Einerseits hat man heute viele Freiheiten, die es früher nicht gab, das stimmt schon.
Aber auf der anderen Seite war es früher auch akzeptabel zu sagen: ich hab halt nie den Richtigen gefunden. Dann war das halt so.
Ich finde, wir sind heute einem großen Machbarkeitsdruck ausgeliefert, den es früher in der Form nicht gab, das empfinde ich auch manchmal als belastend.
Würde man sich nur genug anstrengen, dann könnte man alles schaffen - klappt etwas nicht, kann man also nur selbst schuld sein dran.
Ich finde das schon ziemlich gnadenlos.
Vor allem, was das Thema Partnerschaft angeht, ich seh da nicht immer einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Beziehungsstatus. Ich kenne außerordentlich unangenehme Menschen, die in langen Beziehungen leben und ausgesprochen liebenswerte Menschen, die niemand haben. Gerecht oder auch nur nachvollziehbar ist das für mich nicht, auch wenn das noch so oft behauptet wird.
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08.07.2010, 21:08Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
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08.07.2010, 21:12Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Hey, nee, finde ich garnicht. Im Gegenteil:
wenn ich fähig bin, mich in jemanden zu verlieben, der das nicht erwidert, und dann trotzdem nicht sofort darüber weg komme, dann finde ich zeichnet das mich als nicht so oberflächlichen Menschen doch aus. Letztlich hat Verlieben in erster Linie mit mir selbst zu tun.
Aber man soll sich nicht selbst so in Frage stellen, wenn der Andere denkt, es passt nicht. Vielleicht ist er nur schneller in dieser Wahrnehmung, ohne mich damit zu degradieren.
Nur ist es ja so, dass der Andere dann meine Zuneigung garnicht verdient hat, und nicht umgekehrt.
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08.07.2010, 21:41Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Hallo 1593,
ich kann Dich total verstehen!
Ich werde dieses Jahr 30 und meine letzte Beziehung ist schon Ewigkeiten her! Ich weiß auch nicht, woran das liegt.
Leider ist es in Deutschland oft so, dass man als alleinstehende Frau als vermeintliche Konkurrenz von Paaren ausgegrenzt wird. Zum Glück ist das bei mir weitgehend noch nicht der Fall. Ich habe liebe Freundinnen, die ich aber auch nur alle paar Wochen/Monate sehe, ansonsten eben Telefon und Mail. Da ich studiere und nebenbei arbeite, habe ich eben so noch in der Uni/beim Job zu etlichen Leuten Kontakt. Da meine Verwandtschaft (außer meiner Schwester) nur 1,5 h entfernt lebt, ist es noch nicht so schlimm.
Trotzdem kenne ich die tiefgreifende Einsamkeit, ich telefoniere viel zu viel.
Ich finde, dass es falsch ist, sich selbst daran die Schuld zu geben, wenn es nicht klappt. Sich in den "Falschen" zu verlieben ist eben Pech, solange man kein bestimmtes Muster erkennen kann (zum Beispiel, wenn ich mich immer in unerreichbare Männer wie verheiratete oder prominente verlieben würde).
Vermeintliche zu hohe Ansprüche spielen auch nicht so die Rolle, bei solchen Sprüchen erfolgt meiner Ansicht nach eine Schuldzuweisung zum Single selbst, dabei hat Liebe ja auch viel mit Glück zu tun.
Sprüche wie, dass man ja machen könne, was man wolle, wenn man Single sei, stimmen so auch nicht. Arbeiten gehen muss ein Single auch und bestimmte Aktivitäten fallen alleine einfach flach, weil es keinen Spaß macht (alleine abends im Restaurant sitzen etc.). Ich unternehme aber auch vieles alleine - zu Konzerten oder ins Kino zu gehen, zum Beispiel.
Generell gehe ich davon aus, dass der Wert eines Menschen nichts damit zu tun hat, ob er/sie einen Partner hat oder nicht. Die Gesellschaft sieht das anscheinend anders, aber damit müssen wir leben. Es geht ja um unser Glück und nicht um das der anderen.
