Ich kann häufig gar nicht unterscheiden, bei welchen Bedürfnissen es sich um erwachsene oder kindliche handelt.
Nach meinem Kenntnisstand ist er kein Mensch, der mit "Psychodingen" je hautnah in Verbindung kam, deshalb wird er auch nicht angemessen damit umgehen können, wenn ich ihm davon erzähle. Alles, was mit Psychodingen zu tun hat, bedeutet häufig für Normalos "sich einen Klotz ans Bein binden". Ich sehe mich nicht als Klotz am Bein und will es auch niemals sein. Deshalb soll in unserer noch so frischen Beziehung auch kein derartiges "Geschmäckle" aufkommen.
Zumindest zu diesem Zeitpunkt ist alles zwischen uns noch viel zu fragil, um einer solchen Prüfung stand zu halten, das kann und will ich ihm nicht zumuten.
Regeln?
Hm, ich sehe, du hast diesbezüglich schon weitaus mehr Durchblick als ich!
Noch immer kann ich mich nur in einigen Teilen wiederfinden. Der Zustand der "Selbstverliebtheit" ist mir z.B. vollkommen fremd.
Aber ich weiß um meine Schwierigkeiten und Ängste, enge zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen. Ich pendle auch stark zwischen Extremen. Selbstakzeptanz und vollkommene Ablehnung liegen eng beieinander.
Worin ich mich gar nicht wiederfinde: ich meine nicht, Defizite in Epathie zu haben, Mitgefühl mit meinen Mitmenschen, ich halte mich nicht für einen ausgeprägten Egoisten, Egozentriker. Allzu starkes Drehen um mich selbst nervt mich, ich möchte auch gerne für andere dasein.
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Thema: Neuer Freund und Angst
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16.04.2010, 14:42Inaktiver User
AW: Neuer Freund und Angst
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16.04.2010, 15:51Inaktiver User
AW: Neuer Freund und Angst
Liebe Pepi,
ja, ich finde mich darin gut wieder. Ich kenne auch diese Ängste, und es klappt doch schon einige Male, dass ich selbst erkenne, wenn ich ins Kindchenschema überwechsle. Zuerst fiel mir dabei auf, dass ich total aufgeregt wurde, es wie wild in meinem Magen kribbelte. Wenn das in Verbindung mit "ganz normalen" Angelegenheiten auftritt, werde ich inzwischen hellhörig.
Naja, aber manchmal merke ich es auch erst Tage später oder wahrscheinlich nie...
Ist halt alles nicht so einfach, wenn man's doppelt nimmt
Schlaflos
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16.04.2010, 16:20
AW: Neuer Freund und Angst
Hallo Pepina71
Ich frag mal etwas provokativ ( nicht böse sein )
Wieso willst du eine Beziehung eingehen, in der der Mensch dich nicht so nehmen soll, wie du bist
Also deine Ängste gehören doch zu dir und machen dich ein Stück weit zu dem, was du bist...
Du kannst und sollst ja deine Verantwortung für dich nicht an ihn abgeben, aber wäre es nicht vielleicht besser, wenn er ein bisschen über deine Angst wüsste?
Ich weiß nicht, ob ich mich richtig ausdrücke, und ich hoffe, du verstehst mich nicht falsch...
Aber "spielst" du ihm und dir dann nicht etwas vor, was gar nicht ist und wenn er dann mal nicht so souverän mit deinen Ängsten ( die er ja gar nicht kennt ) umgeht, kann es nicht sein, das ihr euch beide dadurch "falsch" verhaltet?
Nur ein paar Fragen, die sich jemand stellt, der gerade etwas ähnliches erlebt hat... ( Nur aus der anderen Perspektive )
LG
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16.04.2010, 16:35Inaktiver User
AW: Neuer Freund und Angst
Er hat durchaus das ein oder andere Mal mitbekommen, dass ich zwischendurch immer wieder ängstlich bin, aber ich möchte ihn nicht über das Ausmaß, welche die Angst immer mal wieder einnimmt, informieren. Ich fürchte, dass er das nicht nachvollziehen könnte und er sich zu sehr verantwortlich fühlen würde - eine große Bürde für ihn, die ich ihm in keinem Falle so zumuten möchte. Insbesondere auch deshalb, weil diese Ängste nicht direkt etwas mit ihm zu tun haben.
Außerdem neige ich in solch ängstlichen Augenblicken dazu, nachzufragen, ob noch immer alles bei ihm okay ist. Damit bringe ich ungewollt ein Ungleichgewicht in die Beziehung, weil ich mich immer wieder klein mache und mich verliere, während er und seine Äußerungen Maßstab für mein Wohlbefinden werden.
... und ja, es ist der Seilakt zwischen mich ihm gegenüber zu erkennen geben und Haltung bewahren.
Magst du etwas dazu erzählen?
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16.04.2010, 16:59
AW: Neuer Freund und Angst
@ Pepina
Ich kann natürlich nicht wissen, woran es letztendlich gescheitert ist, aber Angst spielte eine große Rolle....
