durch andere braucht. Das nenne ich bedürftig. Was den Sex angeht, so gibt es eine Lösung für die Singlefrau, die keinen seelenlosen Sex mit Fremden will, nämlich einfach auf eigenen Handbetrieb umstellen. Sie ist deshalb ja nicht weniger attraktiv.jeder Mensch ist doch bedürftig, das gehört doch zum Menschsein dazu. Jeder sehnt sich nach Liebe geborgenheit, Zuwendung und die gibt man sich ja auch normalerweise in einer gut funktionierenden Beziehung.
Es ist nicht verwerflich, bedürftig zu sein, aber man wird dadurch sehr verletzbar. Außerdem macht offen zur Schau gestellte Bedürftigkeit nicht gerade attraktiv, weil der andere nicht weiß, ob er diese hohen Erwartungen, die da an ihn gestellt werden, überhaupt erfüllen kann. Folge: Er zieht sich zurück. Ein Partner ist ein Partner und kein Therapeut für Selbstwertprobleme. Wenn man so einen braucht, dann sollte man sich an so einen wenden.
Man sollte schon in der Lage sein, selbst dafür zu sorgen, um sich mit seinem Leben wohlzufühlen. Das kann man nicht an andere delegieren. Die Liebe eines Mannes sollte der Luxus in unserem Leben sein, nicht das tägliche Brot, auf das wir zum Überleben angewiesen sind. Das müssen wir schon selbst ranschaffen.
@ EnteSuessSauerSo wie Du habe ich das in den 70er Jahren auch gesehen. Inzwischen ist die Individualisierung immer weiter fortgeschritten, Menschen sind immer weniger bereit, Kompromisse zu machen, wenn es um einen Partner geht, und beim Kennenlernen grassiert eine unglaubliche Unverbindlichkeit zwischen den Geschlechtern: Man kann sich in einer Singlebörse eine Woche lange die persönlichsten Dinge schreiben, und danach hört man nie wieder was vom anderen, nicht mal eine Abschiedsmail: "Sorry, hab jemand anderen gefunden." Jeder maximiert nur noch seinen eigenen Nutzen. Auch Sex bedeutet keinerlei Verbindlichkeitsversprechen mehr, sondern ist nur noch ein Check-it-out-Bestandteil des Kennenlernens. Die Familien werden immer instabiler. Heute wird jede zweite Ehe geschieden! Die Menschen sind immer weniger bereit, Sozialbeziehungen, die ihrer Selbstverwirklichung im Wege stehen, auszuhalten oder sie wenigstens fair zu beenden.Die 90% von Latona würde ich aber ins Reich der Mythen verabschieden, das ergibt schon aufgrund der Biologie des Menschen keinen Sinn, da wir als Wesen mit sehr ausgeprägtem Sozialsinn sonst keine stabilen sozialen Gruppen, insbesondere Familienverbünde, mehr bilden könnten. Und die Familie ist trotz allem immer noch der Normalfall .. und die hat rein gar nichts mit der ebenso überhöhten Bedeutungszuweisung an das hehre Institut der Ehe zu tun.
Ich bin selbst eine große Anhängerin des Individualismus und hasse soziale Kontrolle, aber wenn jeder nur noch nach seiner eigenen Selbstverwirklichung strebt, bleiben zwangsläufig immer mehr verletzte Menschen zurück. Für mich ist die Unverbindlichkeit, die zwischen den Menschen inzwischen herrscht, inzwischen zu groß geworden. Da werden bindungswillige Menschen ewig von bindungsscheuen Menschen hingehalten, anstatt, dass sie Klartext reden. Und auch die Skrupellosigkeit, wie manche mit den Gefühlen anderer spielen, nur um sich selbst zu bestätigen, greift immer mehr um sich, Stichwort "Marktwert testen". Man kann sich immer wenig darauf verlassen, dass jemand, der nett zu sein scheint, auch wirklich nett ist und nicht nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Wer da bedürftig ist, hat echt die Arschkarte gezogen.