Liebe Grüße
violet_soul
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08.07.2010, 21:43
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Sehr schönes Posting, das ich nur fett unterschreiben kann

Ich empfinde diesen Machbarkeitswahn auch als völlig verfehlt und habe aus den Paaren und Singles, die ich kenne, noch keine Regel ableiten können, wie man sein oder nicht sein, was man tun oder lassen muss, um einen Partner zu finden. Es gibt die unterschiedlichsten Menschen, die unterschiedlichsten Kennenlerngeschichten, praktisch nichts, was es nicht gibt.
Und es gibt eben auch welche, die nicht fündig werden. Lorelei schrieb es ja schon: Stress im Beruf, wenig Zeit für Privates, dazu noch überwiegend Hobbies, die von Geschlechtsgenossen oder allein ausgeübt werden, und schon schrumpfen allein die Gelegenheiten. Und trotzdem gibt es Menschen, die auch unter diesen Bedingungen fündig geworden sind (dann hat man sich halt am Bahnhof beim Warten auf einen verspäteten Zug kennengelernt).
Und von diesen ganzen liebe-Dich-selbst-, sei-nicht-krampfhaft-auf-der-Suche-Gerede halte ich auch nicht viel, allenfalls um für sich selbst den Druck rauszunehmen, aber nicht, um die Chancen, fündig zu werden, zu erhöhen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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08.07.2010, 21:58Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
@einewiekeine und maline
stimme euch auch zu.
Deshalb hatte ich ja in meinem Post ergänzt ...
es ändern oder frei und lebendig alleine leben.
Ich glaube schon, dass man heute selbstbewusst 'allein lebend' sein kann und sich das Leben auch so sehr schön machen kann.
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08.07.2010, 22:12Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Aber warum paßt man sich diesem Druck überhaupt an? Es liegt doch allein in unserer Hand zu sagen: Nein! Ich bin anders und so wie ich lebe, ist das o.k. für mich, egal, ob das ein anderer nun als Unnormal bezeichnet und das ganz und gar nicht verstehen kann und vielleicht von mir erwartet, einen Partner zu haben.
Das ist in meinen Augen zu sehr denk- und zielorientiert. In der Liebe klappt diese Strategie eben nicht, da sich Liebe nicht mit der Ratio erzeugen läßt. Jemand zu lieben läßt sich nicht durch eine Willensentscheidung realisieren. Das ist eben der falsche Weg.Würde man sich nur genug anstrengen, dann könnte man alles schaffen - klappt etwas nicht, kann man also nur selbst schuld sein dran.
Ich finde das schon ziemlich gnadenlos.
Das kommt ganz auf die Partnerschaft an und um bei Deinem Beispiel zu bleiben:Vor allem, was das Thema Partnerschaft angeht, ich seh da nicht immer einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Beziehungsstatus.
da ist dann wohl eher nur der eine vom anderen abhängig, aus welchen Gründen auch immer. Können ja auch finanzielle sein.Ich kenne außerordentlich unangenehme Menschen, die in langen Beziehungen leben
Also, wenn sie wirklich niemanden haben, so behaupte ich mal, daß das nun doch mit ihrem Wesen zusammenhängt, mit ihrer Persönlichkeitsstruktur und ihrem Lebensgefühlund ausgesprochen liebenswerte Menschen, die niemand haben. Gerecht oder auch nur nachvollziehbar ist das für mich nicht, auch wenn das noch so oft behauptet wird.
Auch wenns jetzt nicht direkt hierher paßt: Die ehrgeizige Mentalität, die die meisten Menschen in unserer Gesellschaft nun einmal zwangsläufig haben, ist liebesfeindlich. Eine liebende Mentalität ist das genaue Gegenteil. Man kann eine Person nicht lieben und gleichzeitig mit ihr in Konkurrenz treten. Liebe und Konkurrenzdenken gehen nicht zusammen und auch Liebe und Neid vertragen sich nicht. Da wird die Liebe ganz einfach erstickt. Mglw. ist das ein Grund, der durchaus als Erklärung für Dein Beispiel in Erwägung gezogen werden könnte
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08.07.2010, 22:41
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Ich bin ein bisschen jünger als du aber ich finde auch keinen Partner. In den letzten Jahren hab ich mir auch immer Gedanken darüber gemacht, woran es liegt. Hab hier in dem Forum auch mal Anfang des Jahres einen Thread deswegen aufgemacht.
