Schon mein Thema ist sehr widersprüchlich - so wie ich es auch bin.
Ich suche, irgendwo in den Untiefen meines Herzens, nach dem Wir und der Beständigkeit im Leben. Ich selbst bin ganz "normal" im Sinne von Wohnung, berufstätig, Kind, ... aber eben Single.
Und immer wieder zieht es mich zu den unkonventionellen Männern. Eine tiefe Sehnsucht danach, diese Seite in mir ausleben zu müssen. Und so sind das: Studenten Mitte 30, Musiker, Weltreisende, Freiheitsliebende. Allesamt liebe Menschen, die mir eine Facette der "Leichtigkeit des Seins" aufzeigen. Irgendwann überkommt mich dann doch wieder die Schwermut, weil es ja nicht das ist, was ich mir grundsätzlich und für alle Zeiten meines Lebens vorstelle. Und, weil es eben gar nicht meinem letztendlich doch sehr bodenständigen Wesen entspricht.
Gibt es keinen Mittelweg? Ein unkonventionelles Familienleben, um es mal ganz platt zu sagen? Hat jemand von euch den richtigen Weg für sich gefunden, nachdem er lange nicht wusste, welcher denn nun der richtige ist?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 12
-
20.06.2010, 19:41
Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
-
20.06.2010, 20:45
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
Ein interessanter Beitrag, denn mir geht es genauso.
Ich verknalle mich Hals über Kopf in Männer, die alles andere als Beständigkeit signalisieren. Auch Studenten und generell Jüngere. Dabei suche ich auch eine feste Beziehung mit Zukunftsperspektiven. Sobald aber ein seriöser Mann sich mir nähern will, bin ich weg und tue alles, um ihn von mir fernzuhalten. Ich will ihn partout nicht. Ich weiß auch nicht, wie ich ein Gleichgewicht zwischen Kopf und Herz schaffe. Natürlich ist mir auch klar, dass es deshalb passiert, weil ich selbst genau der Typ bin, den ich ablehne, bzw. die jungen Wilden sind das Gegenteil von mir. Dabei greift man in der Liebe angeblich auf das zurück, was einem vertraut ist. Ich scheinbar nicht...:-(
-
20.06.2010, 20:54
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
Ich kann dich sehr gut verstehen.
Mir ging es genauso wie Dir, und ich hatte ein unkonventionelles Familienleben mit einem Musiker, der sich x-mal beruflich umorientiert hat - die Scheidung läuft jetzt, nach 22 Ehejahren und ich muss womöglich noch für seine Steuerschulden bürgen.
Ich bin selber Musikerin und fühle mich natürlich von Kollegen sehr angezogen, war nach der Trennung von meinem Mann mit meiner Jugendliebe zusammen... er hat immer ein halbes Jahr in Neuseeland gelebt (natürlich ohne mich, ich sitze hier mit meinen fast erwachsenen Kindern), dann den Pazifik übersegelt (zum Glück ohne mich)... die Beziehung ging schief....
Danach kam ein sensibler, leidenschaftlicher Musiker... der kam von seiner Ex nicht los, wegen der er seine Familie verlassen hat (!) und war auch nicht richtig bei mir - zum Glück hab ich das rechtzeitig erkannt und beendet...
Das zu den unkonventionellen Typen. Fast muss ich lachen, wenn ich lese, was ich hier schreibe
Eben hab ich mit einer Freundin telefoniert - es hilft nichts, ich muss mein Beuteschema ändern. Zwar hab ich Musiklehrerkollegen, die sind treusorgende Familienväter, aber das sind die wenigsten... die Wahrscheinlichkeit, dass es mit solchen unkonventionellen Typen schief geht , ist recht hoch.
Lies mal das Buch: "Nah und doch so fern. Über Beziehungsangst und ihre Folgen".
Wenn Du Dich zu Typen hingezogen fühlst, die Leichtigkeit und den Duft von Freiheit und der großen weiten Welt ausstrahlen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Du eine sogenannte "passive Beziehungsvermeiderin" bist und eigentlich selber Ängste vor einer verbindlichen, festen Beziehung hast. - Ich konnte mich in dem Buch schon wiederfinden.
Dir alles Gute - mir kannst Du die Daumen drücken, dass es mir gelingt, mein Beuteschema zu ändern!
Raratonga
-
20.06.2010, 21:10
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
Hallo,
Verwirrtesetwas,
ich kann das sowas von nachvollziehen...
ich glaube, des Rätsels Lösung liegt, wie ja meistens, in uns selbst.
Ich persönlich empfinde immer dann so, wenn ich in meinem eigenen Leben den Freigeist, das unkonventionelle, die Kreativität vernachlässigt habe.
Klar, mit Kind und Job ist es sicher nicht so leicht, mal eben nen Kurs in abstrakter Malerei anzufangen - aber abends mal ne kleine Skizze vielleicht? Einen Gedichtband, ein Buch lesen, daß die grauen Zellen so richtig in Aufruhr bringt, oder selber mal wild durch die Wohnung tanzen - und vor allem immer mal wieder fragen, was könnte ICH anders machen, wo bleib ICH bei dem ganzen, wo ordne ich mich zu sehr unter...sowas alles...das hilft.
Und: ein bißchen mehr Gelassenheit in Alltagsdingen, mal einfach die anderen denken lassen, was sie denken wollen, und sich nicht selber zuerst festlegen, sondern erstmal schauen, was da so kommt (von den Männern, und von anderen Menschen auch).