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09.08.2010, 15:18
AW: Die alte Leier - warum meldet er sich nicht selbst
Geändert von Latona (09.08.2010 um 15:34 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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09.08.2010, 19:57Inaktiver User
AW: Die alte Leier - warum meldet er sich nicht selbst
Liebe Latona,
Ich finde den oben von dir zitierten Absatz in weiten Teilen schon recht treffend beschrieben.Zumindest wenn ich an meine ehemalige Singlezeit denke, die auch ne Weile gedauert hat und in der ich ähnliche Sichtweisen entwickelt/Erfahrungen gemacht habe.Nein, falsch- ich kann diese Beobachtung schon auch allgemeiner auf das menschliche Umgebungsfeld sprich Gesellschaft
diesen Blick haben.
In der Singlephase war es irgendwie nur noch heftiger für mich manchmal zu fühlen.
Man kann selbst tatsächlich etwas dagegen tun, wenn man obiges erlebt und nicht für gut befindet- selbst anders leben und sich entsprechende Menschen suchen.Das funktioniert und es gibt sie dennoch zahlreich .Auch wenn man sie manchmal nicht sieht oder zu sehen meint
Was ich nicht richtig finde ist der Zusammenhang zur 'Bedürftigkeit', den du herstellst.
Im Prinzip geht es bei dem von dir Geschildertem nicht um 'Bedürftigkeit', sondern um bestimmte Werte, menschlichen Umgang miteinander.
Richtiger müsste es dann für mein Verständnis in deinem letztem Satz heissen: Wer solche (o.g.) Umgangsweisen nicht teilt, wer andere Werte hat ,hat echt die Arschkarte gezogen.
Das könnte sogar auf den ersten Blick stimmen.Ich glaube aber immer noch, das die 'Arschkarte' letztlich bei denen bleibt, die solche Werte/Umgangsformen vertreten und leben.In letzter Konsequenz eh.Aber das ist natürlich nur meine sehr subjektive Sicht.Sieht ein anderer womöglich genau anders rum
Wenn man äusserst 'bedürftig' in dem von dir gemeintem Sinne ist und den von dir geschilderten Umgang usw. nicht teilt, dann ist man natürlich anfälliger auf solche Mechanismen dennoch einzusteigen, selbst obwohl man sie nicht gutheisst bzw. sie einem nicht gefallen.Das ist der ungünstigste Fall.
Wenn man das ganze als solches( das von dir Beschriebene) aber gar nicht so übel findet, mehr in dem Rahmen von: so ist das heute halt eben, dann ist man natürlich schlecht beraten der 'bedürftige' Part zu sein, ist aber letztlich nur der Gegenpart zu dem, der quasi 'nimmt' bzw. die Bedürftigkeit eines anderen ausnutzt.
Da liegt die Sache dann für meine Begriffe schon anders gelagert.
Was ich kurzum sagen will- 'Bedürftigkeit' ist nicht gleichzusetzen mit Werten, menschlichen Umgangsformen.Da sollte man schon genauer hinsehen.
Gruss Tory
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10.08.2010, 00:01
AW: Die alte Leier - warum meldet er sich nicht selbst
Statistik ist ein schweres Geschäft und die Zahlen des statistischen Bundesamtes sagen etwas anderes. Tatsache ist, dass sowohl die Anzahl der Ehepaare, als auch die Bestandsdauer der Ehe steigt sowohl im kurzfristigen als auch im langfristigen Trend. Es werden etwa doppelt so viele Ehen neu geschlossen, wie geschieden. Die Dinge sind sehr viel komplexer, als uns der Boulevard gerne weismachen möchte. Was Deine Ausführungen zu den Auswüchsen unseres Sozialverhaltens in der modernen Gesellschaft nicht falsch macht.
Bei meiner These, dass Familie (auch ohne Ehe) der Normalfall ist, bleibe ich aber nach wie vor.
Liebe Grüße,
(oder Bussi, Tschüssi, Grüße, Tschö mit Ö, oder was man als Mann schreiben oder auch nicht schreiben darf
)
EnteSuessSauer
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10.08.2010, 23:36
AW: Die alte Leier - warum meldet er sich nicht selbst
Um Gottes Willen Dani!!!
Deine Beträge haben mich derart geschockt das ich mich glatt angemeldet habe...Dabei habe ich doch nur ein wenig Zerstreuung beim Hausarbeitschreiben gesucht.
Woher diese Verachtung für Frauen (und Männer gleichermaßen)
Die Männer meines Freundeskreises würden es als beleidigend empfinden, unterstellte man ihnen zwei Titten und ein Loch als allein ausreichende Schlüsselreize für sexuelle Betätigung. Denn sie sind weder so arm in ihrem Frauenbild noch so anspruchslos in ihrer Erotik. Es ist nicht das Problem dass du persönlich deine "Hürden"(zur Schatzkammer?!