Hätte ich von dem Ausmass gewusst, oder eine "Erklärung", wie sich diese Angst im Inneren auswirkt, hätte ich mich sicher in vielen Situationen anders verhalten... Ich hätte z.B mehr "nachgehakt" ob denn bei ihm auch noch alles gut ist... Aber so dachte ich, wenn er nichts sagt, wird es das schon sein....
Im Nachhinein sind mir viele "kleine" Bemerkungen aufgefallen, aber nu ist es zu spät.
Ich weiß nicht, ob diese Beziehung überhaupt eine Chance hatte ( bin ja auch "nur" ein Mensch, mit Schwächen und eben nicht immer stark und zum anlehnen) aber sie wäre höher gewesen, wenn ich gewusst hätte, was sich im Inneren abspielt....
Die Bürde...
Nehmen wir an du hättest eine Rückenkrankheit.
A) du sagst deinem Partner nichts. Du lässt ihn alles schleppen, er fragt sich irgendwann warum?
B) du sagst es deinem Partner. Er kann nichts gagegen tun, aber klar schleppt er die Sachen dann für dich ohne Fragen...
Vielleicht nicht der beste Vergleich, aber du wirst verstehen, wie ich es meine
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17.04.2010, 04:07
AW: Neuer Freund und Angst
Liebe Pepina,
Du hast am Ende Dein eigenes Tempo. Ich denke, dass es nicht leicht ist, dazu zu stehen. Trotzdem würde ich Dir sehr, sehr eine Erfahrung wünschen, dass Du nicht perfekt sein musst, um geliebt zu werden.
Ich denke nicht, dass die NPS eine Schublade ist, Du merkst ja selbst, dass gewisse Symptomatiken nicht auf Dich zutreffen. Aber es ist eine Zusammenfassung von Glaubenssätzen und psychischen Verfasstheiten, die ein Verhalten nach sich ziehen. Jedes Krankheitsbild ist ja nichts weiter als die Zusammenfassung systematisch auftretender Symptome bei ähnlicher Ursache. Du musst ihm das ja auch nicht überstülpen. Du arbeitest ja selbst an Deiner Heilung. Er kann Dich maximal ein bisschen unterstützen. Mehr geht eh nicht.
Du bist kein Psycho - sondern eine zutiefst verletzte Person. Deine Angst, Deine Bedürfnisse, all das hängt damit zusammen. Dein Verhalten wird ohne Erklärung für ihn letztlich unverständlich bleiben. Das, was Du hier offenkundig suchst - einen Weg, die Angst loszuwerden, zu funktionieren, ein Knöpfchen zu finden, mit dem Du "besser" wirst - das wird nicht klappen, fürchte ich.
Bist Du darüber mit Deinem Therapeuten im Gespräch?
LG,
BabetteZurück ist ein Ort, den es nicht gibt.
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17.04.2010, 04:56
AW: Neuer Freund und Angst
[QUOTE]hallo, pepina,
wer hat dir denn diese diagnose gegeben? bist du in therapie. nach all dem, was ich gelesen habe, halte ich es nicht für sehr wahrscheinlich, dass du eine narzistische Persönlichkeitsstörung hast. Allein bei der Geschichte aus deiner Kindheit, die du hinter dir hast, ist es eher unwahrscheinlich, dass du wirklich diese Diagnose hast. Deshalb kannst du dich darin uU auch nicht wiederfinden.
Ich kann viele deiner Ängste nachvollziehen. Denke, es würde mir z.T. ähnlich gehen, wenn ich mich auf eine Beziehung einlassen würde. Aber ich habe z.B. mit Sicherheit keine narzistische Persönlichkeitsstörung.
Bezüglich Austausch zu dieser Sache: Ich würde ihm das zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls mitteilen. Auch v.a. keine Diagnosen. Jeder Mensch ist ein Individuum und nicht auf eine Diagnose reduzierbar.
Ich z.B. habe selbst echt viele Probleme - aber wenn mir ein potenzieller Partner gleich zu anfang mit Diagnosen und übertriebenem Psychogeschwafel daherkommt, dann weiß ich auch nicht, ob ich nicht die Flucht ergreifen würde. HIngegen, wenn ich jemanden kennen lerne und immer mehr zu mögen beginne, dann gehören seine schrullen zu ihm als person dazu. ich mag diese dann auch, weil sie ihn als menschen ausmachen (wenn er nicht in seine häuserhohen schrullen verliebt ist und keine anstalten macht, auch nur ein bisschen an sich zu arbeiten).
mein OdB z.B. ist mit sicherheit auch kein einfacher mensch. Aber genau diese "SChwächen" auch, finde ich super süß an ihm. Ich liebe sie mit dem Menschen mit, weil Sie ihn zu was besonderem machen.