Da gibts eine Menge Dinge, die Frau selber machen kann, um ihr Leben ein bißchen, naja, weiter zu stecken, ohne jetzt komplett ein "Künstlerleben" zu führen - dann sind die "Künstlertypen" auch nicht mehr unbedingt so wahnsinnig interessant (nichts gegen Künstler - ich verwende jetzt mal diesen Begriff, ich nehme an, Dir geht es um Männer, die eher in den Tag leben - was schön ist! - aber halt nicht unbedingt vom Typ verlässlicher Partner).
Übrigens - den Konflikt: Sicherheit kann langweilig sein, und Unsicherheit geht an die Nieren - ich glaub, den wird es immer mal wieder geben, empfinde zumindest ich so in Beziehungen.
Und zuletzt: Du wuppst Kind und Job alleine - das ist durchaus etwas, worauf Du stolz sein kannst.
Und daß es in dieser Situation gewisse Sachzwänge gibt, sprich, Du nicht so ohne weiteres mal die Nächte hindurch Tango tanzen kannst, ist ja eh klar.
Aber vielleicht findet sich ja ein Mann, der das ähnlich erlebt, der Verantwortung trägt und gerne übernimmt und doch die gleiche Sehnsucht hat wie Du - vielleicht könnt Ihr dann immer noch nicht Tango tanzen, aber zumindest gemeinsam davon träumen, wenn die Kinder im Bett sind.
Und ein paar Gitarrenklänge klampfen zum gemeinsamen Rotwein, das ist schöner als Fernsehen auffer Couch und auch gar nicht sooo schwer
-
20.06.2010, 21:47
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
Da ist viel dran, das denke ich mir auch schon einige Zeit.
Für mich habe ich mir vorgenommen, meine künstlerischen Fähigkeiten auszubauen und mir eine Band zu suchen anstatt mich in routinierte Jazzmusiker zu verknallen - dann findet vielleicht ein zuverlässiger, bodenständiger Typ mich mal ganz faszinierend und ich darf die Künstlerin sein...
Dass ich Verantwortung übernehmen kann, hab ich mit meinen Kindern ja schon bewiesen.
Ich bin übrigens sehr gespannt auf weitere Beiträge hier.
Raratonga
-
20.06.2010, 21:52
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
Ich auch! Tolle Beiträge von euch, danke!
(fühlt sich gleich ein bisschen besser an, "Gleichgestrickte" zu lesen)
Ich denke, da ist echt was Wahres dran - etwas für sich selbst zu tun. Etwas, das den Freigeist rauslässt :-) Vielleicht sollte ich doch endlich klettern gehen (jawoll, allein).
Blöd nur, dass die unkonventionellen Männer (da gibts schon wieder einen in meinem Leben, nur am Rande) alles so fade wirken lassen, was ich so tue. Das ist aber meine eigene / falsche Bewertung der Dinge.
-
21.06.2010, 20:43
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
Ich finde, Männer werden hier zu sehr polarisiert...
Auf der einen Seite unkonventionelle Künstlertypen, auf der anderen Seite die Biederen. Ich denke, dazwischen gibt's auch noch ne Menge Durchmischtes...
Nur mal so ...
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
-
24.06.2010, 12:37
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
da muss ich doch mal schmunzeln... es gab eine Zeit, da habe ich grundsätzlich nur die Freaks angezogen, also die hier genannten Unkoventionellen, die einem den Duft der großen, weiten Welt um die Nase wehen lassen. Da waren aber einige richtige "Mogelpackungen" dabei...z.B. der große Künstler und Weltveränderer, der tief im Inneren das Reihenhaus mit trippelnden Kinderfüßchen herbeisehnt, aber diese Stabilität gar nicht geben kann...
Dann habe ich, aus den vorangegangenen Erfahrungen klug geworden, mal die Schablone gewechselt (denn Frau entwickelt sich ja auch weiter) und die total bodenständigen, familienorientierten angezogen, wo es dann leider auch nicht gepasst hat, weil ich irgendwo genau dazwischen liege. Diesen Männern war ich dann zu unkonventionell und nicht Einbauküchen-kompatibel.
So: Und jetzt habe ich einen weltreisenden, (fertig)-studierten, muszierenden, spirituellen Lebenskünstler, der im Alltag sowas von verlässlich ist und mit dem das Leben einfach Spaß macht. Aber: Kinder will er keine!
Und die Moral von der Geschicht...?????
lg
-
24.06.2010, 13:11
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
"... den Perfekten gibt es nicht"

Genau die Erfahrung hab ich auch gemacht. Oft war das, was am anderen anziehend war, das, was bei mir brachlag.Ich persönlich empfinde immer dann so, wenn ich in meinem eigenen Leben den Freigeist, das unkonventionelle, die Kreativität vernachlässigt habe..."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
-
24.06.2010, 17:54Inaktiver User
AW: Der Hang zum unkonventionellen Mann ... und die Suche nach der großen Liebe
Danke Kitty
Liebe TE, für mich hört es sich so an, als würdest du aus einer Schublade herausgucken um die andere Schublade zu beneiden. Wie wärs wenn du erstmal dein Schubladendenken loswirst
Meinst du nicht, dass die Erwartung von deinem Partner etwas ausgeglichen zu bekommen zu hoch gesetzt ist? Um genau zu sein, kann ein Partner so etwas überhaupt erfüllen?



Zitieren