Was ich sagen möchte, ist: Ich habe einen grossen Freundeskreis mit wunderbaren Singlefrauen- und Männern, als auch mit wunderbaren Menschen, die in schönen, als auch schrecklichen Beziehungen sind. Genauso kenne ich ganz fürchterliche Singlefrauen- und Männern, wie auch fürchterliche Menschen, die glücklich, als auch unglücklich in Beziehungen sind.
Wenn du einen Partner möchtest, finde ich, muss man suchen. Aber eine Garantie hat man nicht, dass man das findet, was man möchte. Liebe ist einfach nicht planbar! Ich selbst habe aufgehört, mir Gedanken darüber zu machen, was "mit mir nicht stimmt". Es stimmt alles mit mir. Denjenigen, der mir gefällt und dem ich gefalle, habe ich einfach nicht gefunden. Manchmal muss man die Gegebenheiten einfach so hinnehmen, wie sie sind und das beste daraus machen.
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08.07.2010, 23:10Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Kann man, nur kann ich mir schlecht vorstellen noch nie von einem Mann geliebt geworden zu sein.
Deshalb habe ich mich auch dagegen entschieden Nonne zu werden, lach:-)
Alleine sein aus Wahl ist schön...alleine sein weil man muss ist wohl eine andere Sache.
Vieles ist einfach schöner zu zweit...ich verstehe die TE...und ihre Sehnsucht nach Liebe...ist doch ganz natürlich.
Ich bin gern allein und bin nicht einsam...aber ich habe ja die Wahl und entscheide das.
Vielleicht können wir Magie machen indem wir uns einen Mann für die TE wünschen...
Ibeth
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08.07.2010, 23:16Inaktiver User
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Gewiss- nur sind nicht grade wenige Männer in dem Alter auf der Suche in einer niedrigeren Altersklasse.
Jedenfalls, wenn ich manche Profile in Singlebörsen von Frauen in meinem Alter gelesen hab, die mehr oder weniger humorvoll betont haben, das sie solche Zuschriften nicht möchten.
Schau Dir doch mal die penetrante Werbung von Partnerbörsen an- speziell die letzten Jahre im TV.
Da kommt doch unterschwellig mit durch, das man problemlos jemand finden kann. Wer niemanden hat, ist nur zu faul zum Suchen oder derart verschroben, das einen niemand will.
Meine Eltern haben mich auch immer etwas aufgezogen.
Zuerst die Frage, wann ich denn mal eine Freundin habe und dann gleich die Feststellung- 'ach, Du hast ja noch Zeit'.
Als ich dann Mitte 20 war, haben sie es wohl aufgegeben.
Ich weiß nicht, wie sie reagiert hätten, wenn ich denen gesagt hätte, was für 'nette' Erfahrungen ich zu dem Zeitpunkt schon mit Frauen gemacht hatte (bei völlig harmlosen Begebenheiten wohlgemerkt).
Stimmt- die meisten Rüpel aus meiner Schulzeit leben in Beziehungen. Ich hab dann nur gestaunt, wenn ich die Heiratsanzeigen in der Zeitung gelesen habe.
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09.07.2010, 01:54
AW: Das Alleinsein macht mich fertig
Da haben die Jungs geschwindelt. Das is mal amtlich. Die wissen schon ganz genau, warum sie nicht wollten.
Meine Auffassung:
Zumeist finden die Leute keinen Partner, weil sie in Wahrheit gar nicht genau wissen, was sie wollen. Nur einen Partner haben zu wollen, reicht eben nicht.
Ebenso reicht es nicht aus, den Alltag 'irgendwie' teilen zu wollen, sich 'austauschen' zu wollen, schönes zu erleben etc. usw.
Wer so drauf ist, wird niemand für sich finden, weil es im Prinzip jeder sein könnte. Wer sozusagen jeden nehmen würde, kriegt am Ende nämlich keinen.
Was genau willst du von einem Mann? Wie muss der drauf sein? Also nicht: Ich will will will unbedingt einen Partner. Sondern: Ich will will will UNBEDINGT so einen. Und ich bin bereit alles dafür zu tun und WERDE es dann auch tun.
VanDyck



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