Aber ich würde nichts von Diagnosen etc. sagen. Das schreckt echt ab. (ist nur meine MEinung)
Und lass diese Diagnose nochmal überprüfen. Sie scheint mir nicht zu dir zu passen.
Alles Liebe
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18.04.2010, 12:23Inaktiver User
AW: Neuer Freund und Angst
Hallo Pepina!
Zunächst habe ich mich gefreut, Deinen Strang zu entdecken, denn ich hatte irgendwo gelesn, dass Du schon länger allein warst und Dir einen Partner wünschtest. Ausserdem gibt es zwischen uns recht viele Parallelen, so habe ich den Eindruck. Ich bin in einem ähnlichen Alter wie Du und habe einige gescheiterte Beziehungsversuche hinter mir. Auch in dieser Beschreibung, die Du einkopiert hast:
"das grundlegende Dilemma von Frauen zum Ausdruck, sich
zwischen Abhängigkeit und Selbständigkeit zu bewegen. In ihrem Fall liegt die Lösung des Konflikts im Leben der Extreme: entweder vollkommen abhängig und im anderen bis zum Verlust der eigenen Identität aufgehen oder in totaler Distanz vom anderen, autonom, aber allein sein. Dieses Entweder-Oder zieht sich durch fast alle Lebensbereiche. Es zeigt sich auch in der Selbsteinschätzung der Frauen. Entweder fühlen sie sich großartig, stark, selbstbewusst oder unsicher, schwach, hilflos und minderwertig. In der Regel sind diese Frauen attraktiv, sie legen viel Wert auf ihr Äußeres, haben meist eine gute Figur, aber sie lehnen sich von Grund auf ab, finden sich hässlich, dick, unattraktiv und vor allem nicht liebenswert! etc. ...."
kann ich mich zum Teil wieder finden. Allerdings bin ich auch kein Freund von Diagnosen und Schubladen und würde mich auch nicht als narzisstisch bezeichnen. Eher ... unsicher?
Was ich daher etwas nachvollziehen kann, ist, dass Du es vermeidest, mit Deinem neuen Freund über Deine Ängste und deren Hintergründe zu reden. Denn: Du kennst ihn noch nicht so gut und bist daher vorsichtig, Dich zu öffnen. Aber - und hier haben die clou und Tory recht, so scheint es mir - echte Nähe kann so nicht entstehen . Und erst wenn die auch da ist, dann solltest Du wirklich denken "Ja, das soll mein Partner sein". Wenn er Dich annehmen kann, MIT Deinen Ängsten. Und das kann nur langsam geschehen, aber ohne eine Öffnung, wird es gar nicht geschehen. Es geht dabei auch nicht um "Psycho-Dingsda" und Schubladen, sondern um das Annehmen ganz normaler menschlicher Ängste, denn jeder Mensch ist anders und hat seine Wesensart, seine Ängste und von mir aus auch "Störungen" zu tragen. Du musst es gar nicht dramatisieren und groß machen, Du kannst mal eine Kleinigkeit erzählen, und wenn Du merkst, er akzeptiert Dich danach noch, nimmt Dich in den Arm oder will ein Eis mit Dir essen gehen, dann ist das ein schönes Gefühl und es kann Dir Deine Ängste nach und nach nehmen.
Du idealisierst ihn, nennst ihn den Richtigen und Deinen Freund, dabei ist das Vertrauen noch nicht wirklich da.
Ich kenne das in manchem ähnlich wie Du, öffne mich seeeehr langsam bis gar nicht.... brauche viel mehr Zeit als ich mir selbst eingestehe, und kann es dann auch nicht kommunizieren - weil ich es ja selbst nicht verlange - echtes Vertrauen und Nähe. Auf der anderen Seite setze ich mich unter Druck (und ein bisschen lese ich das aus Deinen Zeilen auch heraus). Überspitzt gesagt: Ich will eine Beziehung, die nach außen sichtbar funktioniert, leicht aussieht und fröhlich ist, fast als würde ich damit ein "Leistungsziel" von außen (ja sie hat einen Freund) erfüllen wollen und verliere mich selbst aus dem Blick.
Pass auch auf, dass Du Dich nicht von einer evtl. vorhandenen "Torschlusspanik" leiten lässt. (Die kann man übrigens in jedem Alter haben).
Deine Beziehungswunsch ist normal - wie selten trifft man jemanden der es "sein" könnte. Dennoch solltest Du Dir Zeit lassen Vertrauen entstehen zu lassen und DICH selbst nicht unter Druck zu setzen...
Ich finde den Spruch den jemand schrieb gut: Liebe macht frei. Das ist tatsächlich ein Ideal (Das Dich nicht unter Druck setzen sollte). Frei bist Du, wenn Du Du selbst bist und alle "Regeln" und Manipulationstechniken vergisst. Und ihn als Gegenüber achtest und versuchst, ihn zu verstehen.
Ich wünsche Dir alles Gute!
Geändert von Inaktiver User (18.04.2010 um 12:43 Uhr)




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