) auf die dir eigene Weise setzt. In Wut versetzt mich die Verachtung mit der du andere abwertest und die Arroganz(oder mangelnde Erfahrung?- Nicht mit Erotik sondern mit unterschiedlichen Menschen) mit der du deine Sicht als die normale darstellst.
Sie ist aber von einer Verachtung geprägt das es mir die Sprache verschlägt! Und frauenfeindlich in einer Weise die man nicht mal mehr dem Aushilfsmacho in einer Dorfdisko durchgehenlassen würde!!!Es stimmt auch nicht(zumindest nicht für Männer die mir auch nur annährend gefallen könnten) das Männer Frauen ausschließlich in diese zwei Kategorien einteilen.
Jedem gehört sein Körper und wenn er nicht traumatisiert o. ä. ist schätzt er ihn wert, weiß was ihm guttut und setzt ihn in Beziehung zu anderen Aspekten des Fühlens. Schöner Sex tut gut, man gibt weil man durch das Geben (und natürlich auch das Nehmen..)genießt. Deine Benutz-Kategorien sind völlig unpassend, zumindest bei Handlungen die beide wollen!
Ich hatte in meinem Leben genau zwei Beziehungen, die eine hielt 3 und die Andere dauert nun seit 13 Jahren an(wobei es zugegebenermaßen gerade krieselt, hat aber nichts mit Sex zu tun)- mit beiden bin sehr schnell ins Bett gegangen, mit meinem Mann sogar am selben abend!!
Ich kann ja mal fragen wie er eine solche Schlampe heiraten konnte
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11.08.2010, 16:36
AW: Die alte Leier - warum meldet er sich nicht selbst
@ Tory
Du hast Recht, das sind zwei verschiedene Dinge.Was ich nicht richtig finde ist der Zusammenhang zur 'Bedürftigkeit', den du herstellst.
Im Prinzip geht es bei dem von dir Geschildertem nicht um 'Bedürftigkeit', sondern um bestimmte Werte, menschlichen Umgang miteinander.
Nur: Wenn man bedürftig ist, dann leidet man unter der Unverbindlichkeit und dem unfairen Verhalten von skrupellosen Nutzenmaximierern doppelt. Dann ist es nicht nur mehr eine moralische Frage des korrekten Umgangs mit anderen Menschen, sondern immer auch noch eine Frage der persönlichen Kränkung.
Es macht einen großen Unterschied, ob ein bedürftiger Mensch durch unverbindliches bzw. unfaires Verhalten in seiner eher negativen Selbsteinschätzung noch bestätigt wird (Stichwort: "Mich will ja keiner!"), oder ob ein Mensch mit stabilem Selbstwert sich sagt: „Von so einem Arschloch will ich eh nichts.“Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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17.08.2010, 07:14
AW: Die alte Leier - warum meldet er sich nicht selbst
Also Dani,
Ich hab so den Eindruck, dass du schon ziemlich auf diese Nase gefallen bist. Der Eindruck entsteht einfach, wenn man so deine Statments liest.In den allerseltensten Fällen entwickelt sich mehr, sonst hieße es auch nicht ONS. ODER?
Und wenn dein exquisiter Freundeskreis diese (respektlose) Meinung hat, ist es natürlich klar, dass du nicht auch in diese Schublade gesteckt werden willst. Wie schon öfters hier erwähnt, auf Freunde mit solch einer respektlosen und antiquierten Meinung könnte ich auch verzichten.
Ist es so schwer verständlich, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt? Und dass nicht alle Männer so denken und handeln, wie du es beschreibst?
Sicher gibts Männer, die ONS planen und dann tschüß sagen. Mir ist so was zu Glück noch nicht passiert. Die Männer haben eigentlich immer weiteren Kontakt zu mir gesucht. Und es sind auch mal Beziehungen daraus entstanden, obwohl es eben gar nicht geplant war....
Ich denke, letztendlich ist es wichtig, dass man die Sache locker sieht und schaut, was sich daraus ergibt. So manches mal hab ich dann auch die Reißleine gezogen...Alle wollen alt werden, aber keiner will alt aussehen


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